Sieht so aus, als ob es am heuten 3. März 2026, nur nur eine "Störung" in der Anstalt für kommunale Datenverarbeitung in Bayern gibt (siehe diesen Blog-Beitrag). Ein Blog-Leser hat mich darüber informiert, dass es am heutigen 3. März 2026 in dem Rechenzentrum Regio IT GmbH Aachen ebenfalls, allerdings auf Grund eines Stromausfalls, eine Großstörung gibt. Dadurch sind einige Kommunen (und Schulen), die an dieses Rechenzentrum angeschlossen sind, betroffen und mit Fachverfahren nicht mehr arbeitsfähig.
Großstörung des Regio IT GmbH Aachen Rechenzentrums
Ein Blog-Leser hat mich gegen 10:01 Uhr per Mail über die Großstörung des Rechenzentrums der Regio IT GmbH Aachen informiert (danke dafür). Auf seiner Webseite informiert der Anbieter über den Sachstand.
In der Stadt Aachen hat es einen Stromausfall gegeben, der das Rechenzentrum in Mitleidenschaft gezogen hat. Muss man wohl unter "höherer Gewalt" verorten. Dieser Stromausfall scheint so gravierend zu sein, dass der Betreiber davon ausgeht, dass der Betrieb am heutigen 3. März 2026 nicht wieder aufgenommen werden kann.
Der Blog-Leser hat mir obigen Screenshot aus der Kommunalverwaltung Heinsberg zukommen lassen, wo die gezeigte Meldung kommt. Die Folge: Die Kreisverwaltung Heinsberg ist derzeit per E-Mail nicht erreichbar, das das Service-Portal steht. Das Gleiche trifft auch alle kommunalen IT-Dienste, die auf dieses Service-Portal angewiesen sind. Für die Dauer der Störung können in den betroffenen Kommunen keine Dienstleistungen für Bürger und Bürgerinnen erbracht werden. Das betrifft wohl die Einwohnermeldeämter, die Steuerämter und weitere Ämter der betroffenen Kommunen.
Mir liegen Screenshots aus diversen Kommunen im Umfeld von Aachen vor, die über entsprechende Meldungen in Fachportalen informiert wurden. Die Webseite der Stadt Aachen ist sogar komplett offline (hier hat der Stromausfall mutmaßlich den Webserver tangiert). Auch Erkelenz ist über seine Webseite nicht mehr erreichbar.
Ergänzung: Die Aachener Zeitung hat inzwischen in der Online-Ausgabe diesen Artikel zu den Folgen des Stromausfalls veröffentlicht. Laut einem Kommentar von Morky ist auch die KFZ- und Führerscheinstelle in Bonn betroffen. City-News berichtet hier. Betroffen sind neben der oben genannten Stadt Aachen unter anderem auch Bielefeld, Düren, Erkelenz, Würselen, der Rhein-Erft-Kreis, der Kreis Soest, der Ennepe-Ruhr-Kreis, der Kreis Heinsberg und der Kreis Euskirchen.
Wer ist die Regio IT?
Die Regio IT GmbH (im Handelsregister als "regio iT gesellschaft für informationstechnologie mbH" eingetragen) ist ein kommunaler IT-Dienstleister in Nordrhein-Westfalen, mit Firmensitz in Aachen. Weitere Niederlassungen befinden sich in Gütersloh und Siegburg. Die Regio IT beteiligt sich außerdem an anderen Gesellschaften und versteht sich laut Wikipedia als "offene Kooperationsgesellschaft".
Zu den Auftraggebern der Regio IT GmbH gehören Kommunen und Schulen, Energieversorger und Abfallentsorger sowie Non-Profit-Organisationen. Die GmbH bietet strategische und projektbezogene IT-Beratung, Integration, IT-Infrastruktur und Full-Service in den Bereichen IT Service und Betrieb, Verwaltung und Finanzen, Energie und Entsorgung, Bildung und Entwicklung. Im Jahre 2025 beschäftigt die Regio IT GmbH circa 750 Mitarbeiter, und erwirtschaftete im Jahr 2024 einen Gesamtumsatz von rund 165 Mio. Euro.





