eScooter verschwunden – wo Verleiher die Fahrzeuge finden

eScooterDie Verleiher von Elektro-Tretrollern (E-Roller oder eScooter) leiden unter einem Problem: Die Fahrzeuge stehen nicht dort, wo sie per App zu finden sein sollten. Mitarbeiter der Verleihfirmen müssen die eScooter dann suchen – und erleben krasse Geschichten.


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Normalerweise sollte es ganz einfach sein: Man geht auf die App des jeweiligen Verleihers und lässt sich ein Fahrzeug mit Standort anzeigen. Denn die Geräte sind mit einem GPS-Tracker ausgestattet, der die Position erfasst und an die Verleihfirma meldet. Aber es kommt immer wieder vor, dass sich kein Fahrzeug am angegebenen Standort findet.

VOI eScooter
(eScooter Quelle: VOI)

eRoller werden ins Wasser geworfen

Bei Flussufern hätte ich die starke Vermutung, dass der E-Roller dann im Wasser liegt – im Blog-Beitrag Frankreich und die eScooter-Plage hatte ich über ein Problem berichtet: Jugendliche haben es sich zum Volkssport gemacht, die E-Roller in Flüsse wie die Seine in Paris, oder in die Sâone in Lyon sowie in Marseille ins Meer. Die Akkus sind aber Sondermüll und Lithium ist giftig – keine gute Kombination mit Wasser.

Weitere ‘Finde’-Geschichten

Die Tage bin ich in der HAZ auf diesen Artikel gestoßen, wo Mitarbeiter von Verleihfirmen über ihre Erfahrungen mit dem Auffinden von eScootern berichten. Marcel Goos von der Verleihfirma Tier ist einer der Logistiker, die sich auf die Suche nach den Fahrzeugen machen, wenn diese nicht am Standort zu finden sind.

So gibt es gut meinende Kunden, die den E-Roller in Innenhöfen abstellen, damit das Fahrzeug am folgenden Morgen weiter benutzt werden kann. Doof nur, wenn jemand anderes das Gefährt ausleihen will oder der E-Roller nicht geladen werden kann, weil der Innenhof nachts abgesperrt wird. Manchmal informieren Anwohnen die Verleihfirmen, wenn E-Roller irgendwo ‘im Haus, in Hallen oder in Innenhöfen’ abgestellt sind.

Oder die eScooter werden irgendwo ins Gebüsch geworfen, wo niemand diese sieht. Ich habe auch Fotos gesehen, wo Fahrzeuge hoch oben an einem Laternenpfahl ‘geparkt’ waren. Manchmal ist der E-Roller auch einfach nur hinter einem anderen Fahrzeug, einem Verteilerkasten, einer Bushaltestelle oder ähnlichem abgestellt. Da ist jemand in Hannover zum Maschseefest unterweg, kehrt noch ein eine Kneipe ein und ‘vergisst’ danach das Fahrzeug im Lokal.

Bei Tier haben die Logistiker eine Möglichkeit, den eScooter ‘Meldung geben zu lassen’. Dazu braucht der Mitarbeiter nur die Alarmfunktion des Gefährts per Smartphone zu aktivieren. Solange der Akku noch Saft hat und die eScooter-Elektronik unbeschädigt ist, beginnt das Gefährt zu Hupen und gibt Lichtsignale über seine Beleuchtung ab. So kann man, spätestens im Dunkeln die E-Roller orten.

Wird ein E-Roller gefunden, überprüft der Mitarbeiter des Logistik-Unternehmens das Gefährt auf Beschädigungen, Funktionsfähigkeit und Akku-Ladezustand. Ist alles in Ordnung, werden die Geräte wieder an öffentlich zugänglichen Stellen abgestellt. Andernfalls gehen sie zurück zur Wartung durch Dienstleister des Verleihers.

Ganz skurril: Ein Kunde von Tier hat den E-Roller nach der Benutzung ‘vorschriftsmäßig’ mit einem Fahrrad-Schloss an einem Fahrradständer festgebunden. Offenbar wollte der Kunde das Fahrzeug für sich ‘reservieren’. Dann knacken die Mitarbeiter der Verleihfirma das Schloss, der eScooter soll ja auch für andere nutzbar sein.

Manche Schlaumeier nehmen die Leih-E-Roller auch mit in ihre Wohnung – sicher ist sicher, man kann das Teil am nächsten Morgen wieder nutzen und muss nicht suchen. Für die Verleiher natürlich doof, denn dann kann kein Dritter da aktiv werden. Hier haben die Logistiker einen Trick: Einfach die Alarmfunktion dauerhaft aktivieren. Dann hupt und blinkt der E-Roller in der Wohnung – und zwar solange, bis der Bewohner das Fahrzeug entnervt nach draußen stellt – und eingesammelt werden kann.

Ergänzung: Ich hatte den Beitrag vor einer Woche ‚auf Konserve‘ erstellt, da ich zu viele Themen hatte. Inzwischen ist mir dieser Beitrag bei heise zum gleichen Thema als weiteres Lesefutter unter die Augen gekommen.

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