ZBT-Router aus China mit drei Backdoors

Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)Sicherheitsforscher haben Routern des chinesischen Herstellers ZBT untersucht. Dabei wurden Backdoors gefunden, die eine Überwachung der Router ermöglichen. Diese ZBT-Router werden weltweit vertrieben und stecken wohl auch in zahlreichen OEM-Geräten, die nicht als chinesische ZBT-Router erkennbar sind.

Ich habe mal kurz im Internet geschaut, chinesische ZBT-Router werden auch in Deutschland, z.B. über Amazon (Zbtlink AX3000 Cat6 4G LTE-Router mit Dual-SIM-Kartensteckplatz) angeboten.

ZBT-Router-Backdoor

Tom's Hardware weist in obigem Tweet auf den Artikel Security researchers find surveillance implants in Chinese-made routers sold worldwide — three different backdoor-like implants hidden in firmware zum Thema hin. Bei heise ist gestern dieser Beitrag zu erschienen.

Untersuchung fördert drei Hintertüren hervor

Sicherheitsforscher von VulnCheck haben sich ZBT-Router vorgenommen und deren Firmware untersucht. Dabei wurden drei Backdoor-ähnliche Implantate entdeckt, die in der Firmware von Routern des Herstellers Shenzhen Zhibotong Electronics ZBT enthalten sind. Die Sicherheitslücken haben die Sicherheitsforscher ENDLESSDOORS genannt.

Es handelt sich dabei um einen "Zufallsfund", denn Hunderte von Routern, fast alle in China, sendeten Signale an eine vergessene Domain. Die Sicherheitsforscher fanden die Domain verschleiert in der Firmware eines Zbtlink AX3000-Routers, den sie bei Amazon von einem kleinen Unternehmen aus New York gekauft hatten.

Die Sicherheitsforscher haben sich dann die Domain gesichert und konnten die Informationen, die durch Implantat-Beacons in der Firmware gesendet wurden, mitschreiben. ENDLESSDOORS fungiert im Wesentlichen als Fernsteuerungssystem, das direkt in die Firmware des Routers eingebettet ist. Es startet automatisch beim Bootvorgang und tarnt sich als normaler Linux-Kernel-Prozess namens „kworker". Der Router verbindet sich in regelmäßigen Abständen mit einem fest programmierten Server und meldet sich dort an. Dabei findet keine nennenswerte Authentifizierung oder Verschlüsselung statt. Vom Server empfangene Befehle werden direkt an eine als Root ausgeführte Shell weitergeleitet, und das Implantat kann auch eine interaktive Root-Shell aufbauen.

VulnCheck demonstrierte das Problem, indem es sich als Befehlsserver ausgab und die Kontrolle über seinen eigenen Testrouter übernahm. Angreifer, die die Domain besitzen, können die vollständige Kontrolle über den Router erlangen. Die Forscher fanden ENDLESSDOORS in der Firmware von 20 ZBT-Modellen (darunter Z8102AX, WG3526, WE826-T3-DSIM und mehrere anderen Mobilfunkroutern). Dieselbe Hardware wird auch unter anderen Namen verkauft, da ZBT Router für OEM- und ODM-Kunden herstellt. Das Ganze hat inzwischen die Kennung CVE-2026-66747 mit einem CVSS-Wert von 9,3 erhalten.

Die Sicherheitsforscher haben dann weitere Router (ZBT-WE826-T2) in den USA gekauft und fanden eine zweite, DARKLANTERN, genannte und eine dritte, SPEAKINGSTONE genannte, Schwachstelle in der Firmware. DARKLANTERN läuft als infosrvd-Dienst in der Firmware, öffnet über den UDP-Port 9992 einen Listener im WAN. Die Firmware akzeptiert dann Befehle direkt aus dem Internet und ohne Authentifizierung. Ein Angreifer muss lediglich eine feste 19-Byte-Info-Nachricht senden, um den Router dazu zu zwingen, identifizierende Informationen wie Modell, Firmware-Version, MAC-Adresse und Betriebszeit preiszugeben.

Die SPEAKINGSTONE-Backdoor initiiert automatisch und zyklisch Verbindungen über den Prozess yunmgrd auf UDP-Port 10000 zur Domain ac-link[.]com (gehört ZBT). Die Anfrage enthält ebenfalls das Gerätemodell, die Firmware-Version, MAC-Adresse, SSID des WLANs, LAN-IP, Uptime und mehr. Antworten können Aktionen ausführen, wie beliebige Befehle ausführen, WAN-PPPoE-Zugangsdaten übermitteln, eine DNS-Hijack-Liste schreiben und zurückliefern, einen Reverse-SSH-Tunnel auf- oder abbauen, oder die Command-and-Control-Adresse aktualisieren.

