Meta setzt KI-Training durch Mitarbeitertracking wegen Sicherheitsproblemen aus – Teil II

Die Facebook-Mutter Meta hat ihr Programm zum Mitarbeitertracking temporär ausgesetzt. Mit diesem Tracking sollten KI-Modelle trainiert werden, um die Mitarbeiter später zu ersetzen. Leider hat der schöne Zuckerberg-Plan zu Sicherheitsproblemen geführt, bei denen sensitive Informationen diverser Meta-Mitarbeiter plötzlich allgemein einsehbar waren – konnte man schließlich nicht ahnen.


Zuckerberg und Meta im KI-Fieber

Meta-Chef Mark Zuckerberg ist seit einiger Zeit ja voll auf dem AI-Track. Der Meta-Konzern soll in eine KI-Firma umgebaut werden, und Mitarbeiter müssen KI-Funktionen nutzen auf Teufel komm raus. Wobei ich die Tage las, dass den Mitarbeitern die AI-Nutzungszeiten wegen der Kosten neuerdings beschränkt sein sollen.

Bei Instagram wurde der Nutzer-Support an KI-Chatbots ausgelagert. Ist dann "ein wenig schief gegangen", konnte ja auch keiner ahnen. Zum 1. Juni 2026 gelang es Hackern massive Sicherheitslücken bei Instagram im KI-Chatbot auszunutzen, um Hunderte Benutzerkonten mit seltenen Nutzernamen zu kapern. Ich hatte die bekannten Details im Blog-Beitrag Hacker stehlen Hunderte Instagram-Konten über Metas KI-Support berichtet. Problem war allerdings, dass die Kontenübernahmen weiter gingen, auch als der Instagram-/Meta-Support das Problem angeblich gefixt hatte. Ursache war ein Fix, der die Funktionen nur im Webinterface entfernte, die API aber weiter funktional beließ (siehe Meta: Fail beim KI-Support-Fix für Instagram; KI-Tracking-Software von Mitarbeitern kurz abwählbar).

Worum geht es beim Mitarbeiter-Tracking?

Ich hatte den Sachverhalt ebenfalls bereits im Blog-Beitrag Meta: Fail beim KI-Support-Fix für Instagram; KI-Tracking-Software von Mitarbeitern kurz abwählbar skizziert. Mark Zuckerberg ließ im April 2026 eine Tracking-Software (MCI) auf den Arbeitsplätzen der Meta-Mitarbeiter installieren. Die Tracking-Software soll Mausbewegungen, Klicks und Tastenanschläge der Mitarbeiter bei Facebook, Instagram, WhatsApp und auch bei der Mutter Meta erfassen. Ziel ist es, eine KI mit den Daten zu trainieren, damit KI-Agenten am Ende des Tages die Arbeit der Mitarbeiter übernehmen können.

Anfang Juni 2026 wurde dann bekannt, dass Meta-Mitarbeiter diese Tracking-Software für 30 Minuten pro Tag deaktivieren können, um "vertrauliche" Arbeiten an ihren Geräten durchzuführen. Diese Schritt wurde erforderlich, weil die Belegschaft bei Meta massiv gegen diese Tracking-Software opponierte. Zuckerberg musste wohl im Sinne einer Salami-Taktik nachgeben. Die Stimmung bei der Meta-Belegschaft ist eh im Keller, wie ich im Beitrag AI-Slop bei KPMG und Politik, KI-Fails bei Meta skizzierte habe. KI-Ingenieure, die in eine über 6.000 Mitarbeiter starke KI-Gruppe "zwangsversetzt wurden", bezeichnen die Arbeit in der Gruppe als "Gulag".

Mitarbeiter-Tracking wegen Sicherheitsproblemen ausgesetzt

Nun berichtet das Magazin Wired (nicht verlinkt, da nur mit Registrierung abrufbar), dass das Mitarbeiter-Tracking (MCI) wegen Sicherheitsproblemen ausgesetzt worden sei. Nachfolgender Tweet weist auf den Sachverhalt hin.

Meta-AI-Fail

Die neue Initiative von Meta, die Tastenanschläge der Mitarbeiter zur Erzeugung von  KI-Trainingsdaten habe dazu geführt, dass potenziell sensible Daten der gesamten Belegschaft des Unternehmens zugänglich waren, heißt es in obigem Tweet. Meta teilte WIRED mit, dass es den Vorfall untersuche. Derzeit lägen aber keine Anzeichen dafür vor, dass unberechtigt auf Daten zugegriffen wurde. The Next Web hat in diesem Artikel einige weitere Details veröffentlicht. Auch Business Insider geht in diesem Beitrag auf das Thema ein.

Wer hätte denn auch ahnen können, dass genau so etwas passiert? Als über Microsofts Recall 2025 gerantet wurde (siehe Microsoft Recall erfasst weiterhin (Juli 2025) Kreditkartendaten und Passwörter), waren ja nur "Aluhut-Träger" unterwegs.

Artikelreihe:
Five Eyes warnen vor der KI-induzierten Sicherheitskrise – Teil I
Meta setzt KI-Training durch Mitarbeitertracking wegen Sicherheitsproblemen aus – Teil II
Microsoft Chef Satya Nadella: "Wir dürfen nicht zulassen, dass KI-Giganten die Wirtschaft verschlingen" – Teil III

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3 Kommentare zu Meta setzt KI-Training durch Mitarbeitertracking wegen Sicherheitsproblemen aus – Teil II

  1. Felix sagt:

    Abgesehen von der Überwachung:
    Hat der schon mal echte Menschen bei der Arbeit gesehen? Wie oft arbeitet man ausschließlich an EINER Sache und macht diese auch noch perfekt und dann die nächste? So gut wie nie!

    Die KI KANN doch überhaupt nichts lernen, weil sie gar nicht wissen kann welche Aufgabe der Mensch eigentlich gerade bearbeitet. Häufig macht man ja auch mehrere Sachen gleichzeitig und springt immer hin und her. Zwischendrin wieder ein Anruf, ein Chat, eine E-Mail.

    Eine KI die damit trainiert wird, würde absolute Chaos verursachen, weil sie überhaupt nicht verstehen kann, welcher Klick, welche Tasten zu welcher Aufgabe gehört haben.

    • KT sagt:

      Wenn die KI gut ist und die Schritte analysiert, fügt sie am Ende das Gesamtbild selber zusammen. Beispielsweise wann und wo beim Programmieren Tuturials gelesen werden oder wo die Dokumentation für den Code zu finden ist und wie vollständig diese Dokumentation nun wirklich ist.

      Eine vollständige Einarbeitung wird die KI ohnehin nicht brauchen. Wie man Mails schreibt und Excel bedient weiß die KI ja schon. Jedoch sind Quellen, Standorte und Materialien und eventuelle einzelne Tricks durchaus nützlich.

      Es geht vor allem um die Sachen, von denen die Allgemeinheit glaubt, dass eine KI das nie oder nur mit Mühe können wird.

    • Froschkönig sagt:

      Die verschiedenen Arbeiten finden an verschiedenen Dateien, verschiedenen URLs, verschiedenen Programmen, verschiedenen Fenstern/Tabs/… statt, wenn die KI gut ist, dann sieht sie diese Kontextwechsel. Und das können die, wie ich aus eigenen Experimenten weiß.

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