Die staatsnahe russische Cybergruppe Midnight Blizzard konnte wohl weltweit WLAN-Portale von Hotels und Konferenzzentren kompromittieren. Gäste, die über diese WLAN-Zugänge ins Internet gingen, um auf M365-Zugänge zuzugreifen, wurden auf Phishing-Seiten sowie gefälschte Software-Update-Seiten umgeleitet. So wurden die Anmeldedaten, Sitzungstoken und andere sensible Daten gestohlen.
Sicherheitsanbieter Reliaquest hat den Sachverhalt bereits zum 23. Juli 2026 in diesem Beitrag aufgedeckt. Angreifer haben öffentliche WLAN-Gateways in Hotels, Konferenzzentren und anderen öffentlichen Einrichtungen kompromittiert, um die Konten von auf Geschäftsreise befindlichen Mitarbeitern zu kapern.
Sobald die Angreifer die Kontrolle über das WLAN-Gateway erlangt haben, leiten sie die Nutzer seit mindestens Juni 2026 unbemerkt auf eine von ihnen kontrollierte Infrastruktur um. Die Angreifer manipulieren dazu den DNS- und HTTP-Datenverkehr. Der Vorgang sieht für den Nutzer wie eine normale Verbindungsprüfung, ein Browser-Update oder eine Anmeldeseite aus.
ReliaQuest vermutet, dass die russische Militärgeheimdienstgruppe APT28 (auch bekannt als "Fancy Bear", "Midnight Blizzard" und "Forest Blizzard") hinter der noch laufenden, als CaptiveCrunch bezeichneten, Kampagne steckt. Ziel der Angriffe ist es, die Microsoft 365-Konten von Unternehmensmitarbeitern unbemerkt zu kompromittieren, ohne deren Geräte in die Finger zu bekommen oder auch nur eine einzige Phishing-E-Mail zu versenden.
Kompromittierte WLAN-Gateways wurden laut ReliaQuest in mehreren US-Städten sowie international in Indien und Saudi-Arabien, vor allem in Hotel- und Übernachtungs-Gewerbe gefunden. Ende Juli 2026 hat Microsoft den Sachverhalt im Beitrag CaptiveCrunch: Midnight Blizzard targets travelers worldwide for malware delivery and credential theft öffentlich gemacht.
Unternehmen können die primäre Sicherheitslücke mit einer einzigen Maßnahme schließen, indem sie einen ständig aktiven Volltunnel-VPNs auf Unternehmensgeräten durchsetzen. Dadurch wird der gesamte Datenverkehr – einschließlich DNS – über das Unternehmensnetzwerk geleitet, bevor er das Hotel-Gateway erreicht. Dadurch wird der Angriff wirksam gestoppt.




MVP: 2013 – 2016





Eine Studie vom National Cyber Security Centre dazu auf NCSC, hier. Wenn Dein Mikrotik oder TP-Link nicht mehr Dir gehört – Heise hier.
Ich mag keine IT die mir meldet "It's up and running, it's all OK" (jedoch ohne Absicherung und Management). Gebt mir Tiernamen, nennt mich "paranoid" – ich ertrag das, ich wähl mich da nicht ein… (aber 'nen ISO mit Kali Linux hab ich dafür onboard.)
Am besten gar nicht erst mit den rontigen Hotel- und Gäste-Wifis verbinden. Selbst unlimitierte Mobilfunkverträge kosten nicht mehr die Welt. DNS over HTTPS (DoH) sollte man grundsätzlich nutzen. Sogar Windows beherrscht das out of the box.
Dein erster Punkt ist zwar sinnvoll aber im Ausland sind die Roaming Kosten doch immer noch sehr hoch.
Mein Tarif hat zum Beispiel nur 30GB Inland und 500MB im Ausland
Dazu sitzt der Angreifer schon im Router und kann damit etwas mehr anstellen z.b.:
Er kann Port 443 zu bekannten DoH-Resolvern blocken, transparent umleiten oder per NAT-Redirect arbeiten. Der DNS ist nur ein Hebel von mehreren. Das heißt wird der verschlüsselte Resolver blockiert, fällt das System auf Klartext-DNS (Port 53) zurück. Man müsste DoH also erzwingen und Out of the box ist das nicht der Fall.
Kommt drauf an was du mit Ausland meinst. Innerhalb der EU ist Roaming für EU Kunden kostenlos. Weiß nicht Jeder.
