Deutsche Bank Opfer der UnSafe Ransomware-Gruppe?

Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)Es ist derzeit eine unbestätigte Information, aber die Deutsche Bank wird derzeit auf der Leak-Seite der UnSafe Ransomware-Gruppe als Opfer geführt. Die Gruppe behauptet interne Daten aus der IT-Infrastruktur des Unternehmens erbeutet zu haben. Diese sollen in 8 Tagen veröffentlicht werden, wenn nicht gezahlt wird. Ergänzung: Stellungnahme der Deutsche Bank ergänzt, es ist wohl einer der Dienstleister vom Cybervorfall betroffen.


Erste Informationen zum Sachverhalt

Die Information ist mir über mehrere Quellen untergekommen – wobei derzeit aber nicht verifiziert werden kann, wie valide die behaupteten Daten aus den IT-Systemen der Deutschen Bank sind und überhaupt aus der Bank stammen. Eine dieser Quellen ist diese Seite, die IT-Leaks in deutschen Unternehmen protokolliert. Auch SOCRadar führt dieses Leak hier auf. Das Leak zeigt Daten vom 4. Juli 2026 an, wobei die UnSafe-Ransomware-Gruppe gänzlich neu ist (im Juli 2026 erstmals in Erscheinung getreten, bisher zwei behauptete Opfer), da ist die Information im Hinblick auf Zuverlässigkeit doppelt vorsichtig zu werten.

Deutsche Bank-Ransomeware-Angriff?

Der obige Tweet gibt an, dass die Ransomware-Gruppe "UnSafe" einen Ransomware-Angriff auf die Deutsche Bank ausgeführt haben will. Als Nachweis des Angriffs haben die  Cyber-Kriminellen angeblich aus dem internen Netzwerk und der Dateiübertragungsinfrastruktur der Bank stammende Live-Systemprotokolle, Terminalverläufe und Verzeichnisstrukturen veröffentlicht.

Im Tweet heißt es, dass eine Analyse der veröffentlichten Konsolenausgaben und der Dateistruktur zeigt, dass der Angriff auf die kritischen Datenübertragungsmechanismen und die im Hintergrund ablaufenden Finanzintegrationen der Bank abzielte. Ein vom Angreifer veröffentlichter Terminalverlauf (cwd_history) offenbart automatisierte Dateiübertragungsprozesse, die über den Server „dbx[.]db[.]com" der Bank ausgeführt wurden.

Die offen gelegten Datensätze enthalten aktive SFTP-Verbindungspfade für kritische Finanz- und Betriebsdatensätze. Es gibt angeblich einen Dump des 5,5 GB großen Hauptordners „178[.]77[.] 77[.]152_csv_db", von dem der Akteur behauptet, ihn kompromittiert zu haben. Dieser Ordner listet Tausende Finanztransaktionsdatensätze auf.

Eine Datei dbexchange (~3,4 GB / 2.999 Dateien) weist aktuelle Marktdatenbewegungen und Transaktionsdatensätze (ICM_TD_VRX_MOVE…) bis einschließlich Juni 2026 auf. Eine Datei GateKeeper (~515 MB / 3.426 Dateien) enthält angeblich Dokumente im Zusammenhang mit der Zugriffskontrolle der Bank, den Berichtsverfahren für Benutzer und den AIMSGKPER-Prozessen. Eine weitere Datei sapgv (~1,7 GB) enthält Daten zu Prämien, Buchhaltung oder Unternehmensabläufen, die über die SAP-Integration der Bank verarbeitet wurden.

Klingt alles recht präzise, kann aber auch eine falsche Nachricht sein, mit der sich die Gruppe wichtig machen will. Sollten die Daten wirklich aus den IT-Systemen der Deutsche Bank stammen, dürften die Angreifer sehr tief in die Struktur des Unternehmens eingedrungen sein. Ich habe mal bei der Presseabteilung der Deutsche Bank nachgefragt, ob etwas von einem Vorfall bekannt ist, aber am Wochenende noch keine Rückmeldung erhalten.

Stellungnahme der Deutsche Bank

Ich hatte die Presseabteilung der Deutsche Bank um eine Stellungnahme gebeten. Ein Sprecher der Bank hat mir folgende Stellungnahme zukommen lassen.

Wir sind über einen Cyber-Sicherheitsvorfall bei einem externen Dienstleister in Deutschland informiert worden. Es gibt keine Anhaltspunkte, dass interne Systeme oder Netzwerke der Deutschen Bank von dem Vorfall betroffen waren oder sind. Es gibt auch keine Hinweise auf einen unbefugten Zugriff auf das Netzwerk der Deutschen Bank. Wir prüfen aktuell den Sachverhalt mit dem Dienstleister und setzen unsere Maßnahmen zur Minimierung potenzieller Cyberrisiken mit unveränderter Sorgfalt fort.

