Was ist mit Telegram los? Links gebrochen – Domain t[.]me down

Stop - PixabayIrgend etwas scheint beim Messenger-Dienst Telegram passiert zu sein. Seit wenigen Stunden sind Links auf Telegram-Inhalte tot. Die betreffende Domain für diese Telegram-Links ist auf einen Status gesetzt worden, der die Erreichbarkeit per DNS verhindert. Und mir liegt eine Meldung vor, dass Pavel Durov verhaftet worden sei. Durov ist der Entwickler und Betreiber von Telegram. Hier einige Informationen, was ich bisher herausgefunden habe.


Telegram Links kaputt

Die erste Information ist mir eben auf X in nachfolgendem Tweet über International Cyber Digest untergekommen. Es heißt, dass die Kern-Domain t[.]me von Telegram bei der .me-Registrierungsstelle auf "serverHold" gesetzt wurde.

Telegram

Der Status auf Registrierungsebene führt dazu, dass die Domain weltweit aus den DNS-Tabellen entfernt wird. Dadurch führt jeder t[.]me-Link ins Leere, denn die Domain ist nicht mehr erreichbar.

Telegram can't be reached

Ein Aufruf eines solchen Links führt im Browser zur Meldung, dass die URL nicht erreichbar sei. Die Telegram-App (Messenger) funktioniert dagegen noch, da diese nicht an der Domain hängt.

Aus den Domain-Einträgen geht laut obigem Tweet hervor, dass die Änderung zum 13. Juli 2026 erfolgten. Bislang gibt es jedoch keine öffentliche Erklärung seitens Telegram, der .me-Registrierungsstelle oder des Backend-Betreibers Identity Digital, heißt es. Auf downdetector.com gehen gerade die Meldungen über Telegram-Störungen hoch.

Einem weiteren Tweet zufolge wurde die Domain t[.]me weltweit gesperrt. Die Sperre kam von Identity Digital, dem Betreiber der .me-Domain-Registrierungsstelle. Aus diesem Grund lassen sich Telegram-Kurzlinks derzeit möglicherweise nicht in Browsern öffnen, heißt es. Innerhalb des Messengers selbst funktioniert alles wie gewohnt. Vorübergehende Abhilfe ist,  stattdessen die vollständige URL http://telegram[.]me zu verwenden. Der Grund für die Sperrung ist noch unbekannt.

Wieder Verhaftung und Befragung in Frankreich

Diesem Tweet zufolge wurde Pavel Durov vorige Woche erneut wegen Handlungen in Frankreich festgenommen, die andere Personen angeblich über seine App "Telegram" begangen haben. Durov wurde zum vierten Mal sechs Stunden lang in einem Pariser Gerichtssaal verhört. Die erste Verhaftung war bereits ein gefährlicher Präzedenzfall. Fast zwei Jahre nach Beginn dieses Verfahrens sagen seine Anwälte, dass es nach wie vor keine Beweise gibt, die die Vorwürfe stützen. Die Seite hier hat einige Informationen zum Sachverhalt veröffentlicht.

Ob jetzt staatliche Stellen die Domain t[.]me beschlagnahmt und aus den DNS-Listen herausnehmen ließen, ist für mich derzeit offen. Ergänzung: Glitchwire hat inzwischen in diesem Beitrag noch einige Informationen beigetragen, die die obigen Informationen stützen und im Grunde die gleichen Erklärungen – allerdings umfangreicher – enthalten.

Pavel Durov hat derweil vor wenigen Stunden auf X eine Nachricht "Hey @domainME, t[.]me links stopped working. Can you look into it?" gepostet. Schon ein wenig verwirrend, dass er einen Domain Registrar, der eine Domain von Montenegro verwaltet, über diesen Kanal kontaktiert.

US-Sperre von First VPN der Grund?

Ergänzung: Es ist mir die Nacht bereits untergekommen, konnte es aber nicht werten – von US-Behörden wurde First VPN sanktioniert – und die obige Domain ist möglicherweise Kollateralschaden. Die spanische Seite hier deutet so etwas an. Malware Hunter hat auf X in diesem Tweet beschrieben:

Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums seine SDN-Liste aktualisiert. Ein Eintrag betraf FIRST VPN SERVICE.

Und es scheint, dass die Registrierungsstelle, da der Eintrag eine t[.]me-URL enthielt, die t[.]me-Domain von Telegram aus diesem Grund kurzerhand gesperrt hat – möglicherweise ohne überhaupt zu bemerken, was sie da tat.

Die OFAC-Pressemitteilung gibt es hier, dort wird von einem Schlag gegen Malware-Operatoren geschrieben.

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25 Kommentare zu Was ist mit Telegram los? Links gebrochen – Domain t[.]me down

  1. Kassandra sagt:

    Ja, Telegram wird Ihre privaten Nachrichten nicht scannen, egal welche Bananenrepublik-Tricks die EU anwendet.

