HP untersucht Boot-Probleme durch BIOS-Updates

Über Pfingsten sind mir Berichte untergekommen, dass der Hersteller HP Nutzerberichten nachgeht, die angeben, dass BIOS-Update Premium Notebooks dieses Herstellers in eine Boot-Schleife oder Boot-Probleme zwingen.

In HP-Foren und im Internet gibt es Meldungen über Probleme nach BIOS-Update bei HP Notebooks. Der Thread HP ZBook Ultra G1a / EliteBook X G1a — Complete BIOS & Hardware Issues auf GitHub enthält bereits eine Zusammenfassung verschiedener Fehlerberichte aus diversen Internet-Fundstellen.

Boot Freeze nach BIOS-Update

In der Zusammenfassung wird angegeben, dass HP EliteBooks ab BIOS-Version 01.03.11 und HP ZBooks ab BIOS-Version 01.04.03–01.04.05 nach einem Update in Probleme  laufen. Das Notbook friert beim Hochfahren mit dem HP-Logo bzw. mit dem sich drehenden Kreis ein. Der Kreis hört auf, sich zu drehen, und es passiert nichts. Einige Geräte starten beim zweiten Versuch, andere sind komplett unbrauchbar, heißt es.

Als Ursache wird im Post eine Zeitüberschreitung bei der Initialisierung der Audio-Hardware während des POST-Prozesses genannt. Laut HP-Insider sei es ein sogenannter bootfail_cause: Etwas schnellere Hardware erwartet schnellere Reaktionszeiten, aber die BIOS-Zeitüberschreitung sei für einige Geräte zu knapp bemessen. Dies erklärt, warum manche Geräte betroffen sind und andere nicht.

Es heißt, dass HP das fehlerhafte BIOS als "kritisches" Update über Windows Update  verteilt habe, wodurch dieses zwangsweise – automatisch und ohne Zustimmung – installiert wurde. Mehrere Nutzer berichten, dass ihre Geräte über Nacht unbrauchbar wurden. Im GitHub-Beitrag wird ein BIOS-Downgrade als Workaround genannt.

Lüfter dreht auf und bleibt stehen

Ein weiteres Problem aus obiger GitHub-Quelle betrifft das BIOS ab Version 01.03.00 und höher. Die Lüfter drehen für einige Sekunden mit 100 % Drehzahl auf und bleiben dann stehen, selbst im Leerlauf. Der Bug sei teilweise ab der BIOS-Version 01.04.03 behoben worden. Die Lüfter erreichen keine 100 % Drehzahl mehr, schalten sich aber nun bei niedriger Drehzahl ständig ein und aus, viele Male pro Minute. Dabei ist jedes Mal ein Klicken des Motors zu hören. Dies verkürzt die Lebensdauer der Lüfter.

Der GitHub-Beitrag listet eine Reihe weiterer Probleme mit HP-BIOS-Updates auf, die die Geräte unbrauchbar machen. Hier im Blog hatte ich im Beitrag HP EliteBook 660 G11: Weshalb wurde das BIOS v. 1.08.01 zurückgezogen? eine Leserbeobachtung angesprochen, dass BIOS-Versionen plötzlich und ohne Erklärung zurückgezogen wurden.

HP untersucht diese Berichte

The Register hat obige Berichtet sowie weitere Beiträge wie den HP-Community-Post URGENT: ZBook Ultra G1a BIOS 01.04.05 causing boot freeze – Where is the 01.05.01 fix? aufgegriffen und schreibt, dass HP die Probleme der Benutzer, verursacht durch BIOS-Updates, nun untersuche.

HP-BIOS Probleme

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7 Kommentare zu HP untersucht Boot-Probleme durch BIOS-Updates

  1. Frank sagt:

    Ich hatte das Problem bei Dell. Es braucht einen präventiven Schutz vor unkontrollierten Hersteller- und BIOS-Updates via Windows Update

    Das Phänomen zeigt mal wieder schmerzhaft, warum die unkontrollierte Verteilung von OEM-Firmware und Treiber-Kapseln über Windows Update ein massives Risiko für die Betriebsstabilität darstellt. Wer das unterbinden möchte, um die Hoheit über sensible BIOS- und Firmware-Stände zu behalten, kann Windows über die alten Systemeigenschaften einen harten Riegel vorschieben, ohne die regulären kumulativen OS-Updates zu blockieren.

    Der Weg zur Entkopplung (getestet unter Win 10/11):

    Windows-Taste + R drücken, sysdm.cpl eingeben und starten.

    Zum Reiter „Hardware" wechseln.

