Github-Desaster am 23.4.2026 – wer hat es kaputt gemacht?

Stop - PixabayIch komme zu einem der Lieblingsthemen, wenn es ums Ranten geht: Microsoft kauft irgend etwas auf, und verschlimmbessert das so lange, bis es definitiv kaputt ist. Scheint auch bei GitHub zu klappen, wenn meine Beobachtung stimmt. Die Ausfälle häufen sich, das GitHub-Team ist gefrustet und Microslop dengelt Copilot oben drauf. Am 23. April 2026 hat dann der "Fluch der bösen Tat" zugeschlagen und GitHub-Repositories nach dem Zufallsprinzip zerschossen.

GitHub hier im Blog

Ich nutze kein GitHub, bin also nicht über jeden Schluckauf der Plattform informiert. Aber ich bekomme schon mit, wenn was schief läuft. Seit der Übernahme von GitHub durch Microsoft im Jahr 2018 (siehe Microsofts GitHub-Deal: EU-Entscheidung am 19.10.2018) taucht die Plattform – meist durch Probleme – hier in Blog-Beiträgen auf (siehe Links am Artikelende). Und Microsofts Copilot-Spirenzchen lassen sich auch in Beiträgen verarbeiten.

Ein merkwürdiger Tweet wirft seinen Schatten

Es war der nachfolgende Tweet von Tom Warren, der mich neugierig werden ließ, was nun schon wieder auf GitHub los ist.

GitHub Probleme

Im verlinkten The Verge-Kurzbeitrag schreibt Warren zum 24. April 2026, dass GitHub gerade einen massiven Ausfall hatte. Er ergänzt: GitHub nutzt eine Warteschlange für Entwickler, wenn viele Personen an einem einzigen Projekt arbeiten. Diese soll verhindern, dass Änderungen miteinander kollidieren und Entwickler Fehler verursachen. Doch gestern (war der 23. April) versagte diese Warteschlange aufgrund eines Fehlers auf katastrophale Weise. Zuvor zusammengeführte Commits (Code-Snapshots) wurden willkürlich rückgängig gemacht. Warren ergänzte: "GitHub hatte gestern auch weitere Ausfälle – genau an dem Tag, an dem ich über die Bedenken der Mitarbeiter hinsichtlich der Zuverlässigkeit und der Führung bei GitHub berichtet habe."

Das machte ich neugierig – im Textausriss des Tweets zitiert ein GitHub-Mitarbeiter, dass GitHub nicht mehr GitHub sei, sondern dass Microsoft drin stecke. Und das Unternehmen kollabiere derzeit, die Reputation der Plattform ginge den Bach runter. Weiterhin gebe es einen Exodus der Führungskräfte. Hört sich nicht so gut an – und mir fiel mein Blog-Beitrag Software Feedom Conservacy fordert Open Source-Entwickler zum Exit bei GitHub auf ein.

Der GitHub-Commit-Vorfall am 23. April 2026

Auf GitHub gibt es den Incident with Pull Requests-Beitrag. Dort heißt es: "Wir haben einen Regressionsfehler behoben, der bei der Verwendung der Merge-Warteschlange in Verbindung mit Squash-Merges oder Rebases auftrat. Wenn Sie die Merge-Warteschlange in dieser Konfiguration verwendet haben, wurden einige Pull-Anfragen zwischen dem 23.04.2026, 16:05 Uhr und 20:43 Uhr (UTC) möglicherweise nicht korrekt zusammengeführt. "

Sprich: Wer ein GitHub-Repository nutzt und Pull-Anfragen am 23.04.2026 zwischen 6:05 Uhr und 20:43 Uhr (UTC), dem wurde das Repository wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit zerwürfelt. Auf dieser Seite wird das diskutiert – einige Teams hat es erwischt und die bauen mühsam einen stimmigen Stand auf.

Müssen wir den Copilot ran lassen, um das zu fixen? Oder wird es Zeit, GitHub zu verlassen, bevor das ganz kollabiert? Wie sehen das GitHub-Nutzer – alles nicht so wild, oder Götterdämmerung?