    Pavel Durov auf X vor 2 Tagen..

    Sicher kein Zusammenhang, alles nur Zufall.

    • Mark sagt:

      Bei Telegram sind die Chats inzwischen ja Ende zu Ende verschlüsselt… und laut letzten Meldungen bez. Chatkontrolle sollen solche Ende zu Ende verschlüsselten Konversationen ausgenommen sein… gibt dazu auch ein nettes Video von WBS Legal, das mit ein paar Ungereimtheiten diesbezüglich aufräumt…

      • Kassandra sagt:

        Und dann ist die Domain eben eines Tages wieder weg, bis es Zugriff für die gewünschte Chatkontrolle gibt? Unterschätze nicht die Macht mit der das alles derzeit überall durchgedrückt wird.

      • riedenthied sagt:

        NOCH sind verschlüsselte Chats ausgenommen. Zumal das bei Telegram auch nicht der Standard ist, sondern explizit ausgewählt werden muss.

        Der feuchte Traum ist ja, dass die Chats irgendwann vor der Verschlüsselung direkt vom Gerät ausgeleitet werden. Und wenn erstmal die Infrastruktur für die Chatkontrolle steht, ist der Rest nur eine Frage der Zeit. So war es immer, so wird es immer sein.

  2. TomCat sagt:

    Inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass nicht Telegram selbst ausgefallen ist, sondern die Domain t.me bzw. deren DNS-Auflösung betroffen ist. Ein zwischenzeitlich gemeldeter serverHold-Status würde dazu passen, da in diesem Fall die Kurzlinks nicht mehr aufgelöst werden. Da Telegram bislang keine offizielle Erklärung veröffentlicht hat, bleibt die genaue Ursache aber offen. Es spricht derzeit eher für ein Domain-/Registry-Problem als für einen vollständigen Telegram-Ausfall.

  3. Bolko sagt:

    Zertifikatfehler.

    1.
    whois t.me

    Ergebnis:

    Name Servers:
    ns-cloud-b1.googledomains.com

    und:
    "Domain Status: serverHold icann.org"

    "serverHold" ist schonmal verdächtig.

    2.
    dig ns-cloud-b1.googledomains.com t.me

    Ergebnis:

    t.me
    149.154.167.99

    Jetzt haben wir die IP-Adresse, die ein DNS-Server liefern soll, wenn man die URL t.me eintippt.

    3.
    wget https://149.154.167.99

    Ergebnis:

    "ERROR: certificate common name '*.telegram.org' doesn't match requested host name '149.154.167.99'."

    Das Zertifikat passt also nicht für diese Verknüpfung von der IP-Adresse (t.me 149.154.167.99) und der URL im Zertifikat für diese IP ( "*.telegram.org").

    4.
    Gibt man die IP 149.154.167.99 im Browser Chromium ein, dann erhält man den Fehler:

    "Diese Webseite unterstützt keine gesicherte Verbindung"
    (Weil das Zertifikat nicht passt)

    Klickt man auf "Weiter zur Webseite", dann wird man weitergeleitet zu:

    core[.]telegram[.]org

    "Telegram Desktop" funktioniert ganz normal.

    • Alex sagt:

      Der Zertifikatsfehler kommt, weil du nicht über einen Namen auf die Seite zugreifst.
      Nicht, weil das Zertifikat ungültig ist. Bei Zertfikaten geht es um Namen, der fehlt hier aktuell mangels DNS.

      Man könnte die IP als SAN Eintrag in das Zertifikat aufnehmen, aber das ist eher keine gute Idee, IPs ändern sich schnell einmal.

  4. Luzifer sagt:

    na wann weist du sicher das ein Messanger sicher ist? Wenn der Betreiber verhaftet wird ;-P

  5. Pong sagt:

    Hi,

    leider weis ich nicht wie, ich Ihnen das anders zukommen lasse, deshalb hier als Kommentar

    offenbar hat AIDA Zeiterfassung seit heute ein Problem. Das Web-Interface "EWAS" von denen funktioniert nicht mehr.
    Wenn man die Systemzeit, jedoch auf den 13.07.2026 oder früher stellt, läuft das ganze wieder. Blöd nur, dass es sich um eine Zeiterfassungssoftware handelt und man ja eigentlich die realen Zeiten ein/ausstempeln will.

    Grüße

  6. Der Administrator sagt:

    In die hosts Datei Eintrag machen C:\Windows\System32\drivers\etc\

    149.154.167.99 t.me

    dann geht die Webseite wieder :)

    • Bolko sagt:

      Das funktioniert.

      Mit dieer Methode kann man prinzipiell sämtliche "ServerHold" Sperren umgehen, solange bei whois.org weiterhin die ursprünglichen "Name Servers" aufgelistet werden, so dass man dort direkt die IP-Adresse der gesperrten URL abfragen kann.

