NanoIC: EU startet Chips Acts Pilot-Fertigung

EU-FlaggeDie EU-Kommission hat gerade den Start ihr Chips Act Pilot-Fertigungslinie mit Namen NanoIC bekannt geben. Mit einer Gesamtinvestition von 2,5 Milliarden Euro will man mit NanoIC die Entwicklung der  Chip-Technologie der nächsten Generation vorantreiben. Diese sei für die Entwicklung von KI, autonomen Fahrzeugen, Gesundheitswesen und 6G-Mobilfunktechnologie unerlässlich, heißt es.

Die Secure-Boot-Zertifikate laufen ab. Was sollen Admins tun? Kostenloses eBook » (Sponsored by IT Pro)

Mir sind vor einigen Stunden mehrere Meldungen wie nachfolgender Tweet sowie diese Mitteilung der EU-Kommission untergekommen.

EU Chip Act

Die Europäische Union hat ihre größte Pilotlinie im Rahmen des Chips Act, NanoIC, bei IMEC Leuven, Ende Januar 2026, fast genau vier Jahre nach der Ankündigung des Europäischen Chips Act, in Betrieb genommen. Die Kommission sieht dies als ein wichtiger Meilenstein zur Entwicklung und Herstellung von Halbleitern in Europa.

NanoIC ist die erste europäische Einrichtung, die die modernste Extrem-Ultraviolett-Lithografieanlage einsetzt und sich auf die Entwicklung und Herstellung von Chips mit einer Technologie von weniger als zwei Nanometern konzentriert. Dies ist ein bedeutender Fortschritt in der europäischen Halbleiterfertigungstechnologie. Ddas Konstrukt soll die Entwicklung der Halbleitertechnologie der nächsten Generation beschleunigen, die für die Entwicklung von KI, autonomen Fahrzeugen, Gesundheitswesen und 6G-Mobilfunktechnologie unerlässlich ist.

NanoIC basiert auf dem Prinzip des offenen Zugangs, wobei Start-ups, Forscher, KMU und große Organisationen die Einrichtungen von NanoIC nutzen können. Gastgeber ist IMEC (Belgien), zu den Partnern gehören CEA-Leti (Frankreich), Fraunhofer (Deutschland), VTT (Finnland), CSSNT (Rumänien) und das Tyndall National Institute (Irland).

Die Pilotlinien, die Chip-Technologien vom Labor zur Fabrik bringen sollen, sind ein wichtiger Pfeiler der Initiative "Chips for Europe" im Rahmen des Chips Act. Sie sollen die Position der europäischen Akteure in der globalen Halbleiter-Lieferkette stärken und vertrauenswürdigen Partnern offenstehen, wodurch die industrielle Basis und Wettbewerbsfähigkeit Europas gestärkt und gleichzeitig Talente gehalten und angezogen werden.

Mit einer Gesamtinvestition von 2,5 Milliarden Euro wurde die Anlage mit 700 Millionen Euro aus EU-Mitteln, 700 Millionen Euro von nationalen und regionalen Regierungen und dem Rest von ASML ( 'Advanced Semiconductor Materials Lithography') und anderen Industriepartnern finanziert.

Dieser Beitrag wurde unter Geräte abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Kommentare zu NanoIC: EU startet Chips Acts Pilot-Fertigung

  1. Alzheimer sagt:

    Cool, ich bin ja schon immer ein Forscher-Geist, dann kann ich dank dem "Prinzip des offenen Zugangs" ja sicher zum Basteln jetzt auch ins NanoIC… davon hab ich ja locker 30 m² mit meinen Steuern finanziert ;)
    Wo kann man den Shuttle-Service ordern, der mich hin- und zurück fliegt?

  2. Rüdiger Gaschke sagt:

    "Chip-Technologien vom Labor zur Fabrik bringen sollen"
    Anderswo werden schon Chips gefertigt, welche auch für den Einsatz verkauft und gekauft werden.
    "Mit einer Gesamtinvestition von 2,5 Milliarden Euro wurde die Anlage mit 700 Millionen Euro aus EU-Mitteln, 700 Millionen Euro von nationalen und regionalen Regierungen"
    Na prima, mehr als die Hälfte subventioniert.
    Planwirtschaft ging/geht doch nachweislich schief.

    R.G.

    • ThBock sagt:

      "Anderswo werden schon Chips gefertigt, welche auch für den Einsatz verkauft und gekauft werden."
      Ach so, na dann brauchen WIR ja nicht..

      "Na prima, mehr als die Hälfte subventioniert."
      Ohgottogott, dann lass uns lieber gar nichts machen…

      Deutschland, 2026

  3. Thomas König sagt:

    Besser spät, als nie könnte man sagen…Allerdings wäre dieser Schritt schon vor 30 Jahren notwendig gewesen. Den Vorsprung kann man leider nicht mehr aufholen. vl. mit 250 Milliarden….

    • Günter Born sagt:

      Insgesamt spannende Geschichte, und die Kommentare hier zeigen mir, was schief läuft.

      Wir sind bei der DDR und bei der Frage, welche Cookies und Tracker die Webseite einbindet. Oder "der Vorsprung ist leider nicht mehr aufzuholen".

      Kann man alles so sehen, und ja, es kann sein, dass die obige Initiative scheitert.
      Aber was wäre denn die Alternative?

      Haben wir vor 20 Jahren versucht, ist gescheitert? Das wird eh nix? Irgendwo müssen wir mal anfangen.

