Digital Independence-Day (März 2026): Android-Apps von Google ersetzt

Heute ist wieder erster Sonntag im Monat, im Rahmen des "Digital Independence Day" möchte ich einen kurzen Blick auf Android werfen. Ich habe einige Google-Apps durch Open Source Alternativen ersetzt. Und es gibt derzeit wieder eine Initiative, die sich gegen Googles Zwang zur Entwicklerregistrierung richtet. Hier ein Sammelbeitrag zu diesem Themenbereich.

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Android und Googles-Gängelei

Seit Google bei Android ständig irgendwelche KI-Funktionen per Google Play Services nachrüstet, habe ich das Gefühl, dass mit stückweise die Kontrolle über das Smartphone entzogen wird.

Die Gängelung mit KI-Funktionen

Nachfolgender Screenshot stammt von Dezember 2024 und thematisiert eine Meldung, die mir auf einem Smartphone mit Android 14 angezeigt wurde. Ganz "stolz" versucht Google mir in Android zu vermitteln, welch tolle Features mein Gerät nun könne.

Android KI-Funktionen

Diese "Neuerungen" werden mir alle paar Monate in anderer Form untergejubelt. Ich versuche standardmäßig alle neuen Dienste von Google, die mir auf das Gerät kommen, zu deaktivieren. Vor einem Jahr hatte ich das bereits im Artikel Android von installierten (Tracking-)Diensten wie SafetyCore befreien angesprochen.

Die verschlimmbesserten Kontakte- und Telefon-Apps

Ein weiterer Punkt sind die App-Updates, bei denen aus meiner Sicht vieles verschlimmbessert wird. Vor geraumer Zeit gab es Updates der Google Kontakte- und Telefon-Apps. Diese Updates führten einerseits dazu, dass die Gesprächsannahme bei Anrufen durch Wischen und nicht mehr durch Tippen zu erfolgen hat – wobei das nicht immer konsequent in der App gehandhabt wird.

Ich hatte es im Beitrag Absturz der Softwarequalität: Normalisierung einer Katastrophe in diesem Kommentar angesprochen. Ein Kind mit Beeinträchtigungen war plötzlich nicht mehr in der Lage, unsere Anrufe entgegen zu nehmen. Ich habe dann zig Optionen zurück gedreht, um wieder die alte GUI zur Gesprächsannahme durch Antippen eines "Telefonhörers" zu erhalten (seit dem Zeitpunkt klappt die Gesprächsannahme wieder).

Bei der Kontakte-App war ich nur noch von der neue gestalteten Oberfläche genervt, wo man plötzlich einen Menüpunkt antippen musste, um alle seine Kontakte anzusehen. Als das App-Update seinerzeit ausgerollt wurde, schlug sofort der Hilferuf meiner Frau "wo finde ich meine Kontakte?" bei mir ein. Selbst der Sohn gestand, als ich ihn bei einem Besuch beiläufig fragt, ob seine Kontakte-App geändert worden sei, dass das "irgendwie nervig" geworden sei.

Ständiger Versuch der Foto/Video-Sicherung

Eine weitere Sache, die mich tierisch nervte, war der wiederkehrende Versuch Googles, dass die Google Fotos-App die Aufnahmen in meinem Google-Konto sichert. Ich habe die betreffende Option in der Fotos-App auf "Aus" gestellt, musste aber alle paar Wochen feststellen, dass mir plötzlich wieder das Speichern in der Google Cloud angeboten wird.

Fotos-App will Bilder in der Google Cloud sichern

Beim Schreiben dieses Blog-Beitrags habe ich die Google Fotos-App testweise wieder aktiviert, und wurde prompt beim ersten Aufruf wieder mit obigem Formular begrüßt. Die Option "Fotos und Videos auf diesem Gerät automatisch sichern" war wieder aktiviert und es gab eine Schaltfläche Sicherung aktivieren, obwohl ich das Ganze wiederholt auf "Aus" gestellt hatte.

Ich will weder Fotos noch Videos in der Google-Cloud sichern. Abgesehen davon, dass irgendwann das Speicherlimit des freien Speicherplatzes erreicht wird, und man dann zahlen müsste. Als der obige Screen vor einiger Zeit erneut auftauchte, war bei mir "das Maß voll" und ich habe über Alternativen nachgedacht.

Android-Apps von Google ersetzt

Es gibt ja den FDroid App-Store, über den man viele Android-Apps aus dem Open Source-Bereich bekommen kann. Man muss sich einmalig die FDroid.apk herunterladen und auf dem Android-Gerät installieren. Danach kann man im FDroid App-Store nach Android-Apps suchen und diese über die App auf dem Gerät installieren lassen.

