GoPro warnt Investoren vor drohender Insolvenz

Der Hersteller von GoPro-Kameras ist in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und schreibt massive Verluste. Die durch KI getriebenen Preissteigerungen für Speicher wirken als Brandbeschleuniger. GoPro warnt Investoren vor einer in Zukunft drohenden Insolvenz.

GoPro ist ein US-Hersteller von Action-Camcordern mit Sitz in San Mateo (Kalifornien). Die Geräte sind klein, wasserdicht und robuster als herkömmliche Videokameras. GoPros werden hauptsächlich im Outdoor und Sportbereich eingesetzt. Für mich sah es so aus, als ob überall GoPros im Einsatz sind und der Hersteller gut im Geschäft ist. So kann man sich täuschen, das Unternehmen steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

GoPro

Das Thema ist mir die Tage auf X untergekommen, obiger Tweet fasst den Sachverhalt nochmals zusammen. GoPro hat laut jüngsten Unternehmensveröffentlichungen für Investoren "erhebliche Zweifel" an seiner Fähigkeit geäußert, seinen Geschäftsbetrieb in den nächsten 12 Monaten aufrecht erhalten zu können. Dann werden einige Kenndaten genannt, die GoPro zu schaffen machen.

  • Der Umsatz des Unternehmens sank im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26 %. Die Umsätze sind zurückgegangen, da der Wettbewerb auf dem Kameramarkt zunimmt.
  • Probleme bereiten die Kosten für Speichermedien, die (bedingt durch den KI-Hype) um 80 % bis 115 % gestiegen sind.
  • Das Unternehmen verzeichnete 2024 einen Verlust von rund 432 Millionen US-Dollar und 2025 einen Verlust von 93,5 Millionen US-Dollar.

Über die letzten zwei Jahre hinweg hat GoPro Verluste von mehr als 525 Millionen US-Dollar angehäuft. Das Unternehmen senkt Kosten und sucht nach Möglichkeiten, seine Finanzlage zu stärken.

Digital Camera World hat es wohl in diesem Artikel erstmals berichtet und beruft sich auf eine am 1. Juni veröffentlichte GoPro Börsenmeldung an die US-Börsenaufsicht, in denen vor "erheblichen Zweifeln an der Fortführungsfähigkeit des Unternehmens" gewarnt wurde, da das Unternehmen mit sinkenden Umsätzen und steigenden Kosten für Speichermedien zu kämpfen hat.

Die GoPro-Actionkameras besitzen intern RAM, der deutlich teurer geworden ist. Zudem müssen die Käufer microSD-Karten erwerben, und deren Preise sind ebenfalls durch die Decke gegangen. So überlegt sich mancher Interessent den Kauf einer GoPro. Golem hatte das Thema bereits die Woche in diesem Artikel aufgegriffen.

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13 Kommentare zu GoPro warnt Investoren vor drohender Insolvenz

  1. Andyt sagt:

    Naja, ich vermute zudem, der Markt ist durchaus gesättigt. Zudem gibt es mittlerweile genügend Alternativen und aus Fernost, häufig zu "Dumping"-Preisen. Zudem ist die Notwendigkeit für einen Kauf so einer Kamera bedeuten gesunken, weil es das (Vor-) Vorgängermodell ebenso tut. Soviel tut sich da nicht mehr. Ist ja bei Smart-TV ja ähnlich.

    1k => 2k => 4k => 5k => 8k – letztere praktisch gesehen => Wozu? Einzelfälle vielleicht ja. Verarbeitung macht 8k aber auch nicht einfacher ;-) . Kenne viele, die nutzen maximal 4k obwohl mehr möglich wäre…

    • Froschkönig sagt:

      Der Einsatzzweck solcher Actioncams ist überschaubar und damit auch der Nutzen. Ich hab so ein 30-Euro-Billigding (also definitiv keine GoPro) mal als Werbegeschenk bekommen und zwei Mal ausprobiert, toll verwackelt weil sich alles in alle Richtungen bewegt, seit dem liegts im Schrank. Mag sein dass die Gopros ein besseres Bild liefern, weniger verwackelt, aber wer schaut sich diese Filmchen da denn an, wie irgendwelche Leute sich da mit ihrem Fahrrad nen Berg runterstürzen. Solche Perspektiven überlässt man den Profis mit richtigen Kameras.

