Microsoft sagt, dass der Defender als Virusschutz ausreicht

WindowsWenn es um das Thema Virenschutz und Absicherung von Windows geht, wird die Luft für Antivirus-Lösungen von Drittanbietern dünner. Microsoft sagt, dass der mit Windows mitgelieferte Microsoft Defender als Sicherheitslösung zum Schutz vor Viren und Schadsoftware eigentlich ausreicht.

Ich selbst setze eigentlich seit den Tagen von Windows 7 auf den Microsoft Defender als Virenschutzlösung für Windows. Es gab für meine Umgebung keine Notwendigkeit, eine weitere Sicherheitslösung beizuziehen. Daher ist das Thema etwas an mir vorbei gegangen – kam mir aber die Tage über nachfolgenden Tweet unter die Augen.

Defender als Schutzlösung für Windows reicht

PC World hat aufgegriffen, was Microsoft bereits zum 9. April 2026 in einem Blog-Beitrag Best antivirus software for 2026: The built-in Windows protection you need erläutert hat.

Der Defender bietet bereits alles

In diesem Beitrag weist Microsoft darauf hin, dass das derzeit aktiv in der Entwicklung befindliche Client-Betriebssystem Windows 11 bereits ab Werk mit dem Microsoft Defender als Sicherheitslösung ausgestattet sei. Microsoft erläutert, dass der Defender folgende Schutzfunktionen bereitstellt.

Microsoft Defender Antivirus

Microsoft Defender Antivirus bietet bereits einen primären Malware-Schutz in Windows 11 und das in Echtzeit. Die Antiviren-Engine scannt Dateien beim Öffnen oder Ausführen, überwacht laufende Prozesse auf verdächtiges Verhalten und nutzt aus der Cloud bereitgestellte Informationen, um neu auftretende Bedrohungen zu erkennen.

Microsoft Defender Antivirus läuft kontinuierlich als Teil von Windows und erhält Updates über Windows Update. Updates der Sicherheitsinformationen und Verbesserungen der Erkennung erfolgen automatisch, ohne dass eine separate Konfiguration oder Wartung erforderlich ist. Durch diese Integration bleibt der Virenschutz stets auf dem neuesten Stand der Systemupdates und Plattformänderungen. Nutzer sollten lediglich sicherstellen, dass der Echtzeitschutz und der Cloud-basierte Schutz aktiviert ist.

Microsoft Defender SmartScreen

Der Microsoft Defender SmartScreen hilft Anwendern dabei, Risiken einzuschätzen, bevor diese etwas öffnen. Wenn eine Website besucht, eine Datei herunterladen oder eine App gestartet wird, überprüft SmartScreen deren Reputation anhand der Häufigkeit, mit der sie aufgerufen wird, und der Art ihrer Nutzung. Bei gefährlichen oder unbekannten Inhalten erscheint eine Warnung mit einer klaren Erklärung und der Auswahl, den Vorgang abzubrechen oder fortzusetzen. Nutzer werden also vor riskanten oder unbedarften Operationen gewarnt.

Smart App Control als Problem

Erwähnt wird auch die umstrittene Funktion "Smart App Control", die nicht vertrauenswürdige Apps blockiert, bevor sie ausgeführt werden. Wird Software heruntergeladen, prüft Windows, ob die App signiert, vertrauenswürdig und bekannt ist. Apps, die diese Prüfungen nicht bestehen, werden gestoppt, bevor sie ausgeführt werden können.

Im Januar 2026 hatte ich im Beitrag Windows 11 25H2: Feature "Smart App Control" macht Probleme aber über die einhergehenden Probleme berichtet. Inzwischen hat Microsoft die Funktion aber sowie nachgebessert, dass sich diese ab- und wieder einschalten lassen soll.

Schutzmaßnahmen gegen Ransomware

Weiterhin erinnert Microsoft an die Windows eingebauten Schutzmaßnahmen gegen Ransomware. Der kontrollierte Ordnerzugriff (Tamper Protection) soll persönliche Dateien vor unbefugten Änderungen schützt. Diese Funktion verhindert, dass nicht vertrauenswürdige Anwendungen Dateien ändern, die an Speicherorten wie den Ordnern "Dokumente", "Desktop" und "OneDrive" abgelegt sind.

