Es sieht nicht so rosig mit der "goldenen KI-Zukunft" aus, wenn man mal genauer hinschaut. Auf der Black Hat 2026 in den USA wurden PleaseFix-Angriffe auf agentische Browser demonstriert. In den USA gibt es massive Widerstände gegen KI-Rechenzentren und die Kreditblase, die die AI-Firmen drehen, ist gigantisch. Zudem werden immer neue Cybervorfälle in Zusammenhang mit KI bekannt.
Microsofts KI-GPU-Lücke
Wenn man den öffentlichen Verlautbarungen glauben schenken darf, ist bei den großen KI-Anbietern alles bestens. Microsoft gehört mit dazu und will eine gigantische KI-Rechenleistung bereitstellen können.
Ed Zitron, Beobachter der KI-Szene, hat mit einem Co-Autor die GPU-Leistung, die Microsoft nach internen Dokumenten anbieten kann, näher unter die Lupe genommen und das Ganze in diesem The Guardian-Artikel aufbereitet. Laut dieser Untersuchung gibt es eine offensichtliche Diskrepanz zwischen den Angaben des Unternehmens zu seiner KI-Kapazität und der Anzahl der hochentwickelten KI-Chips, die Microsoft tatsächlich im Einsatz hat.
Microsoft hatte sich Berichten zufolge zum Ziel gesetzt, bis Ende 2024 weltweit 1,8 Millionen KI-Chips in seinen Rechenzentren zu installieren. Nun haben wir 2026, und Microsoft verfügt laut internen Dokumenten, die dem Guardian vorliegen, nur über 2,2 Millionen installierte KI-Chips. Das sei weniger als die Hälfte der GPUs, die einige der Experten der KI-Szene für Microsoft angenommen haben.
Der Artikel analysiert die Situation recht umfangreich und versucht diese Abschätzung auf verschiedenen Wegen zu verifizieren. Dies lässt vermuten, dass die neuesten Rechenzentren von Microsoft möglicherweise noch nicht voll betriebsfähig sind – oder, falls doch, dass ihnen die benötigten GPU-Chips fehlen. Da ist es für Microsoft durchaus "hilfreich", dass die Nachfrage nach Copilot und weiteren AI-Lösungen Microsofts noch nicht "durch die Decke geht".
Gegenwind für KI-Zentren: Energieversorgung als Problem
Ich hatte hier im Blog ja mehrfach angedeutet, dass die Gegnerschaft der Anwohner den Bau neuer KI-Rechenzentren massiv behindern. Die Erfahrungen der Anrainer sind denkbar negativ: Lärm der Gasturbinen für die Stromversorgung, massive Steigerung der Stromkosten der örtlichen Versorger und vor allem Wasserknappheit in oft sehr trockenen Gebieten belasten die dortigen Anwohner.
Tom's Hardware berichtet in obigem Tweet und diesem Artikel, dass der Betreiber des größten Stromnetzes der USA bei Engpässen zuerst die Stromversorgung neuer Rechenzentren unterbrechen will. Rechenzentren mit einer Leistung von mehr als 50 MW müssen ihre eigene Stromerzeugung bereitstellen, um Abschaltungen zu vermeiden, heißt es. Das dürfte einen kräftigen Dämpfer für die Expansionspläne der Cloud- und KI-Anbieter darstellen.
KI knackt SnowFlake-Code und nutzt Schwachstellen
Snowflake Inc. ist ein Cloud-basiertes Software-as-a-Service-Unternehmen, das KI, Data Engineering, Applications und Analytics in einer skalierbaren AI Data Cloud anbietet. Der Anbieter ist mir im Zusammenhang mit Hacks und Ausfällen ein Begriff (siehe z.B. Snowflake-Nachlese: Hack von 165 Unternehmen (u.a. Ticketmaster, Santander)).
Nun ist es gemäß obigem Tweet wohl einer KI gelungen, den SnowFlake-Zugang zu deren Entwicklung zu knacken und dann auf deren Code zuzugreifen. Daraufhin hat ein anderer KI-Agent diese Schwachstelle für eigene Zwecke ausgenutzt. The Register hat die Einzelheiten in diesem Beitrag veröffentlicht, auch wenn noch einige Sachen nicht ganz klar sind.
AI-Browser für PleaseFix-Angriffe anfällig
Auf der BlackHat USA 2026 demonstrierte Sicherheitsspezialist Zenity die PleaseFix genannten Zero-Click-Übernahmen der größten agentenbasierten Browser:
- Claude in Chrome
- ChatGPT Atlas
- Gemini in Chrome
- Perplexity Comet
- Edge & Copilot
Eine E-Mail, eine Kalendereinladung, oder eine manipulierte Seite reichen für den Angriff.
Die KI liest die eingebetteten Inhalte und agiert anschließend wie ein Angreifer.
Darkreading hat in diesem Artikel die Details des Vortrags auf der Black Hat 2026 veröffentlicht. In diesem Artikel hatte Cyber Security News einige Tage vorher berichtet, wie Hacker Microsofts Copilot für eigene Zwecke missbrauchen und Anwender hacken können. Ich hatte ja bereits häufiger hier im Blog auf diese Risiken hingewiesen – hält Firmen aber nicht ab, das trotzdem einzusetzen. Diese Art Angriffe werden ein großes Problem werden.







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