GitHub-Drama 2: Kostenexplosion bei Copilot seit 1. Juni 2026

CopilotSeit dem 1. Juni 2026 hat Microsoft seine Microsoft GitHub Copilot-Nutzung auf "Token-based" Billing umstellt. Ich hatte im April 2026 berichtet, war mir aber nicht so wirklich klar, wie sich das auf die Kosten auswirkt. Gestern sind mir dann die ersten  Tweets untergekommen, wo Entwicklern bereits am 1. Juni 2026 die Budgets für die Copilot-Nutzung abgefackelt wurden. Kleiner Blick auf die Sachlage in diesem Bereich, wie sie sich mir gerade darstellt. Scheint für einige Nutzer ziemlich überraschend gekommen zu sein.

Kurzer Rückblick auf die Ankündigung

Ich hatte zum 24. April 2026 im Beitrag Microsoft stellt GitHub Copilot ab Juni 2026 auf "Token-based" Billing um über das Thema berichtet. Ich hatte mich im Artikel auf die Informationen von Ed Zitron aus nachfolgendem Tweet bezogen, die dann später durch Microsoft bestätigt wurden.

GitHub Copilot Billing

Microsoft stellte die Abrechnung für GitHub Copilot-Abonnenten zum 1. Juni 2026 auf ein tokenbasiertes Modell um.

  • Copilot Business-Geschäftskunden zahlen 19 US-Dollar pro Nutzer und Monat und erhalten 30 US-Dollar an gepoolten AI-Credits.
  • Copilot Enterprise-Geschäftskunden zahlen 39 US-Dollar pro Monat und Nutzer und erhalten 70 US-Dollar an gepoolten AI-Credits.

Die oben genannten Preise (30 $ in Tokens bei 19 $  Monatsabo bzw. 70 $ in Tokens bei einem Monatsabo von 39 $) gelten nur für den Aktionszeitraum Juni, Juli und August 2026. Danach erhalten Abonnenten Tokens im Wert des Abonnements, also 19 oder 39 US-Dollar. Die offizielle Ankündigung GitHub Copilot is moving to usage-based billing findet sich auf Github (siehe auch GitHub: Umstellung auf "Token-based" Billing ab 1. Juli 2026 angekündigt). Ich hatte vage nur "es wird teuer" geschrieben, weil ich kein Gefühl dafür habe, wie viele Token eine Entwickler bei der Nutzung verbraucht.

Böse Überraschung zum 1. Juni 2026

Mir sind die Nacht erste Tweets zu "bösen Überraschungen" beim Copilot-Billing auf GitHub unter die Augen gekommen. Nachfolgender Tweet fasst einige "Eindrücke" der GitHub Copilot-Nutzer zusammen.

GitHub Token Costs

Der X-Kanal Hedgie fasst einiges in nachfolgendem Tweet zusammen. Statt einer Flat-Rate für Pro+-Abonnenten von 39 US-Dollar pro Monat erleben die Nutzer nun eine Kostenexplosion.

GitHub Token Costs

Pro+-Abonnenten (mit 39 Dollar Abo im Monat), berichten, dass 60 % ihrer Credits bei normaler Nutzung innerhalb von zwei Stunden aufgebraucht sind. Ein Nutzer verlor laut obigem Tweet 20 % seines Kontingents durch die Überprüfung einer einzigen Datei, ohne dass Codeänderungen vorgenommen wurden. Ein anderer erreichte sein monatliches Limit, noch bevor der 1. Juni 2026 angebrochen war.

Unternehmen mit gemeinsamen Token-Pools hätten keine Möglichkeit, die individuelle Nutzung einzusehen, sodass ganze Teams abgeschnitten werden, wenn eine Person eine ressourcenintensive Abfrage ausführt, heißt es. Nutzer kündigen ihre Abonnements und wechseln zu Claude Code und Codex. In den GitHub-Community-Foren brodelt es, schreibt Hedgie.

Ed Zitron hat in diesem Artikel einige Gedanken und Stimmen zu obigem Sachverhalt zusammen getragen. Hier einige verlinkte Berichte im Original-Ton – basierend auf reddit.com-Posts Betroffener:

Flat-rate AI-Abonnements waren eine subventionierte Sache, um die Leute anzufüttern. Eigentlich hat das irgendwie jeder gewusst. Nun hat Microsoft auf GitHub bei der Copilot-Subvention "den Stecker" gezogen und die Firmen verbrennen nun richtig Kohle. Das Problem bringt Hedgie in obigem Tweet auf den knappen Punkt: Viele Unternehmen ihre Strukturen bereits auf diese Tools ausgerichtet. Sie haben Personal abgebaut und den verbleibenden Entwickler gesagt, sie sollten Copilot benutzen. Diese Unternehmen sind nun von einem Tool abhängig, dessen Kosten plötzlich unvorhersehbar geworden sind und dessen Nutzen sich völlig verändert, wenn man die Eingabeaufforderungen rationieren muss, um das Budget nicht zu überschreiten.

