Exo-Planeten in einer anderen Galaxie entdeckt

In unserer eigenen Galaxie haben Astronomen bisher um die 3.700 Planeten nachgewiesen. Jetzt kommt die nächste Sensation: Es wurden erstmals Planeten in einer anderen Galaxie nachgewiesen.


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Ich bin vor einigen Tagen auf diese englischsprachige Meldung gestoßen. Mit dem Weltraumteleskop Kepler sucht man intensiv nach extrasolaren Planeten. Aber es gibt noch das Weltraumteleskop Chandra, ein Röntgen-Teleskop, welches für die Beobachtungen herangezogen wurde.

Einer Gruppe von Astronomen der Universität von Oklahoma ist mit diesem Telekop der erste Nachweis von Exoplaneten in einer anderen Galaxie gelungen. Die Galaxie RX J1131-1231 ist 3,8 Milliarden Lichtjahre entfernt – oder anders ausgedrückt, sie befindet sich in einer Entfernung, die ein Drittel des beobachtbaren Universum umfasst.

Normalerweise sind die Weltraumteleskope für solche Entdeckungen in dieser Entfernung nicht leistungsfähig genug. Die Entdeckung ist einem besonderen Effekt der Schwerkraftlinse zu verdanken. Die Galaxie RXJ 1131-1231 schob sich vor einen Quasar. Ein Quasar ist der aktive Kern einer Galaxie, wobei es sich im konkreten Fall um ein schwarzes Loch im Zentrum dieser Hintergrundgalaxie handelt. Eisenatome am Rand des schwarzen Lochs strahlen Röntgenstrahlung ab. Die Galaxie RXJ 1131-1231 fungierte dann als Gravitationslinse, die zur Beobachtung benutzt wurde.

Die Gravitationsmikrolinsentechnik bezieht sich auf das von Einstein vorhergesagte Phänomen, dass die Schwerkraft das Licht biegen kann. Dies führt zu einer scheinbaren Vergrößerung, wenn die Körper (aus der Sicht des Betrachters) richtig ausgerichtet sind. Der zu beobachtende Planet samt seiner Sonne muss dazu vor einem Objekt vorbei ziehen. Durch seine Schwerkraft bewirkt der zu beobachtende Planet einen Gravitationslinseneffekt, der das Licht des dahinter vorbei ziehenden Sterns aufhellt. Mit dieser Technik wurden bereits 65 Exoplaneten nachgewiesen.

Planetensignatur
(Galaxie RX J1131-1231 im Zentrum, Quelle: University of Oklahoma)

Ein Team unter der Leitung von Professor Xinyu Dai und Postdoc Eduardo Guerras fand die Signaturen der Planeten mit Hilfe des Mikrogravitationslinseneffekts im Spektrum der Galaxie (siehe). Im konkreten Fall steht der Quasar hinter der Galaxie RXJ 1131-1231 und nimmt die Rolle des Hintergrundsterns ein. Über ein Jahrzehnt lang maßen die Astronomen die Röntgenstrahlung, die von Eisenatomen am Rand des Schwarzen Lochs abgestrahlt wurden.

In den gemessenen Werten des Röntgenteleskops Chandra fielen ihnen in den Spektrallinien auffällige Verzerrungen auf. Diese stimmten mit der Signatur überein, die eine Ansammlung von Exoplaneten in der Vordergrundgalaxie hinterlassen würde. Laut Dai und Guerras wäre ‘diese Verschiebung durch eine Population von 2.000 ungebundene Planeten mit Massen zwischen Mond und Jupiter’ zu erklären. Sprich: Es gibt mehrere Planeten, die keine Sonne besitzen. Deutschsprachige Artikel zum Thema finden sich z.B. bei scienexx.de oder bei grenzwissen-aktuell.de. Ein netter Artikel ist auch bei spiegel.de abrufbar.


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