Spannende Geschichte, die mir die Nacht untergekommen ist. Ein in Virginia ansässiges Start-up will mit der Operation Bluebird unter twitter[.]now das das von Elon Musk aufgegebene Twitter mit dem Logo eines blauen Vogels wiederbeleben. Musk soll angeblich die Rechte am Namen Twitter aufgegeben haben, behauptet das Startup.
Twitter verschwand 2023
Nach dem Kauf des Mikro-Nachrichtendiensts Twitter durch Elon Musk verschwand ja im Juli 2023 die Domain twitter.com, der Name des Diensts und auch das Loge Twitter-Logo mit dem blauen Vogel. Elon Musk ließ das alles durch ein X ersetzen (siehe Musk schießt bei Twitter den Vogel ab, will uns ein X für ein U vormachen).
Neustart als twitter[.]now
Gestern ist mir nachfolgender Tweet untergekommen, wo Ars Technica den Neustart von Twitter thematisiert und auf den Artikel New Twitter launches, says Musk's X gave up the name verweist.

Stephen Coates hat zum 24. August 2026 auf LinkedIn diesen Neustart angekündigt. Dort schreibt er: "Als die X Corp. die Marke Twitter einstellte, sahen wir die Chance, etwas Neues aufzubauen: einen öffentlichen Raum, der auf Vertrauen, Transparenz und der Entscheidungsfreiheit der Nutzer basiert."
Twitter[.]now sei kein Versuch, die alte Plattform nachzubilden. Man entwickele einen anderen Dienst mit Vertrauenssignalen, die Kontext für die Inhalte liefern, die Nutzer sehen, und mit Tools, die es den Menschen – und nicht einem undurchsichtigen Algorithmus – ermöglichen, zu entscheiden, wie viel Glaubwürdigkeit und wie viel "Rauschen" in ihre Feeds gelangen, heißt es in der Ankündigung. Das Leitprinzip sei: Meinungsfreiheit, nicht Reichweite.
Twitter sei die zurückeroberte Marke, und man sei nicht X und stehe in keiner Verbindung zu X Corp. Stephen Coates hat wohl Investoren, die die Entwicklung finanziert haben. Derzeit steht die Plattform unter dem Motto "Twitter is back. The square is back. And this time, it's yours." für einen Early-Access bereit. Gründungsmitglieder können sich für 20 oder 40 US-Dollar anmelden und beim Aufbau und Testen der Plattform helfen, und sich als Erste einen Nutzernamen ihrer Wahl sichern, heißt es.
"Wir sind ein kleines Unternehmen, wir haben Investoren und wir haben ein Produkt", erklärte Stephen Coates, einer der Mitbegründer von Operation Bluebird, gegenüber Ars Technica. "Wir haben monatelang auf den Start gewartet, und jetzt wollen wir nicht mehr länger warten."
Juristisch kniffelig – X klagt
Coates und sein Umfeld sind der Ansicht, dass die Identität und das geistige Eigentum von Twitter aufgegeben wurden, als Elon Musk Twitter im Jahr 2022 kaufte und den Namen des Unternehmens 2023 in X änderte, schreibt Ars Technica. Coats behauptet, die "Operation Bluebird" habe die Möglichkeit eröffnet, die Markenrechte von Twitter für sich zu beanspruchen. Die X Corporation von Elon Musk reichte Ende 2025 Klage gegen die "Operation Bluebird" ein und beantragte bei einem Bundesrichter in Delaware eine einstweilige Verfügung, um die Einführung einer neuen Version von Twitter zu verhindern.
Bei einer Anhörung im April 2026 fällte der Richter am US-Bezirksgericht, Colm Connolly, jedoch eine vorläufige Entscheidung. Diese besagt, dass X offenbar auf Ansprüche auf geistiges Eigentum am Begriff "Tweet" und am Twitter-Vogel-Logo – und möglicherweise sogar am Begriff "Twitter" – verzichtet habe. Allerdings liegt noch kein schriftlicher Beschluss des Richters vor.
Coates, der als neuer General Counsel (Chef-Syndikus) von Twitter fungiert und diese Position bereits in der Zeit vor Musk innehatte, reichten mündlichen Aussagen des Richters aus, um grünes Licht für den Start zu geben. "Wir sind der Ansicht, dass X seine Rechte an den Marken ‚Twitter' und ‚Tweet' aufgegeben hat", sagte er gegenüber Ars Technica. Jetzt bleibt es spannend, wie diese Geschichte weiter geht.