Die oben erwähnte "dann wechsele ich von Copilot auf Claude Code"-Geschichte wird den Betroffenen ebenfalls auf die Füße fallen. Denn dort explodieren die Kosten auch gerade, weshalb Microsoft die Nutzung von Claude Code intern einstellt und die eigenen Entwickler auf Copilot zurück schiebt. Wir werden die Tage einen netten Shake-out erleben, schätze ich mal.

Artikelreihe:
GitHub-Drama 1: Sicherheitsforscher veröffentlicht 0-Day-Schwachstelle
GitHub-Drama 2: Kostenexplosion bei Copilot seit 1. Juni 2026

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9 Kommentare zu GitHub-Drama 2: Kostenexplosion bei Copilot seit 1. Juni 2026

  1. Stephan sagt:

    Immer das Gleiche: erst mal einen Vendor-Lock-In schaffen und dann kassieren.

  2. viebrix sagt:

    Wenn man gar keinen Agenten verwendet – sondern Copilot als Chatbot. Wenn dieser dann zu halluzinieren beginnt. Da verbrennt man schon extrem viel Geld/Tokens bis man den wieder auf Spur gebracht hat.
    Das ist sicher ein Schritt, der das ganze Thema in die Realität zurückholen wird. Aus Luftschlössern, werden Löcher im Budget und das mag kein Unternehmen.
    Kurzfristig wird man von einem Anbieter zum nächsten wechseln – und es wird Angebote geben um die Kunden abzuwerben. Längerfristig wird man dann von "lokalen" Modellen sprechen, die aber auch in der Cloud laufen werden. Bei den steigenden Cloud Preisen wird das auch zu viel kosten und qualitativ wesentlich schlechter sein. Da wird dann die Blase platzen…
    Edit: Aufschub könnte es noch geben, wenn chinesische Anbieter einspringen und subventioniert günstige Abos anbieten. Schließlich würde es den Asiatischen Bereich wahrscheinlich am stärksten treffen so laut meinem Gefühl (keine Fakten) wird dort KI zum Coden am intensivsten genutzt.

  3. Joerg sagt:

    Bekommt man denn eine Belegbare und Nachweisebare Auswertung, was alles einen Token verbraucht hat?

  4. R.S. sagt:

    Das immer gleiche Schema:
    Erst mit billigen Preisen anfüttern und wenn die Leute dann in die Falle getappt sind, die Preise hochschrauben.

  5. Frischling sagt:

    Fände ich gut! Wenn Unternehmen zu spüren bekämen, das diese abstruse KI-Technik als Ersatz für natürliche Intelligenz auch einen erheblichen Kostenfaktor darstellt! Zumal unsere wirtschafts-EXTREMISTISCHEN Politiker ständig sagen, die Leute sollen mehr Arbeiten … wo denn, wenn sie gekündigt und durch Technik ersetzt werden?

    Fände es auch mal interessant, zu sehen, welche Politik eine KI-Regierung machen würde? Man könnte die zig Milliarden für all die überflüssigen "Berater"-(Firmen) und "Experten"-Kommissionen etc. Einsparen. Zumal von deren Seite sowieso der immer gleiche schwachsinnige Mist vorgetragen wird: Steuern für Reiche (Unternehmen) senken und den Sozialstaat reduzieren. Da ist keine Rede von mehr Effizienz, weil dann ließen sich ja weniger Gewinne auf Kosten von Kranken, Pflegebedürftigen, Mietern usw. machen … das System der "Idioten-Republik" macht's möglich.

    Der künstlichen Idiotie wünsche ich gute Besserung. Aber so lange die nur auf Wahrscheinlichkeiten basierende Entscheidungen beim Durchforsten riesiger Datenmengen trifft, kann man da halt nicht von "Intelligenz" reden! "Interessant" (gefährlich) wird es erst, wenn das Zeug tatsächlich in Echtzeit lernfähig ist und vom Code der KI-Programmierer unabhängige, ganz und gar eigene Schlüsse zieht.

    • viebrix sagt:

      Ich möchte Deine Aussage nicht kritisieren, aber es würde mich einfach sehr interessieren, wie Du Intelligenz definieren würdest.
      mich beschäftigt das seitdem die GPT-Bots ein Reasoning eingebaut haben. Laut Turing Test würde ich pers vermutlich einen Chatbot als intelligent einstufen. (abgesehen von den Emicons und manchmal die Sprachwahl, die ihn verraten.

  6. Anonym sagt:

    Das ist erst der Anfang. Wenn die Preise eines Tages auf die wirklich realen Kosten der aktuellen "KI" hochgehen werden, wird das zig aktuelle "KI" Geschäftsmodelle aus dem Markt kegeln.

  7. MaxM sagt:

    Es ist ja nicht so, dass die genutzten Token keinen Mehrwert für das Unternehmen/den Programmierer bringen. Ich mag nicht gerade BWLer und Controller. Aber jetzt können sie mal zeigen, was sie können ;-): +x % mehr Produktivität versus Tokenkosten, dann wird sich schon das wirtschaftliche Gleichgewicht finden.

  8. Tomas Jakobs sagt:

    Mein Mitleid hält sich in sehr starken Grenzen ;-)
    Poppcorn… ich brauche mehr Poppcorn…

    in the meantime arbeite ich mit der eigenen Forgejo Git-Instanz mit einzelnen Opensource Projekten auf Codeberg.

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