ZBT hat  gegenüber VulnCheck angegeben, dass das ein technisches Support-Tool für den Aftersales-Service diese Kommunikation nutzen soll. Die Sicherheitsforscher sehen in den Funktionen jedoch ein Überwachungswerkzeug mit root-Zugang. Die Ergebnisse haben die Sicherheitsforscher zum 27. August 2026 im sehr umfangreichen und detaillierten Blog-Beitrag Chinese Implants in the Supply Chain veröffentlicht. VulnCheck hat dann das Internet gescannt und fand 203 exponierte DARKLANTERN-Instanzen in 22 Ländern, verteilt auf 16 Router-Modelle.

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21 Kommentare zu ZBT-Router aus China mit drei Backdoors

  1. SArmstrong sagt:

    Es ist anzunehmen, dass alle chinesischen Produkte soweit es geht präpariert sind, einfach um der dortigen Rechtslage zu entsprechen. Dies gilt auch für die E-Autos sowie Roboter, deren Verkauf sofort zu unterbinden ist.

    • Wolf789 sagt:

      Stimme uneingeschränkt zu. Leider wacht so gut wie keiner mit der Erkenntnis auf, dass dort ausschließlich (denkt auch an Lebensmittel, Medikamente, Kleidung u.u.u.) – von uns teuer zu entsorgender – Sondermüll herkommt.
      Lese neben Kuketz als allererstes hier im Block (@Günter: Danke für die Infos) und ich könnte bei all den Nachrichten vor Wut nur noch platzen – gilt auch für das, was links des Teiches herkommt.
      Nun, gelb war schon immer eine Warnfarbe (ob Haarfärbemittel ;-) oder im Allgemeinen).
      Schon in den 1960ern wurde vor der gelben Gefahr gewarnt. Aber man verkauft ja sein gesamtes Wissen u. wundert sich dann, dass man in die Röhre schaut.

      Wünsche Allen ein schönes Wochenende – geniest es, wer weiß wie lange noch.

      • Mira Bellenbaum sagt:

        Bei allem Chinabashing vergisst Du aber, das nahezu alles auch auf die USA zutrifft!
        Nur so mal am Rande.
        Aber das wird ja quasi von fast jedem ignoriert.

        Und noch so ein Funfact!
        Weil E-Autos angesprochen wurden.
        Sogenannte Telemetriedaten werden auch heute schon, auch bei Verbrennern,
        bei jedem Werkstattbesuch an die Hersteller übermittelt!
        Ganz egal, ob es ein Tesla ist oder ein Fahrzeug aus dem Volkswagenkonzern
        oder von wem auch immer!
        Neuere Fahrzeuge übermitteln halt die Daten ganz modern nahezu permanent!
        Quasi always-on.

        • Wolf789 sagt:

          "vergißt Du aber, das nahezu alles auch auf die USA zutrifft!"
          Habe nichts vergessen: "was links des Teiches herkommt" u. "Haarfärbemittel".
          Da kann ich nur sagen: Nicht nur lesen, sondern auch denken.
          Muß ja nicht jede KI gleich verstehen.
          Nix für ungut.

          • Selina sagt:

            und woher sollte man dann die Hardware beziehen?

            Östlich von uns alles doof, westlich auch – also südlich mal schauen?

            • Hobbyadmin sagt:

              Selbst bauen? Ging früher auch.

              • Selina sagt:

                Trollpost?

                Bauen sie mal bitte eben einen Router ala Fritz!Box, danke;)

                Schade, dass das Niveau der Kommentare hier schnell nachlässt, sobald es tiefer in die Thematiken geht…

                • PattyG sagt:

                  Ich denke mal, dass Hobbyadmin eher damit meinte, dass Deutschland (bzw. Europa) dringend wieder zu alter Ingenieurs- und somit Wirtschaftsstärke zurückfinden muss, was die letzten 40 Jahre leider teilweise "verpennt" wurde.
                  Wir haben uns in schmerzhafte Abhängigkeiten begeben.
                  Die Energiekrise nach dem Ukraine-Krieg hat gezeigt, wie gefährlich die Abhängigkeit von russischem Gas war. Zudem besteht bei kritischen Technologien wie Halbleitern, Batteriezellen und Solarpanels eine massive Abhängigkeit von China und Taiwan.