      • Günter Born sagt:

        So ganz würde ich das mit Profis und richtigen Kameras nicht wirklich unterschreiben. Ich oute mich mal, dass ich die ersten Staffeln von "7 versus Wild" geschaut habe. YouTuber Fritz Meinecke hatte diese Serie ja konzipiert und dann auch sehr erfolgreich umgesetzt. Hat mich seinerzeit auch aus Social Media-Sicht interessiert, weil ich mich fragte, wie man ein funktionierendes Konzept umsetzt (habe aber festgestellt, dass das nicht meine Welt ist). Die Protagonisten (alle YouTuber) haben die Außeneinsätze mit GoPros (die sie mit einem Survival Pack, Speicherkarten und Akkus/Powerbanks mit bekamen) gefilmt – das waren durchweg sehr gute Aufnahmen.

        • Bernd Bachmann sagt:

          … zumindest die, die dann tatsächlich gezeigt wurden.

          Ich bin da schon als an Fotografie interessierter Jugendlicher auf die Welt gekommen. Der Vater eines Klassenkameraden hatte einen Bildband über unsere gemeinsame Heimatststadt veröffentlicht. Dessen Bilder tatsächlich meist besser waren, als das, was ich selbst so produziert habe.

          Meine Bewunderung für das Können des Fotografen hat dann allerdings einen deutlichen Dämpfer bekommen, als ich erfahren habe, dass die im Buch enthaltenen ca. 80 Bilder nur die besten von über 10'000 Fotos waren, die tatsächlich aufgenommen wurden.

          • Günter Born sagt:

            Aber das mit der Auswahl sollte imho jedem klar sein, der sich mit Foto oder Video befasst – oder? Wenn ich sehe, wie viele Bilder ich (inzwischen mit dem Smartphone, das ist immer dabei) schieße, und was ich dann in den Blog aufnehme – oder früher in meinen (Foto-)Büchern für 50Plus verwendet habe. In meinen Autorenjahren haben Verlage mich mehrfach zu Profifotografen geschickt – da wurden riesige Bilderserien aufgenommen, um am Ende ein Foto für den Katalog oder das Cover zu nehmen.

            • Froschkönig sagt:

              Ich fotografiere ja auch. Digital natürlich, Spiegelreflex. Aber ich fotografiere, ich filme nicht. Das heißt, ich überlege mir schon sehr genau, wann ich wie und wo aufs Knöpfchen drücke und wie ich die Kamera vorher einstelle, welches Objektiv, evtl. mit Filter davor geschraubt, und ob ich sie vielleicht sogar auf ein Stativ klemme. Oft gillt: Ein Schuss hast du, ansonsten war es nix. Ich fotografiere also im Grunde so, als ob ich da in der Kamera nur 36 Bilder pro Rolle habe. Ja, ich "knipse" auch mit dem Handy Bilder, aber die sind nur zu Dokuzwecken, um mal eben was jemand zu schicken, es irgendwo zur Illustration ins Forum zu kleben, aber das ist ohne jeglichen ästhetischen Anspruch.

              Anders ist das von der Datenmenge und Zeit nicht handhabbar, wer schaut sich nach 3 Wochen Urlaub oder einer Wanderung schon (zehn)tausende Bilder an?

      • Micha sagt:

        In der Formel 1, werden sie bei Siegerehrungen an den Champagner Flaschen befestigt. Die Bilder gibt es dann bei Sky Sport F1 im laufenden Programm.

  2. Frank sagt:

    Ich glaube bei Heise stand noch zu dem Thema, dass man bei GoPro jetzt darauf baut, dass die neue Mission-Reihe ein Erfolg wird und damit die Sargnägel verhindert werden können…

    Das mit den (zwei-)jährlich neuen Action(s)cams, ist doch die gleiche "Seuche" wie mit den Smartphones. Und letztlich sind die Neuerungen teilweise so minimal spürbar. Die BWLer der Unternehmen haben anscheinend irgendeine abgedroschene Denkweise, dass man jede noch so kleine Änderung für einen höheren Preis als vorher an den Mann bringen kann. Für ein gewisses Klientel mag das auch funktionieren, aber offensichtlich nicht für alle.