Dieser Schutz begrenzt den Schaden, den Ransomware anrichten kann, heißt es bei Microsoft. Selbst wenn ein bösartiger Prozess gestartet wird, schlagen Versuche, Dateien zu verschlüsseln oder zu löschen, fehl, da keine Schreibberechtigung für geschützte Ordner vorliegt.

Braucht es noch einen weiteren Virenschutz?

Im Blog-Beitrag gibt Microsoft eine Reihe Hinweise, was Nutzer prüfen können, um mit dem Microsoft Defender bestmöglich geschützt zu sein. Abschließend zieht Microsoft das Fazit, dass für viele Windows 11-Nutzer der Microsoft Defender Antivirus alltägliche Risiken abdeckt, ohne dass zusätzliche Software erforderlich ist.

Die Entscheidung, ein Antivirenprogramm eines Drittanbieters hinzuzufügen, hänge aber davon ab, wie Anwender den Rechner nutzen und welche Funktionen ihnen wichtig sind. Der Standard Windows-Virenschutz ist in der Regel ausreichend, wenn Windows 11 mit aktivierten Standardschutzfunktionen läuft, Updates regelmäßig installiert werden und Software-Downloads bewusst erfolgen.

Zusätzliche Sicherheitssoftware sollen Nutzer in Betracht ziehen, wenn sie mehrere Geräte verwalten, Geräte mit Familienmitgliedern teilen oder Dienste wie Identitätsüberwachung oder Kindersicherung nutzen möchten. Microsoft warnt, dass jedes hinzugefügte Sicherheitstool die Hintergrundaktivität und Komplexität erhöht. Man solle also nur die Tools wählen, die den tatsächlichen Anforderungen entsprechen.

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20 Kommentare zu Microsoft sagt, dass der Defender als Virusschutz ausreicht

  1. Daniel A. sagt:

    Ganz unrecht haben sie mit der Aussage nicht, Sicherheitssoftware läuft ja in der Regel mit SYSTEM Rechten, also dem höchsten was geht. Das kann unter Umständen das System sogar unsicherer oder auch unbenutzbar machen, wenn in der eingesetzten Software Fehler drin sind. CrowdStrike hat das ja recht eindrucksvoll gezeigt.
    Unter normalen Bedingungen reicht der Defender, speziell für Privat gibt es meiner Meinung nach wenig Gründe, was anderes einzusetzen.
    In Firmen muss halt geschaut werden, ob die Anforderungen damit erfüllt werden können oder ob was zusätzliches her muss.

  2. Sebastian Bauer sagt:

    Da würde ich mal weit Abstand von nehmen. In der Kaufversion taugt das Ding was aber in der Freeversion nicht.

  3. Luzifer sagt:

    Stimmt schon, der Defender bringt alles mit, was man da braucht. Was er nicht mitbringt, ist eine granulare Orchestrierung des Ganzen, und seine False Positives sind auch jenseits von Gut und Böse. Er vergleicht nämlich bei unbekannten Daten lediglich, ob er die Hashes schon kennt oder ob sie signiert sind, und prüft diese nicht auf Malware oder schädliches Verhalten. Dazu muss man erst eine Überprüfung anstoßen.

    Passiert mir jedes Mal bei selbst Geproggtem… Wird in die Quarantäne geschoben mit der Begründung: unbekannt und potenziell gefährlich! Klar ist das unbekannt, da das lediglich für den Eigenbedarf ist! Würde er das prüfen, würde er sofort merken, dass das harmlos ist.

    Also doch eine externe Security-Lösung. Ich brauche einen Scanner, der auch wirklich prüft und keine Pseudolösung, die mehr False Positives erzeugt und die ich fein granular abstimmen kann. Bietet der Defender nicht!
    ESET bietet mir das ohne False Positives… der prüft nämlich Unbekanntes, anstatt nur Hashes abzugleichen.

    Defender ist besser als nichts, mehr aber auch nicht!

