50 Jahre Frauenfußball im DFB; 100. Geburtstag von Fritz Walter

Noch zwei Informationen, die am Wochenende liegen geblieben sind, nachgereicht. Am Samstag, wäre Fritz Walter 100 geworden. Und seit Samstag, den 31. Oktober 2020, gibt es seit 50 Jahren Frauenfußball im DFB – ich konnte es kaum glauben.


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So als absoluter Fußball-Noob wären am Wochenende gleich zwei Ereignisse spurlos an mir vorbei gerauscht, wenn ich nicht darauf aufmerksam gemacht worden wäre.

31.Oktober 2020: 50 Jahre Frauenfußball im DFB

Es war ein kurzer Hinweis von Ulli (danke) der Art: ‚Wusstest du, am 31. Oktober jährte sich die offizielle Aufnahme des Frauenfußballs in die Satzung des DFB zum 50sten Mal.‘ Nein, wusste ich nicht, woher auch. Gut, ich hatte irgendwann am Rand vor Jahren die Frauen-Fußball-WM in den Nachrichten mitbekommen, wo Trainerin Silvia Neid die deutsche Frauenmannschaft sehr erfolgreich platzieren konnte. Da ich aber weder Panini-Bilder in meiner Kindheit gesammelt hatte, noch Männer- oder Frauen-Fußball schaue, bin ich daher diesbezüglich gänzlich unbeleckt. Ein Vater als (fast) fanatischer Fußball-Fan und ein Bruder in ähnlicher Fassung sorgten früher in unserer Küche oder im Wohnzimmer für ‚besondere Stimmung‘. Und wenn die Tochter am Samstag die Fußball-Übertragung im Radio verfolgt, hilft nur noch ein Kopfhörer (ich gönne es dem Mädel, brauche die Reportagen für mich selbst aber nicht).

Natürlich gönne ich allen Fußball-Fans ihre Spiele. Beim eigenen Sohn ist uns das in seiner kurzen Zeit als Kinderfußballer aber arg verleidet worden. Ehrgeizige Eltern haben ihre 6 und 7 jährigen Kids rund wie Bolle gemacht, wenn sie nach ihrer Meinung im Training oder bei Turnieren nicht ‚richtig‘ gespielt haben. Sohn hat dann den Exit in Richtung Judo, Badminton und Pfadfinder gemacht und dort geniale Jugenderfahrungen fürs Leben sammeln können. Wer bekommt schon im Alter von 13 Jahren die Gelegenheit mit zwei anderen Freunden eine Pfadfinder-Jugendgruppe zu leiten? Und wer darf schon im Alter von 16 Jahren für 4 Wochen nach Chile, um dort am Welt-Pfadfindertreffen teilzunehmen und danach mit einem Rucksack das Land zu erkunden? Es hat die Kids aus diesem Umfeld geprägt, und diese sind heute durchweg erfolgreiche Ingenieure, Software-Entwickler, Unternehmer, Mediziner, Psychologen, Banker oder ähnliches geworden. Gut, die Knochenbrüche beim Judo oder den Kreuzbandriss beim Badminton verbuchen wir als Kollateralschäden – die Medizin konnte das richten.

Zurück zum Thema Frauenfußball. Ulli machte mich dann auf diesen Beitrag und das enthaltene Video zum Thema aufmerksam. Ich konnte Sonntag den Videobeitrag nicht wirklich ansehen, weil die Wiedergabe ruckelte und stockte. Aber das Eröffnungsstatement von (ich meine es war Berti Vogts), dass er ‚gegen Frauenfußball sei, weil es viele schöne Sportarten für Frauen gäbe‘, hat mich dann doch erschüttert. War mir nie so bewusst, wie steinig der Weg der Frauen (nicht nur auf diesem Gebiet) im Fußball in Bezug auf den DFB war. Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ich in einem Elternhaus aufwuchs, wo Jungs und Mädels absolut gleichberechtigt aufwuchsen und alle gebotenen Chancen aus eigenem Antrieb wahrnehmen konnten. Glücklicherweise gibt es sie, die starken Persönlichkeiten (egal ob Frauen oder Männer), die ihren Weg gegen viele Widerstände und Konventionen (nicht nur im Fußball) gehen – und das ist auch gut so.

So quasi als Nachtrag machte Ulli mich noch darauf aufmerksam, dass unser Sportverein im Ort insgesamt vier Mädchen-Fußballmannschaften hat. War mir nicht bekannt, wenn mir auch aufgefallen ist, dass diesen Sommer sehr viele Mädchen auf dem Sportplatz Fußball trainierten und es wohl auch mehrere Mannschaften waren. Fand ich gut, so wurde der Fußballplatz genutzt. Und auch die Jugendarbeit des Vereins, der die Kinder weg vom Smartphone und hin zu sportlicher Betätigung lockt, finde ich gut.

Fritz Walter wäre am 31. Oktober 2020 100 geworden

Und es gab noch ein ‚Jubiläum‘ am Samstag: Der bereits am 17. Juni 2002 verstorbene Friedrich „Fritz“ Walter wurde am 21. Oktober 1920 in Kaiserslautern, also vor 100 Jahren, geboren und war eine der herausragenden Persönlichkeiten des deutschen Fußballsports. Mit Fritz Walter gewann die deutsche Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft 1954 in Bern.

Auch als absoluter Fußball-Noob war und ist mir der Name ein Begriff (und sei es, dass mir das Weingut Fritz Walter, in Niederhorbach bei Bad Bergzabern diesen Namen beim Wandern in der Pfalz immer nachhaltig in Erinnerung ruft, wobei der Namensgeber das Weingut 1832 begründete, also mit dem Fußballer nichts zu tun hatte).


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Die Wikipedia hält die Lebensgeschichte von Fritz Walter bereit, dem der 2. Weltkrieg die besten Jahre als Fußballer raubte. Als ‚Spiel seines Lebens‘ bezeichnete Walter übrigens ein Fußballspiel während der Kriegsgefangenschaft gegen ungarische und slowakische Wachsoldaten, das ihn und seinen Bruder Ludwig vor den sibirischen Lagern bewahrte. So kam er bereits 1945 aus Kriegsgefangenschaft nach Kaiserslautern zurück.  Erinnert mich an ein sehr persönliches Erlebnis als Schüler, wo ein Mitschüler vom Lehrer den Auftrag hatte, seinen Vater nach dem wichtigsten Ereignis nach dem 2. Weltkrieg und in der Kriegsgefangenschaft zu fragen. Dort kam ‚der Tag, als ich aus russischer Kriegsgefangenschaft entlassen wurde‘ als Antwort – eigentlich naheliegend.

Ich selbst wurde Sonntag über diesen Artikel in Zeit-Online auf den 100. Geburtstag von Fritz Walter aufmerksam. Lässt teilweise nochmals die 50er Jahre aus Sicht eines Fritz Walther-Fans auferstehen. Und so habe ich als absoluter Fußball-Noob doch noch eine Geschichte um gleich zwei Themen herum weben können …


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