Danke für den Hinweis.
Da hast du Recht Inland & EU 30GB und außerhalb der EU 500MB.
Ich selbst war leider nur einmal außerhalb Deutschlands.
Im Artikel ist von "mehreren US-Städten sowie international in Indien und Saudi-Arabien" die Rede.
Da dürfte das EU-Roaming nicht greifen ;-)
Jedenfalls ist vermutlich die Kombination "privater Urlaub, aber man nimmt das dienstliche Handy oder gar den Laptop mit, um unterwegs erreichbar zu sein" gar nicht mal so selten, insbesondere in den oberen Managementrängen, also bei den "high value targets". Da reicht schon ein Urlaub in der Türkei, Ägypten oder Marokko. Die Versuchung "mal eben schnell Mails abzurufen", was im Sharepoint nachzusehen oder gar an einem Teams-Meeting teilzunehmen ohne eine Verbindung zum heimischen VPN aufzubauen ist da schon nicht von der Hand zu weisen. Zumal manche Länder VPNs grundsätzlich sperren (ist mir letztes Jahr beim Umsteigen in Qatar aufgefallen).
Von Dienstreisen ganz abgesehen.
Nein lieber Günter, dieser Satz ist falsch oder stark verkürzend:
"Unternehmen können die primäre Sicherheitslücke mit einer einzigen Maßnahme schließen…"
Es gibt ein ganzes Bündel an Möglichkeiten ohne VPN Volltunnel, den man als Betreiber eigentlich nicht will und der für User von außerhalb nicht immer gut ist:
1) Eigene PKI und vor allem das eigene SSO Auth mit Keycloak zum Beispiel. Mit HSTS und Certprüfung. Das wäre von diesem Szenario ebenfalls nicht betroffen, da einem MitM die entsprechenden Certs fehlen und jeder handelsübliche Browser sofort gemeckert hätte. Zudem der Aufwand zum Erstellen entsprechender Phishing-Sites deutlich steigen dürfte.
2) Warum wird kein eigener DNS betrieben sondern immer der erstbeste eines dahergelaufenen WLAN-Betreibers oder dessen dummen Bruders genommen? Auch hier ist derjenige, der ohnehin schon seine eigene Infrastruktur betreibt, sicherer aufgestellt und wäre nicht betroffen. Zumal es gerade bei einer Vielzahl von internen Intranet-Sites und ständig zwischen innen und außen wechselnden Usern mehr Sinn ergeben würde, das DNS selbst zu managen.
3) So ein eigener Guacamole Server mit dahinter liegendem Windows Terminalserver, wo alles zum Arbeiten dann vorliegt würde auch helfen. Denn selbst wenn es ein Phisher schaffen würde die Zugangsdaten und TOTP zum Guacamole zu überwinden, am AD Auth des Terminalservers bliebe er hängen.
4) Ach so das offensichtlichste: M365 und vor allem kein Auth/ SSO von Microsoft zu nutzen. Denn wie dieses Szenario zeigt, war das hier das primäre Angriffsziel weil es jeder nutzt. Dieses dämliche Argument "weil es jeder macht" ist genau das, was den Betroffenen hier zum Verhängnis wurde.
Daher kein Mitleid, solche Szenarien müssen noch mehr und bitte täglich passieren.
Zitat: Daher kein Mitleid, solche Szenarien müssen noch mehr und bitte täglich passieren.
Das hört sich so an wie.. Es müssen mehr Hauseinbrüche passieren damit sich die Leute endlich Panzertüren einbauen.
Das kann nicht sein solche Zugänge müssen perse sicher sein bzw. die Hardware. Man darf nicht vergessen das es nicht nur Firmenkonten gibt, sondern auch private und man kann schlecht verlangen das Karlheinz der sonst keine Ahnung von der Materie hat denselben aufwand treibt wie eine Firma.
Die Verantwortung liegt meiner Meinung nach schon beim Entwickler bzw. Anbieter bezahlter dienste und nicht beim Endkunden.
Genau meine Meinung. Wir bauen Fenster und Türen ein. Der Vergleich passt echt gut.