    • Martin B sagt:

      Eset mit Network Inspection, HTTPS Scanning etc. PP: Windows Bremse und unerwartetes Aufbrechen der HTTPS Verbindungen sind ein nogo. Erfahrungsgemäß wird das Zeug genau so auf die Systeme geklatscht, nach dem Motto: alles Haken auf Grün und mal gucken, was passiert.

      • Luzifer sagt:

        Ich sprach von fein granular abstimmen ;-P also nix mit einfach draufklatschen… und Windows Bremse? Da spürst kein Unterschied zum Defender! Das hattest beim Norton oder Mc Affee. Man muss sich halt schon mal mit den Einstellungen auseinandersetzen.
        Fällt natürlich beim Defender flach da es da gar nicht möglich ist… bzw musst dann wieder über Dritthersteller Zusatztools, sehr sinnvoll, not!

  4. Martin B sagt:

    Tamper Protection ist der Manipulationsschutz, Du meinst die Ransomware Protection. Ja, Defender reicht, ich rate den Kunden stets von aufgeblasenen 360 Grad Lösungen ab: kaum einer versteht, was all die völlig aufgedonnerten Rundum-Sorglos Lösungen anstellen. Weder die Dienstleister, noch die Kunden. Hybridkunden mit passenden Plänen haben dann eine Lösung aus einem Guss und der Frickelkram der 3rd Party Anbieter bleibt vor allem den Servern fern.

  5. Peter sagt:

    Ich finde den Defender in einer Unternehmensumgebung absolut unbrauchbar von der administrativen Seite. Mehrere Konsolen sind notwendig bis man alles mal eingestellt und Policies aufgesetzt hat. Auch das On-/Offboarding von Clients ist zeitaufwendig. Bei einem Fund dann die Navigation in den super langsamen MS Konsolen das nächste Thema. Auch scant er nicht zufriedenstellend, so hatten wir öfters den Fall, dass EXE Downloads nicht geprüft oder aber nicht als Malware erkannt wurden. Wir haben ihn mittlerweile gegen eine andere Lösung ersetzt.

  6. Christian Krause sagt:

    Für den Defender ist mittlerweile ein Microsoft 365 Abo erforderlich, es handelt sich nicht um das damals kostenfreie Programm.

    Der damalige kostenfreie Defender hat einen Namenswechsel erfahren und heißt nun "Windows Sicherheit" (Windows Security). Das ist der zweite Namenswechsel dieses Tools, ursprünglich hieß es unter Windows 7 noch Microsoft Security Essentials.

    Microsoft selbst schmeißt die Begriffe im Artikel synonym durcheinander. Einmal mit Profis arbeiten.

  7. Michael sagt:

    Microsoft hat die letzten Jahre nichts aber auch einfach garnichts im Griff. Die Firma wird einfach immer nur noch schlechter. Der Gedanke sich in so einem kritischen Bereich auf eine Microsoft Lösung zu setzen, kommt mir nicht eine Sekunde.

  8. Nordnavigator sagt:

    Für Privatkunden empfehle ich i. d. R. ebenfalls keinen separaten Virenschutz mehr. Das liegt zum Einen an den Windows-eigenen Fähigkeiten, aber auch daran, dass so gut wie alle Dritthersteller sich inzwischen halbseiden anfühlen. Mit gigantisch aufgeblähten Produkten, marktschreierischen Warnmeldungen, PC-"optimierungs"-Funktionen und ähnlichem Ballast.

    Im Unternhehmensumfeld spielen aber auch andere Dinge eine Rolle, wie zentrale Verwaltbarkeit etc. Im Sinne der Vermeidung von Monokulturen setze ich dort auf nicht-MS-Produkte. Zum Glück gibt es Anbieter wie Securepoint, die schlanke und wenig invasive Pakete im Portfolio haben. Viele Anbieter, die früher mal Quasi-Standard waren (Norton, Avira, AVG/Avast…), sind heute unbenutzbar (s. o.) und gefühlt selbst nah dran am Malware-Status.

