Safer Internet Day: Auch eine Aufgabe für die Politik

ParagraphDie Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in NRW, Bettina Gayk, fordert anlässlich des Safer Internet Day einen stabilen gesetzlichen Rahmen insbesondere zur Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im Internet.

Die Secure-Boot-Zertifikate laufen ab. Was sollen Admins tun? Kostenloses eBook » (Sponsored by IT Pro)

Unter dem Motto "Gemeinsam für ein besseres Internet" fällt der Safer Internet Day 2026 auf den 10. Februar. An diesem Tag sollen vor allem Kinder und Jugendliche beim verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien unterstützt werden.

Die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in NRW, Bettina Gayk, sagt "Es wäre aber zu kurz gesprungen, allein auf Sensibilisierung der Kinder und Jugendlichen zu setzen. Auch die Grenzen der Nutzung persönlicher Daten müssen gesetzlich klarer beschrieben werden." Deswegen habe die Konferenz der Datenschutzaufsichtsbehörden der Länder und des Bundes in einer Entschließung Hinweise gegeben, wie der Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Datenschutz-Grundverordnung besser gesetzlich verankert werden kann.

"Sehr kritisch sehe ich allerdings jüngste Vorschläge der Europäischen Union zur Änderung dieser Verordnung, die den Schutz der Internetnutzenden verwässern." So plant die Kommission etwa, pseudonymisierte Daten unter bestimmten Umständen von der Datenschutz-Grundverordnung auszunehmen. Daten sind dann pseudonymisiert, wenn der Personenbezug nicht ohne weitere Informationen hergestellt werden kann, zum Beispiel, wenn ein Name durch eine Kennziffer ersetzt wird. Bisher gelten auch derart pseudonymisierte Daten generell als personenbezogen und fallen damit unter die Datenschutz-Grundverordnung. Nach den Plänen der EU-Kommission soll das künftig nicht mehr immer der Fall sein. Unternehmen dürften dann unter bestimmten Umständen deutlich mehr Daten von Betroffenen verarbeiten, etwa im Rahmen von Online-Tracking zu Werbezwecken, ohne dass hierfür eine Rechtsgrundlage erforderlich wäre. „Das würde zu einem Aufweichen des Begriffs der personenbezogenen Daten führen, einem der Grundpfeiler der individuellen Datenschutzrechte", so Gayk.

Der Safer Internet Day wird in rund 190 Ländern und Gebieten auf allen Kontinenten gefeiert und erreicht Millionen von Menschen weltweit. Er richtet sich an Entscheidungsträger auf EU-, nationaler und internationaler Ebene, Unternehmen, Organisationen der Zivilgesellschaft, Pädagogen und Eltern sowie die Jugendlichen selbst. Der Safer Internet Day wird vom europäischen Insafe-Netzwerk im Rahmen des DIGITAL-Programms der EU-Kommission organisiert. Mit Blick auf die Initiatoren findet Datenschutzbeauftragte Gayk es besonders kritisch, dass gerade die EU-Kommission mit ihren Gesetzgebungsvorschlägen daran arbeite, Datenschutzrechte der Bürger*innen zugunsten von Internetanbietern abzubauen. "Es kann nicht sein, dass die EU-Kommission auf der einen Seite Kinder und Jugendliche für die Gefahren des Internets sensibilisiert, auf der anderen Seite das Internet selbst aber gefährlicher macht", erklärt Gayk.

Gerade wenn der gesetzliche Rahmen unbefriedigend ist, bleibe eine hohe Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen, und damit ein Ziel des Safer Internet Day, wichtig. Sie sollen die Risiken kennen und meiden, um die Chancen und das Potenzial des Internets nutzen zu können. „Auch meine Behörde steht deswegen hinter den Zielen des Safer Internet Day. Besonders Kinder und Jugendliche möchte ich ermuntern, die Angebote des Safer Internet Days zu nutzen," sagt Gayk.

Dieser Beitrag wurde unter Sicherheit abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

27 Kommentare zu Safer Internet Day: Auch eine Aufgabe für die Politik

  1. Red++ sagt:

    Ich weiß auch nicht, was ich davon halten soll, zumal das es noch die Idee gibt eine Klarnamens Pflicht einzuführen d. h. Antworten können das zielgerichtet zugeordnet werden, pseudonyme wird es dann nicht mehr geben.
    Ich weiß nicht für wem oder wofür das sicher sein soll, wahrscheinlich für die Behörden und Regierungsorganisationen.
    Ich benutze ja hier, auch ein pseudonym, mit dem letzten Update hat mir der Firefox meine ganzen pseudonyme gelöscht, ich musste die also alle Manuel neu nach eintragen.