    P.S. Wenn selbst die NASA mit Artemis II ältere GoPros (in geänderten Gehäusen) mitgenommen hat, und eben nicht die neueste Hero XYZ, dann sollte man sich bei GoPro vielleicht doch mal selbst hinterfragen.

    • Froschkönig sagt:

      Bei der NASA ist das nochmal eine andere Sache, denn diese Projekte laufen schon sehr lange, es wird das benutzt was bei Projektstart verfügbar ist, und nichts neueres, denn sonst muss alles was man bisher gemacht hat, rezertifiziert werden. Aus dem gleichen Grund flogen die Spaceshuttles bis zum tragischen Ende mit Bordcomputern mit Intel 8086 an Bord.

  3. GüntherW sagt:

    Ich weiß was eine GoPro ist, viele Leute und ContentCreater nutzen die auch. Das war es aber auch und das sehe ich auch etwas als Problem.

    Ich weiß nicht, ob sich das ändert wenn ich mich jetzt mit GoPro beschäftigen würde. Was sind bei (vermutlich qualitativ guten) Produkten die Kaufargumente? Die Webseite ist zwar besser strukturiert als einieg andere Anbieter, aber in der Kategorie "Creator und Vlogging", was würde mich da ansprechen? Ich vermisste bei praktisch allen Herstellern relevante Kaufargumente… Das ist immer so ein WerbeBlaBla.

    Ich würde mir auch keine GoPro kaufen, auch aufgrund des Preises. Vermutlich wwäre irgendeine China-Cam nich die beste Idee. GoPro steht ja auch in massiver Konkurrenz mit Smartphones und Co, es ist immer mehr ein Nischenprodukt. Ich weiß nicht welche Generation das ist, aber es kommen auch immer neue Modelle raus? Das entwertet ja auch die Modelle. Es wäre ja auch eine Überlegung sich eine GoPro zu kaufen, die man in X Jahren immer noch verkaufen kann. Wenn aber der Hersteller immer neue Modelle rausbringt, dann entwerten die sich selber. Gerade bei solchen hochpreisigen Sachen ist Langlebigkeit und Nachnutzung aus meiner Sicht noch ein großer Faktor. Die werden ja auch oft gebraucht angeboten.

  4. Luzifer sagt:

    GoPro war hier raus als sie einfach so die Funktionen in der Software beschnitten hatten… Ich lass mir ja gefallen das in neuen Versionen Funktionen die nicht jeder braucht wegfallen, aber rückwirkend in den alten Cams geht gar nicht!

    DJI hat mit der OSMO eh besseres zu bieten.

  5. Memfis sagt:

    Wundert mich nicht und es wird Zeit, dass GoPro ihre Arroganz auf die Schnauze fällt. Viel zu lange kamen sie damit durch. Ich hatte vor Ewigkeiten wegen der Hero 4 mal mit dem Support zu tun. Seither ist der Laden für mich eh gestorben. Sowas unfreundliches und überhebliches ist mir bis dahin nur bei der Hotline der GEZ untergekommen. Dazu die ständigen Meldungen mit Überhitzungen, kurzer Akkulaufzeit und die grauenhaft schlechte Software, die seit einigen Jahren wohl mit Cloudzwang und Abo daherkommen soll. Der kurze Support mit Firmwareupdates trägt sein übriges dazu bei.

    Werde GoPro allenfalls in der Hinsicht vermissen, dass Konkurrenz das Geschäft belebt und die Konkurrenz gezwungen war besser zu werden, aber die Preise einigermaßen stabil zu halten. Wobei ich zugeben muss, dass ich auch bei Insta360 die X3 und X4 übersprungen habe, weil sie mir den Aufpreis einer Neuanschaffung zur X2 nicht mehr wert waren.

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