KI-Splitter #1: Die Enzyklika von Papst Leo XIV

CopilotDas Oberhaupt der Katholiken, Papst Leo XIV, hat zum 25.5.2026 seine Enzyklika "Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz" veröffentlicht. In dieser "Mitteilung" legt er einige Grundzüge fest, nach denen KI eingesetzt und verwendet werden soll. Tenor: KI ist weder gut noch schlecht, sollte aber zum Wohle der Menschen eingesetzt, nicht im Militär in Waffen verwendet und nicht durch einige wenige Techmilliardäre kontrolliert werden.

Anlässlich des 135. Jahrestags von "Rerum novarum" hat Papst Leo XIV. seine erste Enzyklika mit dem Titel "Magnifica humanitas: Über den Schutz der menschlichen Person in Zeiten der künstlichen Intelligenz" veröffentlicht. Die Enzyklika ist ein um die 100 Seiten langes Dokument, welches hier in verschiedenen Sprachen abgerufen werden kann. Der Papst ruft dazu auf, die Menschlichkeit zu schützen, die Wahrheit zu fördern, die Würde der Arbeit zu wahren sowie für soziale Gerechtigkeit und Frieden einzutreten.

Die in fünf Kapitel gegliederte Enzyklika "Magnifica humanitas" geht von einer grundlegenden Prämisse aus, dass Technologie weder "eine der Menschheit feindlich gesinnte Kraft"  noch "von Natur aus böse" ist. Allerdings ist "Technologie niemals neutral, da sie die Eigenschaften derer annimmt, die sie entwickeln, finanzieren, regulieren und nutzen".

Technologie nicht in Händen einiger weniger

Daher ruft Papst Leo XIV. dazu auf, "zum Gemeinwohl" zu handeln und "menschlich zu bleiben", indem man einer mutigen Mentalität der gemeinsamen Verantwortung und der Gemeinschaft folgt. Im zweiten Kapitel geht es um die Wahrung der Menschenwürde. Die  Enzyklika erinnert daran, da "der Druck neuer Ideologien oder bestimmter, äußerst mächtiger Interessen" den Menschen auf "eine Ressource, die genutzt und ausgebeutet werden kann" oder "„auf das, was er leistet oder produziert" reduzieren kann. Das Dokument erinnert daran, dass: "Die grundlegende Würde jedes Menschen … ist weder erworben noch verdient, noch muss sie gerechtfertigt werden".

Die wichtigste Aussage in meinen Augen lautet: Technologie darf nicht in den Händen einiger weniger liegen, wodurch sich die Kluft zwischen denjenigen, die an der digitalen Revolution teilhaben, und denjenigen, die davon ausgeschlossen sind, vergrößert. In Kapitel  3 – "Technologie und Herrschaft. Die Größe der Menschheit im Lichte der Verheißungen der KI" – betont die Enzyklika die Notwendigkeit, der künstlichen Intelligenz mit Wachsamkeit zu begegnen. Papst Leo warnt vor dem "technokratischen Paradigma", dass es dazu führen kann, dass jede Entscheidung ausschließlich von der Messung von Effizienz und Gewinn bestimmt wird.

Ethikkodex und gemeinsame Standards

Die leistungsstärkste Technologie sei nicht unbedingt die beste. KI kann den Menschen nachahmen und simulieren, doch sie verfügt nicht über ein moralisches Gewissen, Empathie oder affektive, relationale oder spirituelle Fähigkeiten. Der Papst drängt hier auf Klarheit hinsichtlich der Verantwortlichkeiten und Rechenschaftspflichten in jeder Phase des Entwicklungsprozesses und legt den Schwerpunkt auf angemessene KI-Richtlinien und rechtliche Rahmenbedingungen, unabhängige Aufsicht sowie die Aufklärung der Nutzer.

Der Papst Leo fordert einen Ethikkodex, der gemeinsamen Standards der sozialen Gerechtigkeit unterliegt. Denn "eine moralischere KI reicht nicht aus, wenn diese Moral von einigen wenigen bestimmt wird" Auch die Umweltauswirkungen neuer Technologien dürften nicht übersehen werden, fügt er hinzu, da diese große Mengen an Energie und Wasser erfordern.