Es ist zwar immer ein wenig "Vabanque-Spiel", ob die Open Source-App funktioniert und was taugt. Ich habe schon einige Apps ausprobiert und mehr oder weniger "unbrauchbar" wieder deinstalliert. Aber im Rahmen der letzten Aktion habe ich dann doch einige Google-Apps durch Alternativen aus dem FDroid-App-Store ersetzt.

Alternative Android-Apps

Obiger Screenshot zeigt den aktuellen Startbildschirm meines Android-Geräts. Als Mail-Client ist der Thunderbird eingerichtet. Hier ist das Problem, dass die App in der Vergangenheit buggy war und mir ungewollt einige Mails lokal gelöscht hat. Bei meiner Frau bin ich daher notgedrungen wieder zur GMail-App zurückgekehrt, denke da aber über Alternativen nach.

Beim Thema Schrittzähler habe ich Google Fit und die oben sichtbare Schrittzähler-App installiert. Google Fit leidet darunter, dass die Entwicklung eingestellt ist und die App "lügt". Die Schrittzahl zwischen dem Smartphone meiner Frau und meinem Gerät weicht voneinander ab – mein Smartphone schummelt und meldet weitere Strecken. Die Schrittzähler-App aus dem FDroid-Store stürzt regelmäßig ab und meldet dann wiederum zu kurze Strecken. Keine der Lösungen ist das "Gelbe vom Ei".  Aber die Google Fit-App ist noch die Beste.

In obigem Screenshot sind die grünen Icons von der Kontakte-, Telefon-, Fotos- und Kamera-Apps zu sehen. Es sind alles Apps aus dem FDroid-App-Store.

  • Mit der Kontakte-App bin ich bisher voll zufrieden, die macht genau das, was ich erwarte. Die Google Kontakte-App ist deaktiviert.
  • Die Telefon-App hat sich bisher auch als zuverlässig erwiesen. Vielleicht deaktiviere ich demnächst die Google Telefon-App – bei den wenigen Anrufen, die ich erhalte, bin ich noch unsicher, ob ich den Schritt wage.
  • Die Fotos-App von Google ist inzwischen auch deaktiviert, ich verwende nur noch die Fotos-App aus dem FDroid-App-Store. Keine nervigen Aufforderungen mehr, die Fotos in der Google Cloud zu sichern. Und die KI-Gimmicks ind er Fotos-App sind auch weg.
  • Die Kamera-App aus dem FDroid-App-Store verwende ich abwechseln mit der Motorola Kamera-App. Hier habe ich gesehen, dass die FDroid-App die Fotos direkt unter DCIM speichert.

In obigem Screenshot des Startbildschirms ist noch die Chromite-Browser-App zu sehen. Hier bin ich noch am Testen, ob ich die Google Chrome-App durch Chromite ersetze. Beim Datei-Manager bin ich am Ende des Tages wieder bei der Google-App gelandet, da die von mir getesteten Android-Apps aus dem FDroid-Store immer irgendwelche Bugs und Fehler hatten. Bezüglich Messenger bin ich mit Threema und Signal unabhängig von Metas WhatsApp oder irgendwelcher Google und Microsoft Lösungen. Als Authenticator verwende ich die Proton Authenticator-App. Und zur Navigation beim Wandern verwende ich gerne Organic Maps, OsMand und weitere OSS-Lösungen. Das Ganze zeigt aber, dass es nicht so einfach ist, sich von Google und seinen Apps zu lösen.

Wie steht es um das Thema Sideloading?

Google plant, dass alle Android-App-Entwickler sich gegenüber dem Unternehmen identifizieren müssen, um die App künftig noch unter zertifizierten Android-Geräten ausführen zu können. Hintergrund sind angeblich Sicherheitserwägungen, aber das wäre dann der Tod für alternative App-Stores wie FDroid.

Ich hatte das Thema erstmalig im August 2025 im Beitrag Google verlangt von Android-App-Entwicklern eine Identifizierung angesprochen. Google will überprüfen, wer der Entwickler ist, aber nicht den Inhalt seiner App oder deren Herkunft. Nach massiven Protesten ist Google etwas zurückgerudert und es soll nun eine Ausnahme für "erfahrene Android-Nutzer, die das Risiko von Apps aus unbekannten Quelle abschätzen können", geben.

