Mir ist gerade die Information untergekommen, dass Microsoft bei Office-Paketen für macOS (und iOS) die Funktionalität ab dem 13. Juli 2026 reduziert, falls diese nicht aktualisiert wurden. Das betrifft zum Beispiel Microsoft Office 2019 for Mac. Hintergrund ist, dass ab dem 13. Juli 2026 Zertifikate auslaufen, mit denen die Lizenzierung geprüft wird. Es wird auch kein Update zur Zertifikatserneuerung geben.
Eine erste Meldung
Ich stecke in diesem Bereich nicht so tief drin – aber Microsoft hat ja einige Dienste beim Office serverseitig ausgelagert und kappt Funktionen für ältere Office-Versionen (siehe beispielsweise diesen heise-Artikel). Nun herrscht wohl Aufregung unter Apple-Nutzern, wie ich nachfolgendem Tweet entnehme.
Am 13. Juli 2026 wird Microsoft Microsoft Office 2019 für Mac absichtlich unbrauchbar machen, heißt es. Der Ersteller des Tweets betont, dass es wichtig sei, zu beachten, dass es sich hierbei nicht um "abonnementbasierte", sondern gekaufte Software handelt. Mac-Nutzer hätten eine "dauerhafte" (perpetual) Lizenz für Microsoft Office 2019 (zum einmaligen Preis von 149,99 $) erworben, in der Annahme, dass sie diese Software dann für immer nutzen können.
Zum 13. Juli 2026 werde diese gekaufte Software in einen "Modus mit eingeschränkter Funktionalität" versetzt. Dadurch werde allen Nutzern untersagt, neue Dokumente zu erstellen oder bestehende zu bearbeiten. Es gebe absolut keine Entschuldigung für diese Art von zutiefst unethischem Verhalten.
Microsoft-Seite mit Erläuterungen
Ich habe mal ein wenig gesucht, und bin beim consumerrights.wiki und hier auf die Bestätigung und einige weitere Details gestoßen. Der Support für Office 2019 for Mac ist bereits 2023 ausgelaufen – damals hieß es, dass die Nutzer ihre Software zur Dokumentbearbeitung weiter verwenden könnten.
In der Administrator-Dokumentation von Microsoft heißt es: "Microsoft 365-Apps verwenden ein digitales Zertifikat zur Überprüfung der Lizenzierung. Das derzeit verwendete Zertifikat läuft am 13. Juli 2026 ab. Apps, die auf die erforderlichen Mindestversionen aktualisiert wurden, enthalten bereits das erneuerte Zertifikat und funktionieren weiterhin normal. Apps auf älteren Versionen wechseln nach Ablauf des Zertifikats in den Modus mit eingeschränkter Funktionalität." Die erforderlichen Mindest-Builds sind Version 16.83 unter macOS und Version 2.93 unter iOS; diese Builds erfordern wiederum macOS 12 (Monterey) oder höher bzw. iOS 17.0 oder höher.
Ältere Kaufversionen von Microsoft Office for macOS und iOS haben das Problem, dass das Zertifikat am 13. Juli 2026 ausläuft und wohl nicht erneuert wird. Wer einen älteren Mac verwendet, kann aber die Anwendung auch nicht aktualisieren, weil das Betriebssystem nicht mehr unterstützt wird. Das Office-Paket wechselt in den Anwendungen in einen reduzierten Modus, in dem die Dokumente nicht mehr bearbeitet und neu erstellt werden können, so die Interpretation.
