Massiver Hack tangiert 600.000 Datensätze von Litauern

Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)Die baltischen Staaten gelten ja als Vorreiter der Digitalisierung. Die sind modern, wird jedenfalls von Digitalisierungsbefürwortern argumentiert. Die Kehrseite wird gerade deutlich, die Regierung Litauens ist höchst beunruhigt, haben wohl staatliche Hacker eines fremden Landes 600.000 Datensätze mit Informationen über Bürger des 2,9 Millionen Menschen umfassenden Landes aus staatlichen Registern entwendet.

Mir ist die Information über nachfolgenden Post untergekommen. Associated Press berichtet in diesem Artikel über den Vorfall.

Daten-Hack in Litauen

Ein Datenleck hat die litauischen Behörden in höchster Alarmbereitschaft versetzt. Beim Datenleck sind mehr als 600.000 Einträge aus nationalen Datenregistern abgegriffen worden. Es wird vermutet, dass dieser Zugriff von einem anderen Land aus durchgeführt wurde.

Die litauische Generalstaatsanwaltschaft gab am Freitag (22.5.2026) bekannt, dass das Datenleck vor allem Register für Immobilien und juristische Personen betraf. Auf die Daten wurde unter Verwendung der Anmeldedaten von Institutionen zugegriffen, die offiziell Zugriffsberechtigungen besaßen. Da scheinen also Zugangsdaten missbraucht worden zu sein.

Der Leiter des staatlichen Registerzentrums, Adrijus Jusas, trat am Montag nach dem Datenleck zurück. Es heißt von der die Staatsanwaltschaft, dass die Behörden umgehend zusätzliche Cybersicherheitsmaßnahmen ergriffen hätten. Darunter fällt die Sperrung der Konten mutmaßlicher Datennutzer und die Einschränkung des Zugriffs durch die Verpflichtung zur Aktualisierung der Anmeldedaten. Nutzer müssen ihre Zugangsdaten nun aktualisieren.

Die Staatsanwaltschaft hat den Verdacht, das ein ausländischer Staat beteiligt war, wobei die Behörden nicht näher angaben, um welches Land es sich handele. Der Oppositionspolitiker Laurynas Kasčiūnas schrieb laut Euronews am Sonntag in sozialen Netzwerken, bei dem Datendiebstahl handle es sich vermutlich um eine Operation des russischen Geheimdienstes, legte jedoch keine Beweise vor.

Kasčiūnas warnte, Angreifer könnten Zugriff auf Adressen von Geheimdienstmitarbeitern, Militärangehörigen, Diplomaten oder Politikern erhalten haben. Dadurch könnten die Betroffenen ausgespäht oder unter Druck gesetzt werden.

Litauen ist  mit seinen 2,9 Millionen Einwohnern eines der Hauptziele des hybriden Krieges Russlands gegen Europa, der Sabotage, Brandanschläge und Vandalismus sowie Einflussoperationen umfasst.

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7 Kommentare zu Massiver Hack tangiert 600.000 Datensätze von Litauern

  1. Norddeutsch sagt:

    Labas! Wann hören die Milliardäre der Welt endich auf sich zu prügeln? Litauen – betroffen 600K/2900K = 20% der Einwohner. Russland oder St. Petersburg ist nah, Petersburger Jahre Putin. Ein weiteres geopolitisches Problem. Ein wünderschönes Land (welches sich selbst als Zentrum der EU versteht, Europa Park hier). Spreche nur Brocken in LT, Hab zu "Doing Business with Baltic States" sogar Zertifikate im CV. Grüße an Ingushka aus LT/Finnland.

    Petersburger Jahre Putin
    Schüler in LT zum Drohenkrieg – Golem
    – verdammt gute IT-Security gibt es auch in LT
    LT Cybercrine stillgelegt – Heise

    Labanakt – gute Nacht…

  2. Anonym sagt:

    Fiktive Frage an den Bundesinnenminister: "Wie sieht es da mit der Sicherheit in Deutschland aus?"
    Hypothetische Antwort: "Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern".