    Die Aussage "…Warnung mit einer klaren Erklärung und der Auswahl, den Vorgang abzubrechen oder fortzusetzen" im Bezug auf Smartscreen kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen. Da werden unbekannte Tools mal eben als "böse" geflagt, und ein unbedarfter Anwender muss sich erst durch verschachteltes "ja", "ja wirklich", "doch, doch, ich meine das ernst" klicken, ehe er ein harmloses Programm herunterladen darf. Ich denke, das ist eher ein Versuch, alle User zum Microsoft-Store zu drängeln.

    • Steter Tropfen sagt:

      Die gigantisch aufgeblähten Produkte sind eine Folge der MS-Konkurrenz. Wenn MS behauptet, sein Wächter sei völlig ausreichend, meint natürliche jeder Anbieter, er müsse sich zusätzliche Gimmicks ausdenken, um noch interessant zu sein. – Dabei wäre schon „ist nicht von Microsoft" ein Argument, das ein Produkt für viele Anwender attraktiv machen könnte.
      Bei mir fiel der Defender schon deswegen durch, weil er dem MS-Trend „der Nutzer soll nichts mehr anpassen" folgte und kaum Optionen bot. Wie alles von Microsoft führt er ein unkontrollierbares Eigenleben (in meinem Fall eliminierte er still und heimlich umfangreiche Setup-Ordner vom Desktop). Aber wie so oft: Statt dass sich die Konkurrenz bewusst als Alternative profiliert, versucht sie die Auswüchse nachzuahmen.

  9. Peter sagt:

    Trau, schau wem…

    Wenn Microsoft nun offiziell alle Viren erkennt und keine andere Lösung mehr erforderlich ist, werde ich hellhörig.

    Es gibt Anbieter, die Virenschutz, ganz ohne Backdoor anbieten. Insbesondere
    Privat sollte m. E. darauf geachtet werden.

    Es würde mich nicht wundern, wenn Microsoft eines Tages im Hyper-V "fremde OS-Systeme" abwertet.

  10. MaxM sagt:

    Etwas off-topic: Für Exchange Online gibt es die Lizenzvarianten "Defender for Office 365 Plan 1" und "Plan 2". Plan 1 ist zum Beispiel in den in Unternehmen gängigen MS 365 E3-Lizenzen enthalten.

    Hier ergibt sich eine vergleichbare Diskussion:

    Ist Plan 1 ausreichend für ein "gutes" Schutzniveau bei Emails? Laut Microsoft: Ja
    Laut Kunde im täglichen Einsatz ??

    Oder sollte man zusätzlich/stattdessen ein Email Security Gateway vor Exchange-Online einsetzen?

    Dass diese Frage von Kunden mit "Ja" beantwortet wird, zeigt sich daran, dass es genügend Anbieter gibt, die dafür eingesetzt werden: NoSpamProxy, Cisco Cloud Email Security, Proofpoint …

    Wie seht Ihr das? Reicht Plan 1 (Vor-/Nachteile in Eurer Erfahrung)? Oder sollte man zum besseren Schutz/Administration ein ESG einsetzen?

    • Christian Krause sagt:

      Ich halte nichts von AV in Security Gateways, weil sie zeitlich sehr früh scannen und daher ggü. Endpoint-Protections einen erheblichen Zeitnachteil haben: Der Virus ist im Moment des Eintreffens vermutlich noch gar nicht in der Datenbank. Am nächsten Tag, wenn die Sekretärin ihre E-Mail aufmacht für die Endpoint Protection aber schon. Also warum zweimal scannen?

      Dazu kommt: Ein guter Spamfilter ist auch ein guter Virenfilter. E-Mails, die Viren enthalten kann man i.d.R. genauso gut anhand anderer Kriterien filtern: DNSBL, Relaycountry, URI-BL Filter.
      Es sei auch noch angemerkt, dass ein Virenfilter nur Dateianhänge filtert, er filtert i.d.R. keine Links zu Viren auf Google Drive oder anderen Cloudspeichern. Auch Phishing oder Betrug filtert er nicht, und das macht Schaden in der gleichen Größenordnung.