      Mir steht ja das Thema LLMs als bestes Beispiel vor Augen. Die Theorien werden in den USA entwickelt und die Großen US-Tech-Firmen versuchen alles mit viel Geld zu erschlagen.

      In China haben sich Leute hingesetzt und überlegt, wie man LLMs und Transformer vereinfachen kann – Deepseek hat gezeigt, wie es gehen könnte. Wenn irgend jemand auf eine geniale Idee kommt, wie der Aufwand in Transformern um Größenordnungen reduziert werden kann, fällt das momentane Kartenhaus zusammen.

      Wenn Europa Wege findet, sinnvolle Nischen zu besetzen und Lösungen anzuwenden, sehe ich gute Chancen. Daher fällt es mir schwer, bestimmte Narrative, die auch hier mitschwingen, als gegeben hinzunehmen. Aber vielleicht bin ich nur blauäugig. Momentan gibt es jedenfalls – zumindest von mir gefühlt – ein gewisses Momentum, das Europa nutzen könnte.

      • Fritz sagt:

        Für mich sind die Chinesen ein Vorbild.

        Wir betreiben seit 1998 ein Joined Venture in Shenzhen, so daß ich die Entwicklung durchaus hautnah mitverfolgen konnte.

        War die Entwicklung um die Jahrtausendwende noch von einem allgegenwärtigen Kopieren und Nachmachen (mit wechselndem Erfolg, wenn man die zugrundeliegende Technologie nicht versteht) geprägt, wurde man mit der Zeit immer selbständige und auch selbstbewußter.

        Hatten wir früher oft noch den technologischen Anstoß für Neuentwicklungen geliefert, präsentierten uns die Chinesen spätestens den 10er Jahre (also seit der Strategie der "neuen Seidenstraße") oft auch mal Geräte, die sie aus eigener Leistung und auch eigenem Antrieb entwickelt hatten. Produkte die den deutschen mindestens ebenbürtig waren und an manchen Stellen durch pfiffige Lösungen deutlich darüber hinausgingen.

        Ab dem Volkskongreß 2021 verfolgt China offensiv die Strategie, sich von ausländischen Technologien unabhängig zu machen – heutzutage muß man sagen, daß sie es mit wenigen Ausnahmen auch geschafft haben.

        Sie bauen ihre eigenen Autos, Züge, Kraftwerke und inzwischen auch Weltraumraketen. Für "Standardanwendungen" muß dort niemand mehr auf westliche Technologie zurückgreifen.

        Den wesentlichen Schlüssel dazu sehe ich in Bildung.

        China hat ein sehr anspruchsvolles und leistungsorientiertes Bildungswesen. Möglicherweise ungerecht (es verzeiht wenig Fehler und Versager verschwinden schnell in der Bedeutungslosigkeit), aber eben auch extrem effizient.

        Nicht nur in Naturwissenschaften, sondern auch in dem, was man gerne als "humanistische Bildung" bezeichnet.

        Eventuell so wie Du es in Japan kennengelernt hast, aber dazu fehlt mir die persönliche Anschauung.

        Auf alle Fälle so wie ich es auch in anderen asiatischen (Vietnam, Singapur, Thailand) und lateinamerikanischen (z.B. Kuba) Ländern erlebt habe.

        Quasi der Gegenentwurf zu dem, was wir derzeit in Deutschland haben und mit jeder PISA-Studie erneut bescheinigt kriegen.

        Solange wir diesen Punkt nicht angehen und substanziell ändern können, werden wir immer weiter zurückfallen und man wird auf uns genauso mitleidig herabsehen, wie wir es jahrzehntelang auf die Chinesen getan haben.

  4. Fritz sagt:

    In den letzten Tagen der DDR (ich war dabei) wurde von Firmen wie Zeiss, Robotron und den Halbleiterwerken in Dresden und Erfurt mit einem riesigen personellen und finanziellen Aufwand ein DRAM mit 1 MBit Speicherkapazität (der Megabit-Chip U61000) entwickelt und in homöopathischen Dosen produziert.

    Ziel war nicht die Serienproduktion (viel zu teuer), sondern nur zu beweisen daß man es kann. Daraufhin wurden diese Chips nämlich von der Embargoliste heruntergenommen und man konnte sie preiswert im befreundeten Japan einkaufen.

    Geschichte wiederholt sich.

    • krull sagt:

      Naja so richtig entwickelt wurde der Chip ja nicht… ;-) Die haben ein paar Chips aus dem NRW in die DDR geschiggelt und dann Micometer für Micrometer abgehobelt. Dann wurde kopiert. Genial, aber keine echte Eigenentwicklung. Ähnlich auch bei C/PM.

    • Rico sagt:

      Du hast völlig Recht. Inzwischen fühle ich mich tatsächlich in die Zeit der letzten Wochen/Monate der DDR zurückversetzt. Aber nicht nur bzgl. IT. Rüdiger hat es ja auch schon geschrieben: Planwirtschaft funktioniert nicht. Das haben inzwischen schon so viele probiert …

  5. Anonym sagt:

    Und die NanoIC Webseite bindet schön Google Tagmanager Tracking und Adobe Typekit ein, natürlich ohne jede Zustimmung, nun denn, Internet ist für alle Neuland.

Antworte auf den Kommentar von ThBock Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros. Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion. Kommentare, die gegen die Regeln verstoßen, werden rigoros gelöscht.

Du findest den Blog gut, hast aber Werbung geblockt? Du kannst diesen Blog auch durch eine Spende unterstützen.