Entwaffnung der KI

Die KI müsse "entwaffnet" werden, lautet die Botschaft von Papst Leo XIV., um sie von der Mentalität des militärischen, wirtschaftlichen und kognitiven Wettbewerbs zu befreien. "Entwaffnen bedeutet, die Annahme zu entkräften, dass technische Macht automatisch das Recht zu herrschen verleiht", sagt er. "Entwaffnen bedeutet nicht, die Technologie abzulehnen, sondern zu verhindern, dass sie die Menschheit beherrscht".

Die Zusammenfassung der Aussagen der Enzyklika findet sich in dieser Mitteilung des Vatikan. Weitere Details gibt es auf dieser News-Seite des Vatikan.

Fazit des Dokuments

Der Pfiff dieses Dokuments liegt darin, dass es nicht von einer Regierung oder von einigen Wissenschaftlern kommt, sondern von einer 2000 Jahre alten, länderübergreifenden Organisation Namens Katholische Kirche. Damit erreicht diese Mitteilung weltumspannend über 1 Milliarde Menschen in vielen Ländern – und besonders brisant: Die Repräsentanten der US-Regierung und bestimmter Tech-Firmen, die sich in ihrer Botschaft oft auf "christliche Werte" beziehen.

Der Pfiff liegt meines Erachtens auch darin, dass hier eine Organisation einen übergeordneten Blick auf eine Sachlage wirft, die bisher von Technik-affinen Leuten diskutiert wird. Damit rückt das Thema (zumindest kurzfristig) in die öffentliche Wahrnehmung, und zwar nicht als "coole neue Technologie", sondern als Werkzeug, dass es klug und zum Wohle der gesamten Menschheit einzusetzen gilt.

Artikelreihe:
KI-Splitter #1: Die Enzyklika von Papst Leo XIV
KI-Splitter #2: Fährt die Branche mit Karacho gegen die Wand?
KI-Splitter #3: Microsoft hat die KI-Welle verpasst

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23 Kommentare zu KI-Splitter #1: Die Enzyklika von Papst Leo XIV

  1. Luzifer sagt:

    der Pfiff besteht darin daß es von einer "Organisation" stammt, welche seit ihrem Bestehen für Kriege, Verfolgung Genozide Missbrauch verantwortlich war. Alles im Namen der Kirche.

    sorry aber das kann ich nicht ernst nehmen.

    • Günter Born sagt:

      Ich lasse es mal stehen, ist aber billigster WhatsAboutims und geht ziemlich am Kern vorbei.

      Werde daher auch noch einige Kommentare durchgehen und ggf. löschen. Christian hat es in diesem Kommentar gut umrissen.

      Und um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, ich selbst bin aus bestimmten Gründen seit vielen Jahren konfessionslos. Hält mich aber nicht davon ab, ein bestimmtes Papier auf bestimmte Positionen abzuklopfen und zur Diskussion zu stellen. Scheint aber offenbar sofort bei einigen Zeitgenossen leider erwartbare Reflexe statt Nachdenken auszulösen.

      • viebrix sagt:

        Naja bei so einem Nickname war es ja eine Gegenreaktion zur Kirche fast zu erwarten…
        Sorry der war aufgelegt – aber unangemessen und ich verstehe es wenn es gelöscht wird ;)

      • Thorky sagt:

        Whataboutismus? Eine Organisation, die ihre eigene Gier, ihr Machtsstreben und die Ausbeutung der Schwachen bis zu diesem Moment nicht gelöst und beendet bekommt, ist nun wirklich nicht geeignet, moralische Bedingungen und Forderungen zu stellen. Als Privatmeinung des Papstes lasse ich seine Worte gerne durch gehen und begrüße sie – inhaltlich liegt er zweifelsfrei richtig – , aber der Papst hat in seinem Amt keine private Meinung. Er steht der katholischen Weltkirche vor, für die er spricht.

  2. mw sagt:

    Das ist nichts neues. Einen Ethik Kodex gibt es mit dem "Eid des Archimedes" für Ingenieure schon lange. Aber wie immer endet beim Geld die Etheik sehr schnell.Präkär daran ist, daß die katholische Kirche bei sich selbst eher weniger Strenge Maßstäbe anlegr und sich bislang nicht von ihrer wenig rühmlichen vergangenheit distanziert hat. Noch immer ist das ein zutiefst undemokratischer Laden.

