Bayern: Land der Superlative, seit den 60er Jahren OpenSource- und Microsoft-Nutzer

Stop - PixabayIch kippe mal einen Fundsplitter in den Blog, der mir gerade untergekommen ist. Es geht um Bayern, speziell die CSU-geführte Landesregierung, und es geht um deren Kurs, sich bei bayerischen Behörden weiter in Microsoft 365-Abhängigkeiten zu begeben. Dass Politiker von vielen Sachen keine Ahnung haben, lässt sich häufiger beobachten. CSU-Mitglied Albert Füracker, aktuell Finanzminister, schießt mit der Aussage, man setze seit den sechziger Jahren Open Source- und Microsoft-Produkte ein, den Vogel ab.

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Ohne jetzt sticheln zu wollen, aber die Bayern sind mir durchaus in der Vergangenheit als "etwas speziell", und gerne in Superlativen verfallend, untergekommen. Wenn ich im früheren Leben, also vor meiner freiberuflichen Schriftsteller-Tätigkeit, in den bayerischen Werken meines damaligen Arbeitgebers unterwegs war, habe ich dann unter der Prämisse "leben und leben lassen" auch mal fünfe gerade sein lassen. Es zählte, was hinten raus kam – viele Kollegen waren zudem nett und man konnte mit denen zusammen arbeiten. Und mit den in München angesiedelten Buchverlagen bzw. den dort Angestellten, kam ich auch klar – waren aber oft "neigeplackte aus der Diaspora".

Verwaltung goes Open Source – oder in Bayern with MS365

Und dann gibt es da noch das Vorhaben der Landesregierung Bayerns, die öffentliche Verwaltung auf Microsoft 365 einzuschwören. Dass Microsoft 365 nicht oder nur sehr schwierig DSGVO-konform eingesetzt werden kann, geschenkt. Was nicht passt, wird in Bayern passend gemacht. Das Bundesländer wie Schleswig-Holstein Microsoft rauskicken und auf LibreOffice sowie weitere Open-Source-Lösungen wie Open-Xchange geht, geschenkt. Dass Europa momentan händeringend über mehr digitale Souveränität nachdenkt, was interessiert das die Landesregierung von Bayern?

Die Landesregierung in Bayern will einen Milliarden schweren Vertrag mit Microsoft eingehen, und das auf Teufel komm raus. Allerdings sehen einige Leute das doch "a bisserl differenzierter", und so gibt es momentan Zoff im Parliament von Bayern.

Zoff im bayerischen Landtag

Heise hatte dies genüsslich im Dezember 2025 im Beitrag Cloud: Zoff in Bayern wegen Milliardenauftrag an Microsoft ohne Ausschreibung und dann nochmals Anfang Januar 2026 im Artikel Bayerns Staatsregierung streitet lautstark über Microsoft-Vertrag seziert. Auf netzpolitik.org wird im Beitrag Bayerischer Landtag: Streit um Microsoft eskaliert auf den Schlagabtausch zwischen dem bayerischen Finanzministerium und der Opposition hingewiesen.

Die Opposition weist darauf hin, dass andere Bundesländer auf Open Source wechseln, und nur Bayern seinen "Geldbeutel" bei Microsoft auf den Tisch legt. So was kann ein gestandener Bayer, Inhaber eines CSU-Parteibuchs, und seines Zeichens Finanzminister des Freistaats nicht auf sich sitzen lassen.

Eine krachende Rede von Alois Füracker

Am 28. Januar 2026 gab es eine Sitzung des Bayerischen Landtags, in dem es wohl auch um das oben erwähnte, und höchst umstrittene Vorhaben Bayerns ging, bestehende, aber höchst unterschiedliche, Vertragslizenzen zusammenzuführen und die Verwaltung des Freistaats und der Kommunen vollständig auf Microsoft 365 umzustellen. Das ist dann auch der Aufhänger der nachfolgenden Volte, die die Kollegen von PC Welt gerade aufgespießt haben.

Bayern seit den 60er Jahren mit MS-Software gestraft

In einer Rede während dieser Sitzung verstieg sich Finanzminister Albert Füracker (CSU) doch zu arg bemerkenswerten Aussagen. Die PC-Welt hat das Redeprotokoll im PC-Welt-Beitrag Finanzminister Füracker: Bayern nutzt seit den 1960ern Microsoft – das erst 1975 gegründet wurde eingebunden. Der Albert, Finanzminister, Füracker, hat eine kernige Rede gehalten und die dahergelaufene Opposition in Grund und Boden gestampft oder zumindest zusammen gefaltet.

