Ich ziehe mal einige Meldungen rund um Windows 11, die mir die letzten Tage so untergekommen sind, zu einem Sammelbeitrag zusammen. So kämpft Microsoft um die Deutungshoheit, dass 8 GByte RAM für Windows 11 ausreichen, muss bei der OneDrive Photos-App zurück rudern, und hebt wohl die OEM-Preise an. Das sind Auszüge dessen, was es an Neuigkeit gibt.
Bekommt OneDrive Photos-App einen Uninstaller?
Anfang August 2026 hatte ich im Blog-Beitrag Windows 11: Wird Onedrive-Photos-App (mit KI-Gesichtsscan) automatisch installiert? berichtet, dass den Leuten mit dem OneDrive-Client eine Photos-App ungewollt untergeschoben wurde. Stimmt der Nutzer zu, werden hochgeladene Fotos von Personen auch einem "Gesichtsscan" für ein KI-Training verwendet.
Das hat einen Sturm der Entrüstung bei den Anwendern geführt. Vor einigen Tagen ist mir dann die Meldung auf Windows Latest untergekommen, dass die OneDrive Photos-App irgendwie ungewollt "breiter" auf den Systemen installiert worden sei. Computer Base berichtet hier, dass es künftig vermutlich eine Option zur Deinstallation der Photos-App geben soll.
Picture Passwords als Anmeldeoption entfällt
Ich weiß nicht, ob jemand die Option "Picture Passwords" zur Anmeldung in Windows 11 verwendet. Diese wenig verwendete Funktion soll nun wieder aus Windows 11 verschwinden, wie ich die Tage in nachfolgendem Post gesehen habe.
Kevin hat die Details im Beitrag Windows 11: Microsoft streicht Picture Passwords als Anmeldeoption angesprochen.
Windows 11 als RAM-Fresser?
Es gibt noch eine interessante Beobachtung, die sich auf die Frage bezieht, wie viel Arbeitsspeicher (RAM) dieses Windows 11 benötigt. Die Zeiten, wo Systeme mit 4 GByte RAM anständig laufen, sind vorbei (es sei denn, man setzt auf Linux). Windows 11 ist als Betriebssystem arg fett und die AI-Features fressen auch Ressourcen und belegen Arbeitsspeicher.
Hinzu kommen die fetten Apps von Microsoft und anderen Entwicklern, die mit dem Arbeitsspeicher verschwenderisch umgehen. MS Teams oder M365-Apps, schon ist der Arbeitsspeicher auch bei 8 GByte RAM am Limit. Gerade bin ich bei Golem auf diesen Artikel gestoßen, demzufolge die in Windows 11 mitgelieferte Wetter-App 1-2 GByte RAM braucht und dann noch Werbung anzeigt. "The way of life" bei Microsoft.
Nun leben wir in Zeiten, in denen die RAM-Preise, dank AI-Slop, durch die Decke gehen (siehe meinen Beitrag IDC-Warnung: RAM-Preissteigerung führt zu schrumpfendem PC- und Mobilgeräte-Markt). Und so ist es nicht verwunderlich, dass Microsoft seit Monaten so etwas wie "RAM-Washing" versucht. Sprich: Es kommen Berichte, wie wunderbar Windows 11 doch mit 8 GByte RAM läuft.
Anfang August 2026 sind mir diverse Artikel (z.B. 8 GB als Ziel: Wie Microsoft den RAM-Verbrauch in Windows 11 reduzieren will bei Computer Base) untergekommen, die Microsofts Plan feiern, dass man das fette Betriebssystem auf 8 GByte RAM-Ausbau zurück stutzen möchte. Bis Ende 2026 soll es soweit sein, versprochen.
Interessant fand ich obigen Tweet, der angibt, dass Microsoft alle Stellen in seinen Webseiten aktualisiert und Hinweise auf RAM-Anforderungen oberhalb 8 GByte entfernt. Irgendwie muss man doch die Surface-Modelle mit 8 GByte RAM unter die Leute bringen.
Bernie hat zum 12. August 2026 im Diskussionsbereich einen Kommentar auf den Artikel Hohe RAM- und SSD-Preise: Microsoft speckt Windows 11 für 8-GB-PCs ab von Wolfgang Sommergut im WindowsPro Blog verwiesen.
Windows 11: Resterampe und Stiefkind der Entwicklung
Ich denke, niemand wird Windows 11 als "Erfolgsprodukt" feiern, viele Leute bleiben auf Windows 10, solange es geht. Bei Golem las ich die Tage, dass die "halbwegs guten" Verkäufe von Windows 11 in 2025 auf das Support-Ende von Windows 10 zurück gehen. Einige Leute haben sich ins Boxhorn jagen lassen und Windows 11-Rechner gekauft, obwohl Windows 10 noch Support bekommt.
