König David: Forscher zweifeln Belege für Existenz an

Gab es den biblischen König David wirklich? Israelische Archäologen haben jetzt Zweifel an einem Beleg für die Existenz von König David erhoben. Hier ein kurzer Abriss, um was es geht.


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Zur Einordnung

Gemäß Wikipedia war David laut 1. und 2. Buch Samuel, dem 1. Buch der Könige und dem 1. Buch der Chronik des Tanach und des Alten Testaments der Bibel König von Juda. Zudem war er als Nachfolger Sauls auch der König von Israel. Es oll um 1000 v. Chr. gelebt haben und gilt als Verfasser der Davidpsalmen. Aus der prophetischen Zusage eines ewigen Bestands der Daviddynastie (2. Sam 7) entwickelte sich die biblische Messias-Erwartung.

Was Bibel und Talmut erzählen, muss nicht wirklich der Wahrheit entsprechen – zu häufig wurde bereits nachgewiesen, dass die ‘Aufschreiber’ hemmungslos bei anderen geklaut haben – Vroni Plag hätte seine helle Freude. So wird die Geschichte des Moses, der als Säugling in einem Weidenkörbchen ausgesetzt wurde, fleißige im Religionsunterricht erzählt. Dumm nur, dass es eine gleiche Geschichte des Sargon von Akkad (König von Akkad) gibt, der, sofern überhaupt existent, 2356 bis 2300 v. Chr. gelebt haben soll.

Die historische Figur des David ist fraglich

Die Wikipedia thematisiert auch, dass es König David so nie als reale Person gegeben haben könnte. Denn es liegen keine archäologische Funde vor, die mit Sicherheit seiner Person zugeordnet werden können. Zitat aus dem betreffenden Abschnitt:

In letzter Zeit wird von den so genannten Minimalisten der Bibelwissenschaft sogar in Frage gestellt, ob David je existiert hat: Der britische Archäologe Philip R. Davies äußerte etwa den Verdacht, die Figur David sei „so historisch wie König Artus“.

Es ist aber durch eine 1993 gefundene Inschrift aus Tel Dan belegt, dass um 840 v. Chr. die Könige Judas tatsächlich als zum „Haus David“ gehörend betrachtet wurden. Auch auf der moabitischen Mescha-Stele aus dem 9. vorchristlichen Jahrhundert und in einem Relief, das der Pharao Scheschonq I. in Theben anfertigen ließ, wollen Forscher den Namen David entziffert haben, doch sind diese Lesarten umstritten.

Neue Erkenntnisse israelischer Archäologen

Die Mescha-Stele aus dem 9. vorchristlichen Jahrhundert ist ein Gedenkstein mit Inschrift in moabitischer Sprache. Die Stele aus Basalt wurde 1868 östlich des Toten Meeres bei Dhiban (Dibon) von dem elsässischen Missionar Frederick Augustus Klein entdeckt. Später zerstörten von Beduinen (Beni Hamiden) jener Gegend mutwillig die Stele zerstört. Glücklicherweise hatte der französische Archäologe und Orientalist Charles Clermont-Ganneau noch durch einen Mittelsmann vorher eine Kopie der Inschrift anfertigen lassen. An Hand der Kopie gelang ihm später die Rekonstruktion (ein Teil der Stele und der Inschrift ging verloren).


(Quelle: Wikipedia, Gemeinfrei)

Der restaurierte Stein steht heute im Louvre in Paris, eine Kopie davon im Britischen Museum in London, eine weitere im Jordanischen Museum in Amman. 1958 wurde in Kerak ein weiteres Fragment mit ähnlicher Inschrift zum gleichen Ereignis gefunden.


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Das Problem: Durch die zerbrochene Stele war der erste Buchstabe des Königshauses der Juden beschädigt. Hier wird nun berichtet, dass ein Team um Israel Finkelstein von der University of Tel Aviv die Kopie der Inschrift sowie neue, hochauflösenden Aufnahmen der Fragmente der Stele nun erneut analysiert habe. Die Wissenschaftler kommen nun zum Schluss, dass dort nicht der hebräischen Buchstabe „Daled“, sondern das Schriftzeichen „Beth“ gestanden habe. Damit löst sich die Lesart, dass dort von König David die Rede ist, in Luft auf. Vermutlich stand dort der Name des moabitischen Herrschers Balak. Die Erkenntnisse sind im Artikel Restoring Line 31 in the Mesha Stele: The ‘House of David’ or Biblical Balak? veröffentlicht worden. Damit ist nun einer von drei Belegen für die Existenz von König David wohl nicht mehr verwendbar.


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