  • Bayern nutzt seit den 1960er-Jahren Microsoft-Produkte, um das mal klarzustellen
  • Bayern ist darüber hinaus seit den 1960er-Jahren in den Vermessungsämtern Open Source

Jawoll, das wäre jetzt mal zurecht gerückt. Ich weiß nicht, was die Designer von der PC-Welt da in ihrem Artikelbild mitschwingen ließen. Aber obiger Screenshot des Artikelaufmachers zeigt das Microsoft Logo vor der Glas-Fassade eines Bürogebäudes. Rechts unten findet sich, meiner Meinung nach, ein alter Ferraris-Zähler und eine Hand mit vielen Euroscheinen. Was soll uns das bloß sagen? Strom in Bayern teuer? Wir lieben alte Technik? Aber was sollen die Euro-Scheine – ich bin echt ratlos.

Wer hat konfabuliert?

Ich weiß jetzt nicht, ob die Redenschreiber von Füracker schon auf Microsoft Copilot eingestellt und total eingelullt sind, oder welcher Gaul mit denen durchgegangen ist. Irgend einer hat da halluziniert bzw. alternative Wahrheiten konfabuliert und der Rest hat nicht aufgepasst. Von Herrn Füracker erwarte ich nicht, dass er das weiß, 1968 geboren, ist er ja ein Youngster, und hat noch in die Windeln gemacht, als die 60er Jahre schon vorbei waren.

Vage Erinnerungen meinerseits

Und als schon a bisserl älterer wird man auch vergesslich. Ich erinnere mich nicht, dass wir in den sechziger Jahren den Begriff Open Source schon kannten. Selbst in den siebziger Jahren ist mir der Begriff als Student nicht untergekommen. Wenn ich es nicht ganz verpeilt habe, muss der Begriff Open Source 1998 von der Open Source Initiative erstmals genannt worden sein. Bayern war da mit 30 Jahren Vorlauf "arg früh dran".

Und bezüglich Microsoft: Voriges Jahr hatte ich den Beitrag 50 Jahre Microsoft: Grandioser Aufstieg, grandiose Flops und Proteste im Blog. Wenn ich richtig rechne, hat Bill Gates dann im Jahr 1975 dieses Microsoft gegründet. Und ich erinnere mich auch noch, als junger Ingenieur einen der ersten IBM PC/XT-Systeme, die nach Europa gekarrt wurden, auf meinem Schreibtisch für einen Kundeneinsatz bereit gemacht zu haben.

Muss so Herbst 1983 gewesen sein – neben CP/M 86 lag dem Rechner noch ein MS-DOS 1.02 bei. MS-DOS 2.01 kam dann im Oktober 1983, einige Wochen nachdem der IBM-PC XT bei meinem Arbeitgeber eingetrudelt war. Ich erinnere mich auch noch an fotokopierte und manuell gebundene Handbücher, die IBM lieferte, weil Microsoft mit dem Druck der Orginal-Dokumentation nicht fertig geworden war.

Aussage gegen Aussage?

Das steht alles ein wenig im Gegensatz zu den vollmundigen Aussagen des bayerischen Finanzministers. Aber wie heißt es so schön: "In Bayern ticken die Uhren anders" – mein Enkel meint dagegen "Da lachen ja die Hühner".

Aber jetzt mache ich Schluss, sonst meint noch jemand, ich hätte was gegen die Bayern (hab ich nicht, solange die nicht im Bierzelt, auf politischen Debatten oder in Massenauftritte außerhalb der Landesgrenzen auftreten).

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36 Kommentare zu Bayern: Land der Superlative, seit den 60er Jahren OpenSource- und Microsoft-Nutzer

    • mw sagt:

      LiMux war sehr erfolgreich. Aber die Lobby war erfolgreicher. Was sind schon 90 Millionen Steuergelder. Wieviele Millionen Microsoft gebracht hat, bleibt ein Geheimnis. Meine Kontakte in die kommunale Verwaltung seinerzeit haben nichts vom massiven Beschwerden der Nutzer mitbekommen. Aber wie sagte schon einst Manfred Rommel (ex OB von Stuttgart): "Stört die Wahrheit, nutze listig die Produkte der Statistik."