MVP: 2013 – 2016





"Musk soll angeblich die Rechte am Namen Twitter aufgegeben haben, behauptet das Startup."
WHUAT? Wenn die ihre Marke nicht verteidigt haben und das wirklich klappt, aua…
Erst den Kram in irgendeinen Random-Buchstaben umbenennen und dann mit viel Pech noch "Twitter" verlieren. Der Typ ist der reichste Mann der Welt und bekommt nicht mal so Basics hin.
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Bei einer Anhörung im April 2026 fällte der Richter am US-Bezirksgericht, Colm Connolly, jedoch eine vorläufige Entscheidung. Diese besagt, dass X offenbar auf Ansprüche auf geistiges Eigentum am Begriff "Tweet" und am Twitter-Vogel-Logo – und möglicherweise sogar am Begriff "Twitter" – verzichtet habe. Allerdings liegt noch kein schriftlicher Beschluss des Richters vor.
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Hat er doch nicht nur nen windiger Geschäftemacher der das behauptet… noch liegt kein schriftliches Urteil vor und dann ist das auch nur ein Bezirksgericht, also nix endgültiges… und Musk hat die Kohle um das bis zum Supreme Court durchzuziehen… das riecht eher nach Investoren abgezockt!
/edit/ und wenn Musk das bis zum Supreme Court durchzieht muss er höchstwahrscheinlich nicht mal gewinnen da der andere Typ vorher pleite ist ;-P
"Aufgeben" in Markenrecht heißt eigentlich, dass man die Marke nicht mehr nutzt. Das wird vermutlich auch im Amiland so sein. Das ist ja vermutlich gerade eine Frage, ob man es aufgegeben hat.
Das Bezirksgericht wird da wohl irgendeiner Argumentation gefolgt sein, die vermutlich genau auf einer 0815-Situation aufbaut. Ich glaub auch nicht, dass es so durchgeht. Aber allein das es Jemand versucht und nicht sofort scheitert….
Eine Marke kann man auch ruhen lassen (man muss sie nicht aktiv nutzen), muss aber bei Verstößen dagegen vorgehen und seine IP verteidigen – was Musk ja mit der Klage gemacht hat.
Es ist also alles andere als klar.
Und ein kleiner Bezirksrichter juckt da nicht. Wenn der Supreme Court entscheidet, dann ist das sicher durch. Und Musk lässt sich nicht gern ans Bein pissen… ich rechne also damit, dass das in die nächsthöhere Instanz geht.
Wem da dann zuerst die Kohle ausgeht… naja das kann ich an einer Hand abzählen ;-P Musk: derzeit ca. 962 Mrd. US-$. Coates: ?
Deine fortwährenden kindischen (völlig aus der Zeit gefallen) :-P Emoticons lassen darauf deuten, dass du es toll findest, dass Geld die Justiz bzw Urteile quasi kaufen kann?
Wes Geistes Kind bist du eigentlich?
Das ist aber in den USA leider so.
Wer viel Geld hat kann sich auch sehr teure Rechtsanwälte leisten.
In Deutschland sind die Anwaltsgebühren gesetzlich geregelt, in den USA dagegen nicht.
Und so etwas wie Rechtsschutzversicherung etc. ist in den USA auch unbekannt.
Da gewinnt tatsächlich bei Zivilprozessen i.d.R. der, der sich die teureren Anwälte leisten kann.
Dass das so ist, weiß ich.
Dass man das anscheinend toll findet, wie der Typ da andeutet, kann ich allerdings nicht nachvollziehen.
Mal abwarten wie lange es dauert, bis es wieder so eine Echokammer wird wie vorher.
"Twitter nach Anwaltsbrief von x.com abgeschaltet"
Wenn die so sicher wären, dass sie das dürfen, würden sie nicht in jedem zweiten Satz darauf hinweisen, dass sie wohl etwas ganz anderes machen werden müssen.
Irgendwo auf der Welt dürfte x.com nach wie vor die Marke Twitter nutzen und sobald jemand anderer sie im Internet, also "überall" auch nutzt dürfte das am Ende wohl nicht ganz billig für ihn werden.
So so … der Stephen Coates, der zuerst als Markenrechtler für Amazon tätig war und danach zu Twitter kam, um dort das Marken-, Domain- und Marketingrechtsteam von Grund auf aufzubauen. Man könnte vermuten, dass er weiß, worauf er sich einlässt.
Ich vermeide, zu sehr in die rechtlichen Details des Markenrechts einzusteigen. In den USA ticken die Uhren auch nochmal etwas anders. Kann jeder im Web selbst recherchieren.
Rechtlich hat das Startup nämlich aus meiner Sicht überraschend gute Karten vor dem Markenamt (TTAB), weil das US-Recht die strikte, kommerzielle Nutzung im echten Leben verlangt. Coates nutzt sein Insider-Wissen über die ursprüngliche Markenstrategie des Unternehmens.
Selbst wenn das Startup das Löschungsverfahren beim USPTO gewinnt, wird X Corp. den Fall jedoch über Jahre durch alle Instanzen der Bundesgerichte zerren.
Für ein Startup ist das ein extrem teurer Abnutzungskampf.
Wir werden den Ausgang ja irgendwann erleben.
Stimmt so aber nicht ganz, auch die USA kennen "ruhende Marken".
Ist zum Beispiel auch der Grund warum Spielehersteller (falls Modding nicht offiziell eh unterstützt wird) meist agressiv gegen Modder vorgehen. den auch bei ruhender IP musst du diese verteidigen da sie sonst tatsächlich als "aufgegeben" gelten! Als "Nutzung" gilt bereits die aktive Verteidigung seiner IP. Man wird faktisch gezwungen zu klagen, will man seine IP nicht verlieren…
Alles relevante findet man unter "IP due dilligence" und "intellectual proberty" act.
Ist auch in D und der EU wichtig wenn man mit IP im Geschäftsfeld zu tun hat. IP Schutz kennt da keine Grenzen… die variieren da höchstens.
Wenn man twitter.com im Browser eingibt, wird man zu x.com umgeleitet. Die Domain besitzt und nutzt Musk somit schon mal noch.
Das gab es doch schon mal… BlueSky… Mastodon… Pebble/T2… Post News… Hive Social… CounterSocial… Threads… Parler & Truth Social… Spill… Cloudhouse…
Hört sich für mich nach A) scam oder B) rohrkrepierer an.
Dorsey sollte mit den Musk-Milliarden die Namensrechte erwerben und Twitter neu aufbauen. Für ein Taschengeld quasi. X wäre zeitnah Geschichte.