Weiß halt nicht jeder den Unterschied zwischen den Angaben "Sicherheitsstufe 5" und WK2 und RC2. Und noch weniger wissen, wann und warum eine Haustür, ein Fenster und eine Terrassentür welche Sicherheit haben sollte und warum ein normales Zusatzschloss an einer modernen neuen Haustür keinen Vorteil bringt und wann und warum eine 6-Fach-Verriegelung schlechter sein kann als eine 3-Fach. Es währe ein Unding, von jedem zu verlangen, darüber tagesaktuelles Wissen zu haben.
Bei der EDV muss inzwischen jeder Dinge wissen, die wesentlich weiter in die Tiefe gehen als das Fachwissen über Fenster und Türen je gehen könnte. Zudem ändert sich die EDV auch wesentlich schneller.
Wenn man nun als Normaluser was von standardmäßiger Verschlüsselung von Webseiten hört und weiß, dass jede Seite eh mit Zertifikat und so ein Zeuch läuft und das Betriebssystem so dolle aktuell ist und der Antivirus top ist, dann fühlt man sich halt schnell (zu) sicher. Daran sind tatsächlich Hersteller und Marketing schuld. Man lässt zu viel offen und bewirbt zu viel als sicher.
In anderen Bereichen (Volksfeste) wird momentan gepanzert ohne Ende und es finden sich immer wieder neue Lücken.
Sicherheit beginnt im Kopf und dem eigenen Verhalten, bestimmte Dinge nicht mehr zu tun, die früher vielleicht normal waren.
Adieu Freiheit.
Doch kann man! Autofahren darfst du auch nur mit Führrereschein…
@KT musst man auch nicht haben, wenn man es nicht selber kann lässt man es machen, das Auto bringen die meisten ja auch in die Werkstatt!
Du und nur du bist für dein Handeln verantwortlich! Natural selection… ist der Schaden hoch genug und wird von niemanden ersetzt, löst sich das von Ganz allein.
Aber wir haben ja überall Sicherheitsnetze, so das man nicht mehr "lernen" muss und die Allgemeinheit für die Schäden aufkommt.
Wenn wir in der ganzen Stadt unsere als sicher deklarierten Haustüren mit Motorschloss so einbauen, dass ein Einbrecher die Türen von außen durch Ranhalten einer 9Volt-Batterie öffnen kann, sind wir im Fall einer Einbruchsserie mit verantwortlich. Die Besitzer können schließelich nicht wissen, dass in der Tür was falsch verdrahtet wurde.
Warum ist das bei als sicher deklarierter EDV und Software anders?
> Das kann nicht sein solche Zugänge müssen perse sicher sein
Sind Sie aber nicht… es sind keine Fenster, es sind eher die sperrangelweiten Doppeltore oder sinnbildlich vieleicht die kaputten, eingeschlagenen Fensterscheiben mit graffiti und Müllsäcken. und schupps stellt der Nächste seinen Müll dazu und Du hast eher eine Bauruine. Das ist genau das, was viele in der IT haben.
> man kann schlecht verlangen das Karlheinz der sonst keine Ahnung von der Materie hat denselben aufwand treibt wie eine Firma.
Doch, dieser Karlheinz wird – sofern er nicht ausgebildeter Elektirker ist – auch nicht auf die Idee kommen, seine Elektrik im Haus selbst zu machen, oder an der Bremsanlage oder Airbag seines Familienautos rumbasteln. Manche sind sehr gut beraten, von Dingen die Finger zu lassen, von denen Sie keine Ahnung haben.
> Die Verantwortung liegt meiner Meinung nach schon beim Entwickler bzw. Anbieter bezahlter dienste und nicht beim Endkunden.
Ja aber wenn der Endkunde ein Depp ist und solche AGBs/ EULAs akzeptiert, die den einen Entwickler oder Anbieter von einer Verantwortung freistellen, dann ist der Endkunde nun mal selbst Schuld. BGB Vertragsrecht.
Der Karlheinz bastelt ja auch nicht, sondern nutzt schlicht milliardenfach verkaufte, an jeder Ecke für jeden erhältliche, vorkonfigurierte Geräte. Und verbindet die im Hotel mit dem dort angebotenen WLAN, so wie er auch den dortigen Fernseher, die Dusche oder die Nachttischlampe benutzt. Ohne auch nur auf die Idee zu kommen, sich etwas Böses dabei zu denken.
Oder analysierst Du im Hotel erst einmal das Wasser, ob sich vielleicht Legionellen darin befinden, ehe Du Dich unter die Dusche stellst?
