Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern will digital souveräner werden. Nachdem bereits die Umstellung von Microsoft SharePoint auf Nextcloud im Gange ist, wird der nächste Zug bekannt. Mecklenburg-Vorpommern will auch Microsoft Office auf den Arbeitsplätzen der Verwaltung durch eine quelloffene Alternative ersetzen.
SharePoint-Exit ist eingeleitet
Im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine Digitalstrategie der Landesregierung. Diese sieht vor, die digitale Leistungsfähigkeit, Unabhängigkeit und Sicherheit der öffentlichen Verwaltung zu erhöhen. Ein wichtiger Bestandteil stellt dabei die digitale Souveränität dar, um selbstbestimmt über eigene IT-Infrastrukturen und die zugrundeliegenden Daten verfügen zu können, schreibt die Landesregierung.
Erstes "Opfer" dieser Strategie ist nun Microsoft Sharepoint, welches in diesem Bundesland nun schrittweise durch Nextcloud ersetzt wird. Argument ist, dass Land diese Open-Source-Plattform selbst kontrollieren, prüfen und weiterentwickeln kann. Für den Aufbau und Betrieb der Plattform für den öffentlichen Dienst ist die DVZ M-V GmbH, der IT-Dienstleister des Landes, verantwortlich.
Aktuell nutzen rund 5.000 Beschäftigte die Kollaborationsplattform mit Filesharing bereits aktiv. Mittelfristig soll die Lösung für Chat, Videokonferenzen und Groupware-Applikationen ausgebaut werden und über 50.000 Beschäftigten des öffentlichen Dienstes – von den Ministerien bis zu den kommunalen Einrichtungen – in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung stehen.
Die Einführung von Nextcloud ist Teil einer umfassenderen Open-Source-Strategie des Landes. Mecklenburg-Vorpommern setzt auf OpenProject als Alternative zu proprietären Projektmanagement-Lösungen und hat mit dem KI-Verwaltungschatbot LEA, der auf OpenWebUI basiert, einen eigenen, lokal kontrollierten KI-Assistenten für die Verwaltung entwickelt. Zudem ist Mecklenburg-Vorpommern bereits im November 2025 eine Kooperationsvereinbarung mit Schleswig-Holstein eingegangen, wie ich im Blog-Beitrag Mecklenburg-Vorpommern setzt auf Nextcloud statt auf Sharepoint berichtete.
Nächster Schritt ist die Microsoft Office-Ablösung
Die obige Entwicklung lässt die Ablösung weiterer Microsoft-Software erwarten. Die Clients laufen zwar weiter auf Microsoft Windows, und es ist wohl auch Microsoft Office in der öffentlichen Verwaltung im Einsatz. Aber die Tage von Microsoft Office könnten gezählt sein. heise hatte die Tage bei der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern nachgefragt und erfuhr, dass man an der Ablösung dieser Office-Lösung arbeite.
Die Ablösung von Microsoft Office sei "grundsätzlich Teil der strategischen Ausrichtung des Landes hin zu mehr digitaler Souveränität", sagte eine Sprecherin des Ministeriums für Finanzen und Digitalisierung auf Anfrage von heise. Noch ist aber keine finale Entscheidung für eine Office-Lösung gefallen. Durch die oben erwähnte Einführung von Nextcloud wäre Nextcloud Office auf Basis von Collabora Office naheliegend.
Der IT-Dienstleister des Landes Mecklenburg-Vorpommern fährt, laut einer Sprecherin der Landesregierung, ein Pilotprojekt mit Nextcloud Office aus. Aber es wird parallel den Einsatz von LibreOffice als Desktop-Office-Lösung geprüft, wie heise in obigem Artikel ausführt.



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