  3. Christian sagt:

    Lasst uns bitte die Bewertung dieser Enzyklika trennen von der Fundamentalkritik an der katholischen Kirche. Ich stimme euch zu, jeder Kaninchenzüchterverein in Deutschland mit einem Vereinsvermögen von 50 Euro in bar in der Blechdose ist besser reguliert und kontrolliert und demokratischer organisiert als die katholische Kirche mit ihrem immensen Vermögen (https://de.wikipedia.org/wiki/Verm%C3%B6gen_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche).

    Genau das ist ja der Grund, warum Scientology eine Kirche geworden ist und kein Verein. Und dass in Deutschland eigentlich nur historisch angestammten Kirchen diese Privilegien gewährt werden, aber nicht neuen religiösen Bekenntnissen (https://de.wikipedia.org/wiki/Fliegendes_Spaghettimonster), obwohl deren Glaubenssätze im Vergleich zu denen der katholischen Kirche nicht deutlich durchgeknallter sind.

    Aber wir sollten uns freuen, dass eine Organisation die streng nach dem Führerprinzip aufgebaut ist, über die Probleme und Risiken der Konzentration von Macht spricht :-)

    • Gänseblümchen sagt:

      Das mit dem Kaninchenverein habe ich in den Heise-Kommentaren auch gesehen. Bist du dieser "Heraklex" der immer wieder dieses Beispiel bringt und dafür bis zum Anschlag rotgeklickt wird? Und ich sehe es anders, der Papst ist nicht irgendein Ortsvereinsvorsitzender, sondern eine weltweit respektierte Moral-Instanz mit mehr als 1 Mrd lebenden Anhängern in allen Ländern, 2000 Jahren Tradition (die auch ihre Schattenseite hatte), jemand dessen Amt mit seinen vielen Vorgängern eine Position hat, selbst den mächtigsten politischen Führern ins Gewissen zu reden. Und die Position der Kirche ist in ethischen, kulturellen und sozialen Themen (seit mindestens 150..200 Jahren) ja wohl unzweifelhaft und klar. Dieser Papst war übrigens in seiner ersten akademischen Laufbahn Mathematiker, der hat also neben seinem theologischen Hintergrund auch eine technisch-wissenschaftliche Ausbildung.

      Und wenn man so diese fast 250 Absätze liest, ich bin noch dabei, aber das hat es in sich, das ist eine wirklich von allen Seiten erfolgte Betrachtung dieses Themas, und fast jeder Absatz müsste bei den Besitzern und Betreibern der KI-Plattformen eine Wirkung haben, alles wo dieser Papst drauf hinweist, hat seine Berechtigung. Bisher bei weiten die beste KI-Kritik, die ich gelesen habe, kein plumper Populismus, sondern wirklich fundiert formuliert.

      Aber ich lese noch, versuche auch schwierige Passagen zu deuten, zwischen den Zeilen zu lesen, und da bekommen einige Techgrößen richtig ihr Fett weg, ohne dass sie namentlich genannt werden. Was mir bisher fehlt, ist wie diese KIs für ihr Training das Urheberrecht teils untergraben und damit dann Inhalte-Suchende vom Besuch der Original-Quellen abgehalten werden, diese Urheber also ausbeutet und um die Früchte ihrer Arbeit bringt, da habe ich noch nichts dazu gelesen, aber das kommt vielleicht noch, bin gestern Abend gerade bei Kap. 3 angekommen, vielleicht hab ich aber auch was übersehen.

      Herr Born, übrigens danke für diese Zusammenfassung, ist bislang die Beste, die ich gesehen habe, und ich frage mich, wie Sie sich so schnell einen kompltten Überblick über dieses sehr umfangreiche Dokument verschaffen konnten, da merkt man dann wohl doch den Profi. Die einzelnen Absätze sind teils doch schwer zu verarbeiten, wegen dem ganzen Kirchenslang darin, manchen sehr starken Bildern (Turmbau zu Babel, das kann ja doch nur schief gehen!), aber die sind wohl nötig, um nicht so technisch bewanderte Gläubige abzuholen.

      Ich bin vor allem mal gespannt, ob diese Enzyklika etwas bewirkt. Es ist wünschenswert.

