Noch ein Nachtrag von dieser Woche: Die bekannte Plattform für Ankäufe, cleverbuy.de, ist zahlungsunfähig und hat Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsführer ist inzwischen wohl in Haft und es liegen Tausende Anzeigen gegen den Betreiber vor. Damit geht eine sich lange abzeichnende Entwicklung zu Ende.
Die Plattform Cleverbuy
Cleverbuy war eine Plattform, die gebrauchte Elektronik aufkauft und dann an Interessenten weiter verkauft. "Clever Technik kaufen und verkaufen.
Für deinen Geldbeutel und die Umwelt." ist der Werbespruch auf der Webseite. Geworben wurde mit 18 Monaten Garantie.
Unter "Geräteprüfung und Auszahlung" hieß es: "Wenn dein Gerät bei uns angekommen ist prüfen wir, ob es mit deinen Angaben übereinstimmt. Dann ist auch schon Payday! Wir überweisen dir dein Geld direkt auf dein Konto." Hörte sich alles sehr gut an – nur bekamen die "Verkäufer" ihr Geld nicht.
Warnung vor Cleverbuy bereits 2024
Ich habe mal im Blog geschaut, im November 2026 ist der Beitrag Verbraucherzentrale warnt vor Cleverbuy – Auszahlungen stocken erschienen. Anlass war eine Warnung der Verbraucherzentralen vor dieser Plattform.
Auf der Webseite der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hieß es unter Warnung vor Cleverbuy: Auszahlung lässt auf sich warten, dass die Website der Ankaufplattform Cleverbuy zwar mit "Clever Technik kaufen und verkaufen" wirbt. Nicht so clever sei aber die oft lange Zeit, die verstreiche, bis Nutzer ihr Geld für verkaufte Smartphone und Co. ausgezahlt bekommen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) warnte daher vor diesem Anbieter. Ab da musste eigentlich für jeden Informierten gelten "Finger weg".
Cleverbuy ist insolvent
Es ist etwas an mir vorbei gegangen, die Cleverbuy GmbH hat diese Woche Insolvenz angemeldet. Ein Blog-Leser hat mich auf Facebook per Direktnachricht auf diesen Beitrag vom 27. April 2026 auf Wortfilter hingewiesen.
Mark Steier hat die relevanten Informationen zusammen gefasst. Die in Krefeld ansässige Plattform zum Ankauf gebrauchte Elektronik hat den Geschäftsbetrieb "mit sofortiger Wirkung" eingestellt und einen Insolvenzantrag gestellt. Die Webseite cleverbuy.de zeigt beim Aufruf die nachfolgende Meldung.

Die Cleverbuy GmbH habe aus rechtlichen Gründen den Geschäftsbetrieb eingestellt. Es werden Zahlungsprobleme genannt, und der Ankauf von Geräten ist beendet. Marc Steier schreibt, dass die Staatsanwaltschaft dem Unternehmen gewerbsmäßigen Betrug und strafbare Kennzeichenverletzung vor wirft. Hintergrund ist, dass mehr als 1.000 Strafanzeigen von "Kunden" vorliegen, wie heise hier berichtet. Aber auch Apple und Samsung haben wohl Anzeige erstattet (daher mutmaßlich der Vorwurf der "strafbare Kennzeichenverletzung"). Laut Artikel sitzt der Cleverbuy-Geschäftsführer, Karl-Heinz Joschko, in Untersuchungshaft, begründet wird dies wohl mit Wiederholungsgefahr.
Eine Insolvenzbekanntmachung scheint bei Insolvenzgericht in Krefeld bis zum 27.4.2026 nicht offen gelegt worden zu sein. Erst zum 30.4.2026 erfolgte die Insolvenzbekanntmachung zur cleverbuy GmbH beim Insolvenzgericht in Krefeld (500 IN 113/26).
Vorläufiger Insolvenzverwalter ist meinen Informationen nach, basierend auf Angaben aus der Facebook-Gruppe, aber Rechtsanwalt Dr. Christian Holzmann, Johannstraße 37, 40476 Düsseldorf.
Auf Facebook gibt es eine Gruppe Geschädigter, wobei diese höchstens versuchen können, ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anzumelden – in der Hoffnung, dass noch ein wenig Masse vorhanden ist, die unter den Gläubigern aufgeteilt wird.




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