Bisher konnte ich es noch nicht verifizieren: Laut Berichten soll Microsoft unter Windows 11 eine "obskure" Onedrive-Photos-App automatisch installieren. Diese App speichert nicht nur Fotos automatisch auf OneDrive. Stimmt der Nutzer zu, werden hochgeladene Fotos von Personen auch einem "Gesichtsscan" für ein KI-Training verwendet. Für Unternehmensumgebungen hat jemand ein Remediation-Script bereitgestellt.
Windows 11: Erste Hinweise auf die OneDrive Photos-App
Kevin hat es bereits am Dienstag der Woche (28. Juli 2026) im Beitrag OneDrive Photos: Aktuelles OneDrive-Update für Windows bringt neue App mit angesprochen. Bei der Suche im Windows 11-Startmenü stieß er auf eine neue App. Seine Aussage lautete, dass Microsoft mit dem aktuellsten Outlook Client-Update auf Version 26.123.0628.0001 auch eine neue OneDrive Photos-App an die Nutzer verteilt.

Windows 11 OneDrive-Photos-App; Quelle: Dr. Windows
Kevin schrieb, dass die App OneDrive Photos mehr oder minder die Bilderansicht von OneDrive im Web widerspiegelt und in der Umsetzung damit dem neuen Outlook oder Teams für Windows 11 ähnelt. Er schiebt auch gleich eine Warnung nach und erinnert an die Querelen mit Kontensperren bei Microsoft wegen OneDrive-Inhalten – insbesondere Fotos die "in den USA gebannte Darstellungen" beinhalten.
Microsoft beschreibt im Support-Beitrag Automatisches Speichern von Fotos und Videos mit OneDrive für Android wie man diese Sicherung unter Android deaktivieren kann. Und dieser Supportbeitrag thematisiert die Fotosuche in OneDrive.
Kevin schrieb: "Löschen kann man die App allerdings wohl nicht, ohne den kompletten OneDrive-Client runterzunehmen. Die neue App hat mich wie gesagt sicherlich erst heute im Tagesverlauf erreicht, gestern war sie noch nicht da."
Da ich auch bei meiner Windows 11 25H2 Testinstallation in einer VM kein Microsoft-Konto und keinen OneDrive-Client eingerichtet habe, taucht die App dort bisher nicht auf. Die VM ist aber auch selten in Betrieb.
Ich habe mal bei Hans Brender nachgeschaut, der hier angibt, dass die Version 26.123.0628.0001 des OneDrive-Client zum 17. Juli 2026 im Production-Ring verteilt werde. Von der OneDrive Photos-Apps hat Hans nichts erwähnt. Von Microsoft gibt diesen OneDrive Photos-Beitrag, der dort unter Microsoft 365 rangiert.
Berichte über die OnDrive Fotos-App mit AI-Scan
Zum 30. Juli 2026 hat Windows Latest dann im Artikel Windows 11 is quietly installing OneDrive Photos, and it wants to scan your photos for faces if you allow it das eigentliche Problem aufgegriffen (siehe auch nachfolgenden Tweet).
Es wird nicht nur die App OneDrive Photos heimlich und ohne Nutzerzustimmung installiert. Auch Windows Latest ist die App, wie Kevin bei Dr. Windows schrieb, eher zufällig auch bei einer Suche in Windows 11 aufgefallen.
Als ich nach „Microsoft Fotos" gesucht habe, tauchte in meinen Suchergebnissen aus heiterem Himmel eine neue App namens "OneDrive Photos" auf. Sie scheint entweder über Windows Update oder über ein Update für den OneDrive-Synchronisierungsclient unter Windows installiert worden zu sein.
Mayank Parmar erwähnt die bekannte Tatsache, dass sich OneDrive-Dateien direkt im Datei-Explorer verwalten und die Synchronisierung über die Systemleiste in der Taskleiste steuern lassen. Anscheinend reichten die wiederholten Aufforderungen während der Windows-Einrichtung, OneDrive zu nutzen, sowie die standardmäßig aktivierte Sicherungsfunktion nicht aus, schrieb Mayank Parmar. Denn Microsoft füge nun OneDrive Photos als App zwangsweise hinzu.
Sofern die App bereits unter Windows 11 installiert sei, finde man den entsprechenden Eintrag im Startmenü oder in der Windows-Suche, unabhängig davon, ob ob man bei einem Microsoft-Konto angemeldet ist oder nicht, heißt es im Artikel. Mayank Parmar schrieb: "In meinem Fall habe ich die OneDrive-Synchronisierungs-App installiert, da sie im Lieferumfang von Windows enthalten war, aber ich habe mich nicht mit einem Microsoft- oder Arbeitskonto angemeldet. Ich nutze sie nicht. Dennoch wurde "OneDrive Photos" angezeigt.
Dann hat Mayank Parmar sich mit der App befasst und beschreibt, dass die neue App "OneDrive Photos" Teil der bestehenden OneDrive-Installation ist und über
C:\Program Files\Microsoft OneDrive\OneDrive.App.exe
ausgeführt werde. Ihm ist außerdem aufgefallen, dass sie auf WebView2 basiert und es sich somit nicht um eine native App handelt. Laut Mayank Parmar ist für die Nutzung von OneDrive Fotos kein Microsoft-Konto erforderlich, da die Funktion auch die lokalen Dateien erkennen kann. Wird ein Bild in der App geöffnet, lässt es sich bearbeiten, teilen, als Favorit speichern, kopieren, löschen, drucken, im Datei-Explorer öffnen oder als Hintergrund für den Sperrbildschirm oder den Desktop festlegen. Das ist auch von der Microsoft-Fotos-App bekannt, und Mayank Parmar fragt sich, ob diese App ersetzt werden soll – obwohl er das Design der App "als schrecklich" einstuft.
Aber der absolute Pferdefuß kommt, sobald die Nutzer sich angemeldet haben. Dann verwandelt die App sich in eine vollständige OneDrive-Galerie. Dort erhalten Nutzer Zugriff auf die KI-gestützte Cloud-Suche. Man könne beispielsweise eine vage Suchanfrage eingeben, und die KI von OneDrive versucht dann, das am besten passende Bild oder die passende Datei zu finden, heißt es. Bei Fotos kann sie mithilfe von OCR sichtbaren Text erkennen und relevante Ergebnisse ermitteln.
Mayank Parmar erwähnt zudem einen Bereich "Personen" (People), der ähnliche Gesichter in Fotos gruppiert. Microsoft bittet um Ihre Zustimmung, bevor diese Funktion aktiviert wird, und weist ausdrücklich darauf hin, dass Gesichtsdaten in einigen Regionen als biometrische Daten gelten könnten.

