LG erlaubt Ads auf Smart-TVs zu deaktivieren – Teil 2

Stop - PixabayDer südkoreanische Gerätehersteller LG ist immer fett dabei, wenn es um nervige Bloatware auf Geräten geht. Werbung für McAfee, die beim Anschluss eines LG-Monitors unter Windows aufpoppte, war erst kürzlich ein Thema im Blog. Da hat LG auf Intervention Microsofts zurückgezogen. Aber auch auf Smart TV nervte penetrante Werbung die Nutzer. Jetzt ist mir die Information untergekommen, dass diese Werbung abschaltbar sei.

Das Kürzel LG steht für einen großer Elektronikkonzern aus Südkorea mit Hauptsitz in Seoul. Der Name stand früher für "Lucky Goldstar". Heute steht die Abkürzung offiziell für den Spruch "Life's Good". Das LG-Sortiment umfasst Waschmaschinen, Kühlschränke und Mikrowellen, im Bereich Computer und Technik aber auch Monitore, Klimaanlagen und technische Bauteile oder TV-Geräte. Die Smartphone-Produktion wurde eingestellt.

LG und Bloatware oder nervende Ads

Bei mir persönlich ist LG derzeit vor allem als Anbieter verhaftet, der statt "Life's Good" die Käufer seiner Geräte durch nervende Werbung quält oder obskure Funktionen in Smart TV-Apps zulässt.

Adware bei LG-Monitoren

Da gab es einerseits den Vorfall aus den USA, den ich Mitte Juli 2026 im Blog-Beitrag Adware-Installation bei LG-, Alienware- und Dell-Monitoren? aufgegriffen hatte. Einige US-Besitzer von LG-Monitoren wurden beim erstmaligen Anschließen des Geräts negativ durch eine Windows-Funktion überrascht. Das Anschließend des Monitors an einem Windows 11-Rechner reichte, um Adware zu installieren.

Dell-Alienware-Adware

LG hatte dafür gesorgt, dass Windows eine App herunter geladen und installiert hat, die bei der Installation Werbung für den Virenschutz von McAfee machte. Nach einem Sturm der Entrüstung durch die Nutzer schaltete sich Microsoft ein.

Nach Gesprächen mit LG sagte der Hersteller zu, die McAfee-App im Installer zu deaktivieren. Ich hatte im Blog-Beitrag LG-Bloatware-Installation in Windows 11 gestoppt – Teil 1 berichtet. Die Redaktion von heise hat dazu aktuell den schönen Kommentar Monitor-Bloatware: Die Katze ist aus dem Sack veröffentlicht. Denn die Verlautbarung von LG lautete: Es wurde von uns kein McAfee installiert – der Benutzer musste zustimmen.

Adware auf LG Smart TVs

Und damit sind wir beim zweiten Thema, den Smart TVs. LG Smart TVs sind wohl auch durch Adware verseucht, die über vorinstallierte Apps eingeblendet wird. Hinzu kommen noch AI Web-Scaping-Apps, die von den Benutzern installiert werden und als Proxies fungieren, um Webseiten für einen Anbieter abzuziehen. Ich hatte in den Beiträgen Popa Botnetz kapert Smart TVs für Web-Scraping und Israelische Firma Bright Data nutzt Apps in Smart-TV für KI-Web-Scraping darüber berichtet. LG-Smart TV-Geräte erlauben das und die Geräte fungieren, sofern die Apps installiert sind, als Ausgangsknoten für KI-basiertes Web-Scraping.

LG zieht die Notbremse bei Smart TVs

Im Internet bin ich die Tage auf Klagen von LG Smart TV-Besitzern gestoßen, die sich über Werbung, ausgespielt durch vorinstallierte Apps beklagen. Tom Warren hat es im unteren Teil des nachfolgendem Tweets drastisch ausgedrückt.

Adware auf LG Smart-TV

Ehrlich gesagt, scheiß auf LG, dass sie diese Benachrichtigungen beim Start ihrer Fernseher hinzufügen. Ich hatte alle Optionen für Werbeaktionen in den Systemeinstellungen deaktiviert, aber sie haben über die integrierten Apps neue hinzugefügt. Ich werde mir nie wieder etwas von LG kaufen.

Später scheint er dann doch noch einen Weg gefunden zu haben, diese nervigen Popups zu deaktivieren, denn er schrieb:

Wenn du einen LG-Fernseher hast und diese nervigen Werbeanzeigen angezeigt bekommst, kannst du sie deaktivieren, indem du zum Startbildschirm gehst und links auf die Benachrichtigungen tippst. Dann musst du die Häkchen bei "Home Hub" und den Sport-Apps entfernen, die diese Anzeigen auslösen.

Mitte Juli 2026 hatte ich in nachfolgendem Tweet zudem die Botschaft vernommen, dass LG auch die oben beschriebene Praxis, dass installierte Smart TV-Apps die Geräte in Residental Proxy-Nodes zum Web-Scaping verwandeln, sperren will.

Nerv-Apps auf LG Smart-TV

Der Schritt kam, nachdem Forscher die Proxy-SDKs in mehr als 42 % der Apps im webOS-Store von LG und in über einem Viertel der Tizen-Apps von Samsung entdeckt hatten. Die Apps leiten den Internetverkehr unbekannter Dritter über die Heimverbindungen der Nutzer dieser Smart TV-Apps.

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16 Kommentare zu LG erlaubt Ads auf Smart-TVs zu deaktivieren – Teil 2

  1. JG sagt:

    Ich habe seit 2020 einen LG-TV. Dieser hat aber keine Verbindung zum Internet. Da ist nur das Kabel der Satellitenschüssel angeschlossen. Das wird auch so bleiben.