    • Daniel A. sagt:

      Und dann aufgegeben, als MS angekündigt hat, die Deutschlandzentrale nach München zu verlegen. Komischer Zufall, oder?

    • ThBock sagt:

      Nur weil die Bayern das nicht hinkriegen, heißt das noch lange nicht, dass andere auch scheitern…

    • Matze sagt:

      LiMux der Stadtverwaltung München hat(te) überhaupt nichts mit der Landesregierung Bayern zu tun!

    • Gänseblümchen sagt:

      Immer die alten Geschichten, ich habe von Projektbeteiligten bei einem der beteiligten Dienstleister anderes gehört. Das war nicht erfolgreich und ging in die Bimsen weil keine Useraktzeptanz da war, weil vieles umständlicher wurde. Du kannst die tollste Technik da hin stellen, aber wenn die Leute das nicht aktzeptieren dann scheitert sowas.

      Schleswig-Holstein hat es anders gemacht, die haben nur MS-Office und Azure rausgeschmissen, das Libre-Office läuft auf Windows 11 im lokalen AD. Da gabs letztens im TV ein Interview mit einem der Projektverantwortlichen und wer da mit Adleraugen auf den TFT geschaut hat, wo das vorgeführt wurde, konnte man das sehen. Eine richtig schöne Oldschool-Windows-Onprem-Landschaft.

      • Matze sagt:

        Richtig! Was da alles an Bullshit – auch von selbsternannten Experten – verzapft wird, ist schon haarsträubend.

      • MR sagt:

        Und die Userakzeptanz hat man sich in vielen Bereichen selber vergeigt. Benutzerin wurde umgestellt von irgendeiner Windowsversion auf den Limux Desktop. Doofer Zufall sie war da im Außendienst unterwegs, und wagte zu fragen ob es sowas wie eine Einweisung oder Schulung gäbe, Antwort:
        Wozu schaut doch alles gleich aus wie vorher, und funktioniert alles genau so wie vorher, und wenn sie damit nicht zurecht kommt käme sie mit Windows auch nicht zurecht.
        Ok jetzt war die Userin etwas älter und tat sich etwas schwerer mit solchen Umstellungen, war aber definitiv gewillt hier mitzumachen, ich ziehe jetzt noch ein paar Prozent Übertreibung aufgrund ihrer Empörung ab aber so wird das halt nix.

  1. M.D. sagt:

    Vielleicht eine Form von Dyskalkulie, bei der die Jahre ..86, ..96, ..06 dann entsprechend in den 60ern verortet werden?

    Es ist jedenfalls faszinierend und erschreckend zugleich, mit welchem Sachunverstand viele Personen gesegnet sind, denen wir als Wähler solche Posten und Aufgaben anvertrauen. Eigentlich ist es dann die gerechte Strafe, wenn die mit den Milliarden so umgehen, ist — aus deren Sicht — schließlich auch kein echtes Geld, nur Steuergeld.

    Und noch was zum eigentlichen Thema: ich habe mittlerweile arge Zweifel, dass wir uns mit Open Source relativ einfach aus dieser "Umklammerung" lösen können. Strategisch sind die Amerikaner uns immer um ein bis zwei Dekaden voraus. Die Entwicklung von Linux wurde in den letzten Jahren von großen US-Konzernen beeinflusst und vorangetrieben, ohne deren Hilfe ginge es auch gar nicht. Nur ist der Einfluss mittlerweile so groß, dass uns das noch schwer auf die Füße fallen könnte.

    • ThBock sagt:

      Ich glaube schon, dass so ein Laden wie Canonical auch ohne die Amerikaner klarkommen würde.

      • robbi sagt:

        Canonical.
        Sitzt in einer Steueroase, die sich im Besitz der Krone befindet.
        Also Five Eyes.😯😨
        Was ist eigentlich wenn so eine Bude aus Amerika ein (Kauf)Angebot bekommt, das sie einfach nicht ablehnen kann?
        Heißer Kandidat wäre in EU zb. Proxmox.
        Dann wiederholt sich das Drama VMWare

        Und wo bitte ist die "Fertigungstiefe" einer Linux-Distro?

