WTF am Montag: 40 DDR-RAMs für 100 $ gekauft; Linux braucht Altersverifikation in Kalifornien

Stop - PixabayZum Wochenstart noch zwei "what the fuck" (WTF)-Meldungen, die mir die Tage untergekommen sind. Ein Nutzer behauptet, von Amazon eine Box mit Rücksendungen für 100 US-$ gekauft zu haben, und fand darin 40 DDR-RAM-Kits (16 GByte). Und in Kalifornien gibt es ein Gesetz zur Altersverifikation, dass auch Linux zu einer solchen Funktion verdonnert. Ein Hersteller von Taschenrechnern zieht sich nun aus diesem US-Staat zurück.

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Manche Meldungen sind so skurril, dass ich immer noch nicht sicher bin, ob das nicht alles ein großer Fakt ist. Daher die folgenden Infos unter der Prämisse, dass nicht alles erstunken und erlogen ist und lediglich aktuelle Entwicklungen arg überspitzt aufs Korn genommen werden.

Schnäppchen mit Amazon-Rückläufer-Palette gemacht

So ganz spontan hat mich die folgende Meldung in meine Zeit auf der Berufsaufbauschule Mitte der 70er Jahre zurück gebeamt. Wir, ein Haufen frisch gebackener Facharbeiter mit Gesellenbrief drückten wieder die Schulbank, um mittlere Reife und Fachhochschulreife nachzuholen, um dann ein Studium zu absolvieren und "anständige Menschen" zu werden. Konnte ja keiner ahnen, dass ich mal als Taugenix und Blogger enden würde. Mein Banknachbar hatte immer den Schalk im Nacken, und als die "Blase" mal wieder in der Kantine eines nahen Einkaufszentrums zum Mittagessen saß, meinte der Mann "So ein riesen Schnitzel, mit einem Berg an Pommes, und ein Bier, alles für 5 Mark Fuffzig", und machte entsprechende Handbewegungen, um die Größe anzudeuten. "Wo, wo, wo", scholl es aus der Runde und von den umliegenden Tischen. Der Nachbar grinste, "wenn ich dat wüsste, ginge ich sofort hin". Na ja, Willi ist ein anständiger Ingenieur geworden, der der Bundesbahn viele Schallschutzwände im Rheintal über seine Ingenieurfirma verkauft hat.

Szenenwechsel: Ich hatte ja hier im Blog über die Verwerfungen durch die KI-Blase und den rasant steigenden Preisen für RAM-Bausteine und SSD-Speicher berichtet. Teilweise bekommst Du die Teile nicht mal, weil Knappheit herrscht. Da dürften auch Fake-Angebote bald auf dem Markt lauern. Aber es gibt sie wohl, die unerwarteten Schnäppchen.

Amazon-Box mit SSD-RAMs

In obigem Tweet heißt es, dass jemand eine Amazon-Return-Palette für 100 US-Dollar gekauft habe. Das sind verschlossene Boxen, in denen Amazon Rückläufer von Bestellungen zusammen packt und dann für einen Fixpreis als "Überraschungspaket" an willige Käufer los schlägt. Man kann schon mal Smartphones finden, aber es könnte auch eine Kiste mit Socken oder anderen Klamotten sein. Gemäß obigem Tweet staunte der Käufer beim Öffnen der Papp-Box nicht schlecht, als er 40 DDR-RAM-Kits im Wert von 7.000 US-Dollar vorfand. Der Käufer hat da wohl den Jackpot bekommen, wie wccftech.com in diesem Artikel schreibt.

Falls jemand nun fragt: "Wo gibt es diese Paletten von Amazon mit den RAM-Kits drinne" – denkt an meine Eingangsgeschichte aus meiner BAS-Zeit – wenn ich das wüsste, ginge ich glatt hin, würde mir fünf Paletten kaufen und das Zeug verticken. Aber man wird ja noch mal "träumen" dürfen.

Obwohl, einen hab ich noch: Heute hat es in den Städten 1 Euro-Läden, wo solche Aufkäufe dann vertickt werden – aber da siehst Du, was Du an Ramsch kaufst. Ende der 70er Jahre habe ich mich schon als Student schon mal bei "Knall auf Fall" in Quadrath-Ischendorf (fast so lautmalerisch wie Großenkneten, wo Stefan Remmler mit Trio residierte) herumgetrieben und mit Werkzeug eingedeckt. Den Spontankauf eines Ostfriesen-Nerzes sowie eines Paars Gummistiefel habe ich heute noch. Damals hatten wir noch keine Ahnung, was RAM-Bausteine sind – ich habe damals noch in "Fädelspeichern" und Hollerith-Lochkarten gedacht. Waren wilde Zeiten, und es konnte keiner ahnen, dass wir bald wieder dahin zurück kehren.

Kalifornien, Linux und die Altersverifikation

Im US-Bundesstaat Kalifornien wurde das Gesetz AB 1043 verabschiedet, welches ab Januar 2027 eine Altersverifikation bei der OS-Installation verlangt. Ziel ist es, aus Gründen des Jugendschutz bestimmte Altersgruppen vor schädlichen Online-Inhalten zu schützen. In Deutschland wird dies durch eine Altersfreigabe für Spiele oder Software geregelt.

Das Gesetz in Kalifornien (Colorado führt etwas ähnliches ein) hat die Vorstellung, dass durch die Altersverifikation bei der Betriebssysteminstallation bei der App-Installation Prüfungen des Alters durchführen und ggf. die Installation sperren lassen. Das Gesetz gilt für alle Systeme, auch Windows oder Linux. PC Gamer hatte dieses Thema vorige Woche hier aufgegriffen.

