Kurze Information für Nutzer und Administratoren, die auf Veeam Backup (Veeam Data Cloud für Microsoft 365 und Veeam Backup für Microsoft 365) setzen. Ein Leser hat mich darüber informiert, das es ein Problem in der betreffenden Software gebe, wodurch in seinem Umfeld ein SharePoint-Nutzer Dokumente verloren hat, obwohl es ein Veeam-Backup gab. Das Ganze ist Veeam sogar bekannt und es gibt einen Supportbeitrag dazu. Ich stelle es mal als Warnung hier im Blog ein – aber vielleicht ist das alles ja bekannt.
Ein Leserhinweis auf Backup-Probleme
Blog-Leser Gabriel M. hat sich heute per E-Mail mit "Wir haben jetzt ein 'when the shit hit the fan' Moment" gemeldet und den Fall auf den Tisch gebracht (danke dafür). Was ist passiert? Der unschöne Sachverhalt ist schnell erzählt: In der IT-Umgebung des Blog-Lesers sichert man mittels Veeam Backup u.a. auch SharePoint-Inhalte. Wie befürchtet hat ein Benutzer in der "Geschichte" versehentlich über 30.ooo Objekte aus einer SharePoint Library gelöscht. Kann schon mal passieren, aber man hat ja Backup.
Anstatt die gelöschten Objekte aus dem Papierkorb zurück zu holen, hat die IT einen Restore über Veeam gestartet. Dieser Restore lief auch einwandfrei durch. Fall erledigt … hat die IT gedacht, da Veeam Backup & Replication nichts bemängelt hatte.
Fast zwei Wochen später kamen die Meldungen der Benutzer, dass einige Dokumente im SharePoint-Verzeichnis sich nicht öffnen lassen. Also wurde ein Support-Ticket bei Veeam eröffnet.
Veeam-Supportbeitrag kb4835 über "potential Issues"
Auf das Support-Ticket kam vom Veeam-Support der Hinweis auf den KB-Artikel Potential Issue With Backing up Sharepoint, Onedrive, Teams Files, and List Attachments, wo der staunende Kunde informiert wird, dass es potentiell Probleme gebe.
Die Sicherung von SharePoint-, OneDrive- und Teams-Daten wird zwar erfolgreich mit Veeam Backup & Replication abgeschlossen, meldet das Programm. Und auch die anschließende Wiederherstellung dieser gesicherten Daten verläuft angeblich erfolgreich. Beim Öffnen einiger der wiederhergestellten Dateien oder Listenanhänge kann es jedoch vorkommen, dass diese Elemente in den zugehörigen Anwendungen (z. B. Microsoft Word, Excel, PowerPoint und Adobe Acrobat) nicht korrekt geöffnet werden, heißt es bei Veeam im Supportbeitrag.
Veeam gibt auch den Grund für das Problem an: Bei Sicherungsvorgängen wurden Dateien, Listenanhänge oder Bilder aus SharePoint, OneDrive oder Teams mit dem Inhalt der von der API zurückgegebenen HTML-Fehlerseiten, statt mit ihrem tatsächlichen Dateiinhalt, gespeichert. Veeam hat dieses Problem erstmals Anfang März 2026 festgestellt.
Dieses Problem betrifft Veeam Data Cloud für Microsoft 365 und alle unterstützten Versionen von Veeam Backup für Microsoft 365. Es ist unabhängig vom Repository-Typ und betrifft sowohl JET-basierte als auch Objektspeicher-Repositorys. Fatal: In Backup-Jobs oder Wiederherstellungsaufgaben werden keine Fehler angezeigt; das Problem tritt erst auf, wenn der Benutzer versucht, die wiederhergestellte Datei zu öffnen.
Backups sind teilweise unbrauchbar
Der Leser schrieb mir dazu: "Meiner Meinung [nach] sollte Veeam das allen Kunden explizit mit einer deutlichen Warnung mitteilen. Angeblich wurde das Problem mit der neuesten Version gefixt, aber die Backups auf den Platten der Kunden sind unbrauchbar!"
Die IT des Lesers muss jetzt mühsam die mit Veeam wiederhergestellten Daten aus der SharePoint-Produktivumgebung entfernen und die Objekte aus dem Papierkorb wiederherstellen. Ein Library-Restore über die Einstellungen ist auch nicht mehr möglich. Der Leser schreibt dazu "Microsoft selbst will/kann da nicht helfen." und ergänzte "Das Thema ist vielleicht einen Eintrag wert, um andere ITler zu warnen".
Von Veeam hat der Leser die folgende Antwort auf die Frage, ob noch irgendwas zu retten ist, erhalten:
At this stage, I would not say that there is nothing that can be done, but I do want to be transparent that this issue may affect certain items that were backed up during the impacted period.The fix included in the latest build helps prevent the issue for newly created or modified items, but it does not automatically repair items that were already backed up in a corrupted state.In summary:
- New or changed items backed up after upgrading to the fixed build should no longer be affected.
- Previously backed up items that were impacted may still remain corrupted if they have not changed since then.
- In some cases, starting a new full backup job or forcing a fresh backup may be necessary to capture clean copies, provided the original source data in Microsoft 365 is still intact and accessible.
Please also note that our Development team is actively investigating whether there is a way to repair the affected files.



MVP: 2013 – 2016





Klasse und nu? Die könnten ja wenigstens mal ein Tool bereitstellen mit dem man seine Repositories auf solche fehlerhaften Dateien hin überprüfen könnte?
Im verlinkten KB-Artikel steht: "Veeam is working on a solution that will allow customers to remediate the impacted items. "
Ich hatte ähnliches auch schon bei HyperV beobachtet. Alles Grün, Restore aber nicht möglich da Datei kaputt. Es gilt wie immer bei Backups: Ist es getestet, oder existiert es nicht.
Kurze Frage am Rande an die IT-Admins, die diesen Blog lesen.
Da Günter hier regelmäßig Beiträge über Veeam veröffentlicht:
Wir nutzen in unserer Umgebung seit Jahren und ohne Probleme Commvault.
Welche Backup-Lösung ist bei Euch im Einsatz?
Danke!!!
Nur Onboard Standard Funktionen vom Storage System, mit Snapshot Replikation auf Block ebene sowie das dazugehörige VMware Plugin. Ausnahme ist eine Software nur für die Offline Tape Sicherung dort verwenden wir ArcServe Backup, die Preise für das Modul sind entspannt.
@Bernie: Wir nutzen Commvault Cloud Backup für MS365 Workloads. Insbesondere mit dem Workload Exchange Online sind wir unzufrieden. Hier es gibt es keinen Point-in-Time-Restore, sondern nur einen alle 30 Tage im Hintergrund laufenden True-up-Job.
Das bedeutet, dass man eine Mailbox nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt der Vergangenheit wiederherstellen kann, also z.B. die Frage: Welche Emails waren am 23.05.2026 in der Inbox des Users A zum Zeitpunkt des damaligen Backups.