Blödes Argument. Ich benutze schlicht meine Arbeitsgeräte nicht an public WLANs sondern tethere meist mit meinem Mobiltelefon, um mich remote per VPN mit meinen Hosts zu verbinden. Weil VPN bei vielen Hotels eh nicht geht, zu lahm ist oder irgendwelche depperte Portalseiten falsch konfiguriert sind.
Das setzt aber voraus, daß Du dem Mobilfunkanbieter des Gastlandes vertraust. Das ist in vielen Ländern (allen voran the greatest of all times oder auch den erwähnten Arabern) keinesfalls gegeben.
Gut, die Hürden liegen höher, die Wahrscheinlichkeit, daß es unbemerkt bleibt aber auch.
Die tagtäglichen Arbeitsgeräte sollten nie auf Dienstreisen ins Ausland mitgenommen werden. Nur extra dafür beschaffte Geräte mit minimalem Zugriff/Daten die danach in den Schredder gehen. Eigentlich eine Grundregel der IT Sicherheit.
Du bist auch kein Karlheinz.
Ergänzung: Interessanterweise bringst Du für Dein Nicht-Verwenden von Hotel-WLANs Komfort- und keine Sicherheitsargumente. Sonst hätte ich wieder mit meiner Dusche kommen müssen – dadurch sind immerhin schon mehrfach Hotelgäste ums Leben gekommen.
Aber was ich sagen wollte, ist doch offensichtlich, oder? Der gemeine Hotelgast geht davon aus, dass der Fernseher nicht explodiert, er nach dem Duschen nicht ins Krankenhaus kommt und ihm die Nachttischlampe keinen elektrischen Schlag versetzt. Und eben, dass das Hotel-WLAN kein Phisher ist.
Die spannende Frage ist, warum man von letzterem eben anscheinend nicht ausgehen kann? Und wer da gegebenenfalls was verbockt hat?
Die Antwort auf Deine Frage und Themen-Twist ;-)
Weil die meisten keine juristische (!) Grundbildung haben und nicht wissen, dass bei Abnicken einer EULA, Mausklick in einem WiFi-Portal oder AGB bei Hotel-Check-In auch Verpflichtungen einherkommen und Anbieter oder Hersteller Haftungsfragen eigentlich glasklar regeln (nicht unbedingt zum Vorteil des anderen Vertragspartners).
Die eigentliche Technik oder Vertragsgegenstand ist dabei beinahe fast schon egal.
Karlheinz nutzt wie schon erwähnt, frei im Handel angebotene Geräte. Weiß vielleicht noch, was ein Softwareupdate ist. Und das man das lieber eingeschaltet lassen sollte.
Ob er allerdings weiß, welches seiner zuhause genutzten Geräte schon sein technisches Lebensende erreicht hat, ist fraglich. Die meisten zeigen ja nicht so penetrant wie Windows an, das der Support eingestellt wurde.
Genau so verhält es sich bei kleinen Pensionen oder Gaststätten auf dem Land. Da hat wahrscheinlich auch mal jemand vor mehreren Jahren, ein Gäste WLAN eingerichtet. Wahrscheinlich mit Standard Komponenten aus dem Elektromarkt. So lange das läuft, wird das halt nicht ausgetauscht.
Meines Erachtens, ist für die Sicherheit auf Geräteebene der Hersteller verantwortlich. (Hardware + Firmware) Für die richtige Konfiguration des Netzes dann der Endanwender. Im besten Fall gibt es noch ein Handbuch zum Gerät. In dem eine Konfigurationsempfehlung drin steht.
Alles so kompliziert… Wer einen Enterprise-Antivirus einsetzt, kann auch die IOC IPs und Domains darüber zentral sperren, dann lassen sich die Phishingseiten nicht mehr abrufen.
Der Einsatz von Threat Feeds ist aus technischer Sicht die deutlich effizientere und skalierbarere Lösung. Angesichts der Dynamik und des Volumens neuer Indicators of Compromise (IoCs) ist eine manuelle Pflege entsprechender Einträge dauerhaft kaum praktikabel und führt zwangsläufig zu Aktualitäts- und Abdeckungsdefiziten.
Das ist praktikabel, bestätige ich aus eigener Erfahrung, wir sperren im Enterprise-AV und im Enterprise-Proxy (2 verschiedene Hersteller), wenns geht mit Ablaufdatum 90 Tage, sonst wird die Liste zu lang. Man muss allerdings schnell reagieren, andere Blogs hatten diese Info hier einschließlich der IOC Adressen schon vor einer Woche parat, sonst bringt es nicht viel. Hier die Meldung ist schon kalt.