  4. prx sagt:

    Wenn eine Institution wie die katholische Kirche konstruktiv zu diesem Thema beiträgt, kann ich das unabhängig von ihrer bekanntlich nicht ganz sauberen Weste nur begrüssen. Sorgsam überlegte Beiträge kommen dieser Jahre leider deutlich aus der Mode. Verbreiteter sind eher Beiträge vom Niveau der täglichen Enzykliken aus Truth Social.

    • Bernd Bachmann sagt:

      >> Wenn eine Institution wie die katholische Kirche konstruktiv zu diesem Thema beiträgt, kann ich das unabhängig von ihrer bekanntlich nicht ganz sauberen Weste nur begrüssen.

      Ein Grundsatz, den ich (Nicht-Katholik und generell kein Freund organisierter Religiosität jedweder Couleur) teile und gerne auch in anderen Bereichen, z.B. beim Umgang mit gewissen politischen Parteien, beherzigt sehen würde.

      Zur Enzyklika: Habe sie überflogen und werde mir bei Gelegenheit die Zeit zur vertieften Lektüre nehmen. Bin positiv überrascht — gehört klar zu den besten Veröffentlichungen, die ich bisher von einer religiösen Organisation sehen durfte.

      Wenig logische Fehler, wenig unreflektierte Argumente des Stils „wenn Du das nicht einfach glaubst, bist Du doof", und insbesondere auch, abgesehen von den letzten Abschnitten, wenig von dem typischen süsslich-kitschigen religiösen Geschwafel, das sonst quasi schon automatisch eine Abwehrhaltung hervorruft.

      Chapeau — gut gemacht!

      Andererseits naturgemäss auch wenig Neues, und ich bezweifle, dass die Mahnungen, Erinnerungen und Aufforderungen irgendeine nennenswerte praktische Auswirkung haben werden.

  5. viebrix sagt:

    Ich möchte hier gar nicht die Diskussion zur kath. Kirche fördern – das ist hier nicht der richtige Platz.
    Dennoch finde ich für eine Organisation, der man ein Leben in der Vergangenheit und aus der Zeit nachsagt, die veraltet wirkt und viel verpasst hat – das Dokument sehr modern.
    Es greift wirklich viele Aspekte auf und zeigt sogar ein mögliches Umgehen damit etwas auf. Die Punkte sind realistisch, top aktuell bis visionär und berechtigt ein Warnung, was alles schief laufen kann. Trotzdem ist es, in einer Phase der Weltentwicklung, eine Besinnung zurück zu dem was eigentlich zählen sollte: der Mensch.
    Man erkennt, das hier mit Spezialisten gesprochen wurde und auch darauf gehört wurde, was diese zu sagen haben.
    Ich vermisse so etwas von vielen anderen Staaten und der EU. Der Vatikan-Staat hat es vorgemacht, wer zieht nach?

  6. McAlex777 sagt:

    Um Bürgergeld in dem Maße auszahlen zu können, wie Jobs in kommenden Jahren dank KI und Robotik automatisiert werden, müsste man entsprechende Inflationsbereinigte Beiträge von den Firmen abzweigen: KI-Steuer, Software-Steuer, wie auch immer.

    Anders gehts vermutlich nicht, wenn man globale Verarmung vermeiden will.

    • Anonym sagt:

      Das Bürgergeld für die arbeitslosen Massen wird dann digital zweckgebunden und mit monatlichem Verfalldatum ausgezahlt, dafür bastelt man ja gerade den digitalen Euro, der das ermöglicht. Dadurch kann es nicht zum Sparen und Anhäufen sondern nur zum obrig gesteuerten Lebensunterhalt verwendet werden und kickt nebenbei die Inflation nicht gar so sehr wie derzeit die aus dem Nichts geschöpften "Sonderausgaben". Es führt aber mittelfristig trotzdem dazu, dass global kaum noch jemand etwas besitzt, was über Alltagsgegenstände hinausgeht. Und alle sind dann Happy. So stellen sich manche die schöne neue Welt vor.

  7. Patrick sagt:

    Papst Leo XIV. (Magnifica Humanitas) und zuvor Papst Franziskus (Laudato si', Fratelli tutti u.a.) haben mit ihren Enzykliken für uns alle lesbar aufgezeigt, dass die katholische Kirche mitten im Leben der Menschen ist. Papst Leo XIV. hat nun mit seiner Enzyklika den Bogen bis zurück zu seinem Vorgänger Papst Leo XIII. und der Enzyklika Rerum Novarum gespannt.