                  Was mir in den letzten Jahren aufgefallen ist:
                  1.) Verlust der Innovationsführerschaft:
                  In den letzten Jahrzehnten wurden Megatrends der Digitalisierung und Softwareentwicklung (z. B. Big Data, KI, Cloud-Computing) verschlafen. US-amerikanische und asiatische Tech-Konzerne dominieren den Markt, während Europa regulatorisch hinterherhinkt

                  2.) Deindustrialisierung und Standortschwäche:
                  Hohe Energiepreise, lähmende Bürokratie und mangelnde Investitionen in die Infrastruktur (Schiene, Digitalisierung) führen dazu, dass traditionsreiche deutsche Industrieunternehmen Werke ins Ausland verlagern oder Investitionen dort tätigen (z. B. in den USA oder China)

                  3.) Fachkräftemangel und Bildungsmisere:
                  Das Image des klassischen Ingenieurslandes bröckelt. Sinkende Leistungen in MINT-Fächern bei Schülern und ein akuter Mangel an Fachkräften und Ingenieuren gefährden die Substanz der wirtschaftlichen Stärke

                  Allerdings:
                  Deutschland war bis vor wenigen Jahren Exportweltmeister und hat massiv von der Globalisierung profitiert. Der Fokus lag auf der Perfektionierung bestehender Industrien (z. B. Premium-Automobile, Spezialmaschinenbau, chemische Industrie), statt auf radikaler Neuerfindung.
                  Der deutsche Mittelstand ist in vielen Nischenmärkten (z.B. Medizintechnik, hochspezialisierter Maschinenbau) nach wie vor weltweit führend und extrem innovativ. Diese Stärke ist nicht verschwunden, sie ist oft nur weniger sichtbar.

                  Zwar versucht die EU aktiv mit Initiativen wie dem European Chips Act (Subventionen für Halbleiterwerke in Europa) oder dem Net-Zero Industry Act strategische Souveränität zurückzugewinnen und Lieferketten zu diversifizieren. Wer den Wettlauf gewinnt, wird die nahe Zukunft zeigen.

                • Wolf789 sagt:

                  @PattyG – sehr treffend ausformuliert, Danke
                  (tiefer ging die Kommentarverschachtelung nicht)

                • Christian sagt:

                  @PattyG
                  > Zudem besteht bei kritischen Technologien wie
                  > Halbleitern, Batteriezellen und Solarpanels eine
                  > massive Abhängigkeit von China und Taiwan.

                  Bei PV kann ich etwas mitreden, da habe ich gearbeitet. Deutschland war da technologisch eine der führenden Nationen. Von der Grundlagenforschung bei den Solarzellen bis zu schlüsselfertigen Fabriken zur Herstellung von Solarwafern etc.

                  War politisch nicht gewollt und ich habe auch im privaten Umfeld Anfeindungen bekommen damals, ich würde mit meinem Job anderen "auf der Tasche liegen". Wir wären an den hohen Strompreisen schuld.

                  Hohe Strompreise kamen jedoch erst Jahre nach dem Ende der deutschen Solarindustrie. Durch teure Gaskraftwerke, die, wenn sie ans Netz müssen, die Preise insgesamt hochtreiben.

                  Ich bin wie über 100.000 andere meinen Job um 2012 herum los geworden (danke an Philipp Rösler und die anderen, die das damals auf den Weg gebracht haben), mein Ausbildungsweg war damit annuliert, ich hätte mir letztlich Studium und Promotion sparen können.

                  Der deutsche Weg ins Jenseits ist von der Bevölkerungsmehrheit gewollt, wohl weniger aktiv und bewusst, sondern aufgrund für mich nur noch verachtenswerter Bequemlichkeit, Dummheit und Zukunftsverweigerung. Abhängig von China auf allen Gebieten, weil man erwartet, Früchte ohne eigene Leistung ernten zu können. Ist halt alles so schön billig, wenns andere bauen, die von uns jetzt noch als sowas wie Arbeitssklaven betrachtet werden, die mit ihrer Disziplin, ihrem Fleiß, ihrer Bescheidenheit (und leider ihrem sie komplett überwachenden Staat) nach der Weltherrschaft greifen.

                  Hier ist noch ein älterer Text über Wechselrichter in der Cloud:

                  https://berthub.eu/articles/posts/the-gigantic-unregulated-power-plants-in-the-cloud/

              • R.S. sagt:

                Nein, ging auch früher nicht.
                Du hast Legosteine zusammengestöpselt und dann hattest du ein System.
                Aber die Legosteine hat niemand selbst produziert.
                Oder hast du die technischen Möglichkeiten im Keller, um einen Mikroprozessor oder RAM oder Flash herzustellen?
                Einen Lötautomaten, um Platinen zu bestücken?
                Kannst du Firmware selbst programmieren?
                etc. etc.

