Ich packe mal zwei Meldungen, die mir in letzter Zeit unter die Augen gekommen sind, in einen Sammelbeitrag. Bambu verklagt einen Entwickler, der ein beschränkendes Firmware-Update für einen Bambu Lab 3D-Drucker aushebelte. Und Epson wird weltweit erstmals in Frankreich wegen geplanter Obsoleszenz verklagt.
Das Bambu Lab 3D-Drucker-Ärger
Bambu Lab ist ein chinesisches Technologieunternehmen mit Sitz in Shenzhen, das 3D-Drucker entwickelt und herstellt. Es wurde 2020 von einer Gruppe ehemaliger DJI-Ingenieure gegründet. Neben 3D-Druckern vertreibt Bambu Lab auch eine eigene Marke von 3D-Drucker-Filament auf Spulen mit integrierten NFC-Tags, die Angaben zu Material, Typ und Modell des Filaments enthalten.

Laut obigem Tweet einer US-Verbraucherschutzorganisation gab es im Jahr 2025 ein Firmware-Update, welches dem weltweit meistverkauften 3D-Drucker sieben Kernfunktionen sperrte. Kern ist, dass Bambu Lab in Firmwares für seine 3D-Drucker einen Autorisierungs- und Authentifizierungsschutzmechanismus eingeführt hat. Laut Herstellerangaben soll die Änderung das Risiko von Angriffen aus dem Internet reduzieren.
Die Firmware-Update schränken Druckfunktionen ein, da diese dann nur über eine Cloud-Freigabe genutzt werden können. Zudem wird die Verwendung von Dritthersteller-Komponenten unterbunden. iFun hat das Ganze z.B. im Januar 2025 hier thematisiert, Diskussionen gab es auf reddit.com.
Die Community hat diese Beschränkungen scharf kritisiert. Jemand aus der 3-D-Drucker-Nutzerschaft knackte innerhalb weniger Tage die Beschränkung und entwickelte einen Fix, der die Sperre aushebelte. Darauf hin verklagte Bambu Lab, den Entwickler des Fixes, Pawel Jarczak. Jarczak hat dann seinen Fork eingestellt. Ist an mir vorbei gegangen, aber obiger Tweet weist auf solche Implikationen hin, die consumerrights.wiki dokumentiert.
Gerichtsverfahren gegen Epson in Frankreich
Ein Blog-Leser hat mich die Tage auf ein Gerichtsverfahren hingewiesen, in dem Druckerhersteller Epson wegen geplanter Obsoleszenz verklagt wird. Die französische Organisation HOP (Halte à l'Obsolescence Programmée), die sich für das Recht auf Reparatur in Europa einsetzt, hatte im September 2017 Strafanzeige gegen den Druckerhersteller Epson in Frankreich eingereicht.
Anfang Juli 2026 scheint nun Bewegung in die Sache gekommen zu sein. Denn die Verhandlungen gegen Epson wegen geplanter Obsoleszenz und irreführender Geschäftspraktiken wurden vor einem französischen Gericht aufgenommen. Laut Leser und dem Artikel Gerichtsverfahren gegen Epson wegen geplanter Obsoleszenz: ein historischer erster Schritt der Seite "Runder Tisch Reparatur" ist das weltweit das erste Verfahren.
Der Aufnahme der Verhandlungen vor Gericht gingen mehr als acht Jahre Ermittlungen der französischen Verbraucherschutzbehörde DGCCRF voraus. Die Staatsanwaltschaft von Nanterre wirft Epson vor, Drucker so zu programmieren, dass sie den Betrieb einstellen, obwohl die Tintenpatronen noch nicht vollständig entleert sind. Außerdem soll die Lebensdauer der Stempelkissen künstlich verkürzt worden sein. Damit habe Epson nach Ansicht der Staatsanwaltschaft "Techniken eingesetzt, die bewusst darauf abzielen, die Lebensdauer eines Produkts zu verkürzen, um dessen Austauschrate zu erhöhen", schreiben die Autoren des oben verlinkten Beitrags. Bleibt abzuwarten, was aus dieseM Verfahren wird. Beide Fälle zeigen aber, wie Käufer von Druckern von den Geräteherstellern als Zahlvieh an das Gängelband genommen werden.



MVP: 2013 – 2016





Naja, die Verwendung von Drittherstellerkomponenten zu sperren ist keine gute Idee von Bambulab, zumindest nicht in der EU.
Denn das ist Wettbewerbsbehinderung und dagegen ist die EU schon häufig vorgegangen und hat die Hersteller gezwungen, so eine Sperre aufzuheben.