        • ThBock sagt:

          "Was ist eigentlich wenn so eine Bude aus Amerika ein (Kauf)Angebot bekommt, das sie einfach nicht ablehnen kann?"

          Nimmst du 'ne andere Distri.
          Mach das mal mit Windows…

        • Art sagt:

          Dann verwendest Du einfach den Fork von Proxmox – als Beispiel kannst Du Dir ownCloud -forked> Nextcloud + OpenCloud anschauen.

          Statt Ubuntu kannst Du z.B. auf Debian wechseln, worauf Ubuntu basiert.

  2. Anonym sagt:

    Wohl fast jeder Politiker heute sagt/fordert/kritisiert/bedauert hauptsächlich das, was ihm irgendeine Strategie Agentur oder Denkfabrik oä. aufgeschrieben hat. Das erklärt Dinge wie diese sehr gut.

  3. R.S. sagt:

    LOL!
    Ja, Microsoft wurde 1975 gegründet.
    Aber MS-DOS 1.0 kam erst im August 1981 in den Handel.
    PCs waren damals noch sehr sehr teuer.
    MS-DOS war übrigens nicht das erste Betriebssystem von Microsoft, sondern Xenix.
    Xenix kam 1 Jahr vor MS-DOS auf den Markt, konnte sich aber nicht durchsetzen, weil es zwingend eine Festplatte und 256 k RAM benötigte.
    Beides war damals noch absurd teuer.
    MS-DOS brauchte nur 64 k RAM und lief auch von Diskette.

    Und noch in den späten 1980ern wurden PCs unter IT-Profis als "Spielkram" abgetan.
    Professionelle Anwendungen gabs für den PC kaum.
    Professionelle Anwendungen liefen auf Großrechnern z.B. von IBM oder Siemens.
    Und für Firmen gabs damals die mittlere Datentechnik.
    Ich hatte damals mit Siemens MX2/MX4/MX300/MX500 und DEC VAX zu tun.

    Und OpenSource gabs damals schlicht nicht.
    Ausnahmslos jede Software war ClosedSource und im Großteil der Fälle auch speziell für den jeweiligen Kunden programmiert.

    Und auch im PC-Bereich gab es einen argen Wildwuchs an Software.
    Beispielsweise Textverarbeitung: Microsoft Word, WordPerfect, Wordstar, Textmaker, etc. etc.
    Und jedes Programm hatte sein eigenes Dateiformat. Interoperabilität war damals extrem schwer.

    Der Mann sollte sich mal mit Computergeschichte befassen, damit er merkt, dass er da totalen Unsinn erzählt.

    • Fritz sagt:

      Vielleicht keine alternative Wahrheit, sondern ein alternativer Kalender?

      In Thailand nutzt man bekanntermaßen den buddhistischen, da sind wir aktuell im Jahr 2569 der Buddhismus-Ära (BE). Dann wäre Microsoft schon fast 500 Jahre alt.

      Duck und wech…

    • ThBock sagt:

      Xenix basierte auf Unix, MS-DOS war eine Weiterentwicklung von QDOS, dass ursprünglich von Tim Paterson stammte.

    • Gänseblümchen sagt:

      Doch, es gab quelloffene Software, die hieß nur noch nicht so. Viel Software wurde damals noch vor allem in BASIC als Listings in Zeitschriften abgedruckt.

      • R.S. sagt:

        Ja, für Heimcomputer für Commodore, Atari und Co.
        Im professionellen Bereich hat niemand in Basic programmiert.
        Basic galt damals als Programmiersprache für Hobby-Computerfreaks.

        • Anonym sagt:

          Es gibt/gibt durchaus Software im professionellen Bereich, die mit Visual Basic 6 erstellt wurde.

          • R.S. sagt:

            Visual Basic ist NICHT das alte klassische Basic!
            Das klassische Basic ist eine Programmiersprache für Anfänger.
            Das sagt ja schon der Name: "Beginners' All-purpose Symbolic Instruction Code".
            Basic kam 1964 auf den Markt.
            Visual Basic erst 1991.
            Als VBA steckt es ab 1994 in vielen Microsoft Office Programmen.

    • peter0815 sagt:

      Ihre erste Firma gründeten Gates und Allen schon 1969. Sie hieß nur noch nicht Microsoft. Das hat der blitzgescheite kleine Albert mit Schnuller damals bereits völlig richtig mitbekommen.

