Wird dir ein Online-Konten gesperrt, bist Du im digitalen Leben tot. Gerade ist dem Cloud-Anbieter Railway das Google-Konto kurzzeitig, und ohne Vorwarnung gesperrt worden und deren "Cloud stand". Zudem hat die Trump-Administration die beiden Gründerinnen der deutschen Organisation HateAid sanktioniert. Die verklagen US-Techkonzerne wie X, weil sie nicht auf Beschwerden gegen Hassbotschaften reagieren. Den Frauen sind PayPal, Konten und alle US-abhängigen digitalen Dienste abhanden gekommen.
Es ist diesbezüglich nicht der erste Sündenfall, die Fälle hatte ich ja im Blog (siehe Links am Artikelende). Gestern hatte ich ja zufällig den Beitrag Petition "Leben ohne Digitalzwang ins Grundgesetz!" bis 21. Mai 2026 zeichnen hier im Blog und vor "Digitalzwang" gewarnt – bestimmte Entwicklungen wie EUID oder Altersverifikation etc. (die chinesische Verhältnisse noch übertrumpfen könnten) sind in der EU ja absehbar. Dafür "kuscht" die EU-Kommission gegenüber Trump, wenn es um die Durchsetzung von DSA-Strafen gegen US-Big-Tech geht (den Verdacht hatte ich noch nicht separat thematisiert). Von daher halte ich einige Positionen zur schnelleren Digitalisierung, die manche Kommentatoren in obigem Beitrag und anderweitig hier im Blog getätigt haben, bestenfalls für naiv (im Hinterkopf schoss mir 'dämlicher geht's (n)immer' durch den Sinn, aber das schreibe ich hier mal nicht).
Kontosperre bei Railway – Cloud down
Railway ist ein Cloud-Anbieter für Unternehmen, der mir kürzlich im Zusammenhang mit dem Artikel Autsch: Cloud Code Coding-Agent löscht Firmendatenbank samt Backups untergekommen ist.

Gestern ist mir obiger Tweet untergekommen, in dem Railway informiert, dass Google Cloud deren Konto gesperrt habe. Dadurch seien einige Railway-Dienste nicht mehr verfügbar. Die wurden also von Google Cloud ausgeknipst und waren digital tot. Sie haben dies direkt an Google gemeldet und als "Großer" hat da einer reagiert.
Das Railway-Platform-Team bekam nach einiger Zeit wieder den Zugriff auf die Google Cloud und machte sich daran, den Zugriff auf alle Workloads wiederherzustellen. Der Verlauf dieses "Incidents" lässt sich in dieser Statusmeldung nachlesen. Die wollen ihre "Abhängigkeiten" nun reduzieren. Ich erspare mir die Feinheiten – hatte gestern am sehr späten Abend gesehen, dass der Kollege von Golem das in diesem Beitrag aufbereitet hat – lest ggf. dort nach.
HateAid-Gründerinnen von US-Administration sanktioniert
HateAid ist eine gemeinnützige GmbH zur Beratung und Unterstützung von Betroffenen von Online-Hassrede und Hasskommentaren mit Sitz in Berlin. Die beteiligten sich auch mit Prozesskostenhilfe an Klagen gegen Twitter (heute X). Ich hatte beispielsweise in diesem Artikel hier im Blog ein Urteil des Landgerichts Frankfurt gegen Twitter (damals schon von Musk übernommen) berichtet.
Das gefällt der US-Regierung unter Trump überhaupt nicht. Und so hat die US-Regierung (nach einem französischen Richter am internationalen Strafgerichtshof (siehe Digitale Souveränität: Microsoft sperrt Zugriffe auf E-Mail/Cloud willkürlich (Ankläger Strafgerichtshof, chinesische Uni-Einrichtung)) auch die Gründerinnen von HateAid, Anna-Lena von Hodenberg und Josephine Ballon, sanktioniert. Das muss aber schon Ende 2025 passiert sein.