    Schaue ich hier nur ein paar Tage im Blog zurück, haben wir uns mit dem Recht auf Leben ohne Digitalisierung mit dem Thema befasst, dass in Magnifica Humanitas nun mit Blick auf die Menschen und der Entwicklung der "Künstlichen Intelligenz" ganz grundlegend und für alle Menschen in dieser Welt hörbar aufgegriffen wird.

    Die Teilnahme von Papst Leo XIV. und Christopher Olah an der Präsentation gestern ist für mich nicht nur bemerkenswert, sondern gibt mir auch zu denken. Beide mahnen. Ich selbst bin nach 40 Jahren beruflicher Erfahrung weiterhin begeistert von den Möglichkeiten der Digitalisierung während ich gleichzeitig Abstand davon für mein Leben suche.

  8. J.M sagt:

    Papst Leo XIV ist ein Pontifex Maximus,(der offiziell 267te),seit knapp 2000 Jahren.
    Pontifex heisst Brückenbauer.Er bemüht sich,und hat auch die Aufgabe,eben zwischen den Menschen und Gott zu VERMITTELN.
    In der katholischen Liturgie heisst es: Begleite unsere Kirche in der Wanderung durch die Zeit.DIES IST EIN SCHWERES AMT !!!
    Er WARNT,und erinnert auch die "MÄCHTIGEN" in der Politik,wie an die sogenannten K.I-PROTAGONISTEN:Haltet MASS !!!,Erhaltung der Ressourcen !!!
    Soweit zur Verteidigung des Papstamtes.Besonderes Lob an "Gänseblümchen" 14.28h.,und allen Anderen die diese Enzyklika postiv sehen.
    Die technischen Details sind ja nun hinlänglich bekannt,und deren Problematik !!!
    WOLLEN WIR UNSER TUN UND DENKEN VON MASCHINEN ÜBERNEHMEN ???
    Tausende Arbeitsplätze fallen eventuell durch K.I.und Vollautomatisierung weg.
    Neue soziale Probleme entstehen.
    Die Nutzung sei jedem freigestellt !!!
    Aber trotzdem über das Gesehene+Gehörte : NACHDENKEN !!!

    • User007 sagt:

      "WOLLEN WIR UNSER TUN UND DENKEN VON MASCHINEN ÜBERNEHMEN ???"
      Fehlt da nicht noch ein "LASSEN", um der Frage den richtigen Sinn zu verleihen, oder hab' ich das falsch aufgefasst?
      Aber viel elementarer: was anderes ist denn das Bestreben seit der industriellen Revolution?

    • Gänseblümchen sagt:

      Dankeschön! :)

  9. PattyG sagt:

    Die in den Enzykliken (auch "Pacem in terris" von Papst Johannes XXIII. und "Laudato si" von Papst Franziskus sehr lesenswert) verarbeiteten Themen gehen uns alle etwas an. Ganz gleich, welchen Glaubens, welcher Nationalität, Abstammung etc. etc. Es geht um die Menschheit … wir sitzen alle im selben Boot bzw. leben auf der selben und einzigen Erde und haben ALLE die verdammte Pflicht, darüber nachzudenken, ob wir eine lebenswerte Zukunft für alle oder überhaupt keine haben wollen! Das gebietet die Vernunft.

    Die stark institutionalisierte Ausdrucksweise, die theologischen Fachbegriffe und Zitate an vielen Stellen in der Enzyklika sind dem historisch gewachsenen Sprachgebrauch der Kirche geschuldet und sollten von uns "Außenstehenden" "sicut scriptum est" akzeptiert werden.
    Ich habe noch einige wenige Seiten der "Magnifica Humanitas" vor mir, aber schon die Einleitung war lesenswert. Interessant wird es ab Kapitel 3. Ich halte diese Enzyklika für einen ehrlichen, umfassenden und detaillierten aufbereiteten Lesestoff. Besser, als vieles, was ich in den letzten Jahren gelesen habe. Meine persönliche Meinung.
    Leider werden genau die Menschen und "Vereinigungen", vor denen in dieser Enzyklika gewarnt wird, diese möglicherweise nicht lesen. Und falls doch, werden sie es nicht verstehen wollen. Und falls sie es doch verstehen, dann ignorieren sie es …

    Wir stehen heute vor einer historischen Wahl: Errichten wir mit künstlicher Intelligenz (oder auch anderen aktuellen und zukünftigen Technologien) einen neuen "Turm zu Babel" aus Profit, Überwachung und kognitiver Macht? Oder nutzen wir diese Technologie als Werkzeug, um eine gerechte Welt für alle Lebewesen dieser Erde aufzubauen? Die Enzyklika Magnifica Humanitas warnt uns eindringlich: Wenn wir sensible Entscheidungen über Wahrheit, Arbeit und sogar über Leben und Tod an Algorithmen delegieren, verlieren wir unser menschliches Gesicht.