      Unix war von den 60er bis Mitte der 80er wie viele andere Betriebssysteme quelloffen. Man musste es ja in aller Regel erst selbst vor Ort an die Hardware anpassen und danach dann übersetzen.

      Wobei quelloffen relativ war. In großen Teilen bekam man nur unkommentierten Assembler, höchstens kompaktestes K&R C. Man hätte sich das auch so selbst einfach disassemblieren können, wenn die Hardware damals nicht noch so schnarchlangsam gewesen wäre.

      Open Source wurde erst dann insbesondere in den 80/90ern ein Thema als man Hochschulen immer mehr den Zugriff auf Sourcecode entzog, den sie selbst geschrieben hatten. Das Faß zum Überlaufen brachte es dabei endgültig als man Berkley den Zugriff auf das eigene Unix untersagte.

      Im bayerischen Landtag ging es aber überhaupt nicht um Microsoft oder Computergeschichte, sondern um eine Milliardenermächtigung im Vermögenshaushalt 2025 für den Ausbau des staatlichen Rechenzentrenverbundes und der bayernweiten Netze von den Behörden dorthin in den nächsten Jahren.

      Nicht der Füracker hat dabei angefangen Dreck über die Medien zu schmeißen, sondern der Mehring. Und die Medien haben dann fleißig Dreck draufgepackt, damit hoffentlich etwas hängen bleibt. Oder sollten sie am Ende gar damit angefangen haben?

      Damit haben sie aber am Ende absehbar den Kürzeren gezogen. Ober sticht Unter. Und mit technischen Dreckschleudergeräten kennen sich die gelernten Landwirte Füracker und Aiwanger viel besser aus als nur g'studierte Kommunikationswissenschaftler und Journalisten.

      Füracker wie Aiwanger reden im Landtag fast immer frei. Redenschreiber gibt es keine. Man sollte also nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.

      Der Kern der Rede war, die entscheiden zu lassen, die sich damit auskennen. Und damit hat Füracker voll und ganz recht. Und wer am Ende Recht hat zahlt in Bayern a Maß. Also schwoam mas owe.

      Die Rahmenverträge von Freistaat wie Landeshauptstadt erfordern derzeit kein handeln. Sie wurden nach meinen Informationen bereits 2024 bis 2029 mit einer Option bis 2031 zu Konditionen ausgehandelt, die so in Ordnung sind. M365 ist dort nur ein Kann, aber kein Muss. Für viele gerade kleinere Kommunen kann es dagegen ganz anders ausschauen. Aber auch daran dürfte sich durch die Kommunalwahlen bis Herbst nichts ändern.

      https://www.stmfh.bayern.de/internet/stmf/aktuelles/pressemitteilungen/26133/

  4. Björn E. Kevalonen sagt:

    Wenn ich mich richtig erinnere, es muss so ca. 1973 gewesen sein, lernten wir in der Schule im Fach Datenverarbeitung noch mit Lochkarten umzugehen. Hätte ich damals schon gewusst, wie fortschrittlich die Bayern sind, wäre ich gerne dort in die Schule gegangen.

    • Gustav sagt:

      @Björn K:
      >Hätte ich damals schon gewusst, wie fortschrittlich die Bayern sind, wäre ich gerne dort in die Schule gegangen.

      Darum ist ja das bayerische Abitur angeblich so viel mehr wert.¹

      ¹Ich weiß ja nicht, ob das simmt, bin kein Deutscher, aber die Bayern behaupten das doch immer wieder.

  5. Matze sagt:

    Weil hier so genüsslich auf den Bay. Finanzminister Füracker von der CSU eingedroschen wird: Auf Bundesebene macht der aktuelle Finanzminister auch nicht gerade eine tolle Figur.