Persönlich habe ich Windows 11 seit Beginn als Resterampe von Windows10X und dem Windows 10-Kern bezeichnet (siehe Stecker gezogen: Ende für Windows 10X …). Bei Golem hat sich Oliver Nickel im Beitrag Schlechtes Betriebssystem: Warum Windows 11 vernachlässigt wurde mit dem Thema "warum Windows 11 so geworden ist, wie es heute daherkommt" befasst. Ex-Microsoft-Mitarbeiter Ewan Dalton hat aus dem Nähkästchen geplaudert. Für Leute, die das MS-Umfeld näher kennen, nichts neues: Konkurrenz unter den Microsoft Teams, Prioritätenwechsel samt hüpfen auf den AI-Zug. Und reduzierte Ressourcen für die Windows 11-Entwicklung, weil das Geld woanders verdient wird, haben das Produkt zu dem werden lassen, was es heute ist.
Kleiner Nachtrag: Auf dieser Webseite gibt es einen Rechner, der die Kosten für Mac gegen Windows über die Jahre vergleicht. Der Rechner stellt Apple- und Windows-Geräte über einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren gegenüber und rechnet neben dem Kaufpreis auch Restwert, IT-Support, Energie und Softwarelizenzen mit. Im Kaufpreis liegt Apple nur in vier von sieben Geräteklassen vorn, über vier Jahre in sechs von sieben.
Windows 11 OEM-Lizenzen 10 % teurer
Am Ende des Tages scheint Microsoft das schlechte Produkt Windows 11 auch noch teurer gemacht zu haben. Die Tage bin ich bei neowin.net und bei Golem auf die Information gestoßen, dass Microsoft die Preise für OEM-Lizenzen deutlich angehoben habe. neowin.net bezieht sich auf United Daily News aus Taiwan, die berichteten, dass die OEM-Lizenzen für Windows 11 im Juli 2026 zwischen 7 und 10 Prozent angehoben worden seien. Zusammen mit der Preisexplosion bei der Hardware dürfte dies kein Motivator zum Umstieg auf Windows 11 sein.
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MVP: 2013 – 2016





Ich kann zumindestens bestätigen, dass man mit 8 GB RAM inzwischen wieder besser arbeiten kann, als zum Jahresanfang, schon seit dem Juni-Patchday tut sich da was. Ich bilde mir sogar ein, dass es mit dem jetztigen Patchday noch etwas besser wurde, aber der Eindruck ist noch zu kurz um das final aussagen zu können. Aber es sind immer noch zu viele Apps auf webview2 am Laufen, das braucht viel RAM.
Wer meint das Win 11 aktuell mit 8GB super läuft, kann zur Selbstgeißelung mal folgendes Experiment machen:
Einfach seine Win11 Installation auf eine klassische HDD klonen und damit arbeiten.
Mit einer klassischen HDD merkt man erstmal was für ein Zugriffsmarathon da im Hintergrund schon per default bei Windows abläuft. Wenn dann noch der Arbeitsspeicher knapp wird und das System anfängt auszulagern, gehen die Lichter endgültig aus. Man muss sich nur mal vor Augen führen was heute in der Aufgabenplanung schon nach der Installation im Vergleich zu Win 7 drin steht, der Wahnsinn nimmt kein Ende.
Dank der Zugriffsgeschwindigkeiten und Performance einer SSD fällt einem das nicht auf, die klassische HDD fördert es aber gnadenlos zu Tage.
Dazu kommt, mit dem Wegfall der 32bit Version von Windows und dem Fall der 4GB Grenze, meint jeder Entwickler (auch MS), RAM ist unendlich und optimiert nicht mehr. Dazu kommt der eh schon erhöhte Speicherbedarf der 64bit Version. Das mag jetzt nostalgisch klingen, aber aus dem C64 hat man auch eine Menge raus geholt durch optimieren, womit anfangs niemand gerechnet hat.
Es wäre Wünschenswert das MS Win11 schlanker bekommt was den Ressourcenhunger angeht, ich glaube da aber noch nicht so recht dran.
Wir sehen das bei uns in der Firma bei älteren Clients, die wir seinerzeit mit 8 GB gekauft hatten. Windows 10 lief noch problemlos, mit Windows 11 wird das schon echt eng. Nur Windows, Outlook, plus Browser mit ein paar Tabs belegen schon alleine knapp 7 GB RAM. Da ist dann nicht mehr viel übrig. Kommt dann noch der ERP-Client oder gar Teams dazu, geht faktisch nichts mehr.