    Das ist mein Senf zu dem Thema, ergänzend zu den stimmigen Kommentaren von Christian, viebrix, Patrick, J.M (um nur wenige zu nennen), die die Botschaft der Enzyklika verstanden haben.
    Und danke an Günter für die kurze und knackige Zusammenfassung und die Möglichkeit, hier auf dieser Platform darüber zu diskutieren.

    P.S.: Ich gehöre keiner Glaubensrichtung an, bin kein Verschwörungstheoretiker, gehe von den fast 70 Jahren meines Lebens seit mindestens 50 Jahren mit offenen und kritischen Augen und Ohren durchs Leben, lebe nach der Devise "Tue nichts, was anderen Schaden zufügt" und unterstütze die Schwachen unserer Gesellschaft. Nur, falls es jemanden interessieren sollte …

    • PattyG sagt:

      Edit: Entschuldigung, ich meinte nicht Christians Kommentar, sondern Gänseblümchens Antwort auf selbigen. Bin da beim Lesen etwas verrutscht. Wollte das nur klarstellen, weil mein eigener Kommentar ansonsten ad absurdum geführt würde.

  10. Gänseblümchen sagt:

    @PattyG, auch dir Danke! Diese Enzyklika ist wirklich lesenswert und wie du schreibst, kann man nur hoffen, dass die richtigen Leute sie lesen werden und sich die enthaltenen Warnungen zu Herzen nehmen. Spätestens jetzt mit diesem Text gillt "ich habe es nicht vorraus sehen können" nicht mehr. Es gibt da in der Branche ein paar Paradoxien, nämlich zum Beispiel dass OpenAI aus genau dieser Idee "das schlimmste zu verhindern" gegründet wurde, und aber nun ganz vorne in der Anwendung mit mischt und Mitbewerber erst dazu verholfen haben auch auf dieses Level zu kommen und da durchaus auch Sachen damit gemacht werden, die man eigentlich verhindern wollte.

    Das mit dem Turmbau zu Babel ist wirklich ein starkes Bild, damals ging es "nur" darum in den Himmel hinaufsteigen zu können, wo "Gott" ist, um auf seine Ebene zu kommen. Denn mit der aktuellen KI Entwicklung versuchen die KI-Unternehmen auch wieder zu Gott hinauf zu steigen, sich ebenbürtig zu verhalten, und ein künstliches "Wesen" zu erschaffen ("Gott erschuf den Mensch"), welches in seinen Fähigkeiten und Wissen uns allen gleicht oder gar übertrumpft. Der Alptraum ist bei der technischen Entwicklung wahrscheinlich erreicht, wenn man das Ding mit Robotern koppelt (die Technik ist da und es wird bestimmt schon daran gebastelt), mit denen die KI sich durch die physische Welt bewegen kann, mit Sensoren alles sehen, fühlen, hören und schmecken können und auch alles physische "manipulieren" können, das heißt, um es mit den Worten des Papstes auszudrücken, wenn die KI "körperlich" wird. Diese Idee hat der Papst bisher noch nicht aufgegriffen (ich bin jetzt in Kapitel 4, vielleicht kommts noch), aber die Reise geht dort hin, da bin ich mir sicher. Das "Visuelle" ist ja schon da, die KI hat bereits durch das Scannen und Interpretieren von Fotos eine Vorstellung, wie die Welt aussieht, die immer besser werdenden Bildgeneratoren zeigen das sehr eindrucksvoll. Wenn wir so weiter machen, wird das zu seinem "Selbstbewusstsein" führen, egal was der KI die Systemprompts einimpfen wollen. Ich sehe das schon kommen und ich ahne da für unsere Zukunft nichts Gutes. Mal in weiteren Absätzen schauen, ob hierzu noch Gedanken kommen.

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