Das wurde im Beitrag Android-Entwicklerregistrierung: Google rudert ein bisschen zurück von mir angesprochen. Aber das Thema ist nicht vom Tisch und es droht latent das Riskio, dass Google in Android das Sideloading abdreht.

Ein Bündnis aus 37 Organisationen hat Google die Tage in einem offenen Brief aufgefordert, die geplante Identifikationspflicht für App-Entwickler beim Sideloading zu stoppen. The Register hatte das Thema in diesem Beitrag aufgegriffen. Golem hat den Sachverhalt die Woche in diesem deutschsprachigen Beitrag aufbereitet.

Alternativen täten Not

Vor diesem Hintergrund befasse ich mich daher hier so ganz vage seit einiger Zeit mit Alternativen wie LineageOS & Co., Sail OS für das Jolla-Phone, und Ubuntu Touch, sowie Volla Phone.  Problem ist, dass es immer funktionale Einschränkungen gibt und diese Alternativen oft nur auf bestimmten, oft (aus meiner Sicht) recht teuren Smartphones laufen. Vielleicht lege ich mir mal ein refurbished Google Pixel Smartphone zu, um mit solchen Smartphone-OS-Alternativen zu experimentieren.

Wie geht ihr diese ganze Geschichte an? Setzt ihr auf alternative Smartphones wie Jolla oder Volla? Kommt bei euch eine Android-Alternative zum Einsatz? Tauscht ihr Apps auf dem Android-Smartphone aus?

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8 Kommentare zu Digital Independence-Day (März 2026): Android-Apps von Google ersetzt

  1. Bernd Bachmann sagt:

    Habe ein iPhone, aber die Problematik ist grundsätzlich natürlich die gleiche, auch wenn es keinen (brauchbaren) alternativen App-Store gibt.

    Bei mir:

    * Brave statt Safari. Grund: Werbeblocker.
    * OsmAndMaps statt Apple Maps. Gründe: Die Karten sind einfach viel besser, insbesondere, wenn man nicht nur an Straßen, sondern auch an Wanderwegen interessiert ist. Und: Karten können auch offline genutzt werden, was zumindest im Ausland einen enormen Vorteil bietet.
    * Joplin statt Notes. Gefällt mir einfach besser.
    * Yomu statt Books. Dito.
    * Flacbox statt Music, weil Apple immer noch nicht begriffen hat, dass man Audio-Dateien nicht zwingend nach „Artist", „Album" und „Song" sortieren möchte. Und weil man zum Datenaustausch mit dem (Linux-)PC das nervige iTunes nicht braucht.
    * VLC statt… ich weiß nicht einmal mehr, wie der Apple-Video-Spieler überhaupt heißt. Grund auch hier, dass man kein iTunes braucht.
    * ProCam statt Camera. Weil ich damit auch .DNG-Dateien bekomme, die bei Apples total unbrauchbarer Jpg-Engine zwingend erforderlich sind, wenn man Fotos mit realistischen Farben und Kontrasten möchte.
    * Softmaker Office statt Apples Alternativen. Ist einfach viel besser.
    * Messager ist Line (angeblich mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung), einfach weil die (meist in Asien beheimateten) Personen, mit denen ich einen Nachrichtenaustausch pflege, eben Line verwenden.
    * Kein Ersatz für Mail. Hat jemand einen Tipp für ein Mailprogramm, das PGP kann?

    Nicht alle der genannten Alternativen sind kostenlos, und OpenSource sind die wenigsten.

    • Devon sagt:

      Nach vielen Jahren versuche ich seit vergangenem Wochenende mein Glück wieder bei iOS. Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass die meisten meiner (gekauften) Apps entweder gar nicht mehr vom aktuellen iOS unerstützt werden viele Alternativen nun mit Trackern "verseucht" sind und / oder ein Abo von mir verlangen.
      Anfang des Jahres habe ich es mit LinageOS versucht. Für die Basics hat es tatsächlich gereicht und ich war sehr erstaunt, wie lange nun mein Akku hält. Doch sobald es etwas "exotischer" wurde mit meiner Anforderung (Sporttracking, Navigation, etc.), wurde es auch schon mühsam, die korrekte App zu finden.
      e/OS habe ich nun entgültig zur Seite gelegt, wobei mir der Komplettumfang wie die E-Mail-Adresse, der Kalenderabgleich usw. sehr gut gefallen haben.
      Es ist schwierig, Jolla wäre vermutlich eine Alternative oder Ubuntu, aber irgendwann fehlt mir auch die Zeit, ständig mit irgendwelchen Devices "herum-zu-frickeln".

