Samsung erzwingt AI-Training mit Daten von Health-App-Nutzern

Stop - PixabayKeine Ahnung, wie popular die Samsung Health-App bei der Leserschaft ist. Es ist eine Entwicklung, die Nutzerinnen und Nutzern der Samsung Health-App möglicherweise nicht gefallen dürfte. Der koreanische Konzern zwingt die Nutzer dieser App, ihre Daten für KI-Training bereitzustellen. Das betrifft halt alle Leute, die die Samsung Health App verwenden, um Fitness- und Gesundheitsdaten (z.B. auch von Fitness-Tracker, Smartwaches oder ähnlichen Geräten)  zu verarbeiten. Das geht aus Meldungen hervor, die mir auf X untergekommen sind.


Die Samsung Health-App

Samsung Health ist eine Gesundheits- und Fitness-App, die von Samsung Electronics entwickelt wird. Die App steht für Android, aber auch OS, Tizen und Wear OS zur Verfügung.

Samsung Health-App

Mit der App können Fitness- und Gesundheitsdaten verfolgt werden, indem sie Schritte zählt und Schlaf, Gewicht, Ernährung, Stress sowie andere Aspekte des Lebensstils erfasst.

Ein Post auf X

Folgendem Tweet auf X entnehme ich, dass Samsung den App-Nutzern die "Pistole auf die Brust setzt" und diese zwingt, die von der Health-App gespeicherten Daten zum AI-Training bereitzustellen. Die App-Nutzer sehen einen neuen Einwilligungshinweis:

Consent to the use of health data for AI training and modelling

in dem nach der Einwilligung zur Verwendung von Gesundheitsdaten für das Training und die Modellierung von KI gefragt wird.

Samsung Health-App AI-Consent

Dies umfasst Daten zu Aktivitäten, Gesundheitsakten, Medikamenteneinnahme und zum Menstruationszyklus.

Samsung Health AI-Consent

Die Option zur Zustimmung scheint über den Schalter bereits gesetzt zu sein. Natürlich kann der Nutzer dieser Einwilligung widersprechen. Samsung schreibt dazu aber, dass Leute, die der Einwilligung widersprechen, Grundfunktionen der Health App verlieren. Die App stellt die Synchronisierung mit dem betreffenden Samsung-Konto ein und die dort bereits gespeicherten Daten werden gelöscht, heißt es in der angezeigten Meldung.

How To Geek hatte das Thema in diesem Beitrag aufgegriffen und zeigt auch vollständigere Screenshots mit den Optionen.

Unklar, was in Europa gilt

Derzeit ist mir allerdings nicht klar, in welchen Regionen diese Zustimmung abgefragt wird. Ende Juni 2026 gab es diese Pressemeldung von Samsung, in der ein umfangreiches Update für die Samsung Health App angekündigt wurde. Dieses Update soll die kommende Galaxy Watch in einen proaktiven, intelligenten Fitness- und Wellnesspartner verwandeln. Im Juni 2026 wollte Samsung mit der Einführung des App-Updates beginnen, um die wichtigsten Gesundheitsfunktionen der kommenden Galaxy Watch vorzustellen.

Von Samsung gibt es diese AGB, die folgende Aussagen aufweist, die keinen Raum für große Interpretationen lassen, was mit den Daten passiert.

Einwilligung in die Nutzung von Fitnessdaten für KI-Training und -Modellierung Einwilligung in die Nutzung von Fitnessdaten für KI-Training und -Modellierung

Die Fitnessdaten, deren Erfassung und Verarbeitung Sie uns gestattet haben, werden für KI-Training und -Modellierung, einschließlich menschlicher Überprüfung, verwendet, um Samsung Health zu verbessern, einschließlich Algorithmen zur Analyse von Gesundheitszuständen und unserer KI-Funktionen.

Wenn Sie einem oder allen der untenstehenden Punkte zugestimmt haben, bedeutet dies, dass die entsprechenden Daten für KI-Training und -Modellierung verwendet werden:
– Fitness- und Wellnessdaten: Daten zu Körpermaßen, Ernährung, Schrittzahl und Aktivität sowie Schlaf
– Medikationsdaten: Daten im Zusammenhang mit Medikamenten, einschließlich Verschreibungen und Dosierungen
– Medizinische Berichte: medizinische und klinische Daten wie Diagnosen, Prognosen, Testergebnisse, frühere Aufzeichnungen und Behandlungen
– Daten zur Zykluserfassung: Daten im Zusammenhang mit Menstruationszyklen, einschließlich körperlicher Zustände und physiologischer Indikatoren (z. B. Puls)

Sie können Ihre Einwilligung jederzeit unter Samsung Health-Einstellungen > Datenschutz widerrufen. Wenn Sie Ihre Einwilligung widerrufen, werden wir die Verwendung Ihrer Daten für KI-Training und -Modellierung einstellen.
Bitte beachten Sie, dass Ihre Einwilligung auch für Samsung Health-Apps auf anderen Geräten, die mit demselben Samsung Account angemeldet sind (sofern das Gerät diese Funktion unterstützt), gilt.

Lesen Sie den Datenschutzhinweis von Samsung Health, um zu erfahren, wie Ihre Daten verarbeitet werden.

Unklar ist aber, wie beim Widerruf der Zustimmung oder der Verweigerung der Zustimmung verfahren wird. Dass die Daten, die für AI-Training genutzt werden, gelöscht werden, ist nachvollziehbar. Was aber genau bei einer Verweigerung passiert, ist in meine Augen derzeit unklar. In diesem Tweet hat jemand eine Optionsseite gepostet, die angeblich erscheint. Dort kann man alle Optionen bis auf den Standort abwählen und sperren. Auf reddit.com gibt es diesen Thread, wo ebenfalls unterschiedliche Aussagen von Betroffenen zu finden sind. Nutzt jemand die App und kann Details liefern, was wirklich an Optionen bereitsteht.

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Ein Kommentar zu Samsung erzwingt AI-Training mit Daten von Health-App-Nutzern

  1. Grimeton sagt:

    Ein weiteres Beispiel für die neue Plage der heutigen Informationsgesellschaften: Software gepaart mit „Always On".

    Man ändert einfach nach dem Kauf die Funktionalität des Produktes ab ohne dem Besitzer eine Wahl zu lassen geschweige denn überhaupt auch nur zu fragen.

    Egal ob der Kühlschrank plötzlich Werbung zeigt, das Auto die Daten nur noch gegen einen Obolus hergibt, das Handy keine Software von Drittanbietern mehr zulässt die nicht registriert sind oder meine Daten einfach in eine KI gegeben werden ohne das ich dem zustimme.

    Man ändert die Funktionalität und die Vertragsbedingungen ohne mir als Kunden wirklich eine Wahl zu lassen und hält das für akzeptabel.

    Kann man sich wehren? Sicher. Man kann klagen. Doch wer macht das?

    Und wer jetzt denkt wir müssen alles in der EU auf eigene Beine stellen der hat zwar recht aber muss auch zugeben das es dem Endverbraucher nichts bringen wird. Denn die Schlüssel zum Schloss werden lediglich von den US-Unternehmen zur EU/zu EU-Unternehmen weitergereicht. Oder glaubt hier irgendjemand das sich europäische Unternehmen oder der europäische Staat diese Chance entgehen lassen werden?

    Wir müssen dringend zurück zu einer Welt voller Schalter ohne Taster.

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