Ich frag mich gerade wie das genau funktioniert.
Das sollte eigentlich nur funktionieren wenn der User die "http only" oder "das Zertifikat ist falsch" Warnung ignoriert, oder?
Eine Zertifikatswarnung gibt es nur wenn der Angreifer die echte/gleiche Domain vortäuschen will aber mit einem eigenen Domain Namen und kostenlosem Zertifikat von zum Beispiel Let's Encrypt siehst du das nicht.
Der Domain Name muss nur ähnlich aussehen, viele achten darauf leider nicht.
Deswegen richten kluge Admins Verknüpfungen oder Lesezeichen (mit https-Links) ein und konditionieren die Anwender, sich ausschließlich mittels dieser Zugangsmöglichkeiten einzuloggen.
Wobei hier wohl OWA Verwendung gefunden hat. Üblicherweise nutzt das Business-Umfeld doch lokale Mail-Clients und nicht OWA.
Der DNS der Hotelrouter wird geknackt und manipuliert. Du landest also mit account.microsoft.com auf einer IP-Adresse, die Microsoft nicht gehört. Diese kann ja dann mit einem wie auch immer ausgestellten Zertifikat für account.microsoft.com antworten und dann sollte alles in Grün sein. Hier hilft nur eine IP-Sperre über den hoffentlich vorhandenen zentral verwalteten Enterprise.Antivirus.
Das funktioniert nur bei http nicht bei https außer du lädst ein gefälschtes Root-Zertifikat runter und installierst es.
Bei https würde keine Verbindung zustande kommen weil das Zertifikat nicht mit der aufgerufenen Adresse übereinstimmt.
Zudem woher soll jede IP der Angreifer bekannt sein?
Es gibt zwar Listen welche Phishing Seiten IPs, etc haben aber diese sind auch niemals 100% vollständig oder aktuell.
Aber wenn man wenigstens die bekannten Addressen sperrt, hat man das bestmögliche gemacht und niemand kann einem vorwerfen, untätig geblieben zu sein, wenn doch was passiert.
Diese Antwort beschreibt gut den aktuell gelebten fatalen Ansatz in der IT Welt: Hauptaufgabe ist Verantwortung abschieben. Die eigentlichen Probleme als quasi gottgegeben hinnehmen. Nur nicht zu weit denken.
Wie sollten die "grün" sein, da die nicht public trusted sein können.
Und durch CT/CAA auch nicht mehr wahrscheinlich das eine halbseidene offizielle CA das trusted.
Außer natürlich man fällt auf sowas rein wie: "Um unser Hotel WLAN nutzen zu können müssen sie dieses Root CA als trusted importieren"
Irgend einen krummen Zertifizierer der einem eine saubere Zertifikatskette liefert, finden die in Russland oder China schon, keine Sorge!
Grundsätzlich muss man alle fremden WLANs als kompromittiert betrachten. Die wenigsten kümmern sich aktiv um die Technik dahinter, irgendwelche ranzige Chinaplastiksoftware. Wenn möglich auf Mobilfunk ausweichen, im Ausland über esim mittlerweile auch gut nutzbar.
Nach dem Lesen der ganzen Kommentare: Bei meinen Kunden habe ich bislang KEIN Full-Tunnel-VPN am Start, vor allem deswegen nicht, weil grade MS-Teams dann ziemlich hakelig läuft. Der eine Kunde hat aber auch nicht die dickste Internet-Anbindung im RZ, 100Mbit/s synchron, das war nie für Full-Tunnel VPN vorgesehen und packt das auch nicht.
Ich pushe jedoch meinen eigenen DNS-Server mittels Sophos-VPN Client, über den ich die Hoheit habe.
Damit müsste doch MiM ausgeschlossen sein? OWA ist bei uns sowieso gesperrt, weil das Ding immer wieder durch Unsicherheiten auffällt, mir geht es primär um Teams, unsere einzige Applikation aus dem O365 Cloud Kosmos (Entra ID Sync der User vom lokalen AD)
Sonst müssten wir uns überlegen, auf die speziellen Reisegeräte ein Full-Tunnel-VPN Profil aufzuspielen. Bislang sind Dienstreisen in die angesprochenen Länder aber noch nicht vorgekommen und privat dürfen die MA ihr normales Notebook sowieso nicht mitnehmen (Automobilbranche/Zulieferer/spezielle Standards, Stichwort TISAX).