MVP: 2013 – 2016





Moin, der Ausfall läuft seit gestern (Montag) Abend ~19:30.
Grüße aus einer betroffenen Kommune
Danke für die Ergänzung.
Nein und nochmals nein… ein Stromausfall sollte im Jahr 2026 nicht mehr als Grund oder Entschuldigung herhalten, ein ganzes RZ tagelang später nicht mehr hochfahren zu können. Das ist amateurhafter Dilletantismus mit Sprechblasen drum herum.
Die haben wohl zu sehr mit der SIT kooperiert und sich damit nun angesteckt:
https://www.regioit.de/nachrichten/artikel/regio-it-und-sit-planen-gemeinsames-it-tochter-unternehmen-nextgov-it
Tagelang? Sie sind wohl im falschen Film. In weniger als 24 Stunden wurden die ersten Systeme wieder testweise hochgefahren.
Außerdem einen Cyberangriff auf die SIT mit einem fatalen Stromausfall gleichzusetzen, ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
> Außerdem einen Cyberangriff auf die SIT mit einem fatalen Stromausfall gleichzusetzen, ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
Du hast den Text vielleicht gelesen, aber kaum vertanden. Es ist keine Gleichsetzung mit der Ransomware bei SIT. Es geht um das Mindset und die Denke.
Ein Stromausfall (es gibt da kein "fatal" oder "weniger fatal", da gibt es nur Strom da oder Strom weg. Deine Betonung ist Bullshit!) bzw. hier genauer: Der Ausfall eines unbestimmten Stückes Hardware in der Energienotversorgung ist das, was in jedem BCM und Notfallplan auf jeden Fall Bestandteil sein muss und in Übungen mindestens jährlich, wenn nicht sogar vierteljährig geprobt wird. Das ist kein unvorhergesehenes Event, das sollte Routine sein und Ersatzteile bzw. komplette Standby-Systeme bevorratet sein.
Und nun denk mal nach, wenn da eine regio IT bereits an solchen deterministisch planbaren Basics scheitert, wie es erst bei den nicht planbaren und unvorhersehbaren Dingen bestellt ist.
Die SIT ist doch wieder mit "betroffen" – der Bereich KFZ gehostet bei der Regio ist in Siegen wieder Platt (und die SIT sitzt im selben Gebäude wie die KFZ Abteilung – nur eine Etage höher).
etwas OT:
https://www.bbc.com/news/articles/cgk28nj0lrjo
(Sorry, falsch getatscht. Sollte eine Antwort zu Tomas Jakobs sein.)
Tja, Theorie trifft auf Realität. Über den beschriebenen Fall weiß ich nichts, aber mir sind da schon einige Fälle untergekommen (über die ich leider nichts sagen darf), wo kleine Ursachen durch kuriose Verkettungen gepaart mit menschlichen Fehlleistungen zu großen Ausfällen geführt haben.
Ein jahrzehntealtes Beispiel aus einem KMU: Wachmann bekommt nachts die automatische Meldung, dass die Klimaanlage im Rechnerraum ausgefallen sei. Beim Nachschauen und Tasten nach dem Lichtschalter erwischt er leider den Notaus-Knopf, schießt damit die ganze IT einschließlich einiger langlaufender Prozesse ab und wird tags darauf entsprechend heruntergeputzt. Die Meldung selbst erweist sich als Fehlalarm (defekter Sensor).
Wenige Tage später, dummerweise hat der gleiche Wachmann Dienst. Wieder die Meldung, dass die Klimaanlage ausgefallen sei. Wachmann ignoriert sie, weil er sich nicht wieder in die Nesseln setzen will. Diesmal ist die Klimaanlage aber tatsächlich defekt, und bis das am nächsten Morgen bemerkt wird, hat sich die halbe Hardware ins Jenseits verabschiedet. Was zu wochenlanger Beeinträchtigung der Produktion führte.