  2. TBR sagt:

    Klarnamen wären das Beste., dann werden viele Kommentare vermutlich nie geschrieben werden.

    • Schnicke sagt:

      Zumindest, wenn man nicht gerade einen häufigen Namen hat. Dann wäre das Internet ziemlich tot. Kann man jetzt toll finden, aber z.B. viele Hilfesuchende hätten dann ein Problem. Das Internet ist ja nicht nur schlecht.
      Ich lasse mich hier nicht weiter dazu aus, da das Ausmaß nicht innerhalb von ein paar Kommentaren erfasst werden kann.

    • Markus Trümper sagt:

      Dann würden eine Menge Troll-Kommentare wahrscheinlich verschwinden — oder auch nicht. Aber dann könnte man auch nicht mehr immer gefahrlos "legitime" kontroverse Positionen vertreten. Würden Sie als Amerikaner mit Klarnamenpflicht noch Trump oder ICE offen kritisieren bzw. Fehltritte öffentlich machen? Da müssten Sie dann wahrscheinlich Nachteile bei der Reisefreiheit in Kauf nehmen … Ist leider immer ein zweischneidiges Schwert.
      Es wäre sinnvoll, wenn wir es schaffen würden, auch ohne Klarnamenpflicht wieder zu mehr Respekt im Umgang miteinander zu finden …

      • TBR sagt:

        Mobbing würde dann wenigstens weitgehend verschwinden. Da wäre vielen Menschen geholfen. Auf Eigenverantwortung zu vertrauen, hatte schon zu Corona-Zeiten nicht wirklich funktioniert.

    • Anonym sagt:

      An diese Pflicht würden sich nur die gesetzestreuen Bürger halten. Alle anderen werden Wege zum Umgehen suchen und finden.

    • Daniel A. sagt:

      Das Problem dabei ist aber, dass du damit Tür und Tor für eine Totalüberwachung aufmachst. Klarnamen machen nur an den Stellen Sinn, wo sie sowieso gebraucht werden. Also beim Online-Banking oder auch bei Online Shopping (der Shop soll dir ja was liefern und muss dir eine gültige Rechnung stellen).
      Bei allen anderen Dingen ist die Gefahr für Missbrauch viel zu hoch, wo das hinführen kann sieht man in so Ländern wie China, Russland, Nord Korea, usw. Und auch das Beispiel USA von Markus Trümper ist legitim

    • Gänseblümchen sagt:

      Möglicherweise. Es gibt aber auch Leute die schämen sich nicht mal über ihre eigenen Beiträge wenn sie mit Klarnamen erscheinen, manche Streber schreiben sogar noch ihren Wohnort dazu. Gibt auch Beispiele hier. Andererseits, oben die Einleitung greift zu Recht das Thema Kinderschutz auf. Klarnamen wären dann eher das Gegenteil von Kinderschutz, weil jede Person, die unter Klarnamen auftauchen, leichter über mehrere Plattformen hinweg verfolgbar ist, auch Kinder. Pseudonyme sind freier und ein selbst kontrollierbarer Identitätsschutz.

      • Red++ sagt:

        Genau, eine Klarnamen Pflicht hat nicht nur Vorteile, sondern eben auch Nachteile.
        Selbst verständlich lasse ich mein neues HDMI Kabel nicht an Red++ oder Axel Schweiß versenden, aber wieso sollte ich hier meine wahre Identität preisgeben, die nur Günter kennt.

        Genauso sehe ich es bei Kindern oder Heranwachsenden auch, die sollten durch pseudonyme ihre wahre Identität verschleiern dürfen. Wie ich gestern gelesen habe, wird es auch Discord ab März einen Altersnachweis geben, lassen wir uns mal überraschen wie das in Zukunft aussehen soll, und wie ich mich dort in Zukunft als Gamer Legimitieren soll.

    • Erwin Wecker sagt:

      Genau und passenderweise will der Privatmann Günther natürlich nicht(system)konforme Medien, die ausschließlich Lügen und Hass verbreiten (lateinisch für News), verbieten. "Ja", hat er gesagt.