Damit bekommt das Ganze einen "neuen Spin" – nicht die Deutsche Bank, sondern ein Dienstleister scheint betroffen. Damit wird es zwar nicht besser, aber der Fokus muss nun auf der Frage liegen, welche Daten der Deutsche Bank beim Dienstleister betroffen sind. Hier bleibt abzuwarten, wie sich der Fall entwickelt.

Dieser Beitrag wurde unter Sicherheit abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

11 Kommentare zu Deutsche Bank Opfer der UnSafe Ransomware-Gruppe?

  1. flo sagt:

    Immerhin haben sie die Datenmenge nicht direkt als Peanuts deklariert.

    *scnr

  2. Chris sagt:

    Hab ich mir schon gestern beim lesen gedacht das es nicht direkt die Kern Infrastruktur der Deutschen Bank getroffen hat. Die Art der Daten und der Transfer klangen eher nach einem online BI/Auswertungs/Statistik Tool.

  3. Luzifer sagt:

    Wär mal was, mit einem Schlag alle Kundenkonten leergeräumt… da hättest dann die Arschakrte gezogen… die Bank wäre Pleite!

  4. M.G. sagt:

    Als Dienstleister bei einem multinationalen Kunden im Kritis Bereich, der gerne über die Security-Vorgaben des Kunden flucht:

    Sollte der Umfang und die Tiefe der Daten wirklich zutreffen, dann muss die Deutsche Bank definitiv dringendst ihr Sicherheitskonzept überarbeiten. Es kann nicht sein, dass ein einzelner Dienstleister als Angriffsvektor für solch einen Datenabfluss fungieren kann.

    Um bei meinem Kunden zu bleiben:
    – Arbeit nur auf vom Kunden bereitgestellten Geräten
    – On-Site Pflicht. Heißt das Gerät verlässt niemals, unter keinen Umständen, das Kundennetzwerk (auch kein Home-Office)
    – selbst an Außenstandorten wird VPN erzwungen, wenn auf administrative Systeme zugegriffen werden soll
    – Mehr-Tier Sicherheitskonzept bei allen administrativen Arbeiten (RDP-Hopping mit x-unterschiedlich berechtigten Accounts anyone?)
    – ein paranoider CSO 🙈

    • Luzifer sagt:

      *******************************************
      – Arbeit nur auf vom Kunden bereitgestellten Geräten
      *******************************************

      nicht nur das, sondern nur auf dem , dem Mitarbeiter zugeordneten Gerät ( nix mal schnell vom anderen Rechner Zugriff) und auch nur auf die Daten welche in den Bereich fallen…und das nix KRITIS! Zero Trust! Alles andere löst Alarmmeldung aus.

      Paranoia rettet dir den Arsch ;-P

    • Chris sagt:

      Keine Panik, die Verantwortliche haben sicher alles richtig gemacht, es gibt bestimmt ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV), damit ist ja schon mal 90% erfüllt……

      M365 wird ja auch plötzlich Datenschutzkonform, nur weil man Textpassagen im Vertrag ändert, aber nichts an der Technik.

  5. ES sagt:

    Der Dienstleister ist bekannt, ist ein Schweizer Unternehmen für sichere Kommunikation im Banking und wird auf der DLS auch genannt.
    UnSafe gibt der DB den Rat, sich für den Kontakt genau an diese Firma zu wenden.

  6. Upsiii sagt:

    Ich sag mal so…..

    "Wir prüfen aktuell den Sachverhalt mit dem Dienstleister und setzen unsere Maßnahmen zur Minimierung potenzieller Cyberrisiken mit unveränderter Sorgfalt fort."

    "Minimierung potenzieller Cyberrisiken mit unveränderter Sorgfalt fort."

    Nein das machen sie nicht, den sonst wäre die Domain ihres eigenen Internen Mitarbeiter Supports ( mit dem Namen DBSupportplus) nicht im Besitz einer Privat Person, sondern in ihrem eigenen Besitz.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros. Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion. Kommentare, die gegen die Regeln verstoßen, werden rigoros gelöscht. Wegen Missbrauchs bin ich gezwungen, Name und E-Mail als Pflichtfelder beim Kommentieren zu aktivieren. Wählt ggf. einen (noch nicht benutzten) Alias-Namen und verwendet ggf. eine Dummy-Mail-Adresse (z.B. t@hotkev.com).

Du findest den Blog gut, hast aber Werbung geblockt? Du kannst diesen Blog auch durch eine Spende unterstützen.