Tesco treibt VMware-Ablösung trotz Klage voran

VMwareDas britische Unternehmen Tesco ist ein großer Anwender von VMware-Virtualisierungsprodukten. Aktuell läuft noch eine Klage von Tesco gegen VMware by Broadcom. Aber Tesco betreibt die Ablösung von VMware mit Nachdruck, trotz Migrationsrisiken.

Rückblick: Tesco verklagt VMware

Tesco ist eine große britische Supermarktkette, die in der Vergangenheit sehr stark auf VMware zur Virtualisierung gesetzt hat. Tesco erwarb Januar 2021 unbefristete (Perpetual) Lizenzen für vSphere Foundation und Cloud Foundation von VMware sowie Abonnements für die Tanzu-Produkte. Gleichzeitig schloss Tesco einen Vertrag über Supportleistungen und Software-Upgrades mit einer Laufzeit bis 2026 ab. Tesco gibt an, dass VMware sich bereit erklärt habe, eine Option auf eine Verlängerung der Supportleistungen um weitere vier Jahre zu gewähren.

Dann kam die VMware-Übernahme durch Broadcom, und die Zeiten wurden stürmisch.  Inzwischen verklagt Tesco VMware by Broadcom wegen nicht Erfüllung von Verträgen. Tesco argumentiert in einer Klage gegen VMware, dass man aufgrund der Abonnements von Broadcom, nun "überhöhte und aufgeblähte Preise für Virtualisierungssoftware zahlen muss, für die Tesco bereits bezahlt habe". Man sei nun nicht mehr in der Lage, einen separaten Virtualisierungs-Support für seine unbefristet lizenzierte Software zu erwerben, ohne auch abonnementbasierte Lizenzen für bereits gekauften Softwareprodukte erwerben zu müssen. Ich hatte einige Informationen im Beitrag VMware-News: 35 % Workload in 3 Jahren weniger, Tesco-Klage am Hals, aber fette Umsätze zusammen getragen.

Tesco betreibt VMware-Ablösung

The Register berichtete die Tage in nachfolgendem Tweet, der auf diesem Artikel verlinkt, Dass Tesco die Ablösung von VMware by Broadcom mit aller Macht betreibe, auch wenn es Migrationsrisiken gebe.

VMware-Tesco

Im The Register-Beitrag heißt es, dass der britische Einzelhandelsriese Tesco VMware Virtualisierungslösungen durch ein alternatives Produkt ersetzt. Gleichzeitig treibt Tesco seine Lizenzklage gegen Broadcom weiter voran. Die Anhörung erfolgt aber frühestens im November 2027 vor dem britischen High Court.

Aus neuen Dokumenten, die The Register einsehen konnte, geht hervor, dass Tesco beschlossen hat, die Virtualisierungsprodukte von VMware und Broadcom (Tanzu) durch Alternativen zu ersetzen und dies vorantreibt. Für seine VMware-Umgebung habe Tesco auf externe Support-Anbieter zurückgegriffen, heißt es. Tesco scheint mit aller Macht an der Migration zu arbeiten und schreibt in einer Klageschrift: "Der Zeitrahmen, in dem diese Migration durchgeführt werden muss, hat operative und geschäftliche Risiken mit sich gebracht und tut dies auch weiterhin – verbunden mit erheblichen laufenden Kosten und Betriebsbeeinträchtigungen."

Das Vorgehen verursacht höhere Kosten, da Zahlungen für den VMware-Support durch Drittanbieter anfallen. Denn Broadcom hat den Support für die Virtualisierungssoftware im Januar 2026 eingestellt. Tesco hofft, VMware bis Ende 2027 ablösen zu können. Das Unternehmen betont jedoch, dass dieses Ziel den frühestmöglichen Termin darstellt und ein "außergewöhnlich hohes Arbeitstempo" erfordern wird.

Tesco treibt also die Migration weg von VMware by Broadcom trotz Risiken und Aufwand mit Macht voran. The Register zitiert aus der Tesco-Klageschrift: "Angesichts des missbräuchlichen Verhaltens von Broadcom und der entscheidenden Bedeutung von Virtualisierungs- und Mainframe-Software sowie -Dienstleistungen für das eigene Geschäft sah sich Tesco gezwungen, erhebliche Kosten für die Beschaffung alternativer Lösungen mit eingeschränkter Funktionalität zu tragen und die Migration auf diese Software in einer Weise und innerhalb eines Zeitrahmens durchzuführen, die sehr erhebliche Risiken für das eigene Geschäft mit sich bringen."

Tesco gibt an, Broadcom-Mainframe-Software zu nutzen, um Produkte für seine Filialen zu bestellen und die Gehaltsabrechnung abzuwickeln. Das Unternehmen gibt sich zudem besorgt um die Datensicherheit und den Datenschutz. Hintergrund ist, dass das  nicht genannte Virtualisierungsprodukt, das er als Ersatz für VMware ausgewählt wurde, nicht mit den von verwendeten Tools von Veeam und Zerto kompatibel ist.

The Register schreibt, dass Broadcom Tesco mindestens vier Angebote unterbreitet zu haben scheint. Darunter seit im Juli 2024 ein "strategischer Vorschlag" gewesen , der Virtualisierungs- und Mainframe-Produkte umfasste. Ein weiteres Angebot vom 9. Januar 2026 sah separate Konditionen für VMware-Produkte und Mainframe-Software vor – das erste Mal, dass Broadcom getrennte Verträge in Aussicht stellte. Broadcom hatte das Angebot aber nur 19 Tage vor Ablauf der bestehenden Verträge unterbreitete, so dass Tesco keine Entscheidung treffen konnte.

Zwei Folgeangebote von April sahen 23,5 Millionen US-Dollar für ein Jahr Nutzung von VMware Cloud Foundation 9.0 sowie Mainframe-Software und Support-Services vor. Tesco gibt an, dass dieses Angebot eine Erhöhung um rund 175 Prozent, im Vergleich zu den Preisen darstellte, auf die Tesco seiner Ansicht nach gemäß seinem Vertrag von 2021 für VMware-Software und -Dienstleistungen Anspruch hatte, darstellt. Für die Mainframe-Produkte und -Dienstleistungen belief sich die Erhöhung auf 350 Prozent.

Tesco bezeichnete diese Preiserhöhungen als "offensichtlich unfair und überzogen". Daher versucht das Unternehmen mit aller Macht von VMware by Broadcom weg zu kommen.

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