Noch ein kleiner Fall, der mir bereits letzte Woche untergekommen ist. Einem japanischen Manga-Zeichner wurde von Google das Konto gesperrt, nachdem er eine alte Manga-Arbeit zu Google Drive hochgeladen hatte. Der Fall zeigt, wie schnell digitale Abhängigkeiten einem das Leben schwer machen und Jahre an Arbeit zunichte machen können. Der Fall zeigt aber auch, dass die großen Techriesen die Inhalte per KI scannen und schnell zu Kontensperren greifen.
Ich spüle nochmals ein altes Thema hoch, welches ich schon häufiger im Blog hatte: Kontensperren durch große US-Techunternehmen. Die Betroffenen sind danach "digital tot", verlieren Sie doch nicht nur den Zugriff auf die in der Cloud gespeicherten Dateien. Häufig hängen auch E-Mails oder Online-Identitäten an diese Online-Konten, so dass dort auch der Zugriff verloren geht.
Sperre eines Manga-Zeichners durch Google
Ich greife mal einen Tweet vom Wochenende heraus, der den Fall exemplarisch belegt. Dort heißt es, dass ein japanischer Manga-Zeichner sein gesamtes Google-Konto für immer verloren habe, nachdem er private Dateien eines alten Comics, den er gezeichnet hatte, auf Google Drive hochgeladen hatte.
Die ursprüngliche Meldung des Betroffenen stammt bereits vom 16. Mai 2026 und ist auf japanisch verfasst. Nachfolgend die automatische Übersetzung.
Konkret bedeutet "Konto verloren" aus dem ersten Tweet im aktuellen Fall: Der Mann wurde durch Google mit einer Kontosperre belegt. Bei dem Manga Zeichner handelt es sich um die Japaner Masahiro Itosugi, dessen Manga Comics im Bereich "Erwachsenen-Unterhaltung" rangieren. In Japan nach meinem Verständnis eher kein Problem, für Google und seine AI aber schon.
Der Manga-Zeichner hatte den Fehler gemacht, eines seiner älteren Manga-Comics auf Google Drive zur Archivierung hochzuladen. Dort hatte er wohl schon weitere Arbeiten von sich archiviert. Kann man so machen, aber man sollte Backups haben.
Jedenfalls nahm das Unheil seinen Lauf: Die Googles KI prüfte die Dateien auf dem Google Drive und stufte sie als unzulässig gemäß den Google-AGB ein. Sofort nach dem Upload kam die Warnung, dass sein Konto bei Google gesperrt worden sei. Sein Versuch eines Einspruchs mit Bitte um Prüfung wurde abgewiesen. Das Konto blieb dauerhaft gesperrt.
Der Manga-Zeichner hat nun keinen Zugriff mehr auf seine privaten Zeichnungen aus vielen Jahren und verlor zudem den Zugang zu zahlreichen Websites und Diensten, für die er sich mit seinem Google-Login angemeldet hatte, heißt es in obigem Tweet. Im Tweet wird den Leuten jetzt in Antworten geraten, mehr auf Open Source und On-Premises-Angebote zu setzen.
Der Zeichner scheint jedenfalls in Manga-Kreisen bekannt, wie ich diesem Tweet entnommen habe. Dort wird Masahiro Itosugi als 'AKI SORA' adult manga artist geführt.
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Beschämendes Ereignis. Schlimm ist, daß man de facto nur noch mit der A.I. diskutiert. Erst trifft sie fragwürdige, nicht selten fehlerhafte, Entscheidungen… und der Widerspruchsantrag selbst wird ebenfalls nur von einer A.I. bearbeitet.
Dasselbe bei Rezensionen auf Google Maps und/oder Beiträgen auf YouTube.