    • Fritz sagt:

      Praktische Antwort aus der Zeit der Kandidatur:
      Digitalisierung first, Bedenken second!

    • Christian sagt:

      Ich weiß nicht, wie zentralisiert die Datenhaltung in der Verwaltung in Litauen ist, bei uns ist sie jedoch traditionell sehr dezentral. Das heißt z.B. in dem Bereich, in dem ich arbeite, dass Gewerbeanmeldungen von Firmen getrennt verwaltet werden vom Unternehmensregister (früher: Handelsregister) und das getrennt vom Grundbuch. Wiederum eigene Datentöpfe über Unternehmen (mit Beschäftigten) unterhalten die Unfallversicherungsträger und die Bundesagentur für Arbeit. Und wir als eine Aufsichtsbehörde (ich sage nicht, welche) führen einen eigenen Datenbestand und rennen ständig hinterher, den einigermaßen aktuell zu halten. Solche Fragmentierungen von Daten können natürlich von Menschen mit krimineller Energie auch ausgenutzt werden. Auf der anderen Seite begrenzen sie bei einem Datenabfluss den Schaden.

      • Rene sagt:

        Und alles liegt in Rechenzentren von Dataport* die natürlich TÜV-geprüft und BSI-zertifiziert und absolut sicher sind.

        "DATAPORT benötigte eine Lösung, um über 1.200 geschäftskritische Applikationen hochverfügbar und gleichzeitig nachhaltig zu betreiben – darunter Anwendungen für Polizei, Justiz und Steuerbehörden."

  3. Karli sagt:

    Na so ist das dann. Da baut man einen zentralen Pool und sammelt alle möglichen Daten darin. Baut dann Abhängigkeiten drumrum auf bis alles irgendwie da dran hängt.
    Als würde man nicht wissen, wie interessant man das dann für dritte macht. Bis jetzt braucht es doch ohnehin nur Zeit und ausreichend Interesse irgendwas aufzumachen.
    Diversifikation und Verteilung sollte vielleicht doch wieder top-modern shit werden. Zentralisierung und Vereinheitlichung bieten in einer konkurrenten Ordnung nur kurzzeitigen wirtschaftlichen Vorteil.

    • Fritz sagt:

      Ein eingänglicher Merksatz aus der Zeit, als viele Menschen inklusive mir noch glaubten, Datenschutz durchsetzen und die Begehrlichkeiten im Zaum halten zu können lautet

      „Wo ein Trog ist, kommen Schweine"

      Damals ging es um das (mehr oder weniger) unberechtigte Interesse des Staates und seiner Institutionen an diesen Datensammlungen, Private Unternehmen oder gar Hacker hatte man da noch nicht so sehr im Blick.

      Wenn man live sehen will, wo so etwas hinführt braucht man nur einmal in das beliebte Urlaubsland Thailand zu schauen. Dort trifft ein recht unlimitierter Zugang zu entsprechenden chinesischen Technologien auf ein kulturelles Selbstverständnis, das dem Begriff "Privatsphäre" eine sehr untergeordnete Bedeutung einräumt.

      Private Überwachungskameras in jedem Haus, Laden und sogar Streetfoodstand (!) sind absolut normal und kombiniert mit einer zumindest in den Städten fast flächendeckendem Kameraüberwachung des öffentlichen Straßenraumes – inklusive KI-Auswertung und Gesichtserkennung, wie die Behörden gerne und oft mit Mustervideos demonstrieren.

      Parallel dazu eine in letzter Zeit erheblich verschärfte Überwachung von Ausländern, die vorwiegend mit häufigen Visaverstößen (Overstay, berufliche Tätigkeit ohne Arbeitserlaubnis) und unbezahlten medizinischen Rechnungen mangels Versicherung begründet werden.

      Natürlich auch mit der Kriminalitätsbekämpfung, wobei sich das neben Diebstählen und Gewalt auch z.B. auf Schlechtreden der Monarchie oder des buddhistischen Glaubens beziehen kann.

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