  2. Helmut-H sagt:

    Hallo zusammen,

    meine Frau und ich nutzen gerne den cx Datei Explorer.
    https://play.google.com/store/apps/details?id=com.cxinventor.file.explorer&hl=de
    Freigaben vom NAS usw. lassen sich leicht einbinden.

    Ansonsten verwende ich ebenfalls einige Alternativen zu den Google-Apps aus dem F-Droid Store:
    – Heli Board – https://f-droid.org/de/packages/helium314.keyboard/
    Anpassbare quelloffene -Offline- Tastatur

    – Free OTP+ – https://f-droid.org/de/packages/org.liberty.android.freeotpplus/
    Verbesserter Fork von FreeOTP – Eine funktionsreiche App zur 2FA-Authentifikatio

    – Radio Droid – https://f-droid.org/de/packages/net.programmierecke.radiodroid2/
    Internetradiosender durchstöbern und streamen

    – Zapp – https://f-droid.org/de/packages/de.christinecoenen.code.zapp/
    Deutsche Video-Streams von öffentlich-rechtlichen Sendern

    – New Pipe – https://f-droid.org/de/packages/org.schabi.newpipe/
    Schlanke YouTube-Oberfläche

    – DAVx⁵ – https://f-droid.org/de/packages/at.bitfire.davdroid/
    CalDAV/CardDAV-Synchronisierung und -Client
    zur Sycronisierung mit unserem Baikal-Server auf dem NAS.

  3. paxi sagt:

    ja, Brave ist mein alternativer Browser
    oder Firefox mit noscript-erweiterung
    mapy.com aus .cz eine geniale Karten-app, leider Vollversion kostenpflichtig
    MyPhoneExplorer – sehr gutes Tool
    K9-mail perfekt
    alternativen oder gerootete Geräte haben ja meist Probleme mit Finanz- oder ähnlichen Anbietern

  4. Frank M. sagt:

    Kalender: acalendar+
    Kontakte: DW Kontakte + Telefon
    ToDo: Tasks.org
    Sync von Kalender und Kontakten mit Nextcloud: Davx5
    Mail: Fairemail, kann meines Wissens auch PGP
    VLC, Joplin wurden bereits erwähnt.
    Wetter: Breezy Weather, da sind die Play Store Apps besonders mit Trackern angereichert
    Tastatur: HeliBoard und Anysoft Keyboard
    Newpipe statt Youtube
    Threema Libre für Messaging

  5. Frank sagt:

    Nachdem die ganzen Apps von SimpleMobileTools ja an einen Werbetreibenden veräußert wurden, gibt es die Apps ja als FOSS über F-Droid unter dem Namen FossifyOrg (https://github.com/FossifyOrg). Da ist schonmal grundlegendes dabei: Phone, Kontakte, Kalender, Nachrichten, Notizen, Kamera, Taschenlampe, Tastatur, Uhr, Paint, Music Player, Dateimanager, Launcher, Gallerie, Taschenrechner

    Damit kann man sich grundsätzlich von den Google Apps lösen, allerdings sind die auf den nicht gerooteten Geräten meist ja immer noch drauf, mitunter aber wenigstens über ADB "entfernbar".

  6. Alter Sack sagt:

    Noch ein paar Vorschläge aus FDroid:
    OSMAnd+ statt Google Maps. Großer Vorteil sind das Herunterladen der Karten, so dass sie Offline zur Verfügung stehen. Sehr detaillierte Karten zum Wandern und Radfahren, weit besser als alles, was Google zur Verfügung stellt.
    FairEmail als Mail-App. Hat allerdings den Nachteil, schier unendliche Optionen für die Konfiguration zu haben, man muss sich einarbeiten. HTML-Mails sind da übrigens aus Sicherheitsgründen standardmäßig deaktiviert, kann man sich allerdings natürlich anschalten. Schnelle und kompetente Hilfe bei Problemen.
    Wer ein Posteo- oder GMX-Mailkonto hat, kann Adressbuch und Kalender von Google dorthin verschieben und mit Tasks und DAVX5 auf einem Androidsmartphone synchronisieren. Auf dem Desktop erledigt man das dann über Thunderbird. Ich synchronisiere nur noch die Anzeige der Feiertage über Google, dafür ist es gut genug!

  7. Roman sagt:

    Hier noch 2 Tipps von meiner Seite:
    – Aves: Gallerie-App mit vielen Funktionen
    – CoMaps: Karten-App auf Basis von OSM, auch Offlinenutzung möglich
    Liebe Grüsse aus der Schweiz!

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