AI-News: KI killt Kolumne von Absatzwirtschaft und möglicherweise die Redaktion

CopilotKleiner Informationssplitter am Rande: Die KI-Welle scheint ein weiteres Opfer in der Medienlandschaft zu fordern. Die Kolumne Work & Culture der Webseite absatzwirtschaft.de wird eingestellt. Passiert schon mal – die Leserschaft wird das Medium, welches sich mit Marketing befasst, nicht kennen. Aus einigen Andeutungen des Kolumnenschreibers entnehme ich aber, dass die Kolumne Opfer der KI wurde und weitere Opfer fordern könnte bzw. wird.

Ende einer Kolumne, na und?

Zuerst einige kurze Hintergrundinformationen: Die Absatzwirtschaft ist ein deutsches Fachmagazin, das sich mit Themen rund um Marketing, Vertrieb und Kommunikation beschäftigt. Es wurde 1958 gegründet, und gehört als Zeitschrift zur Handelsblatt Media Group. Seit dem Jahr 2024 erscheint die Absatzwirtschaft nur noch digital. Ich bin vor Jahren in deren Verteiler geraten und habe so Mitteilungen über die dort erscheinenden Artikel erhalten. Die meisten Inhalte waren für mich nicht relevant und ich habe die Mitteilungen dann gelöscht.

Absatzwirtschaft

Die Woche ich mir dann obiger Beitrag untergekommen. Dieser befasst sich vordergründig mit der Einstellung der Kolumne "Work & Culture". Fand ich ganz interessant, weil es dort auch um die Sichtweise jüngerer auf die Arbeitswelt ging.

Ich hätte das jetzt hier nicht im Blog aufgenommen, wenn mich die Informationen des Abschiedsposts nicht hätten aufmerken lassen. So wie ich es zwischen den Zeilen herauslese, ist das Ganze an der Finanzierung gescheitert. Die Botschaft lautetet "Journalismus ist nur noch schwer zu finanzieren".  Und die Botschaft hinter der Botschaft lautet wohl: Das der Druck durch KI, die inzwischen in diesem Bereich Artikel schreibt, wo zu hoch wurde. Ob die Absatzwirtschaft verschwindet, oder per KI mit Artikeln befüllt wird, ist offen. Der Schreiber der Kolumne weist aber – in meinen Augen berechtigt – darauf hin, dass KI journalistische Kernaufgaben nicht erledigen können wird.

Die KI-Welle killt das freie Web

Mein Schluss ist, dass die oben erwähnte Kolumne das "erste Opfer" der KI-Welle in der Medienlandschaft ist und weitere folgen werden. Bereits im April 2024 hatte Frank Scholl, der Betreiber von administrator.de, den Beitrag Webseiten im Existenzkampf: Googles KI-Suche lässt Besucherzahlen einbrechen veröffentlicht und das Sterben von Webseiten prognostiziert. Es ging im Artikel darum, dass sich gerade einige Dinge fundamental im freien Web durch zwei Entscheidungen Googles ändern.

  • Die Nachhaltigkeit von Beiträgen steht nicht mehr im Fokus, neue Beiträge werden höher gerankt als ältere Beiträge.
  • Google versucht nun, mit Hilfe von KI dem Nutzer als ersten Treffer eine Zusammenfassung von Inhalten bestehender Webseiten als Antwort zu präsentieren.

Beim ersten Punkt der obigen Auflistung klingelt bei mir was. Der IT-Blog hier hat ja eine riesige Anzahl an alten Beiträgen, die bis 2007 zurück reichen – und ein Teil der Internet Historie sind – und auch heute noch relevant sind. Das wird von Google im Ranking abgestraft. In diesem Kontext wird mir dann auch eine Anzeige auf X verständlich, wo jemand dafür wirbt, alte Beiträge in Blogs zu löschen, weil Google diese abstraft. Die Konsequenz muss man sich schon auf der Zunge zergehen lassen: Ein Post, der vor 10 Jahren vielleicht die Lösung eines Problems oder eine passierten Sachverhalt beschreibt, müsste gelöscht werden, weil sich das auf das Google Ranking auswirkt. Google befördert also eine digital Amnesie.

Ich hatte im Herbst 2025 im Beitrag Das freie Web liegt im Sterben – sagt Google bereits auf diese Entwicklung hingewiesen. AI-Suchmaschinen drücken dem freien Web die Luft ab und versetzen diesem den Todesstoß. Im Beitrag hatte ich seinerzeit den von Martin Geuß auf Dr. Windows zum 18. Juli 2025 veröffentlichten Artikel Todesursache KI: Warum Dr. Windows stirbt und Linux-Fans deshalb traurig sein sollten sowie den Folgeartikel In eigener Sache: Todesursache KI – eine genauere Einordnung vom 21. Juli 2025 mit erwähnt.

Obiger Vorfall bei Absatzwirtschaft ist ein weiteres Indiz dafür, wo die Reise langfristig hin geht. Ich werde hier im IT-Blog zwar weiterhin meine Beiträge bis Ende 2028 selbst schreiben (und hoffe, das mit Werbung und sponsored Posts finanziert zu bekommen, ich habe ja eine schlanke Kostenstruktur und keine Redaktion). Aber für die Medienlandschaft sehe ich schwere Zeiten einbrechen.

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Ein Kommentar zu AI-News: KI killt Kolumne von Absatzwirtschaft und möglicherweise die Redaktion

  1. Luzifer sagt:

    naja Fortschritt kostet Opfer, war schon immer so… nur was heute anders ist: bisher hat Fortschritt immer die kleinen Arbeiter getroffen… Pferdekustscher; Weber; Müller; den kleinen Fabrikarbeiter am Fließband usw.
    Jetzt trifft es auch die Mittelschicht und höheren Stellen!
    Längst überfällige ausgleichende Gerechtigkeit!

    Journalistische Kernaufgaben…. ja copy & paste von DPA; Reuters & Co. Meldungen, oft noch etwas mit der idelogischen Brille des jeweiligen "Redakteurs" und Meinungslinie eingefärbt… zugemüllt mit gekauften Artikeln oder Werbung als Artikel getarnt.
    80% der Newsseiten ist nix anderes! Egal welches Metier: Politik Wirtschaft Technik IT usw.
    Wirkliche Journalistische Recherche gibts doch nur noch in homöopatischen Dosen.

    KI killt das Web ? Nein das haben die "Redakteure" längst selbst getan, KI deckt das nur schonungslos auf und beschleunigt den Vorgang!

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