                • Hobbyadmin sagt:

                  Siemens / Infineon hat z.B. RAM und andere Chips viele Jahre in Deutschland und Europa hergestellt und zugehörige Firmware programmiert, einfach mal recherchieren…

                • R.S. sagt:

                  Infineon baut immer noch RAM und Halbleiter, nur nicht mehr für den allgemeinen Consumermarkt.
                  Infineon ist der weltweit größte Anbieter für Halbleiter im Automotive-Bereich.

  2. Marcel sagt:

    Das Spiel geht doch mit den ganzen Smartphones von Huawei, Oppo und wie die Hersteller alle heißen. Die wurden doch auch schon öfters erwischt.

    https://www.bbc.com/news/technology-58652249

    https://www.cbsnews.com/news/lithuania-china-cybersecurity-risks-chinese-xiaomi-huawei-smartphones/

    https://www.tcd.ie/news_events/articles/study-reveals-scale-of-data-sharing-from-android-mobile-phones/

    https://www.ftm.eu/articles/xiaomi-phones-spy-on-their-users

    Das relativiert natürlich nicht das Google, Apple und wie sie alle heißen nicht ebenfalls übergriffig sind bzgl. Daten abschnorcheln. Aber bzgl. China hat es irgendwie dennoch einen sehr faden Beigeschmack, vor allem weil das Land so restriktiv ist in Sachen Zensur, Überwachung, sozialer Kontrolle…

  3. Steter Tropfen sagt:

    Vor einigen Monaten ist der Provider Mnet bei seinen Leih-Routern von Fritzbox zu TP-Link gewechselt. Auch ein chinesischer Hersteller. Und ich kenne einige Anwender, die mit dem Ding verzweifelt sind, weil es einfach nicht funktionierte, wie es sollte, trotz Support von mehreren Seiten.
    Aber wenn's eben billig ist, dann – „Geiz ist geil." (Deutsches Sprichwort, hat „Der Kunde ist König" längst abgelöst.)

  4. Luzifer sagt:

    @Hobbyyadmin
    JA konnten wir alles mal, wir waren auch führend in der Solartechnik und noch vielem anderes mehr… dann haben wir aber ausverkauft und die Technik ist nicht stehen geblieben. Und heute können wir nix mehr außer regulieren um überhaupt noch irgendwie Anschluss zu kriegen.

    Und in allem was uns derzeit als EU (Euro Cloud Euro IT Euro Office) verkauft wird, steckt kein bisschen EU drin! China USA Russland… das steckt drin.
    D hat fertig!
    Schaut man sich die Wahlprognosen an, können wir nur eines Weisswurst, Sauerkraut und bald wieder marschieren… wie war das nochmals: aller Guten Dinge sind Drei?

  5. robbi sagt:

    Ist doch recht einfach…
    OpenWRT draufpacken und alles wird gut.

  6. Varus sagt:

    Made in China – wen überrascht das?

  7. Micha sagt:

    Haben die OEM Router eigentlich die Original Firmware?

    Häufig bekommen Geräte von Telekommunikationsanbietern ja angepasste Versionen. Wäre interessant, ob da die Sicherheitslücke auch drin ist. Oder ob sie da bei internen Tests gefunden und entfernt wurde?

    ————————————————
    Android 15 kann ja nicht mal richtig dinge, aus dem Papierkorb löschen. Ob es an Magic OS 9 oder dem zugrunde liegenden Android liegt, kann ich nicht sagen.

    Auf meinem Honor X5c Plus, kann ich alle gelöschten Bilder, bis zum Jahresanfang am Windows Explorer öffnen. (USB Verbindung über Android Auto) In voller Auflösung. Also alles. Habe das Telefon im Herbst 2025 gekauft.

    Zur Erinnerung: Nach 30 Tagen wird der Papierkorb automatisch gelöscht. Im Papierkorb verschwinden die "gelöschten" Bilder auch. Im internen Speicher nicht.

    Finde das verhalten äußerst bedenklich. Eigentlich sollten gelöschte Speicherbereiche, auch regelmäßig mit Trim Befehl bereinigt werden. Erst dann kann man sie nicht mehr so leicht wiederherstellen.

    Der Pfad lautet z.B.:
    HONOR X5c Plus\Interner Speicher\.File_Recycle\1771103442841\storage\emulated\0\DCIM\Camera\hn_recycle_content

  8. Ein Leser sagt:

    Wie es sich wohl mit den beliebten GL.iNet Flint Routern verhält?

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