Der IT-Planungsrat macht gerade "Nägel mit Köpfen" und hat das Open Document Format (ODF) als verbindliches Standardformat für Dokumente innerhalb seiner hoheitlichen digitalen Infrastruktur vorgeschrieben.
Entscheidung des IT-Planungsrats für Deutschland-Stack
Die Entscheidung kam mir bereits am 23. März 2026 in nachfolgendem Post der Libre Office Foundation unter die Augen. Die LibreOffice-Macher haben dazu am 23. März 2026 den Blog-Beitrag Dear Europe: Germany has shown the way forward veröffentlicht.
Der IT-Planungsrat, das zentrale politische Lenkungsgremium aus Bundesregierung und Landesregierungen, das gemeinsame, nutzerorientierte IT-Lösungen für eine effiziente und sichere digitale Verwaltung in Deutschland fördert und entwickelt, hat dazu am 18. März 2026 ein offizielles Dokument Deutschland-Stack veröffentlicht. heise hat hier einige Informationen dazu veröffentlicht.
In diesem Beschluss wird das Open Document Format (ODF) als Standardformat für Dokumente innerhalb seiner hoheitlichen digitalen Infrastruktur in Deutschland verbindlich vorgeschrieben. Die Entscheidung ist im Deutschland-Stack, dem Rahmenwerk für die Entwicklung, Beschaffung und den Betrieb digitaler Systeme für die öffentliche Verwaltung auf allen Ebenen, verankert. Es handelt sich hierbei weder um ein Pilotprojekt noch um eine Empfehlung einer Arbeitsgruppe, sondern um eine von der Bundesregierung und dem Koalitionsvertrag getragene Vorgabe.
Abschied von proprietären Formaten
Dies ist ein weiterer Schritt beim Übergang von proprietären Formaten zu standardisierten, offenen Dokumentenformaten in Europa. Herstellerspezifische Formate, wie das Microsoft "OOXML"-Format, die faktisch nur durch Microsoft Office unterstützt werden, dürften dann im Deutschland-Stack keine Rolle mehr spielen und zurück gedrängt werden.
Ich hatte ja im Februar 2026 im Blog-Beitrag Microsoft steht wegen Office-Formaten in der Kritik einige Informationen zu diesem Thema samt der Kritik der LibreOffice -Entwickler veröffentlicht. Der Vorwurf der LibreOffice-Macher lautet, dass Microsoft sein OOXML-Format zwar gerne als "Standard" bezeichnet. Aber die eigenen Microsoft Office-Versionen können untereinander die Dokumente oft nicht sauber und Format-treu austauschen. Das Format von Microsoft ist komplex und in Teilen wird nicht dokumentiert, wie Microsoft Anwendungen das Format benutzen. Mit dem ODF als verpflichtenden Standard kommt man einer Interoperabilität näher. LibreOffice nutzt ODF als Standardformat zum Speichern seiner Dokumente.




MVP: 2013 – 2016





Das muss aber nicht LibreOffice zur Folge haben.
Auch Microsoft Word kann Dokumente im ODF-Format speichern und man kann es in den Optionen auch als Standardformat festlegen.
ODF hat aber diverse Nachteile bei Word, da ODF einige Sachen nicht unterstützt.
Je komplexer ein Word-Dokument, desto eher gehen bei der Speicherung als ODF Sachen verloren. Beispielsweise eingebettete Objekte, Makros, Inhaltsverzeichnisse, etc.
Excel z.B. hat einige Formeltypen, die bei LibreOffice Calc fehlen.
etc.
Propretiäre Formate haben daher schon Sinn, denn die Programmentwickler können dann neue Features einführen, ohne durch einen Standard daran gehindert zu werden, weil der das Feature noch nicht unterstützt.
Die Programmentwickler werden Sklaven der offenen Formate.
Deshalb scheuen Softwarefirmen auch oft offene Formate.