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4 Kommentare zu Github-Desaster am 23.4.2026 – wer hat es kaputt gemacht?

  1. Tomas Jakobs sagt:

    "Diese soll verhindern, dass Änderungen miteinander kollidieren"

    WTF? Wozu benutzt man nochmals Git?

    Ich bin froh seit vielen Jahren bei Codeberg zu sein. Dort gibt es auch ab und an Aussetzer. Aber nicht von der Qualität wie bei GitHub. Und man muss immer bedenken, dass da Freiwillige und ein kleiner Verein viel und gute Arbeit leisten, kein Mrd-schwerer BigTech Konzern.

  2. Anonym sagt:

    Hachja, Microsoft…

    egal, was sie aufkaufen und/oder übernehmen: Ihr Leitsatz ist es, dieses Produkt zur Gänze zu vernichten.

    Bei den Spielen haben sie mit X-Box mittlerweile einen Kahlschlag losgetreten, vorher mit den Microsoft Game Studios und bekannten Spiele-Titeln…

    … dann kauften sie sich bei RedHat ein (RedHat, Fedora, CentOS)…, seither sind diese Distris bei mir gestrichen, weil ich genau weiß, was noch kommen wird. :-D

    Und Github… das war den Entwicklern, die *nicht* auf den Kopf gefallen sind, schon damals klar. Zum Glück gibt es ja noch andere Repos. Wer aus Bequemlichkeit nicht gewechselt hat, hat es auch nicht anders verdient.

    Was Microsoft übernimmt, wird mit Ansage zerstört. War damals bei Auto-Route nicht anders.

    Und wenn man ganz böse ist: Die Verstrickungen von Microsoft aka Bill Gates mit den Epstein-Files, mit einem Mann, der keine Ahnung von Impfstoffen hat, man ihm aber minutenlang eine Bühne in Medien gewährt, dazu die Gängelungen und Knebelungen in der Politik mit Verträgen zu Produkten und eingebauten Hintertüren, ermöglichten Zwangsabschaltungen von Anwendungen (Code-Abschnitt seit 2015 in Windows 10 bekannt).

    Sorry, aber die Nutzer haben es schlichtweg nicht anders verdient. :-D

  3. Gustav sagt:

    @Anonym (16:26):
    "dann kauften sie sich bei RedHat ein"

    Nein, das war IBM.

    Ich bin auch kein Fan von Microsoft, aber die Kritik sollte schon auch wahr sein. Und Antivaxx-Stimmungsmache eventuell vermeiden.

    "Die Verstrickungen von Microsoft aka Bill Gates mit den Epstein-Files, mit einem Mann, der keine Ahnung von Impfstoffen hat, man ihm aber minutenlang eine Bühne in Medien gewährt"
    1. Bill Gates ist schon lang nicht mehr Microsoft.
    2. Was soll "Verstrickung … mit den Epstein-Files" bedeuten? Gates kann in Epsteins Verbrechen verstrickt sein oder nicht, und bisher ist ihm da nichts nachgewiesen worden, und es gibt auch keine glaubwürdigen Hinweise auf Verstrickungen in Verbrechen. Bisher eher Hinweise auf einen Mangel an Urteilsvermögen, mit wem er sich abgibt.
    3. Gates muss keine große Ahnung von Impfstoffen haben, solange er Experten hat, die sich damit auskennen. Die Tatsache, dass er viel von seinem Vermögen einsetzt für bessere Gesundheit in ärmeren Ländern macht ihn schon fast sympathisch. Außer, man will jetzt gegen Impfungen ganz allgemein polemisieren, dann sollte man das sagen. Dann bin ich aber draußen aus der Diskussion. Über Verschwörungen lese ich lieber in einem Thriller ;-)
    4. Dass Milliardäre – schon gar solche, die hohe Summen für gute Zwecke spenden – in unserer Gesellschaft eine Bühne haben, ist jetzt nicht sehr überraschend.

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