    • Alex sagt:

      Im konkreten Fall reicht das, aber für die nahe Zukunft und generell :-)

      t.me 149.154.167.99
      telegram.me 149.154.167.99
      telegram.org 149.154.167.99
      telesco.pe 149.154.167.99
      tg.dev 149.154.167.99
      telegram.dog 149.154.167.99
      telegram.space 149.154.167.99

      comments.app 149.154.164.13
      graph.org 149.154.164.13
      telegra.ph 149.154.164.13

      telega.one 95.161.64.100

      api.telegram.org 149.154.166.110

      tx.me 95.161.64.99

    • arno nym sagt:

      Unglaublich wie alle vor den VSA kuschen!
      Kein Wunder das die dort denken SIE wären die Besten und Wichtigsten auf der Welt!
      Ich hoffe China sanktioniert die in die Steinzeit zurück!
      Nur eine kleine Liste mit GAFAM Firmen sollte dafür reichen.
      Gut das ich nicht Kanzlerin von Land XYZ bin, mit so viel Rückrad kann Donald der Trompeter nicht umgehen.

  7. Bolko sagt:

    Die OFAC wollte eigentlich nur den einen Telegram-Kanal "FirstVPNService" sperren lassen:
    t[.]me/FirstVPNService

    So eine URL steht aber nicht im DNS, also kann man diese Subdomain auch nicht direkt einzeln sperren.

    Die US-Behörde hat auch keinen direkten Zugriff auf Telegram, um dort die einzelnen Kanäle zu sperren.

    Pavel Durov wurde früher schonmal von der französischen Polizei einbestellt, mit der Bitte, gewisse Kanäle zu sperren.
    Durov hat dann ein paar Kanälen gesperrt, die gegen die Telegram-Richtlinien verstoßen hatten.
    Einige andere Kanäle ließ er weiter online, weil sie nicht gegen Telegram-Richtlinien verstoßen hatten, obwohl die Franzosen eine Sperre verlangten.

    Weil im aktuellen Fall die US-Sanktion sehr schnell umgesetzt werden sollte, hat man pauschal die URL t[.]me im ICANN Register gesperrt, per ServerHold-Anweisung.

    Es ist also ein Overblocking, aber kein versehentliches, sondern aus der Not geboren, da man keinen Durchgriff auf den einzelnen Kanal hatte.

    Eigentlich hätte man dann konsequenterweise auch telegram[.]org und telegram[.]me sperren müssen.

    Die pauschale URL-Sperre wird vermutlich erst dann aufgehoben, wenn Pavel Durov den Kanal "FirstVPNService" gesperrt hat.

    Eventuell wurde er deswegen auch in dieser Woche erneut von der französischen Polizei einbestellt.

    Ein Artikel über die technischen Hintergründe:
    *ttps://thecybersecguru.com/news/tme-domain-serverhold-status-explained/

    In der App für iPhone wurde der Kurzlink t[.]me inzwischen als Workaround durch telegram[.]me ersetzt.

    Wenn man jetzt aktuell den Kanal "FirstVPNService" in "Telegram Desktop" auf dem PC öffnen will, dann erscheint die Fehlermeldung:
    "Der Benutzername @FirstVPNService konnte leider nicht gefunden werden."

    Pavel Durov hat den Kanal also gelöscht und jetzt könnte und müsste eigentlich die URL t[.]me wieder freigegegeben werden, indem ICANN den ServerHold-Status entfernt.

  8. Lukas sagt:

    t[.]me-Links scheinen bei mir nun wieder erreichbar zu sein. Ein Auruf der URL führt zur Telegram-Seite, URLs von Channeln werden nun auch wieder normal aufgelöst.

  9. Tibor Simandi Kallay sagt:

    Scheint tatsächlich nur eine vorübergehende Störung oder ein Bug gewesen zu sein.

    Aktuell (14.07.2026, 21:05 Uhr) geht der Link https://t.me wieder und führt automatisch auf die Seite https://telegram.org.

    Provider: Vodafone, DNS Server: Google

  10. Bolko sagt:

    Das neue "Telegram Desktop 7.0.1" hat in der 64-Bit portable (ZIP) Version einen Fehler, denn das ZIP ist viel zu klein.
    Die sha256 Checksumme stimmt aber.
    "Unerwartetes Archivende" beim Auspacken.
    Das ist passierte in den letzten Jahren nie.

    Den exe-Installer werde ich auch nicht ausführen, weil mir das seltsam vorkommt.

    • Bolko sagt:

      Das ZIP "Telegram Desktop 7.0.1" 64-Bit portable wurde korrigiert und neu hochgeladen. Die sha256 Checksumme wurde ebenfalls geändert.
      OK und einsatzfähig.

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