Altersverifikation in Linux

Das Ganze führt zu Debatten in der Linux-Community, weil es als sinnlos angesehen wird und auf Durchsetzbarkeitsprobleme hinaus läuft. Es fehlen zentrale Account-Setups, und viele Installationen laufen headless oder offline, ohne menschliche Interaktion ab.

Open Source-Rechner

Mir ist in diesem Kontext noch obiger Tweet untergekommen. Ein Entwickler hat eine Open Source Calculator-Firmware DB48X für die HP48-Familie geschrieben, die die Funktionalität und Benutzbarkeit dieser Geräte verbessert. Da die auf GiHub angebotene Software möglicherweise als Betriebssystem gesehen werden könne, und er definitiv keine Altersverifikation einbauen will, willder Entwickler diese Firmware in Kalifornien nicht anbieten. Irre Zeiten, oder?

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10 Kommentare zu WTF am Montag: 40 DDR-RAMs für 100 $ gekauft; Linux braucht Altersverifikation in Kalifornien

  1. Magnus sagt:

    Soweit ich das noch verstanden habe hat Gavin Newsom der Gouverneur von Kalifornien das Gesetz bereits letztes Jahr im Oktober im Geheimen durchgedrückt. Der Lunduk Journal hat vor ca 5 Tagen davon berichtet worauf ausgerechnet PC-Gamer das aufgegriffen hat. Vorher ist das keinem Aufgefallen. Seit dem geht alles drunter und drüber und ich glaube MidnightBSD hat Kalifornien die Nutzungsrechte/Lizenz mit Wirkung zum 1.1.2027 entzogen.

  2. Andi sagt:

    Altersverifikation beim OS installieren? Da merkt man wieder: Da haben Bürokraten ein Gesetz geschrieben, die absolut keine Ahnung von der Materie haben, für welche sie da Gesetze schreiben. Die Menschheit und besonders die Politik wird von Tag zu Tag immer verrückter.

  3. noway sagt:

    Wie soll denn das in der Praxis überhaupt funktionieren, egal nun, ob Windows, Mac oder Linux? Bei der Installation eines Betriebssystem muss das Alter nachgewiesen werden – welchen Einfluss soll das bitte darauf haben, wie alt die Person ist, die das Gerät dann nutzt?

    • Anonym sagt:

      Ohne persönliche Digitale ID kein Login/Nutzung mehr, dahin führt die Reise. Ohne gibt es dann einfach gar keinen Internetzugang mehr, fertig.

    • Daniel A. sagt:

      Die denken offensichtlich nur noch an Smartphones und Co. Da hat ja das Gerät genau einen Besitzer und damit Benutzer, den man bei der Installation/Ersteinrichtung zu einem Altersnachweis drängeln kann. Bei Geräte, die mehrere Benutzer haben können (PCs und Laptops) oder auch gar keine (wie die angesprochenen Server, Router, Switches und co.) macht das natürlich genau 0 Sinn.

  4. R.S. sagt:

    Solche Gesetze können nur von Leuten kommen, die von Computern etc. keinerlei Ahnung haben.
    Und die Idee hinter diesem Gesetz ist schon Unsinn:
    Installiert jemand, der älter als 18 ist, das OS für jemanden, der noch keine 18 ist.
    Danach findet ja keine Altersverifikation mehr statt.
    Oder Computer werden in Kalifornien nur noch mit vorinstalliertem OS verkauft.
    Da das OS außerhalb Kaliforniens intalliert wurde, ist da auch keine Altersverifikation Pflicht.

  5. Anonym sagt:

    Dann wird das Santa Clara Tal wieder zum Obstkorb der VSA. Mit was anderem scheint der Typ sich nicht auszukennen.
    Wer da wohl das Gesetzt geschrieben hat?

  6. mw sagt:

    Es ist doch erst der 1. März gewesen. Die haben sich wohl im Datum um einen Monat vertan. Welchen Matsch muß jemand in der Birne haben, um so einen Sch … äh Quatsch zu machen. Ist jetzt ganz Amerika nach dem großen Vorbild POTUS am verblöden? Da ist es wirklich sinnvoll, staatlichen Stellen die Nutzung von GNU/Linux komplett zu verbieten. Ich kann mir diese Satire einfach nicht in der realen Welt vorstellen.

  7. robbi sagt:

    Kleiner Hinweis:

    Die Firmware ist NICHT für die (gelockte) HP42 Serie,
    sondern für die Swiss Micro 32 und 42 Serien.

  8. Steter Tropfen sagt:

    Soweit ich das mitbekommen habe, soll die Altersverifikation bei jedem erzeugten Benutzerkonto verlangt werden. Also einfach irgendwen mit der Installation beauftragen reicht nicht, um das zu umgehen.
    Aber irgendwann wird es sowieso darauf hinauslaufen, dass anhand maschineller Gesichtserkennung oder sonstiger Biometrie sekündlich erfasst wird, wer gerade am Rechner sitzt, und danach richtet sich dann, was derjenige dort machen darf.

    Das kalifornische Gesetz droht mit Strafen von „bis zu" 7.500 $ je nicht erfasstem User – „bis zu" heißt: abhängig von der Verbreitung des Betriebssystems. Diese Maximalstrafe würde also für Windows gelten. Linux-Distributionen kämen im Vergleich dazu sicher mit einem symbolischen Cent-Betrag davon…

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