Ein Hoch auf den Elektriker, der diesen Notausknopf — auch wenn er farblich und in der Form eindeutig identifizierbar ist — in der unmittelbaren Nähe anderer Schalter angebracht hat, die regelmäßig zu bedienen sind.
Ironie AUS.
Andererseits: Hatte der Wachmann keine funktionierende Taschenlampe? Ich hätte jetzt mal so gedacht, sowas gehörte zur Standardausrüstung in diesem Berufszweig, und baumelt irgendwo im Bereich des Gürtels. Wahrscheinlich war er Hosenträgerträger und alle Gürtelschnallen zerrissen. :-)
Zusätzlich sollte ein "Not-Aus" Knopf meiner Meinung nach so designt sein, dass man halt den nicht beim rumtatschen nach dem Lichtschalter auslösen kann. Da sollte man schon richtig draufdrücken müssen, mit etwas mehr Kraft, und von der Form her so, dass man ihn als solchen auch "blind" erkennt.
Dafür gibt es, extra Schutzränder oder Kappen an Notausschaltern.
Vernünftige Notausschalter haben eine Abdeckung drüber, so wie man es von Brandmeldeknöpfen kennt.
Muß bei einem Notausschalter nicht aus Glas sein.
Da reicht eine Klappe, die man hochklappen muss, um den Knopf drücken zu können.
Und zusätzlich sollten Notausschalter beleuchtet sein.
Das kann man aber bei Unternehmen nicht erwarten, die nach eigener Angabe "…dreifach nach international gültigen Standards zertifiziert: ISO 9001, ISO 20000, ISO 27001." sind
Oja, tolle bunte Zertifikate!
Aus eigener Erfahrung:
Insbesondere die ISO 9001 ist das Papier nicht wert, auf dem sie steht.
Dein Beispiel ist gleich auf ganz vielen Ebenen so falsch:
– Es beginnt damit, was ein Wachmann im Serverraum zu schaffen hat? Alle Bereiche mit Starkstrom, Server- und Verteilerräume sind abgeschlossen und nur von qualifizierten Personal (Elektriker/Admins) zu betreten.
– Warum gibt es kein Monitoring der Anlage für den oder die Admins?
– Warum fahren die Server nicht automatisch herunter?
Der Wachmann wurde zu Unrecht beschuldigt. Die Schuld trifft den oder die Verantwortlichen, die Ihre IT genauso dilletantisch wie die SIT oder regioIT betreiben.
Eben. Ich sagte ja: Theorie trifft auf Realität.
(NB: Der beschriebene Fall fand vor gut 30 Jahren statt und sollte nur illustrieren, dass Kleinigkeiten, die niemand auf dem Radar hat, im unglücklichen Zusammenspiel trotz aller Absicherungen halt zu großen Problemen führen können. Damals wie auch heute noch.)
Sie kennen also beide Unternehmen von innen? Anderenfalls wurde ich mich mit solchen gewagten Aussagen zurückhalten, wenn man keine Ahnung hat.
Was "qualifiziert" Sie eigentlich solch herablassende und vor allem sachlich unwahre und polemische Aussagen über meine Kolleginnen und Kollegen und das Unternehmen zu tätigen, bei dem ich beschäftigt bin?
Wir sollten hier abrüsten – wenn ich es nicht ganz falsch einsortiert habe, betraf obiger Kommentar den "besagten Fall vor 30 Jahren" und es wurde kein Unternehmen genannt.
Wenn sachlich falsche Aussagen zum Themenkomplex "Wachmann hat nichts im Serverraum zu suchen" enthalten sind, gerne gerade rücken – aber bitte mit Bezug auf einschlägige Normen oder Richtlinien. Danke für das Verständnis.
Kann ich Dir beantworten: Ich habe jahrelang mit der Vorgängerorganisation der SIT, damas hieß diese noch KdZ zusammen arbeiten "müssen".
Fast alle Websites von Kommunen im Siegerland und teils darüber hinaus im Olper Land wurden damals mit Coldfusion und meinen programmierten Komponenten betrieben. Der Kreis-Siegen-Wittgenstein selbst war mal für ein Projekt bis ca. 2013 mein Kunde
Ich denke, ich bin qualifiziert und habe hinreichend Erfahrung mit diesen sammeln dürfen und bin glücklicherweise aus jeder NDA heraus, um darüber heute berichten zu können.