Die Piratenpartei hatte Ende Dezember 2025 diesen Kommentar dazu online gestellt. n-tv hat gestern zufällig den Beitrag Konto, Karte, Paypal blockiert? Wenn Trump einen Gegner ins Visier nimmt dazu veröffentlicht, der den Fall und die Folgen nachzeichnet. Begründung der US-Administration für die persönlichen Sanktionen: "extraterritorialer Zensur von Amerikanern". Die Folgen: US-Firmen – Google, Microsoft, Amazon, Apple, PayPal etc. – müssen "den Stecker ziehen". PayPal weg, Kreditkarte weg, Online-Konten für Mail & Co. weg.
Zitat aus dem n-tv-Beitrag: Komplettumbau des eigenen digitalen Alltags und der Betriebsstruktur ihrer NGO mit 50 Mitarbeitenden. HateAid stellt seine IT in einem Kraftakt in allen Bereichen auf Open Source-Anwendungen um und arbeitet mit Anbietern zusammen, die unabhängig von US-Tech-Giganten ihren Dienst anbieten und die Struktur ihrer Systeme offenlegen.
Vorsorglich der Hinweis: Ich bewerte HateAid nicht im politischen Spektrum, werde daher alle (speziell Erst-) Kommentare hier löschen, die auf der Schiene "richtig so, ist nicht verboten" und ggf. das Steinhövel-Urteil etc. erwähnen, segeln. Es geht darum, aufzuzeigen, welche Folgen ein "missliebiges" Verhalten (in der Wertung einer staatlichen Stelle, hier US-Administration) auf EU-Bürger mit den vielen digitalen Abhängigkeiten haben kann. Und es geht darum, dass wir den Hintern in Europa hoch bekommen, um schrittweise digital souveräner zu werden. Es geht mir auch darum, ggf. nochmals drüber nachzudenken, ob man wirklich "Digitalisierung whatever it takes" fordern will. Der Beitrag hier aus 2019 zu China zeigt die Folgen solcher Ausgrenzungen – hab auf die Schnelle keine aktuellen Artikel, die mir die letzten Monate untergekommen sind, gefunden.
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MVP: 2013 – 2016





Das kann Dir auch in der EU passieren wie z. B. Hüseyin Doğru, der als Journalist Fakten verbreitet hat, die nicht ins Narrativ der EU passen. Saktioniert ohne Rechtstaatlichkeit. https://www.nachdenkseiten.de/?p=150723
Wenn ich so mitbekomme was inzwischen alles so unter HassRede fällt, bekomme ich immer mehr den Eindruck das deutlich übers Ziel hinaus geschossen wird, und das Recht zur harten Kritik systematisch unterlaufen wird.
Klar: Gewaltaufrufe etc. dürfen nicht sein – aber sowas wie der Fall Schwarzkopf, mit einer Hausdurchsuchung zu belegen … das geht m.E. in einem Rechtsstaat überhaupt nicht.
Leider spielen bei solchen Fällen allzuoft solche regierungsnahen Organisationen eine entscheidende Rolle: sie melden solche Fälle.
Soweit ich das verstanden habe haben die HateAid Mädels ein Einreiseverbot aber noch NICHT das komplette Programm abbekommen. Man rechnet aber damit und baut deshalb präventiv um. Was vernünftig ist. Machen hoffentlich noch lange ihre gute Arbeit.
naja wie ich es sage: als Spitz solte man nem Pitbull nicht ans Bein pissen ;-P
Ist bitter, aber das sind nunmal alles zweiseitige Rechtsgeschäfte: beide Seiten können kündigen! Sollte einem immer bewusst sein. Ein "Weltgesetz" existiert nunmal nicht!
Verstehe ich bis heute nicht warum sich die Amis da von der EU so auf der Nase rumtanzen lassen.
Dir passen diese Dienste nicht? Dann n-u-t-z s-i-e n-i-c-h-t!
Mich jucken als deutsche Firma auch kein US amerikanische Gesetze! Die Kunden die ich bediene kann ich mir immer noch selbst aussuchen…Wäre ja noch besser jeden nehmen zu müssen… not!
Schon selten dämlich gegen us-amerikanische Dienste ins Feld zu ziehen , dabei dann aber us- amerikanische Dienste zu nutzen…die Konsequenzen waren doch absehbar.
Gab da mal nen Spruch: man beisst nicht die Hand die einem füttert ;-P