Der Schuhkauf …

Männer und Schuhe kaufen, das ist schon eine Geschichte für sich. Auf das ‘dünne Eis’: Frau kauft Schuhe, wage ich mich erst gar nicht. Angeregt durch einen kurzen Post in einem sozialen Netzwerk fiel mir aber eine Geschichte rund um einen Schuhkauf ein.


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Anderen geht es auch nicht besser …

Die Anregung für diesen Beitrag kam von einem Posting über einen Schuhkauf, was mit dem Satz anfing:

Ich kauf mir letzte Woche Schuhe, schnell schnell, flott, flott. Kaufen ist nicht so mein Ding. Trage die zweimal und schon sind sie kaputt! Heute gehe ich sie umtauschen und mach da den Lauten, …

Die Verkäuferin meinte, die Schuhe wären zwar aus dem Laden, wären aber mindestens ein Jahr alt. Und es gab den Hinweis, ‘dass die Dinger schon arg abgetragen aussähen’.

Schuhkauf

Ende der Episode, die oben nachlesbar ist: Der Käufer kam nach Hause und fand die neu gekauften Schuhe im Schrank. Peinlich, und mir fiel eine eigene Geschichte rund um ein paar Schuhe ein.

Schuhkauf auf Vorrat – keine gute Idee

Vor vielen Jahren kaufte ich beim Besuch eines alten Freundes in Bremen ein paar Schuhe. War die Anregung meiner Frau, die beim Besuch in Bremen-Vegesack meinte  ‘geh mal in den Schuhladen da rein, da hast Du dir doch vor einigen Jahren, bei einem Besuch, die Clarks-Schuhe gekauft, die Du immer trägst’. Ich mit meinen abgetragenen Clarks-Schuhen ins Geschäft und meinte, auf die Schuhe zeigend ‘die da, nur in neu’. Die Verkäuferin verschwand und stellte mir prompt das gleiche Modell, welches ich trug, in neu vor die Füße. Reingeschlüpft, passte und trug sich gut.

Waren zwar ‘teuer’, aber wann kommt man wieder mal nach Bremen. Also den Schuh, auf anraten meiner Frau, auf Vorrat gekauft, 450 km mit nach Hause genommen und in den Schrank gestellt. Die neuen Schuhe standen Jahre ungetragen im Schrank – die alten Treter waren ja noch gut.

Der italienische Schuster …

Aber irgendwann waren die Sohlen der Lieblingsschuhe durchgelaufen. Der deutsche Schuster, den ich für neue Sohlen zu beauftragen beabsichtigte, wollte nicht. Das geht nicht, war die Antwort. Da ich noch nicht auf den nackten Füßen lief, die Sohlen waren noch nicht durch, kamen die Schuhe bei einem Urlaub ein paar Wochen später mit.


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Ich lief so in Italien, am Lago Maggiore, durch die alten Gassen eines Städtchen, als ich mit meiner Frau an einer Schusterwerkstatt vorbei kam. ‘Ach kuck, ein Schuster, der hätte dir die Schuhe besohlt, wenn das denn ginge’, war ihre Bemerkung. Wir waren schon an der Tür vorbei, als ich umkehrte und die Werkstatt betrat. Der Schuhmacher kam an den Tresen, ich hockte mich auf einen Barhocker, zog einen Schuh aus, hielt diesen hin und fragte: ‘Können Sie den besohlen?’ Er prüfte den Schuh und meinte ‘sicher, geben Sie mir den anderen Schuh und kommen Sie in 2 Tagen wieder’.

‘Geht nicht, war meine Antwort, denn dann müsste ich barfuß aus dem Laden raus.’ Er schaute mich ganz entgeistert an und fragte ‘Haben Sie nur ein Paar Schuhe?’ – worauf ich entgegnete ‘Ja, denn ich bin hier auf Urlaub und habe nur die Schuhe an meinen Füßen dabei’.

Also nahm der Schuster die beiden Schuhe, begann die Sohle abzuschleifen, fragte, ob ich besonders dicke Gummisohlen wolle und klebte diese nach dem Zurechtschneiden auf die beiden Schuhe. Eine halbe Stunde später verließ ich für kleines Geld mit den neu besohlten Schuhen an den Füßen die Schusterwerkstatt. Zufrieden gab ich mich mit meiner Frau in den nächsten Tagen dem ‘dolce far niente’ (dem süßen nichts tun) hin. Die Schuhe hatten zwar einen anderen Tritt, trugen sich aber phantastisch.

Das dicke Ende kommt bestimmt

Hach, war ich stolz, die neuen Sohlen (extra dick, meinte der Schuster), sollten mindestens 5 Jahre halten. Aber nicht mal ein halbes Jahr später waren die Schuhe kaputt: Die neuen Sohlen waren noch topp und hielten, aber das aufgenähte Lederteil platzte an der Seite auf. Ich war am Wochenende mit der Familie auf einer Stippvisite in die Eifel – zu den Eltern und Schwiegereltern. Und plötzlich kam ich wie ein Landstreicher daher, da die Zehen plötzlich im Freien hingen.

Meine Frau zeterte ‘ich hab’s ja gesagt, das hält nicht, und wieso hast Du nie Ersatzschuhe dabei’. Hab mir an einem Samstag dann schnell noch ein paar Turnschuhe gekauft, um wenigstens laufen zu können.

Also die alten Dinger schweren Herzens in den Müll entsorgt und 2 Tage später die ungebrauchten Schuhe des letzten Neukaufs aus dem Schrank geholt. Angezogen, passten und trugen sich gut. Genau wie die alten Schuhe und ich war glücklich ….

Drei Wochen später löste sich das Obermaterial des Schuhs von der Sohle – das zerbröselte regelrecht und ich hatte mein Déjàvu. ‚Neuer Schuh‘ und schon kaputt! Gut: Kein Bon vom Kauf, der viele Jahre zurück lag – und 450 km nach Bremen zur Reklamation fahren, ist auch nicht. Hab die Schuhe wütend weg geworfen. War ja offensichtlich ein Fehlkauf.

Als ich dann etwas recherchierte und feststellte, dass es eine Produktionsumstellung bei diesem Hersteller gab und mehr Kunden genau dieses Problem hatten, hieß es ’nie wieder diesen Hersteller kaufen‘. Aber ich habe keinen Verkäufer rund gemacht. Nur kaufe ich keine Schuhe mehr auf Vorrat. Denn das artet ganz schnell zum Abenteuer aus – und mein kleiner Schuster um die Ecke hat auch ganz anständige Modelle mit Tragekomfort. Aber jetzt habe ich wieder beim Lieblings-Paar die Sohlen durchgelaufen.

Dabei haben ich dieses Paar eben erst (ist’s schon ein oder zwei oder drei Jahre her? Ich weiß es nicht) für 45 Euro neu besohlen lassen … Wat makt mer nur? Ich bin noch unentschlossen, das Ersatzpaar trägt sich gut, muss aber per Schuhlöffel angezogen werden, während ich beim alten Model fast reinspringen kann. First world Probleme eben.

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1 Antwort zu Der Schuhkauf …

  1. nook sagt:

    GB: Der Mann der Schuhe auf Vorrat 450 km entfernt kauft, und diese nach 4 Jahren das erste Mal trägt!

    Hab mich köstlich amüsiert ;-)

    Schöne Weihnachten,
    wie sieht es übrigens bei Pantoffeln aus?

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