Open Source-Projekt ReClip soll Video-Downloads von Plattformen ermöglichen

Das Open-Source-Projekt ReClip verspricht, dass Leute sich Videos, die auf Internetseiten gestreamt werden, lokal herunterladen können. Das Projekt muss aber selbst gehostet werden, könnte dann aber eine Reihe Webseiten, die den Download von Videos versprechen, die auf Streaming-Seiten bereitgestellt werden, obsolet machen.

Das Ganze ist mir die Tage in nachfolgenden Tweet untergekommen. Die Botschaft ist, dass alle "Downloader-Seiten" für Videos im Internet nun überflüssig seien – keine Anmeldung oder Bandbreitenbegrenzung mehr, da ReClip selbst gehostet werden kann und muss.

ReClip

Es reiche, einen Link von YouTube, TikTok, Instagram, Twitter/X oder über 1000 anderen Internetseiten im URL-Feld der Seite einzugeben, heißt es in obigem Tweet. Dann werde das Video als MP4 oder MP3 heruntergeladen. Keine Werbung, keine Popups, keine Tracker, keine  Beschränkungen der Download-Raten, kein Konto und kein zwielichtiger Installer mehr erforderlich.

ReClip ist aber nur ein Wrapper

ReClip ist ein Open-Source-Projekt, dessen Quellcode auf GitHub bereitgestellt wurde. Auf der Projektseite werden folgende Highlights genannt:

  • Videos von über 1000 unterstützten Websites herunterladen (über yt-dlp der eigentliche Downloader, der ebenfalls ein GitHub-Projekt ist)
  • Extraktion von MP4-Videos oder MP3-Audiodateien mit Auswahl von Qualität und Auflösung
  • Massen-Downloads – mehrere URLs gleichzeitig einfügen – mit automatischer URL-Deduplizierung
  • Übersichtliche, responsive Benutzeroberfläche – keine Frameworks, kein Build-Schritt, und ein Backend aus einer einzigen Python-Datei (~150 Zeilen)

Der erste Punkt in obiger Liste macht dann aber auch klar, dass der eigentliche Downloader im Projekt yt-dlp steckt. ReClip ist nicht mehr als ein Wrapper, hat aber wohl binnen Tagen einen außerordentlich hohen Beliebtheitsstatus erreicht. Zudem muss die Anwendung entweder in einem Docker-Container oder auf einem eigenen Webserver gehostet werden.

Unter Windows könnte man sich die Windows-Implementierung von yt-dlp von der Webseite herunterladen. Es ist ein Befehlszeilenprogramm, welches in der Eingabeaufforderung läuft. Man könnte sich sehr schnell einen eigenen Wrapper schreiben, der beispielsweise den Windows Befehlszeilenbefehl yt-dlp mit den gewünschten Optionen und den URLs aufruft.

Natürlich ist das Copyright beim Download von Videos aus dem Internet zu beachten und der Entwickler der Software beschränkt diese auf "Personal use".

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17 Kommentare zu Open Source-Projekt ReClip soll Video-Downloads von Plattformen ermöglichen

  1. Anonym sagt:

    Generell tolle Idee, aber nur für Spiel-Systeme interessant.

    apt update && apt install -y git curl ca-certificates ffmpeg python3 python3-venv python3-pip && \
    python3 -m pip install –break-system-packages -U yt-dlp && \

    pip und –break-system-packages sind für mich auf einem Produktivsystem definitiv Ausschlußkriterien. Es ist ja letztlich nur ein albernes Frontend für ffmpeg und yt-dlp, dafür würde eine mickrige html-webseite für Apache/nginx völlig ausreichen.

    • Bolko sagt:

      In der Installationsanleitung von yt-dlp steht gar nichts von
      "–break-system-packages".

      Wenn man runterscrollt bis "Third-party package managers", dann braucht man auch kein pip, sondern man kann den ganz normalen Paketmanager von Linux benutzen.

      *ttps://github.com/yt-dlp/yt-dlp/wiki/Installation

      Wo hast du deine Befehlssequenz her?

    • Bastian sagt:

      Noch nie was von nem "venv" gehört?

  2. Franz sagt:

    Hab schon seit jahren so einen dienst als docker container laufen. Wüsste nicht was der hier besser machen soll.
    Hier ein beispiel:
    https://github.com/Tzahi12345/YoutubeDL-Material

  3. noway sagt:

    ytDownloader, lokal auf dem Rechner installiert, macht hier seit Jahren einen guten Job. Nutzt meines Wissens auch yt-dlp. Ist aber Linux!

