Der Anbieter Proton hat sich VPN-Apps, die in US-App-Stores angeboten werden, vorgenommen und analysiert. Dabei kam heraus, dass der überwiegende Anteil (85 %) dieser VPN-Apps die Benutzer tracken. Davon befinden sich 64 dieser Apps im Besitz chinesischer Unternehmen, oft durch Briefkastenfirmen verschleiert.
Ich hatte bereits 2021 im Blog-Beitrag Früherer Malware-Vertreiber kauft ExpressVPN, CyberGhost und Co. darauf hingewiesen, dass im Bereich von VPN-Lösungen viel Schindluder getrieben werde. Damals ging es um Kape Technologies, die VPN-Lösungen aufgekauft haben und gleichzeitig weltweit Webseiten betrieben, die diese VPN-Lösungen gegenseitig bewerteten und empfahlen. Nun ist mir ein weiterer Informationssplitter aus diesem Themenfeld untergekommen.
Obiger Tweet verweist auf eine Untersuchung des Schweizer Unternehmen Proton AG, dessen Sicherheitsforscher sich 390 VPN-Apps, die in in US-App-Stores angeboten werden, vorgenommen und analysiert haben. Proton bietet ja selbst einen VPN-Dienst an. Im Beitrag Shady VPNs could be spying on millions of Americans haben die Schweizer dann zum 27. August 2026 ihre Erkenntnisse offen gelegt.
Nach einer monatelangen Untersuchung von über 7.000 mobilen VPN-Apps weltweit hat Proton festgestellt, dass 85 % der in den USA heruntergeladenen Apps Tracker enthalten und etwa ein Viertel davon den physischen Standort der Nutzer aktiv nachverfolgt.
Noch besorgniserregender ist für die Proton-Leute, dass sie herausgefunden haben, dass 64 der 390 VPNs, die in den USA im Apple App Store und und im Google Play Store angeboten wurden, chinesischen Unternehmen gehören. Laut Proton tarnen sich 31 dieser Anbieter hinter Briefkastenfirmen, die in Singapur, Hongkong und Großbritannien residieren.
Proton weist darauf hin, dass die chinesischen Unternehmen gesetzlich verpflichtet sind, Daten an ihre autoritäre Regierung weiterzugeben. Die meisten Menschen, die ein virtuelles privates Netzwerk nutzen, tun dies ausdrücklich zum Schutz ihrer Privatsphäre. Wenn nun herauskommt, dass die VPN-Apps und -Anbieter die Nutzer tracken, liegen die Risiken auf der Hand. Trotz der Versprechen, die Öffentlichkeit zu schützen, haben Google und Apple es laut Proton zugelassen, dass diese verdächtigen VPNs allein im Juni 2026 mehr als 13,2 Millionen Mal heruntergeladen wurden. Die Details sind im verlinkten Proton-Beitrag nachzulesen.




MVP: 2013 – 2016





Bei Honkong muss man nicht weiterreden das ist nun mal ein Teil von China da ist das normal. Aber auch in den USA muss man sich nicht wirklich wundern das dient doch nur "der nationalen Sicherheit".
Breaking News….. VPN ist nicht anonym!
Jeder der VPN über so eine APP benutzt sollte klar sein, dass er sich zwar Dritten gegenüber verschleiern kann, aber mindestens der VPN Betreiber immer weiß über welche IP man ursprünglich kommuniziert. Im Grunde gibt man dem VPN Anbieter frei Haus seine Surfhistorie und bezahlt dafür auch noch Geld.
Klar, ein zusätzliches Tracking in der APP deanomysiert das ganze noch mal ein ganzes Stück mehr, aber wirklich anonym war man auch vorher nicht, im Gegenteil. Solche VPN Apps sind für 98% der Anwender eigentlich Sinnfrei.
Das ist insbesondere eine Falle für chinesische Benutzer. Die wollen aus dem staatlich kontrollierten/zensierten Bereich des Internets ausbrechen und installieren sich dafür VPN Apps. Damit outen sie sich zum einen gegenüber diesen chinesischen VPN-Anbietern und vor allem dem Staat als VPN-Nutzer und sie lassen sich gleichzeitig gezielter überwachen, schließlich haben sie ja auch was zu verbergen. Nicht-Chinesen sind da nur willkommener Beifang. Das sollte übrigens nicht nur bei VPN-Apps so sein, sondern auch bei den VPN-Addons in Browsern. Da sind schon einige negativ beim Thema Datenschutz und Privatsphäre aufgefallen. Besser nicht benutzen. Den besten Schutz der Privatsphere dürfte uns im Westen wahrscheinlich der eigene Internetprovider bieten, auch bei DNS.
Oh ich lese "App". Ja das macht Sinn. Eine App für ein VPN das die Daten auf ein Gerät häufelt, dass vermeintlich mit einem OS von google, samsung, apple, etc läuft und Backups in deren Clouds sichert. Da muss man schon viel rosa Schampus intus haben, wenn man dem Dinge anvertraut, die man eigentlich ja jemandem nicht anvertrauen wollte.
Es gibt dem Grunde nach zwei Sorten von VPN:
1) Du verbindest Dich mit einem weitverbreiteten und von vielen Seiten auf seine Sicherheit untersuchten Protokoll (OpenVPN, IPsec, Wireguard) mit einem Server, den Du unter Kontrolle hast. Im einfachsten Fall die heimische Firewall.
Damit kannst Du (wenn die obige Grundannahme stimmt) ohne Mitleser Verbindungen zu Deiner Infrastruktur herstellen und so ins Internet gehen als wärest Du "zu Hause" (was nicht unbedingt anonym sein muß).
2) Du vertraust Dich einem Anbieter an (oft gegen teuer Geld), der diese Infrastruktur betreibt und Dir irgendwie versichert, daß alles geheim bleibt.
Oft an Orten, an denen Du selbst keinen Server hast. Z.B. in USA, wenn Du amerikanische Streaming-Angebote nutzen willst. Oder eben in China.
Der Artikel bezieht sich auf die zweite Konstellation. Finde den Fehler.
Proton warnt: 85 % der VPN-Apps in US-App-Stores enthalten Tracker
Haha, nicht nur in VPN's schon seit XP auch gerne durch externe Win Firewall's-Apps
Ich sage nur mal "SphinxSoftware" und "Windows XP (Vista, 7, 10, etc.) Firewall-App".