      1984 ist für die nicht ein utopischer Roman sondern Handlungsanleitung,

      Ich habe vor solchen Schreibtischtätern Angst. Solche gabs schon zu viele in Deutschland.

  3. SArmstrong sagt:

    Minderjährige haben, ohne elterliche Aufsicht, gar nichts im Internet zu suchen. ZB ist bereits Wikipedia voll von Inhalten und Medien, die nicht für Kinder gedacht und geeignet sind.

    Und was ist das für eine Gesellschaft wo ein Riesen-Zensur- und Überwachungssystem damit gerechtfertigt wird, dass viele Eltern unverantwortlich und schlicht bösartig handeln? Nach der Logik bräuchte man eine Alterskontrolle beim Öffnen der Autotür, weil Kinder ja den Schlüssel stibitzen könnten.

  4. Anonym sagt:

    Alle sorgen sich um die lieben Kinder und (wollen) übersehen, dass für eine Umsetzung solcher Dinge natürlich letzlich jeder einzelne Nutzer überall digital eindeutig identifiziert werden muss.

    Gleichzeitig sorgen sich alle über die böse Internet Überwachung in China u.ä. und (wollen) übersehen, dass man damit genau dieses System nachbaut.

    Absurder geht es kaum, Idiocracy.

    • Red++ sagt:

      Genau so schaut es aus, ich weiß gar nicht, ob ich mich immer und überall eindeutig identifizieren möchte, meine Lieblingspornoseite möchte nun auch eine eindeutige Altersidentifizierung und das möchte ich hingegen gar nicht.
      So habe ich mich auch dazu entschlossen eine andere Videoplattform nun zu nutzen, ich kann zwar sehr gut verstehen das nicht alles für alle zu sehen sein muss, aber es muss auch Freiheiten geben, damit man sich nicht komplett überwacht fühlt.

      • Erlenbein sagt:

        Hilft in so einem Fall nicht eine VPN? Ich habe schon Abfragen gesehen, dass man sich als deutscher Nutzer per Foto oder Ähnlichem zwecks Altersnachweis indentifizieren soll, bei Verwendung eines anderen Landes erscheint dies nicht.

  5. Erwin Wecker sagt:

    Mal so zum Nachdenken: Unsere Demokratie-Politiker wollen ja ein Social Media Verbot für Kinder bis 16. Strafmündig wird man ab 14. Bedeutet: Wirkliches Verbot nur zwischen 14-16 Jahre alt.

    Und wenn die Jugendlichen zw. 14-16 dagegen verstoßen, was bekommen sie dann für eine Strafe? Zuchthaus? Hohe Geldstrafen?

    Erinnert ein wenig an die ausgewiesenen Messerverbotszonen.

    • Luzifer sagt:

      naja Kinder und Jugendlich können weder eine Internetanschluss noch nen Handyvertrag abschließen… geht erst ab 18. Also braucht es dazu die Eltern! Damit sind diese verantwortlich… einfach mal auch voll strafrechtlich einbinden! Wenn die Eltern für ihre Balgen löhnen/geradestehen dürfen… wachen die vielleicht auch mal auf! Dein Kind drückt sich auf youporn rum? Dafür gehen die Eltern in den Knast… das wirkt.

      • xx sagt:

        Ahja. Wenn die Eltern in den Knast gehen, ist das gut für das Kind.
        Immerhin ist das Kindeswohl, der Auslöser für alle diese Überlegungen.

        Und woher weiss das Handy/Computer/TV/.. , der Anbieter, dass hier ein Minderjähriger ist? Es könnte ja sogar ein Erwachsener direkt daneben sitzen.

        Überwachen wir, und stellen wir für jede Internet Nutzung in Zukunft fest, welcher Alter der Nutzer hat. Und der Anbieter muss die Daten im Detail für jeden Nutzer aufzeichnen damit er Beweise hat?

        Und dann fordern die Leute hier eine DSGVO?
        Den Spagat lasse ich mir gerne erklären.

        von so Details.. wie Definitionen, wann ist eine Webseite "Social Media", wann zählt es als Nutzung? Aufenthalt im gleichen Raum? Hören vom Audio Stream? Welcher Abstand zum Bildschirm? Muss die Sprache verstanden werden?