  4. DBProgger sagt:

    VideoDownloadhelper als Browser-Plugin oder JDownloader 2 machen das schon über Jahre,
    haben eine umfangreiche Community und werden regelmäßig mit Updates versorgt.

  5. Steter Tropfen sagt:

    Das einzige, was mir da neu vorkommt, ist die Funktion „Massendownloads" – wobei das wirklich massenhafte Herunterladen allerdings ein nachvollziehbarer Grund wäre, dass die Betreiber der Seiten gegen solche Tools vorgehen.
    Ansonsten sind Programme, die auf yt-dlp basieren, doch seit Jahren bekannt. Sei es Clipgrab oder andere, die oft „Youtube" und/oder „Download" im Namen tragen. Sogar in der Anwendungsverwaltung von Mint wird man gleich mehrfach fündig.

    Es ist eben eine Gratwanderung: Sobald zu viele Nutzer sich die Clips durch die Hintertür beschaffen, ergreifen Youtube & Co. Gegenmaßnahmen. Google hat mit Chrome alle entsprechenden AddOns aus seiner Machtsphäre verbannt. Der Link zum Clip wird immer tiefer im Seitenquelltext versteckt, so dass yt-dlp ihn erstmal nicht mehr findet. Längst werden die Streams für Audio und Video getrennt geliefert und müssen vom Tool erst wieder zusammengemuxt werden – wenn das nicht präzise klappt, läuft der Ton asynchron oder nach einer gewissen Spielzeit bricht die Tonwiedergabe zusammen. – Ohne ständige Updates sind solche Hilfsmittel rasch abgenutzt. Das ewige Katz-und-Maus-Spiel, bis dem Macher eines solchen Tools irgendwann die Luft ausgeht.

  6. Matze sagt:

    Wo steht denn dass man von Netflix, Amazon, Disney+ und Konsorten frei herunterladen kann?
    Apropos: Die wirklich 'guten' (aka 'bösen') Downloader sind nicht in den Staaten sondern in China angesiedelt.
    Und wer von Youtube etc. runterladen will, nimmt den JDownloader (nutzt im Hintergrund auch den yt-dlp)

  7. Matze sagt:

    >ergreifen Youtube & Co. Gegenmaßnahmen.
    Macht ja Youtube fast täglich, deshalb gibt es auch (fast) täglich Updates von yt-dlp.
    Guckst Du hier: *ttps://board.jdownloader.org/showthread.php?t=48894&page=207 (bis zu Ende blättern)
    @Günni: wenn Link nicht gewünscht: rausschmeißen.

    Ja, dass übliche Katz- und Maus-Spiel.
    Ich sehe in ReClip keinen (Komfort-) Vorteil.

  8. Red++ sagt:

    Vielleicht bin ja nicht ganz auf dem Laufenden da ich Youtube Boykottiere, gibt es da irgendwas von Interesse, was man sich ansehen sollte oder müsste?
    Das ist doch alles nur noch großer Schwachsinn, jeder der seine Videos nach Youtube hochlädt, spielt denen doch nur noch mehr Geld in die Kasse, weil sie auf alles Werbung draufklatschen wie blöde.

    • Luzifer sagt:

      naja 80% Müll, aber die andern 20% sind durchaus zu gebrauchen nur muss man die halt auch finden ;-p also verpassen tust du nichts wirklich.

      • Red++ sagt:

        Die 20 % wird es dann auch woanders umsonst geben da brauche ich nicht auf yt zu suchen.

        Und Download Tools gibts auch wie Sand am Meer, der Downloadhelper ist zwar nicht der schönste aber nicht verkehrt und funzt bei mir unter Windows genauso gut wie unter Linux.

  9. Grimeton sagt:

    Gibt tonnen solcher Tools. Unter Android empfehle ich z.B. Seal ( https://github.com/JunkFood02/Seal | https://f-droid.org/de/packages/com.junkfood.seal/ ).

    Ansonsten kann ich nur das direkte Nutzen von ffmpeg und yt-dlp empfehlen. Ganz ohne Oberfläche. Geht schneller, ist bequemer und man hat die ganze Macht der Tools.

  10. Mingus sagt:

    Gibt für yt-dlp auch andere Frontends, wie z.B. MeTube:

    https://github.com/alexta69/metube

    Benutze ich seit geraumer Zeit als Dockercontainer, funktioniert gut.

  11. Froschkönig sagt:

    Es gibt jede Menge Tools, die das können, vielleicht nicht von allen Plattformen, aber die wichtigsten. Ein zentraler Download-Server kann einfach gesperrt werden, und irgendjemand müsste ja den Durchsatz und die Bandbreite von tauesenden Benutzern zahlen, Umsonst kann das nicht lange funktionieren.

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