Neue 0-days, Sicherheitslücken und Datenlecks (Sept. 2026)

Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)Noch ein kurzer Nachtrag von dieser Woche. In den Cisco Nexus 9000-Switches gibt es einen kritische Schwachstelle, die eine Übernahme ermöglicht. Im HPE ArubaOS-CX gibt es kritische Schwachstellen, die gepatcht wurden. Eine Person mit dem Alias Nightmare Eclipse hat die Tage u.a. eine 0-Day-Schwachstelle in CrowdStrike Falcon veröffentlicht. Hier eine Zusammenfassung verschiedener Themen.

Cisco Nexus 9000 mit Schwachstelle CVE-2026-20212

In den Cisco Nexus 9000-Switches für Rechenzentren und Unternehmen gibt es eine kritische Schwachstelle CVE-2026-20212 (CVSS 3.x Score 9.8). Diese, in der Silicon One-Integration für Switches der Cisco Nexus 9000-Serie (und ggf. der 3000-Serie) enthaltene, Schwachstelle könnte es einem nicht authentifizierten Remote-Angreifer ermöglichen, Code mit Root-Rechten auszuführen. Diese Sicherheitslücke besteht, da die TCP-Ports 43210 und 43211 im standardmäßigen virtuellen Routing- und Forwarding-Bereich (VRF) der Schicht 3 (L3) zugänglich sind.

Cisco Nexus 9000

Ein erfolgreicher Angriff könnte es dem Angreifer ermöglichen, eine Verbindung zu einem betroffenen Gerät herzustellen und speziell gestaltete Eingaben zu senden, die als Code mit Root-Rechten ausgeführt werden könnten. Die Ausnutzung dieser Sicherheitslücke könnte zudem zum Absturz des S1HAL-Prozesses führen, was einen Neustart des Geräts zur Folge haben könnte. Cisco hat zum 2.9.2026 diese Sicherheitswarnung dazu veröffentlicht.

Kritische Sicherheitslücken in HPE ArubaOS-CX

In einem Daemon des Netzwerkbetriebssystems ArubaOS-CX bestehen mehrere Sicherheitslücken. Ein nicht authentifizierter Angreifer könnte diese Sicherheitslücken ausnutzen, indem er speziell gestaltete Pakete an den betroffenen Dienst sendet. Eine erfolgreiche Ausnutzung könnte zur Remote-Codeausführung mit erhöhten Berechtigungen führen. Die Schwachstelle CVE-2026-73749 (CVSS 3.x 8.8, critical)  beschreibt einen Pufferüberlauf, der die obige Ausnutzung ermöglicht.

HPE hat diesen Sicherheitshinweise samt Updates für das Netzwerkbetriebssystem ArubaOS-CX veröffentlicht. Bleeping Computer geht in diesem Beitrag auf dieses Thema ein.

FalconFlank: 0-Day-Schwachstelle in CrowdStrike Falcon

Nightmare Eclipse, der schon zahlreiche 0-day-Schwachstellen in Microsoft-Produkten publiziert hat, hat die Tage u.a. eine 0-Day-Schwachstelle (FalconFlank) in der Sicherheitssoftware CrowdStrike Falcon veröffentlicht.

CrowdStrike Falcon 0-day

Laut der Beschreibung auf GitHub ist FalconFlank ist eine 0-Day-Sicherheitslücke zur Rechteausweitung, die die Funktion zur Beseitigung bösartiger Office-Makros im Crowdstrike Falcon Sensor ausnutzt. Der Proof of Concept Exploit funktioniert derzeigt auf einem vollständig aktualisierten Windows 11 25H2 / Windows Server 2025 mit Crowdstrike Falcon – Phase 3 Optimal Protection, wobei die Funktion „Entfernung bösartiger Makros aus Microsoft Office-Dateien" aktiviert sein muss.

PrettyPrague: GenDigital Avast Antivirus 0-Day

Einige Tage vorher hat Nightmare Eclipse den 0-Day-Exploit PrettyPrague in GenDigital Avast Antivirus veröffentlicht. Der PoC nutzt eine Schwachstelle in der Avast-Sandbox aus, um die SAM-Datenbank von Windows auszulesen, und startet eine vollständige SYSTEM-Shell.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags funktioniert der PoC mit vollständig gepatchtem Avast Antivirus und gepatchtem Windows 11 25H2. Der Entdecker glaubt, dass diese Sicherheitslücke auch andere GenDigital-Produkte betrifft (wie z. B. AVG, Norton etc.). Derzeit ist der PoC mit jeder Version von Avast Antivirus kompatibel.

Azure VM per IMDS angreifen

Ein einziger curl-Befehl auf einer ungeschützten Azure-VM birgt das Risiko, dass das gesamte Abonnement über IMDS kompromittiert wird, heißt es in diesem Tweet. In diesem Blog-Beitrag wird gezeigt, wie Managed-Identity-Token die ultimative Backdoor für Azure-VMs sind.

Microsoft verschärft Anforderungen für Windows-Treiber

Microsoft reagiert auf diverse Regularien wie den EU Cyber-Resilienz Act (CRA) und verschärft die Richtlinien des Windows Hardware Compatibility Program (WHCP) für Windows 25H2/26H1 (und Windows Server 2025) Treiber. Ab März 2027 verlangt Microsoft, dass Entwickler von Treibern SBOMs & VEX-Erklärungen einreichen. SBOMs steht für Software Bill of Materials, eine formale Liste aller Bausteine, Bibliotheken und Abhängigkeiten, die in einer Software-Anwendung stecken. Die Details lassen sich im Techcommunity-Beitrag SBOMs and VEX statements will be required starting 03/2027 vom 2. September 2026 nachlesen.

Schwachstelle in USB-Drucker-Treiber

Ein Sicherheitsforscher mit dem Alias zeifan will eine Out-of-Bounds Read (OOB Read)-Schwachstelle im USB-Drucker-Treiber usbprint.sys von Windows entdeckt haben. Der Forscher hat die Schwachstelle an das Microsoft MSRC gemeldet, aber Microsoft hat sich entschieden, keinen Fix zu veröffentlichen, schreibt er in diesem Blog-Beitrag.

Beim Angriff wird ein bösartiges USB-Gerät an den Computer angeschlossen, dass sich als USB-Drucker ausgibt. Die USB-Einheit reagiert mit einer verzögerten IEEE-1284-Identitätsanfrage mit STALL und sendet einen speziell vorbereiteten (ohne NUL) USB-String-Deskriptor. Sobald usbprint.sys die Daten verarbeitet, kommt es im Kernel zu einem Out-of-Bounds Read. Das löst einen BlueScreen aus, so dass Windows per DoS lahm gelegt werden könnte.

CRPx0 ClickFix Ransomware-Analyse

CRPx0 ist eine ClickFix Ransomware-as-a-Service Operation, deren Köder sich als Windows- und macOS-Update-Aufforderungen sowie reCAPTCHA-Prüfungen tarnen, um Opfer dazu zu verleiten, einen kopierten Befehl auszuführen. Sicherheitsforscher von Ransom-ISAC haben eine vollständige Analyse dieses Angriffs offen gelegt und zeigen, wie man sich vor diesen Angriffen schützen kann.

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