      Warum filtert er keinen Cloudspeicher: Zum Einen, weil er nicht auf alles draufklicken darf, sonst würde er z.B. Newsletter abbestellen. Zum Anderen, weil man die schädlichen Dateien erst einige Minuten nach der Mailkampagne hinterlegen kann.
      Ich halte AV Filter im Mailbereich daher für nutzlos und ziehe Spamerkennung vor.
      Ich nutze hierzu Proxmox Mail Gateway und habe hier schon einigen Unternehmen wirklich gute Lösungen zu im Vergleich mit anderen Produkten (z.B. Hornet Security) günstigen Konditionen umgsetzt.

      P.S.: Ich höre immer wieder sowas wie: "Aber unser AV hat durchaus einige E-Mails ausgefiltert." Der AV hängt prinzipienbedingt vor dem Spamfilter, weil er zwingend vor der Whitelist sitzen muss, während der Spamfilter zwingend hinter der Whitelist sitzt.
      Natürlich hat der dann auch Treffer, wenn man ihn einschaltet.
      Meistens wäre die E-Mail aber auch einfach im normalen Spamfilter hängen geblieben; und wenn es um eine Whitelist Mail gegangen wäre: Dann hätte die Endpoint Protection zugeschlagen.

      • MaxM sagt:

        Ich kann Deine Argumente gut nachvollziehen – kein Widerspruch von mir.

        Meine Frage: "Braucht es ein Mail Security Gateway?" beantwortest Du mit "Ja", indem Du auf Deine Erfahrungen "Proxmox Mail Gateway" oder "Hornet Security" verweist.

        Kannst Du bitte ausführen, warum Du Proxmox Mail Gateway für eine "gute Lösung" erachtest? Was macht diese Lösung qualitativ/administrativ besser als der in Exchange Online eingebaute Defender for Office 365-Schutz?

        • Christian Krause sagt:

          ich nutze keine Microsoft Produkte im Mail Umfeld und kann das daher im Vergleich nicht bewerten.
          Proxmox Mail Gateway ist günstig und frei konfigurierbar (eigene, individuell zugeschnittene Filter können angelegt werden, das ist bei manchen kommerziellen Produkten nicht selbstverständlich) und ist daher für mich ein gutes Produkt.
          Es ist aber mitunter kein Selbstläufer, man muss Zeit investieren, die dem gesparten Geld in gewissen Maße entgegen steht.

          • MaxM sagt:

            @Christian Krause: Ach so – ich dachte, Du hast Erfahrung mit MS Echange Online. Dann ist natürlich ein Vergleich schwierig ;-)

            @alle: Gibt es Administratoren mit Erfahrungen in ExO Defender UND E-mail Security Gateways (egal welcher Couleur)?

  11. Gänseblümchen sagt:

    Ich bin noch zu Windows XP Zeiten auf Defender "umgestiegen", nachdem ich bemerkt habe, dass der bis dahin bevorzugt benutzte Kaspersky meine privaten PCs sehr stark ausgebremst haben. Mit dem Defender und Hirn 2.0 ist man schon ziemlich gut bedient.