Technik mag sich über die Jahre ändern, das Mindset, Verständnis und Schlüsselpersonen nicht. Les Dir meinen Blog zum SIT Vorfall einmal durch, jede Aussage ist mit Fussnote und Quellennachweis belegt.
Es ist wirklich so schlimm…
Haben die keine USV und wenn doch, wissen die wie man damit umgeht?
Selbst wenn sie eine haben ist halt die Frage, wie die dimensioniert wurde. Ich kenne durchaus Firmen die ihre USV nur dazu benutzen, die Server sauber runterzufahren, damit die nicht crashen. Mehr als 10 Minuten halten die Batterien nicht.
So ist es.
Das ist auch der Zweck einer USV.
Die dienen in größeren Rechenzentren auch dazu, die Zeit zu puffern, bis die Notstromaggregate angesprungen sind und Strom liefern.
Für eine stundenlange Stromversorgung sind USVs nicht gedacht.
Anscheinend hat das ausgefallene RZ keine Notstromaggregate.
Grundsätzlich nicht richtig.
USVs halten so lange wie diese dimensioniert sind.
Meine Kommune unterhält zwei USVs die ohne die NEA > 4 Stunden überbrücken können. Es muss aber max 2 Minuten überbrückt werden, bis so eine 680kVA NEA angelaufen und synchronisiert ist.
Das die regio-IT keine USV und keine NEA haben soll, halte ich für inkorrekt. Aber vielleicht sind gerade ein paar (Netzwerk)Systeme ohne Strom, die man zuvor nie im Kontext fehlende Spannung mit berücksichtigt hat… Also, Black Building Test fehlt oder wurde nicht gut durchgeführt oder oder oder…
Die Wahrheit werden wir hier nicht erfahren… aber vielleicht über die KDN, welche derzeit auch über das NdB nicht werreichbar ist…
Ebenfalls betroffen:
Stadt Solingen (https://www.solingen-notfall.de/inhalt), (auch Remscheid),
Rheinisch-Bergischer Kreis (https://www.radioberg.de/artikel/stromausfall-bei-it-regio-legt-bergische-verwaltungen-lahm-2588767.html)
cu +quakemaster+
Südthüringen: https://www.insuedthueringen.de/inhalt.landkreis-hildburghausen-zulassungsstelle-ist-nur-telefonisch-erreichbar.32d88d6d-a7e3-44af-83aa-b852d1655ebe.html
Landratsamt (im gleichen Gebäude) funktioniert scheinbar.
die regio-IT hostet in diesem Kontext lediglich das KFZ Verfahren, aber nicht alle Dienstleistungen für die Kommune Hildburghausen.
War mit einem von Regio IT in der Ausbildung. Gingen in der Klassengruppe natürlich sofort Witze aller "NAME mit dem Eimer Wasser gestolpert" und so los :)
Ist ja jetzt wieder alles in Betrieb. Bei den Aachener Nachrichten gibts einen Artikel dazu (leider hinter einer Bezahlschranke):
https://www.aachener-zeitung.de/lokales/region-aachen/aachen/stromausfall-bei-der-regio-it-die-systeme-laufen-wieder-wichtige-fragen-sind-offen/138935077.html
Der Anreißer stellt etwas unsachgemäß formuliert die folgende Frage in den Raum:
*** Warum schlug das Notaggregat nicht durch? ***
Das kann man vielfältig interpretieren:
1) Es fuhr gar nicht voll hoch und konnte die Last nicht übernehmen
2) Es hat die Last kurzzeitig übernommen und wurde wg Überlast wieder getrennt
3) Es wurde nicht auf das Netz geschaltet (Umschaltung hat nicht funktioniert)
…
Hoffen wir mal, dass die regio-IT das transparent aufklärt. Vielleicht steht ja bereits etwas mehr im Artikel, aber der Anreißer lässt eher vermuten, dass Entscheidendes noch unklar ist.