Neuere Geräte wurden deswegen seit ein paar Jahren direkt mit mindestens 16GB RAM gekauft.
Und schon Windows 10 machte mit einer HDD nicht mehr wirklich Freude, Windows 11 habe ich (Gott sei Dank) nur auf SSD kennengelernt.
Ich habe Windows 11 zum Glück überhaupt noch nicht kennen gelernt weder beruflich noch privat. Privat wird das auch nicht passieren aber beruflich kann ich es nicht beeinflussen ich muss dort aber auch nicht für die nötige Hardware sorgen.
"Die Zeiten, wo Systeme mit 4 GByte RAM anständig laufen, sind vorbei (es sei denn, man setzt auf Linux). " ja und an genau dem Punkt liegt der Hase im Argen. Warum meinen Entwickler von Betriebssystemen und Anwendungen denn dass man immer mehr RAM für die gleichen Funktionen verbraten kann? Klar es gibt speicherintensive Aufgaben aber darum geht es ja nicht ein stinknormales Betriebssystem mit den Basisfunktionen und ein Browser oder ähnliches Alltagsanwendungen brauchen keine 8 GB RAM. Linux ist da genügsamer es lässt sich mit geringeren Anforderungen sogar noch auf 1 GB RAM z.B. auf einem Raspberry Pi als Desktopersatz verwenden. Mit 4 GB läuft es auch richtig flüssig.
Das Problem ist, das schon seit ewigen Zeiten keine Optimierung der Programme bzgl. RAM-Bedarf und Speicherplatz auf der Festplatte mehr stattfindet.
Statt dessen setzt man einfach die Mindestanforderungen für RAM und Festplattenplatz hoch.
Ich habe hier noch ein altes Notebook mit Centrino-CPU und lächerlichen 768 MB RAM und Windows XP (Ab Werk hatte es 256 MB RAM, was auch reichte) und einer 60 GB HDD mit 7.200 UPM.
Und das läuft auch mit Office 2000 sehr flüssig und es ist noch reichlich RAM frei.
Gut, das ist ein 32bit-System, aber 64bit braucht im Durchschnitt nur ca. 20-30% mehr Speicher.
64bit sind also kein Grund für den absurden RAM-Bedarf aktueller Betriebssysteme und Programme.
Wenn man da mal richtig Zeit in die Optimierung investieren würde, könnte man den RAM-Bedarf um mindestens 30%, bei den aktuellen Systemen eher in der Gegend von 50% reduzieren.
Das fängt doch bei den Entwicklungsumgebungen schon an. Mir kann doch keiner erzählen dass es nicht möglich ist Programme damit auf geringen Speicherverbrauch hin zu optimieren.
Es kommt dabei aber auch die verwendete Programmiersprache an.
Ich sehe hier eine renommierte Zahnarztsoftware, die auf dem Server 18 Windows-Dienste als Java-Programme installiert hat, die jeweils zwischen 300 MB und 1,3 GB Arbeitsspeicher verwenden. Hierbei werden nicht etwa DLLs gemeinsam im Speicher genutzt, wie es bei Windows-Programmen üblich ist, sondern jeder Dienst lädt sich einen Sack voller Java-Klassen (meist immer die gleichen) in den Speicher.
Das ist offenbar eine All-you-can-eat-Mentalität beim Programmieren …
Willst du, das ein Programm lahm ist, programmiere es in Java!
Ich habe noch kein in Java programmiertes Programm erlebt, das halbwegs performant ist.
Es ist ja nicht nur Windows 11, welches dringend einer Optimierung bedarf. Allein das Office-Paket und alle Microsoft Apps sind so träge und aufgeblasen, dass auch hier dringend optimiert werden muss. Und man muss sich auch mal die Frage stellen: Welchen Mehrwert haben diese neuen Versionen ggü. ihren älteren Versionen, außer, dass jetzt Copilot und Onedrive drangeklebt wurden? Für den gleichen Output wird nur schnellere Hardware benötigt, weil Microsoft den Support einstellt.
Bei Office kommt noch hinzu, das es heute immer komplett installiert wird.
Bei älteren Officeversionen konnte man noch im Detail wählen, was man installiert haben will.
Wer z.B. die Grammatikprüfung nicht braucht, konnte die bei der Installation einfach abwählen und sie wurde nicht mit installiert.
Oder Sprachen bei der Rechtschreibprüfung, Grafikfilter, Import- und Exportfilter, Assistenten, Hilfedateien, etc. etc.