Europäische Zentralbank fordert Vorbereitung auf Ende des KI-Hypes

Dass wir, speziell in den USA, eine riesige KI-Blase aufgebaut haben, die ein ungutes Ende nehmen dürfte, ist vermutlich vielen Beobachtern klar. Nun haben fünf Analysten der Europäischen Zentralbank (EZB) Alarm geschlagen und fordern in einem Gutachten, dass Europa sich auf das Ende des KI-Booms in den USA vorbereitet. Denn es werde wirtschaftliche Verwerfungen geben, die auch auf Europa durchschlagen.

Das Thema ist mir die Tage an verschiedenen Stellen untergekommen. Das Gutachten der EZB-Spezialisten ist im EZB-Blog unter dem Titel The AI boom: rational enthusiasm or the next dot-com bubble? abrufbar.

Die einleitende Aussage von fünf EZB-Ökonomen lautet: Der Aufstieg der KI hat eine rasante Rallye im Technologiesektor ausgelöst und die Bewertungen an den Aktienmärkten auf ein Niveau getrieben, das zuletzt während der Dotcom-Blase zu beobachten war. Die EZB-Leute fragen: Auch wenn die KI die Wirtschaft grundlegend verändert, bergen die heutigen hohen Bewertungen doch das Risiko eines abrupten und schmerzhaften Rückschlags im Euroraum?

EZB-KI-Warnung

Obiger Tweet greift den Sachverhalt auf und bricht die Warnung der EZB auf einige Kernpunkte herunter. Fünf Ökonomen der EZB erwarten, dass eine Marktkorrektur im KI-Sektor wahrscheinlich sei. Es wird nicht behauptet, dass AI ein Fake sei, sondern es wird anerkannt, dass KI die Geschäftswelt umkrempelt. Aber sind die KI- Investitionen in den USA, samt den in sie gesetzten Erwartungen, die die Aktienbewertungen treiben,  realistisch?

Die Warnung der EZB ist unabhängig davon, ob die aktuellen Bewertungen von KI-Firmen in den USA gerechtfertigt sind oder nicht. Die Ökonomen haben bedeutende frühere technologische Revolutionen untersucht und stellten jedes Mal dasselbe Muster fest: Erst kommt ein Boom, dann folgt eine Korrektur. Das gilt selbst dann, wenn die Technologie bahnbrechend war. Der Schluss, den die Ökonomen ziehen, ist, dass es beim Thema KI genau so laufen wird.

Das Problem, was uns alle betrifft: Europäische Haushalte halten über Indexfonds und Pensionsfonds rund 440 Milliarden Euro in Aktien der als Mag7 bezeichneten großen sieben US-Anbieter Amazon, Apple, Alphabet, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla/X. Wenn es da kriselt, schlägt dies auf die Investitionen in Fond durch. Das zweite Problem, was die EZB anspricht: Die politischen Entscheidungsträger in der EU hätten heute weniger Spielraum zum Abfedern einer Korrektur, als dies während der Dotcom-Blase in 2000 der Fall war.

Die Einschätzung der EZB-Ökonomen ist, dass eine KI-Korrektur in den USA nicht nur ein US-amerikanisches Problem bleiben würde, sondern stark auf Europa durchschlagen wird. Eine weitere Interpretation des EZB-Blog-Beitrags findet sich hier.

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Ein Kommentar zu Europäische Zentralbank fordert Vorbereitung auf Ende des KI-Hypes

  1. Alzheimer sagt:

    "Das Gutachten der EZB-Spezialisten…"

    …haben die doch sicher von einer KI erstellen lassen – oder!? ;)

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