Bei guten VPN-Lösungen kann man ja Split-Tunnel-Konfigs anlegen. Man legt das Default-GW in den Tunnel, und bekannte, vertrauenswürdige Adressen lässt man daran vorbei und so kann dann Teams das VPN nicht überlasten. Für Microsoft liegt diese Lioste der bekannten Adressen hier https://learn.microsoft.com/en-us/microsoft-365/enterprise/urls-and-ip-address-ranges?view=o365-worldwide, prüft m,an alle paar Monate auf Änderungen und trägt die in die eigene Konfig ein oder manche Proxy/Firewwall/VPN-Produkte kennen diese Adressen bei diversen Herstellern schon weil der Hersteller sie regelmäßig einpflegt und aktualisieren solch ein Regelwerk automatisch.
Auch Wenn Dein DNS eine Deiner IPs liefert, könnte ein MitM die aufzurufende IP trotzdem auf eine von ihm intern zur Verfügung gestellte IP auf vielfältiger weise routen (transparenter Proxy, DNS, ARP etc.).
Wenn dann der MitM eine Weiterleitung auf eine ähnliche Domain z.B. von firma.irgendwas.com auf firma.irgenolwas.com macht, bekommt das der Normaluser nicht mit und sein Browser zeigt schön brav alles grün an.
Mein Lieblingsbeispiel ist die Nutzung von Homoglypen: Das kyrillische "e" sieht je nach Font genauso aus wie ein lateinisches "e" ist aber im Domainnamen ein anderes Zeichen.
https://blog.jakobs.systems/micro/20210618-best-practise/
> ihr normales Notebook sowieso nicht mitnehmen…
So sollte es sein. Für gewisse Länder sollte man einmalige "Burner" Telefone und Books nutzen, die gezielt angeschafft und anschliessend entsorgt werden. Aber fange diese Diskussion mal mit einem Mittelständler an…
Die Gegenmaßnahmen (DNSSEC oder DNS over HTTPS) wurden schon genannt.
Grundsätzlich:
* Öffentliche Wifis sind IMMER ein Risiko.
* VPN ist keine Sicherheitsvorkehrung, wenn es ein traditionelles VPN ist.
* Wer M365 nutzt, z.B. E3, hat i.d.R. schon einiges an Bord, um diese Kompromitierungen zu erschweren. Baseline Security Mode ist Teil des Produkts und enthält die Basics. Mit Conditional Access kommt man auch einen Schritt weiter, mit Risk Based Conditional Access gibt es nochmals mehr Möglichkeiten.
* MFA – bestenfalls FIDO (das kann auch WHfB sein) oder Passkey.
* Global Secure Access – auch schon in E3 dabei, erweiterbar um passende Lizenzen. Vorteil: Im Gegensatz zu vielen alten VPNs wird kontinuierlich der Sicherheitsstatus der Komponenten geprüft. Ist der Client nicht mehr im gewünschten Status, wird die Verbindung gekappt.
Privat:
* Unifi Travel Router – der geht sein Monaten mit mir auf Reisen.
Daheim habe ich halt so Nettigkeiten wie Firewalls, PiHole etc.
Damit lässt sich dann auch in vielen Hotel-WLANs surfen wie zu Hause.
Mediatheken aus Deutschland inklusive.
Darüber geht dann auch mein Firmengerät online.
Immer – alles auf dem aktuellen Release-Stand, so wenig wie möglich auf dem Rechner – Software und Daten.
Firmendaten – immer mit Purview sichern, dann sind selbst abgeflossene Daten nutzlos, wenn man es richtig macht.
Unifi Travel Router – das Ding ist ja cool, sogar Ethernetanschlüsse hat der…! Und außer Anschaffungskosten (geithals 107 Euro) hat der keine Betriebskosten (von Strom mal abgesehen) ? Oder verstehe ich da was falsch?
Meiner braucht sonst nur Strom. Gegenstelle ist mein Unifi Equipment daheim. In Hotels erprobt… in mehreren Ländern, lief fast immer perfekt. Abgesehen davon, dass ich mal die DNS Einstellungen verbogen hatte.
Stichwort: Geteiltes VPN-Tunneling für M365
https://learn.microsoft.com/de-de/microsoft-365/enterprise/microsoft-365-vpn-split-tunnel