Die allgemeine Software-Qualität ist im Sturzflug – und durch AI-Unterstützung geht es halt noch ein wenig schneller. Es ist so traurig, dass der aktuelle Vorfall, den Intel sich gerade geleistet hat, schon wieder lustig ist. Obwohl, es ist schon ganz schön "hinterfotzig", würden die Bayern zu dem sagen, was sich die Intel Rechtsabteilung leistet. Die erwarten allen Ernstes – so als "Selfservice" – dass der Anwender sich seine eigene Lizenzvereinbarung zur Nutzung von Intel-Software schreibt und diese auch noch akzeptiert.
Es ist ja eine schöne und gut gepflegte Tradition, dass jede Firma dem Anwender eine "Lizenzvereinbarung unter die Nase reibt und abnicken lässt". Auch Intel hängt diesem Aberglauben nach, dass eine Lizenzvereinbarung bei Schrott-Software irgend etwas bewirken könnte. Da aber AI allerorten zum Einsatz kommt, ist jemandem der neueste Bonmot aufgefallen und er hat mir folgenden Screenshot zukommen lassen:

Blog-Leser Tobias wollte nur einen Chipset-Treiber von Intel auf sein System dengeln. Wie jeder wackere Windows-Anwender startete er dazu das Setup-Programm und wappnete sich für die Zustimmungsorgie des Installers. Tobias staunte aber nicht schlecht, als er zur Zustimmung zur Endbenutzer Lizenvereinbarung kam. Das Intel Legal-Department besteht wohl auf so etwas, dass vom Benutzer abzunicken ist.
Ich vermute ja stark, dass bei der Software-Pflege auch ein KI-Assistent zum Einsatz kam. Und der hat den Unsinn erkannt – kein Nutzer liest sich die Software-Vereinbarung durch, die er da abnickt. Also hat der KI-Assistent sich "gedacht", treiben wir heute mal ein wenig Schabernack, was sehen, ob das jemandem auffällt.
In obigem Dialogfeld wird der Anwender doch tatsächlich vom Installations-Assistenten aufgefordert, eine Lizenzvereinbarung abzunicken, die er eigenständig unter "Ihre Lizenzvereinbarung hier einfügen" eintippen muss. Selbstbedienung in Reinkultur – und wer nichts abnickt, was nicht festgelegt ist, kriegt die Software halt nicht installiert.
Immerhin hat das Fenster des "Advanced Installers" abgerundete Ecken und ein sauber gestaltetes Logo. Nur bezüglich der Aufforderung: "Lesen Sie nachfolgende Lizenzvereinbarung sorgfältig durch" arbeiten wir noch "an uns". Denn aktuell rätseln wir noch, welche lizenzrechtlichen und juristischen Konsequenzen drohen, wenn der Nutzer die Lizenzvereinbarung mit dem kurzen und klaren Text "Lesen Sie nachfolgende Lizenzvereinbarung sorgfältig durch" akzeptiert und dann dagegen verstößt, weil er nicht sorgfältig gelesen hat?
Ach ja, falls jemand so ganz zufällig eine alte Lizenzvereinbarung findet, kann er diese natürlich behalten. Vermutlich lässt sich diese für Fälle wie oben angesprochen, recyclen. So gesehen sind wir dann wieder sehr fortschrittlich.



MVP: 2013 – 2016





April, April!
(Glückwunsch zum ersten mir auffallenden Beitrag zur aktuellen eintägigen Saison.)
Ich bin noch hinterfotziger als der obige Sachverhalt, tät der Bayer sagen. Ich habe das Thema bewusst auf den 1. April gezogen … aber: Der Screenshot ist einige Tage alt – das könnte zwar ein April-Scherz sein, ist es aber nicht. Wir werden gerade von der Realität rechts überholt …
Und drüben im 50Plus-Blog beschäftige ich mich mit dem Risiko von "Nasenhaare zupfen" – ob es ein April-Scherz ist … wer weiß.
kein Scherz. ich habe heute auch den Treiber installiert. es ist wirklich so
👍
Der Beitrag ist aber leider schon vom 30.03.
Würde aber gut zum 1. April passen :-D
Der ist ja mal wirklich gut zum 1 April.
Die Meldung stimmt, es ist kein Aprilscherz.
Der Link zum Installer:
*ttps://www.intel.de/content/www/de/de/download/19347/chipset-inf-utility.html
Man kann den Installer auch auspacken mit diesem Befehl:
setupchipset /extract PFAD
Das Readme und 32 Lizenzvereinbarungen sind in der Datei SetupChipset1.cab.
Das "Readme.txt" wird auch normal im Installer angezeigt, weil es davon nur eine einzige Version gibt.
Die Lizenzvereinbarungen allerdings haben seltsame Dateiwerweiterungen, mit Ausnahme der englischen Version:
"license.rtf_2", "license.rtf_10" etc.
Mit ".rtf" hätte es funktioniert, aber mit der zusätzlichen Unterstrich und Zahl gibt es Probleme.
Lediglich die englische Version hat keinen Unterstrich und keine Zahl hinter rtf, das würde also funktionieren.
Sobald man aber im Installer die Sprache umschaltet bzw die automatische Spracherkennung kein "englisch" ergibt, dann wird auf eine Dateierweiterung verzweigt (mit Unterstrich und Zahl), mit der der Viewer nichts mehr anfangen kann.
Intel oder die "KI" hat also nach der Sprachauswahl schlicht vergessen, die Dateierweiterung in ".rtf" umzubenennen, also Unterstrich und Zahl zu entfernen.
Eine noch bessere Alternative wäre es gewesen, die Nummerierung vor die Dateierweiterung zu schreiben, also
"license_10.rtf" statt "license.rtf_10", dann müsste der Installer nur die richtige Sprache kopieren und nichts mehr umbenennen.
Die KI-Übersetzer haben als die Zahl an die falsche Stelle angehängt.
Der Installer ist sowieso etwas seltsam, denn dort ist auch das komplette NET Framework 4.7.2 enthalten mit 80 MB.
Warum wird dieses NET mitgeliefert, obwohl eine kompatible Version eigentlich schon bei Windows enthalten sein sollte?
Die eigentlichen Treiber-Installer haben nur 10 MB als MSI, jeweils für 32-Bit und 64 Bit.
Man hätte da locker 100 MB von einsparen können, wenn man den Installer beser aufgebaut hätte, also NET und 32 Bit weglassen.
Bolko, danke, dass Du mir den Hintern gerettet hast – war definitiv kein April-Scherz, aber ich habe es halt passend verpackt. Und bei rtf geht mir immer "read the fucking manual" durch den Kopf (bin halt old school, ein manual gibt es längst nicht mehr, macht KI – und die fummelt dann vielleicht schon mal ein _2 an die Dateinamenerweiterung). Wir werden gerade rechts von der Wirklichkeit überholt.
Hallo,
wie wäre ein Text mit "durch die Unannehmlichkeiten bei Nutzung der Software erhalte ich (oder Sie?) ein Schmerzgeld pro angefangene Stunde?
Gruß
Ist kein Scherz, ich habe es vor einigen Tagen selbst erlebt.
Ich kann aber nicht sagen, ob sich tatsächlich Text einfügen lässt.