OpenAI Codex schrottet möglicherweise SSDs wegen SQLite-Zugriffen

Stop - PixabayUnschöne Erkenntnis: Der KI-gestützte Codierungsagent Codex von OpenAI für Softwareentwicklungsaufgaben wie das Schreiben von Code und die Fehlerbehebung hat wohl ein Problem. Es gab die Tage den Bericht, dass die Protokollierung in einer SQLite-Datenbank eine erhebliche Anzahl von Schreibvorgängen binnen kurzer Zeit verursache. Das ist nicht nur leistungsmäßig doof. Besitzer von SSDs laufen Gefahr, dass diese binnen kurzer Zeit ihre Spezifikationsgrenzen erreichen und geschrottet werden.

Ein Post auf reddit.com

Das Thema ist mir über X untergekommen und wird auf reddit.com im Beitrag Codex almost made me worry about my SSD, so I actually measured it vom 22. Juni 2026 erläutert. Ein Benutzer war im Internet über eine Diskussion gestolpert, in der behauptet wurde, dass Codex Desktop möglicherweise ein Problem mit der lokalen Protokollierung hat. Das könnte dazu führen, dass kontinuierlich große Datenmengen auf die Festplatte geschrieben werden. Bei SSDs wirkt sich so etwas möglicherweise auf den Verschleiß bzw. die Lebensdauer aus.
Der Poster auf reddit.com hat dann genauer geschaut, denn er betreibt einen Mac, der rund um die Uhr läuft. Auf der Maschine wird Codex oft permanent in der lokalen Umgebung ausgeführt. Codex Desktop speichert seine Dateien in macOS im Verzeichnis:

~/.codex

in einer SQLite-Datei:

~/.codex/logs_2.sqlite

Auf dem System des Nutzers war die Datei lediglich 1,8 GByte groß. Aber wesentlich interessanter ist die Schreibrate in diese SQLite-Datenbank. Daher hat der Nutzer die Datentransferrate des laufenden Codex-App-Server-Prozesses gemessen. In einem etwa zweiminütigen Erfassungszeitraum schrieb der Prozess etwa 846 MB an Daten in die SQLite-Datenbank. Das entspricht ca. einer Rate von rund 7,0 MB/s, die logischen Schreibvorgänge lagen bei etwa 4,9 MB/s.

Sofern das nur ein Burstwert wäre, könnte man es tolerieren. Wird das aber kontinuierlich beibehalten, wären dies im Nonstop-Betrieb hochgerechnet etwa 222 TB an Schreibvorgängen pro Jahr. Der Nutzer hat auf dieser Webseite seine Messergebnisse veröffentlicht. Im reddit.com-Beitrag hat der Nutzer dann noch skizziert, wie er diese Zugriffsrate für sich reduzieren konnte.

Ein Bug-Report

Bei The Register, die das Thema hier aufgegriffen haben, las ich, dass es einen Bug-Report Codex SQLite feedback logs can write ~640 TB/year and rapidly consume SSD endurance #28224 gibt. Auch dort wird eine enorm hohe Zugriffsrate durch Codex auf die SQLite-Datenbank mit den Log-Einträgen konstatiert. Und der Einreicher macht auch Vorschläge, wie man das reduzieren könnte.

Der Hintergrund der Aufregung ist darin begründet, dass die Hersteller von SSDs eine gewisse Anzahl Schreibvorgänge gewährleistet. Danach können SSD-Zellen kaputt sein und das Medium verliert Kapazität oder die Funktion. The Register argumentiert, dass einige Endverbraucher-SSDs eine Nennschreibleistung von etwa 600 TBW besitzen. Damit wäre die garantierte Schreiblebensdauer eines solchen Laufwerks bei den oben gemessenen Datenraten in weniger als einem Jahr erreicht.

OpenAI gab gegenüber The Register an, dass die eigenen Entwickler über das Problem informiert seien und an dessen Behebung arbeiten. Der Vorfall zeigt erneut, dass man diesbezüglich nicht genug aufpassen kann. Ein Hurra auf Vibe Coding, was ja jeder können "können soll". Da werden wir noch einige Überraschungen der negativen Art erleben.

Dieser Beitrag wurde unter Geräte, Problem, Software abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros. Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion. Kommentare, die gegen die Regeln verstoßen, werden rigoros gelöscht. Wegen Missbrauchs bin ich gezwungen, Name und E-Mail als Pflichtfelder beim Kommentieren zu aktivieren. Wählt ggf. einen (noch nicht benutzten) Alias-Namen und verwendet ggf. eine Dummy-Mail-Adresse (z.B. t@hotkev.com).

Du findest den Blog gut, hast aber Werbung geblockt? Du kannst diesen Blog auch durch eine Spende unterstützen.