Kurze Information, die mich bereits die Tage von einem Leser erreichte. Es hieß in einer Mail nur ganz kurz "HARICA zieht Zertifikate zurück". Die etwas längere Fassung lautet, dass die Zertifizierungsstelle HARICA am 25.07.2026 um 12:00 Uhr Serverzertifikate gesperrt hat. Grund ist, dass die Zertifikate wohl formale und technische Fehler in den Richtliniendokumenten (CPS) und den Zertifikatsprofilen aufweisen.
Das Kürzel HARICA steht für "Hellenic Academic and Research Institutions Certification Authority", also eine griechische Zertifikate-Autorisierungsstelle. HARICA stellt digitale Zertifikate für sichere Websites, E-Mail-Schutz, Code-Signing sowie rechtsverbindliche elektronische Signaturen und Siegel aus und ist weltweit anerkannt. Die Zertifikate für einen Server beginnen bei 36 Euro/Jahr und scheinen im Universitätsumfeld häufiger eingesetzt zu werden.
Die TU-Berlin informierte zum 17.7.2026 im Beitrag Kurzfristige Sperrung von HARICA-Serverzertifikaten über den Sachverhalt. Der Zertifizierungsanbieter HARICA hat bereits am 20.07.2026 Serverzertifikate gesperrt, die im Zeitraum vom 15.06.2026 bis 15.07.2026 ausgestellt wurden. Der Drops ist inzwischen längst gelutscht.
Aber es gab weitere Zertifikate mit Problemen. In dieser Mitteilung informiert das IT-Service-Zentrum der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg über die nächste Sperre. Es heißt "Nachdem wir bereits in der vergangenen Woche über die kurzfristige Sperrung von HARICA-Serverzertifikaten informiert haben, hat HARICA diese Woche erneut Zertifikate zurückgezogen. Aus diesem Grund werden am 25.07.2026 um 12:00 Uhr weitere betroffene Serverzertifikate gesperrt." Ähnliche hört man von der TU-Dresden.
Hintergrund ist in allen Fällen ein formaler Fehler in der von HARICA veröffentlichten Certification Practice Statement (CPS). Die betroffenen Zertifikate funktionieren technisch einwandfrei. Da die Spezifikation inzwischen korrigiert wurde, ist HARICA gemäß den geltenden Richtlinien verpflichtet, alle in diesem Zeitraum ausgestellten Serverzertifikate zu widerrufen und durch neue Zertifikate zu ersetzen, heißt es.
Ich finde es immer lustig, dass alle Welt alles mit Zertifikaten absichern will, die Dinger aber irgendwann sowieso ablaufen, und die Aussteller irgendwie ihre Technik nicht gebacken kriegen. Zudem wollen die Zertifikatsaussteller die Laufzeit der Zertifikate reduzieren. Dann muss noch häufiger erneuert werden, und wenn es dann Fehler bei der Ausstellung gibt, dürfen die IT-Leute ebenfalls ran. Vor allem ist es dann "hübsch", wenn nur einige Tage bis zum Widerruf bleiben. Vor einigen Monaten hatte es Nutzer von D-Trust-Zertifikaten erwischt (siehe folgende Links).
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