Klaus Fassin: Der Herr der Katjes, ist mit 89 Jahren verstorben

Der Herr der Katjes, Klaus Fassin, ist am vergangenen Wochenende im Alter von 89 Jahren verstorben. Klaus Fassin war der Gründer der Katjes Fassin GmbH & Co. KG in der Stadt Emmerich. Was irgendwann in den Niederlanden mit Fliegenfängern begann, ist heute in Deutschland als Süßigkeiten-Hersteller Katjes bei Leckermäulen bekannt.


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Die Marke Katjes dürfte wohl den meisten Blog-Leserinnen und -Lesern ein Begriff sein. Das waren doch ursprünglich mal die kleinen schwarzen Lakritz-Katzen. Später kamen dann die Katjes Joghurt-Fruchtgummies hinzu. Klaus Fassin hat eine bemerkenswerte Vita aufzuweisen und die Unternehmensgeschichte ist auch recht interessant.

Die Ursprünge gehen auf das Jahr 1910 zurück, als Josef Langenberg in ’s-Heerenberg in den Niederlanden ein Unternehmen zum Handel mit chemischen Produkten wie Fliegenfängern und Farbmitteln gründete. 1930 begann der 1920 ins Geschäft aufgenommen Xaver Fassin mit der eigene Produktion von Fliegenfängern.

Jeder Unternehmer, der mit saisonalen Produkten aufgestellt ist, kennt aber das Problem: Im Sommer hat’s die Fliegen, im Winter hat’s keinen Absatz – da braucht keiner Fliegenfänger. Als winterlicher Ausgleich zur saisonabhängigen Fliegenfänger-Produktion wurde die Herstellung von Lakritz gewählt, da für beide Produkte Zuckersirup als ein Hauptbestandteil benötigt wurde, schreibt die Wikipedia.

3 Katjes-Kinder aus Lakritz des Herstellers Katjes Fassin
3 Katjes-Kinder aus Lakritz des Herstellers Katjes Fassin, © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Auch abenteuerlich: Das Rezept für den Lakritz hatte Fassin, dessen Vorfahren namens Fassini aus Sizilien stammten, 1910 von einem Apotheker in Catania erhalten. In der Folge wurde die Produktion um weitere Zuckerwaren wie Menthol-Perlen und Pfefferminz erweitert. Nach der Übernahme der Formgießtechnik aus der Kunststoffindustrie in den 1930er Jahren produzierte das Unternehmen auch erstmals Lakritz in Form einer Katze, die Katjes (niederländisch für kleine Katzen), die der späteren Firma ihren Namen und ihr damaliges Firmenlogo gaben. 1950 teilte Xaver Fassin die Produktion unter seinen beiden Söhnen auf:

  • Helmut Fassin sollte die gezogenen Produkte weiterhin in ’s-Heerenberg herstellen (Langenberg-Fassin B.V., seit 2005 Fassin B.V.),
  • Klaus Fassin die gegossenen Produkte in der benachbarten deutschen Stadt Emmerich produzieren. Fassin war gerade einmal 20 Jahre und hatte gerade sein Abitur in der Tasche.

Die deutsche Gründung des Unternehmens in Emmerich erfolgte in seiner heutigen Rechtsform (Katjes Fassin GmbH & Co. KG). In den Niederlanden vertreibt die Firma unter dem Markennamen „Katja“ ein breites Süßwarensortiment.

Dieser Artikel beschreibt noch einige Details, wie den Umstand, dass Fassin ausschließlich auf Markenprodukte gesetzt und frühzeitig Werbung, sowohl im Fernsehen als auch auf Plakaten betrieben habe. Zudem war Klaus Fassin ein Tüftler, der dann 1971 die bis heute äußerst erfolgreichen Katjes Yoghurt-Gums präsentierte. In den späten 1980er Jahren wurden alle künstlichen Farbstoffe durch Fruchtsäfte und Pürees ersetzt. Später wurde auch tierische Gelatine aus den Produkten verbannt und die Umstellung aller Produkte auf veggie begann. In der Wikipedia-Seite der Firma lassen sich noch einige interessante Informationen nachlesen. Und nun ist der Herr der Katjes im hohen Alter von 89 Jahren endgültig abgetreten – Rest in Peace.


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