OneDrive-People AI-Face-Scan, Quelle: Windows Latest
Die App lädt also die Fotos auf OneDrive hoch und dort beginnt Microsoft auch mit einem automatischen Gesichtsscans von Fotos, wenn der Benutzer dieses erlaubt. Microsoft versichert, dass Nutzer nur die gruppierten Gesichter sehen können. Daten würden nicht an Dritte weitergegeben und Nutzer könnten die Daten löschen, indem sie die Funktion deaktivieren. Aber die Katze ist im Sack, Millionen simple Gemüter werden die Funktion begeistert nutzen.
Mayank Parmar hat den Sachverhalt ausgiebig in seinem Beitrag dokumentiert. Wer diese obige Geschichte verhindern will, muss den OneDrive-Client in Windows über die Einstellungen in der App-Liste entfernen, gibt Mayank Parmar an.
Ein Script zum Entfernen per Intune
Beim Schreiben des Beitrags bin ich auf nachfolgenden Tweet von Nicky De Westelinck gestoßen, der das Thema aufgreift. Dessen Post ist für Administratoren in Unternehmen interessant, wo Clients mittels Microsoft Intune verwaltet werden.
Er hat nämlich ein "Procative Remediation Script" für Microsoft Intune erstellt, mit dem man das Ganze aus Windows 11 entfernen kann. Die beiden PowerShell-Scripte zum Entdecken der OneDrive Photos-App und zum Entfernen finden sich auf GitHub. Das betreffende PowerShell-Script löscht die ausführbare Datei der OneDrive-Fotos-Begleit-App an zwei Speicherorten:
%userprofile%\AppData\Local\Microsoft\OneDrive\OneDrive.App.exe C:\Program Files\Microsoft OneDrive\OneDrive.App.exe
Der erste Pfad ist das Löschen pro Benutzerprofil, und der zweite Pfad thematisiert die systemweite Installation der App. Weiterhin werden alle Verknüpfungen im Startmenü (pro Benutzer + für alle Benutzer), die auf einen dieser Speicherorte verweisen, gelöscht. Der Script-Entwickler schreibt, dass die Liste Alle Apps unter Windows 11 aus denselben Startmenü-Ordnern befüllt werde, sodass das Entfernen der Verknüpfungen auch die App von dort entfernt.
Es ist immer diese Gängelei von Microsoft die für mich ein NoGo sind und davon abhalten Windows 11 sowie Microsoft 365 auch nur im Testbetrieb zu verwenden.





MVP: 2013 – 2016