    Auf „Geräteinstallationseinstellungen" klicken.

    Die Option auf „Nein (Ihr Gerät funktioniert möglicherweise nicht wie erwartet)" umstellen und speichern.

    Der strategische Effekt:
    Windows Update zieht weiterhin ganz normal alle kumulativen Updates, Sicherheits-Patches und Windows Defender-Definitionen. Es gleicht jedoch beim Patchday die Hardware-IDs nicht mehr mit den OEM-Töpfen ab. Die automatische, unbemerkte Installation von herstellerspezifischen Software-Komponenten, Treibern und potenziell gefährlichen BIOS-Kapseln (egal ob Dell, HP oder Lenovo) wird damit unterbunden.

    Für die notwendige Hardware- und Firmware-Pflege nutzt man dann stattdessen dedizierte, herstellereigene Werkzeuge (wie Dell Command Update oder HP Image Assistant), zwingend eingestellt auf „Nur benachrichtigen". Damit wandert die finale Freigabe für sensible Firmware-Updates wieder komplett zurück in die Hand des Nutzers/Admins.

  2. Becks sagt:

    @Frank und reißt dann damit eine Sicherheitslücke auf – denn wer hat die Zeit / kann immer auf dem Laufenden sein, was Updates betrifft – gerade 0-Days – aber jeder wie er mag. Es ist vermutlich so ein Kontrollfreak-Ding bei Einigen …

    • Anonym sagt:

      Wie man's macht, man macht's verkehrt. Updaten und ein kompromittiertes Update riskieren (oder in diesem Fall sogar das man sich im Schneeberg schlimmsten Fall neue Hardware kaufen muss) oder lieber nicht und dafür riskiert man dann ungepatchte Sicherheitslücken.

      Beides nicht wirklich geil, die ganze IT macht langsam echt keinen Spaß mehr.

    • Frank sagt:

      @Becks: Da liegt ein Missverständnis bezüglich der Funktionsweise vor. Es wird dadurch absolut keine Sicherheitslücke aufgerissen.

      Die sysdm.cpl-Einstellung blockiert Microsoft nicht dabei, das eigene Betriebssystem zu patchen. Alle kumulativen Sicherheitsupdates, Windows-Defender-Definitionen und auch dringende 0-Day-Fixes für Windows kommen weiterhin vollautomatisch über Windows Update rein.

      Unterbunden wird lediglich die unkontrollierte Zwangsauslieferung von OEM-Softwarekapseln und herstellerspezifischen Firmware-Beigaben über den Microsoft-Kanal. Die Hardware-Pflege (BIOS, Chipsatz) wandert dadurch lediglich zurück in die dafür vorgesehenen Herstellertools (Dell Command Update bzw. HP Image Assistant). Da diese Tools im Hintergrund eigenständig nach Updates suchen und den Nutzer aktiv benachrichtigen, verpasst man auch hier nichts – man behält lediglich das finale Startrecht für den Installationsprozess.

      Wenn ein System durch fehlerhafte OEM-Hintergrunddienste oder ungefragte BIOS-Automatisierungen mehrfach in einer Boot-Schleife landet, hat das nichts mit „Kontrollwahn" zu tun, sondern mit notwendiger Risikominimierung für produktiv genutzte Geräte.

  3. Hummel sagt:

    bei den hp probook 640 g8 gibt es auch Probleme mit dem BIOS Update.
    Version 01.23.00 Rev.A vom 16 Januar.
    LTSC 21 H2
    Laoptop startet nur sporadich, es sind immer wieder mehrere Versuche notwendig, damit das Teil hoch kommt.
    Dann gab es ein BIOS Update im April, das in gänze Müll war und recht schnell von HP wieder zurück gezogen wurde. Selbst der HP Support wusste nichts von der Version.
    6 Rechner nicht mehr brauchbar.
    94 bekommen kein Update und werden wohl bald nicht mehr starten, weil das BIOS Zertifikat fehlt.

    • K sagt:

      das Boot Zertifikat fehlt nicht, du musst es nur im BIOS einschalten..
      (ist ein bekanntes Problem bei einigen HP Modellen)

      | ✅ Windows UEFI CA 2023 | Aktivieren |
      | ☐ Microsoft Option ROM UEFI CA 2023 | Deaktiviert lassen |
      | ☐ Microsoft UEFI CA 2023 | Deaktiviert lassen |
      | ☐ Enable MS UEFI CA key | Deaktiviert lassen |

  4. robbi sagt:

    Geht manchmal noch viel einfacher.
    Bei Lenovo kannst du Windows-Firmwareupdates einfach per Bios– Setup unterbinden.

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