Dann habe ich die Microsoft Seite Update Microsoft 365 or Office on your macOS or iOS device mit der Ankündigung gefunden. Im Dokument heißt es, dass ab dem 13. Juli 2026 einige Benutzer möglicherweise feststellen, dass Office-Anwendungen (Word, Excel, PowerPoint, Outlook oder OneNote) zwar Dateien öffnen und drucken können. Es lassen sich aber keine Dateien mehr bearbeiten, speichern oder neu erstellen, da die Anwendungen im "Modus mit eingeschränkter Funktionalität" sind. Dies geschieht, wenn die Unterstützung für Microsoft Office-Anwendungen auf älteren Betriebssystemen oder Geräten nicht mehr fortgesetzt wird. Diese bezieht sich auf:
- Office 2021 for Mac
- Office 2019 for Mac
- Excel for iPad
- Word for iPad
- PowerPoint for iPad
- OneNote for iOS
- Excel for iPhone
- Word for iPhone
- PowerPoint for iPhone
- Microsoft 365 for Mac
- Outlook for iOS
Nutzer haben also nur noch die Möglichkeit, auf neue Versionen der Apple-Betriebssysteme zu wechseln und die Office for Mac oder iOS-Versionen dann zu aktualisieren (irgend etwas mit M365-Abo).
Keine Ahnung, ob dies auch irgendwann unter Windows droht – dort hatte ich ja im Beitrag Supportende für Office 2016 und 2019 im Oktober 2025 ebenfalls über das Ende des Support berichtet. Jemand aus der Leserschaft betroffen? Auf X gibt es den Ratschlag, auf LibreOffice oder Softmaker Free Office etc. zu wechseln. Ob das auf älteren Apple-Betriebssystemen läuft, müssten die Nutzer prüfen.




MVP: 2013 – 2016





Raubkopien sind Diebstahl heißt es zurecht.
Was ist dann das nachträgliche Abschalten von als zeitlich unbegrenzt nutzbar verkaufter Software?
Schalten andere Hersteller dann jetzt nach Supportende auch den BMW, den Geschirrspüler und die Kaffeemaschiene ab?
Was bedeutet das für eine Gesellschaft, wenn marktdurchdringene Großkonzerne das wie selbstverständlich für richtig befinden, und durchsetzen können?
Getreu dem Motto: Wenns Dir nicht gefällt, verklag mich doch.
Schaufelt alle mal nur so weiter.
Tja nun.
– Keine Software verwenden (und schon gar nicht kaufen), die zum Betrieb Zugriff auf das Internet benötigt.
– Software, die zur Installation Zugriff auf das Internet benötigt, nur in einer VM betreiben (die ich erforderlichenfalls auf einen neuen Rechner mitnehmen kann).
– Jeglichen Zugriff der Software auf das Internet nach der Installation sperren, um unerwünschte Updates zu verhindern.
Oder halt sich nicht beschweren, wenn einen die Anbieter nach Belieben verar….en.
Bleibt noch der alte Amiga mit Final Writer und Final Calc, für 99% Endbenutzer Office Bedarf ausreichend.
Man kann LibreOffice für beliebige ältere Versionen für Apple herunterladen – das benutze ich schon immer; ja die leidige, nötigende Dauer-Lizenzprüfung: bei 365 Office wird ja auch die Lizenz mindestens 1 mal pro Woche online geprüft (obwohl damals bei mir angeblich für 1 a bezahlt und freigeschaltet) und wehe, diese Prüfung klappt nicht – schon gibt's read-only-Dokumente… bei Macrium-Reflect X wird sogar die Lizenz bei jedem einzelnen Start online geprüft, obwohl da beim Start dick und fett steht: 3 Jahres Abbo, gültig bis xxx.2029 – und dennoch: keine unmittelbare Prüfung möglich – und schon gibt's keine neuen Backups mehr – ein Grund, warum ich auch hier wieder auf Version 8 runtergegangen bin, trotz bezahltem Abbo – natürlich nachträglich gekündigt. Das Elend kennt keine Grenzen – aber wenn man genug zahlende Schäfchen hat, versuchen kann man es, MfG PS: ich kann nur dringend jedem nahelegen, seine gekaufte Software dennoch 1-2 Wochen OFFLINE zu testen, bevor man sich auf sie einläßt – es kann da böse Überraschungen geben, was die Lizenzprüfung angeht…