        • Luzifer sagt:

          du hast es nur nicht verstanden… all das braucht es nicht! Da Internetvertrag und Handyvertrag erst ab 18 sind kann sich jeder Anbieter darauf verlassen das die User 18+ sind! Das keine Kinder und Jugendlich da ran kommen ist Sache der Eltern die auch dafür geradestehen müssen… und nicht die des Anbieters der etwas sicherstellen muss was er nicht kann! Somit muss man auch keine 18+ Leute gängeln und die Privatsphäre bleibt vollumfänglich geschützt!

          Nur Eltern müssen endlich wieder ihrer Verantwortung gerecht werden!

  6. Erwin Wecker sagt:

    Interessante Rechtsauffassung. Vielleicht mal juristischen Rat einholen.

    Übrigens: Die Verantwortung liegt schon jetzt bei den Eltern. Und da sollte sie auch bleiben.

    • Schnicke sagt:

      Kinder und Jugendliche haben es ja auch zu keinen Zeiten der menschlichen Historie geschafft, elterliche Verbote zu umgehen, waren immer offen für gut gemeinte Warnungen und haben brav Folge geleistet.
      Und Eltern waren auch immer schon generell verantwortungsbewusst, waren über alle gängigen Trends informiert und wussten genau, wie sie ihren Kindern beibiegen können, dass gewisse Dinge vielleicht nicht so gesund sind. Wäre schön, wenn es so wäre, aber so ist es nunmal nicht.
      Ich weiß nicht, was du für ein Kind warst, aber mich hat damals herzlich wenig interessiert, was meine Eltern für richtig gehalten haben.
      Man kann nicht "Sodom und Gomorra" (Überspitzung) eröffnen und dann erwarten, dass Eltern da mit ihren Kindern durchlaufen und ihnen zu jeder Zeit die Ohren und Augen zuhalten.

      • Erwin Wecker sagt:

        Zur Freiheit gehört auch an die Grenzen derselben zu stoßen und auch das gehört meiner Meinung nach zum Leben dazu. Wer überall den Staat braucht, der soll sich seine DDR alleine bauen. Ohne mich.

        • Red++ sagt:

          Genau da hast du schön recht, wer Totalüberwachung haben möchte, kann die sich alleine bauen, ohne uns.

          Ich habe heute Morgen eine Sendung auf Phönix gesehen, da ging, es um Australien, die seit Beginn des Jahres ein Social Media verbot, für Heranwachsende durchsetzen. Da gibt es spannende Neuerungen festzustellen, Familien unterhalten sich mit ihren Kindern wieder auf verbale ebene und Spielen wieder Brettspiele.

          • Erwin Wecker sagt:

            Sowas sehe ich auch immer im ÖRR – kann sich noch jemand ans DDR Fernsehen erinnern?

          • Anonym sagt:

            Ja, das Social Media Verbot für Jugendliche ist offenkundig weltweit koordiniert derzeit das Zugpferd zum Etablieren einer digitalen Identität für jede Internet Nutzung, natürlich erstmal nur, damit man das Alter für Social Media weiss, später dann wenn das System weitverbreitet ausgerollt ist, für totale Kontrolle. China lässt grüssen. Und kaum jemand will/kann das bisher sehen, alles gut, geht ja nur um Kinder Schutz, dagegen kann man ja nichts sagen…

            • Erwin Wecker sagt:

              Ich als Souverän fordere die Überwachung aller IT-Geräte unserer Angestellten in Brüssel und Berlin. Wo gibts denn sowas, dass die Angestellten dem Chef vorschreiben, was er zu tun und zu lassen hat, wie man ihn den Chef am besten ausrauben und wie man ihn am besten überwachen kann?

              Etwas läuft hier grundlegend falsch.

  7. Anonym sagt:

    Der nächste Schritt, für alle "dann nutze ich eben VPN in Windows" oder "betrifft nur kinder", "wird bestimmt anonym gelöst" usw. – kommt sicher ähnlich auch bald zu uns:

    Age Verificarion in Operating System
    https://www.youtube.com/watch?v=2gpNyrWgWbg

Antworte auf den Kommentar von Anonym Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros. Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion. Kommentare, die gegen die Regeln verstoßen, werden rigoros gelöscht.

Du findest den Blog gut, hast aber Werbung geblockt? Du kannst diesen Blog auch durch eine Spende unterstützen.