    Was mich ärgert, ist dass wenn man einen neuen PC bekommt, oder z.B. mal das Mainboard austauscht, dass einem dann die mitgelieferte Software (die man – in der Tehorie – teils braucht, z.B. um BIOS-Updates einzuspielen) einem dann klammheimlich eine eine Zeit lang kostenlos laufende andere Antivirus-Software unterjubelt. So kürzlich geschehen, musste wegen Defekt kürzlich ein ASUS B550 AM4 Board ausbauen und habe ein ähnliches Board von MSI (auch B550 AM4 DDR4) eingebaut, und dann spülte mir dessen automatischer Installer, der nach dem ersten PC-Start hoch kam, Norton 360 klammheimlich auf die Platte. Und enttäuschenderweise war nicht mal ein Tool für BIOS-Updates dabei. Wollte dann die ganze Bloatware von MSI wieder loswerden, weil da eigentlich nichts dabei ist, was ich brauchen kann, Norton 360 ist nach Hängen und Würgen wieder weg, aber wenn man den ganzen anderen Plunder deinstalliert, dann meldet sich bei jedem Neustart – vermutlich aus dem UEFI gesteuert – wieder der MSI Installier und will einem den ganzen Kram wieder auf die Platte spülen. Ich hab das dann minimalerweise gemacht, und dann den Autostart von dem Plunder deaktiviert, seit dem ist Ruhe. ASUS war hier übrigens noch schlimmer, auch dort wurde einem unnützer Kram installiert, dafür Trellix-AV (ex McAfee), auch kein BIOS-Update-Tool, aber sogar ein Systemtreiber, der schon mit Windows 11 24H2 nicht kompatibel ist, und wo man richtig Mühe investieren muss, um den Kram wieder raus zu bekommen. Hab jetzt gesehen, was ASUS und MSI für Systemsoftware mitliefern, und muss sagen, nur noch RGB-Blinkyblinky, im Gegensatz zu früher ist das wirklich schwach, enttäuschend dass die nicht mal mehr in der Lage sind, BIOS-Update-Tools anzubieten. Jeder Mitleser hier weiß, wie wichtig das heutzutage ist, aber inzwischen erfordern BIOS-Updates richtige Klimmzüge, File aus dem Web herunterladen, auf USB-Stick auspacken und dann im BIOS-Setup das Update vom Stick anstoßen, das kanns nun echt nicht sein. Das macht doch keiner, zumal es nicht mal (aus der mitgelieferten Software) eine Information gibt, dass ein neues BIOS zur Verfügung steht. Bei einem inzwischen 10 Jahre alten Asrock-Board wurde das BIOS noch im BIOS-Setup selbst heruntergeladen, und geflasht, nicht mal das können MSI und ASUS noch. Wirklich armseelig.

    Zurück zum Artikel, letzter Absatz. Der erstaunt mich sehr, Microsoft verweist für Familien-Steuerung und Verwaltung von Antivirus auf Fremdsoftware? Bitte? Zumindestens im Heimbereich geht das doch mit Windows, Microsoft-Konto und Defender out of the box! Sobald man mehrere PCs und Benutzer im Familien-Konto drin hat, und man die Defender-App installiert hat, kann man darin auch den Defender-Status und evtl. vorgekommene AV-Zwischenfälle auf allen beteiligten PCs doch sehen und sogar zentral über alle PCs hinweg aus der Defender-App-Konsole steuern, z.B. Files in Quarantäne, usw. Auch die Verwaltung von Kinderaccounts in Windows und XBox klappt doch prima, da braucht man wirklich keine Drittsoftware! Man muss sich nur auf das Abenteuer Microsoft-Account einlassen, das dürfte hier für die Bornsche Fangemeinde das größte Hindernis sein.

  12. Tomas Jakobs sagt:

    Ab wann nennt man das Geschäftsmodell von Microsoft "Double Extorsion" – also das was Ransomware genau macht – wenn zwei mal die Hand aufgehalten wird. Einmal für ein unbrauchbares, über die Jahre immer mehr kaputt gemachtes System und einmal für die "Sicherheit", die man im Grunde erst durch das "kaputtmachen" benötigt.

    Ein vernünftiges System braucht keinen Defender, Virenschutz oder sonstigen Schlangenöl, das by the way in den letzten Jahrzehnten keine einzige Ransomware-, Wiper- oder Virenwelle effektiv aufhalten konnte.

    Daher praktiziere ich seit Jahren so: Für die Compliance reicht der Defender in jedem Windows aus. Wer seine Systeme wirklich sicher betreiben will, setzt sein AD mitsamt Servern und Clients offline und etabliert SRP und AppLocker damit keine nicht zugelassen Software ins System kommt. Die Zugänge über Mail-Gateways und Proxies werden genaustens überwacht.

  13. R.S. sagt:

    Bei den Updates für den Defender gibt es eine Falle:
    In Unternehmen, die WSUS einsetzen und Dual-Scan deaktiviert haben, laufen auch die Defender-Updates über den WSUS!

    D.H., man muss im WSUS bei "Produkte und Klassifizierungen" den Defender anhaken, sonst bekommen die Rechner keine Defender-Updates.
    Und idealerweise eine Regel für automatische Genehmigungen anlegen, die die Defender-Updates automatisch genehmigt.

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