    Und weil hier das Thema LiMux angesprochen wurde (übrigens: die Stadtverwaltung München (SPD-Grüne) hat mit der Landesregierung Bayern (CSU-Freie Wähler) wenig bis gar nichts zu tun):
    Initiert wurde LiMux von Reiters (SPD) Vorgänger Ude (SPD) ab 2009 – gekippt von Reiter (SPD) 2017. Das kostete der Stadt München ca. 90 Millionen.
    Das (dumme) Gerede von Füracker war – bisher – umsonst :-)

    Im Übrigen: wir wählen diese Politiker selbst…

  6. Gänseblümchen sagt:

    Ich kenne das Wort Opensource schon aus der Anfangszeit von Linux, so um 1995 herum als das bekannter war und man im Buchladen neben der Uni erste Schachteln mit Disketten oder CDs kaufen konnte, Ygdrasil, Slackware und dann auch Suse gabs da. Eine Suse 5.3 Schachtel steht noch da oben auf meinem Regal, das war glaub ich die letzte die ich mir gekauft habe, bevor Internet so schnell wurde, dass man die Iso über Nacht runterladen konnte. Gebracht hats nix, bin immer noch auf Windows, und damals war der Komfortunterschied zwischen beiden Welten längst nicht so groß wie heute. Damals wurde das schon als Opensource oder Quelloffen angepriesen. Vorher gabs eigentlich nur PD (Public Domain) und die konnte man als Disketten teils sogar bei Karstadt kaufen, oder man hat sie sich per Modem aus einer Mailbox gezogen. Und PD hatte fast nie den Quellcode dabei. Da gabs dann ganze Serien und fast täglich erschienen neue Disketten, Fish-Disks, Maxon, Karstadt selbst hatte eigene Serien, die Walnut-Creek-Serie fing schon in den End-1970ern mit CP/M-Software an.

  7. Georg Renelt sagt:

    Das schlimme an den Füracker-Aussagen ist, dass er über etwas redet, von dem er sowenig versteht, dass er so einen Bullshit ohne jede Irritation von sich geben kann.
    Das zeigt exemplarisch, wie bestürzend blind unser politisches Personal ist.

    Man muss auch als Politiker nicht alles wissen, aber man sollte sich nur dann in Debatten einbringen, wenn man auch was zum Einbringen hat. Und dieses bisschen Mindestintelligenz fehlt ihnen schon…

  8. Robert sagt:

    "CSU-Mitglied Albert Füracker, aktuell Finanzminister, schießt mit der Aussage, man setze seit den sechziger Jahren Open Source- und Microsoft-Produkte ein, den Vogel ab."

    hahahahahaha – hab mich selten so kaputtgelacht.

  9. NotNerdNotDau sagt:

    Die Passage der Aussage des bayerischen Finanzministers, dass man "seit den sechziger Jahren Open Source- und Microsoft-Produkte einsetze" kann man, je nach Neigung" unterschiedlich interpretieren.
    Denn …
    Open Source-Software gibt es bereits seit den 1960er Jahren.
    https://about.cloudogu.com/de/glossar/open-source/
    Wenn er sich alleine darauf bezogen hätte, wäre die Aussage nicht falsch gewesen.

    Durch das "… und Microsoft-Produkte" ist die Aussage zwar nicht in Gänze falsch, aber zu 50 %. Gemeint hatte er aber mit dem Bezug zu den sechziger Jahren, jetzt rein spekulativ von mir, die Open Source-Produkte.
    Der Minister war wohl emotional zu sehr aufgeladen, um einen klaren Kopf zu haben. Das ist aber doch durchaus menschlich und derartige Fauxpas passieren auch noch vielen anderen Menschen auf dieser Welt.

    Dass fragwürdige Medienportale wie die PC-Welt daraus eine Sensationsmeldung macht und den Minister an den öffentlichen Pranger stellt, ist typisch für den heutigen "Qualitätsjournalismus". Da wird nichts ausgelassen, um Klicks zu generieren. Sei es auch noch so absurd und/oder fragwürdig.

  10. Lukas sagt:

    Einer tanzt immer aus der Reihe. So lange der Föderalismus in der aktuelle Form bestehen bleibt, sehe ich da schwarz. Und zwar nicht nur bei diesem, sondern auch bei vielen anderen Themen.
    Wenn wir in DE voran kommen wollen, müssen wir endlich an einem Strang ziehen!

  11. Tim B. sagt:

    Wenn man sich anschaut was Microsoft alles anzustellen scheint, um Windows langsamer zu machen, schlechter bedienen zu lassen und mit immer mehr Fehlern auszustatten, die Update um Update behoben werden müssen, ist es erstaunlich, das sich Linux, welches über 30 Jahre völlig umsonst zu haben ist, nicht schon längst auf breiter Front durchgesetzt hat. Irgendwas scheint da auch schwer schiefzulaufen.

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