    • arno nym sagt:

      Und so sollte es bei allem sein wo das Internet nicht unbedingt gebraucht wird sondern nur eine Komfortfunktion ist. (Waschmaschine, Kühlschrank, Fernseher, Auto)

      • Mira Bellenbaum sagt:

        Bei einem Smart-TV ist das aber nicht unbedingt nur eine Komfortfunktion!
        Netflix, Amazon, und vieles mehr, funktioniert halt nur mit Verbindung zum Internet.

        Aber bei geraten wie Waschmaschine, Kühlschrank Toaster und was es all so gibt,
        gebe ich dir absolut recht.

        Auto ohne Netz, schwierig, bei neueren Fahrzeugen kann man das gar nicht mehr unterbinden!
        Der Hersteller will ja ALLES übers Fahrzeug, aber auch über Dich, wissen.

        • Steter Tropfen sagt:

          Dann muss man eben den Fernseher zum unsmarten Monitor zurechtstutzen, indem man den Internetverkehr nur über ein angeschlossenes Notebook laufen lässt. Eines mit einem Betriebssystem, wo man Herr des Geräts bleibt. Sowohl Bedienung als auch Funktionsvielfalt sind da auch deutlich besser.

          Übel wird's , wenn der nachlässige Nachbar auf seinem einstrahlenden WLAN einen offenen Gästezugang hat, der die smarten Geräte ungefragt ins Internet bringt – auch wenn man das „Smart" gar nicht freiwillig mitgekauft hat, sondern nur keine andere Wahl mehr hatte.

      • User007 sagt:

        Na ja, aber genau DAS ist doch der Knackpunkt – den Nutzern wurde über 'nen langen Zeitraum "eingetrichtert", dass dieser "Komfort" zweckdienlich und unabdingbar für "das Nutzererlebnis" ist, was dann eben auch aus überwiegender Bequemlichkeit gern akzeptiert wurde.
        Wie immer sind die Konsumenten Teil des Problems! 🤷‍♂️

    • User007 sagt:

      Kann man machen, aber viele tun's eben auch nicht, weil sie sich sonst vielerlei Bequemlichkeiten "für das Nutzererlebnis" berauben würden. 🤷‍♂️
      Finde den Fehler! 🙄

      • C++ sagt:

        "Erlebnis" wäre die in diesem Sinne korrekte Übersetzung von "experience", bitte verwende die von Microsoft für den Rest der Welt vorgegebene "Erfahrung", die alphabetisch sortiert davor steht ;)

        Zum Thema: Mein Smart-TV ist Dank seines Alters – Thema inaktivierte Apps! – und mangels Kontakts zur Außenwelt un-smart, aber ich habe ein dedizierten DVB-T2-Receiver einer deutschen Firma, der das alles auch ohne Werbung, Reingucken (Kamera), Mitgucken (nach Hause telefonieren) oder Mithören ("Fernsteuerung") kann. Manchmal muss man um die Ecke denken. Aber ja, "Finde den Fehler!" – machen mögen ja Werbung, und gläserner Kunde zu sein ist doch gar nicht soooo schlimm… 🙄

  2. Grüsch sagt:

    LG SmartTVs müllen ihren Speicher mit Werbung und ihren vorinstallieren Apps auch so dermaßen voll, dass kein Platz mehr für eigene Apps bleibt. Ich habe die Erfahrung bei einem LG mit webOS 2022 machen müssen. Bei dem war der Speicher nach fünf eigenen Apps so voll, dass vor der Installation einer weiteren App gewarnt und nach der Installation der Fernseher unbenutzbar wurde. Die vorinstallierten LG Apps ließen sich natürlich nicht löschen.

  3. Richard sagt:

    Kodi, Fire TV, Apple TV. All das sind Zuspieler, die jeden Komfort in Sachen Apps bieten und wo die Werbung beherrschbar oder nicht vorhanden ist. Und schon braucht das Smart TV kein Internet mehr. Läuft bei mir seit Jahren in dem Modus.

  4. Andreas K. sagt:

    An dieser Stelle möchte ich mal den ganzen Leuten danken, welche die Blocklisten für µblock & Co. pflegen. Der pihole blockt diese Apps und Ads zum Teil auch auf den Smart-TVs.
    Fast wäre ich gestern in die Kostenfalle "..rundfunkbeitragservices.de.." getappt. Das iPhone meiner Frau war gestern noch ungeschützt und so zeigte der Safari dank Googles geschickter Auswahl der ersten URL sofort die Dateneingabe auf oben genannter Seite an. Nur das Lesen vor "absenden" bewahrte mich dann doch vor den Abzockern. Die eigene Dummheit ist eben immer mal präsent ;-). Am PC sind die Hinweise einer "Dienstleistung" übrigens sehr gut zu erkennen, auch auf einem Android, seltsamerweise nur bei Safari nicht.
    Anmerkung: ich pflege diverse Ausnahmelisten, u.a. auch für diesen Blog.

  5. Roli sagt:

    Mein LG C1 ist zwar am WLAN (für Firmwareupdates, welche ich manuell anstosse) aber ich habe keinerlei Nutzungsbedingungen, AGBs etc. zugestimmt und bin auch nicht eingeloggt. Mein TV verhält sich auffällig ruhig, installiert nichts und zeigt auch keine Werbung.
    Trotzdem werde ich für dieses Gerät den Internetzugang auch noch auf dem Router sperren. Muss ich halt dann öffnen, wenn ich 1x im Jahr die Firmware aktualisieren möchte aber damit kann ich leben.

  6. Aldo sagt:

    My LG G2 is not connected to Internet. For Firmware updates, i use an USB Key. I use also a Nvidia Shield with a lot of media Apps (Netflix, Kodi, Canal+…)

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