Windows 11: Point-in-time Restore allgemein verfügbar

WindowsNoch ein kleiner Nachtrag von dieser Woche. Microsoft hat die als "Point-in-time Restore" bezeichnete Möglichkeit, ein kaputtes Betriebssystem auf einen funktionierenden Zustand zurückzusetzen, allgemein für Windows 11 freigegeben. Klang für mich wie "Systemwiederherstellung", ist aber etwas anderes.

Wer sich noch an Windows 7-Zeiten zurück erinnert, kennt die sogenannte Systemwiederherstellung. Ging irgend etwas an Windows kaputt, konnte man die Systemwiederherstellung starten und Windows wurde auf einen Wiederherstellungspunkt zurückgesetzt, wobei Benutzerdaten erhalten blieben. Voraussetzung war, dass das System Wiederstellungspunkte vor Treiberupdates, oder Installationen von Updates oder Software anlegen durfte. Ohne Wiederherstellungspunkte keine Systemwiederherstellung – und diese ließ sich nur einschalte, wenn genügend Speicher auf dem Systemlaufwerk frei war.

Irgendwo auf dem Weg zu Windows 11 ist die Systemwiederherstellung "verloren gegangen" – ich meine mich zu erinnern, dass ab Windows 10 irgendwann keine Systemwiederherstellung mehr eingeschaltet wurde, selbst wenn viel Kapazität auf dem Windows-Laufwerk vorhanden war.

Point-in-time Restore allgemein verfügbar

Aber nun haben wir das "moderne" Windows 11 und da braucht es gelegentlich neue Funktionen, damit es etwas zu feiern gibt. Microsoft hat bereits zum 23. Juni 2026 den Beitrag Point-in-time restore for Windows 11 is now generally available im Windows IT Pro Blog veröffentlicht und dort die allgemeine Verfügbarkeit der Funktion bekannt gegeben.

Windows 11 Point-in-time Restore

Das Ganze fiel mit der Freigabe des Preview-Update KB5095093 für Windows 11 24H2 – 25H2 zusammen (siehe auch meinen Blog-Beitrag Windows 11 24H2 – 25H2: Preview Update KB5095093 (23. Juni 2026), wo die Funktion als Neuerung erwähnt wird).

Dort hieß es, dass man seinen Rechner mit dieser flexiblen Wiederherstellungsfunktion schnell auf einen kürzlich erstellten automatischen Wiederherstellungspunkt zurücksetzen könne. Im Gegensatz zur oben erwähnten Systemwiederherstellung umfasst dies nicht nur Anwendungen sondern auch Einstellungen und persönlicher Dateien. Dies soll dazu beitragen, Ausfallzeiten zu reduzieren und die Fehlerbehebung bei Problemen zu vereinfachen.

Microsoft hat dazu, neben obigem Blog-Beitrag noch den Supportbeitrag Point-in-time restore for Windows veröffentlicht. In Deutsch hat das Ganze den sperrigen Namen Zeitpunktwiederherstellung für Windows.

Was macht Point-in-time Restore?

Point-in-time Restore ermöglicht es Benutzern, einen Windows-PC in genau den Zustand zurückzuversetzen, in dem er sich zu einem früheren Zeitpunkt befand. Mithilfe von Wiederherstellungspunkten ist dies innerhalb weniger Minuten möglich. Gemäß obigem Screenshot von der Microsoft Blog-Seite wird eine entsprechende Option in der Wiederherstellungsumgebung angeboten.

Diese Funktion soll dazu beitragen, Ausfallzeiten zu minimieren und die Fehlerbehebung zu vereinfachen, ohne dass technische Kenntnisse oder langwierige Fehlerbehebungsmaßnahmen erforderlich sind.

Hilfe beim Wiederherstellen über die letzten 72 Stunden

Die zeitpunktbezogene Wiederherstellung hilft bei der schnelleren Behebung von Problemen, indem der vollständige Systemzustand der letzten 72 Stunden wiederhergestellt wird. Wiederherstellungspunkte sind umfassend und beinhalten das Betriebssystem, Anwendungen, Einstellungen und lokale Dateien (keine Benutzerdaten werden aus dem Wiederherstellungspunkt ausgeschlossen).

Administratoren müssen dies konfigurieren

Die Funktion speichert alle Wiederherstellungspunkte lokal auf dem System und erfasst sie im Hintergrund. Dies bedingt, dass genügend freier Speicher auf dem Systemlaufwerk vorhanden ist. Die Funktion ist erst ab einer Laufwerkskapazität von 200 GByte nutzbar.

Administratoren müssen dazu zudem vorgeben, in welchem Intervall Wiederherstellungspunkte erfasst und automatisch gespeichert werden. Die Standardeinstellung liegt bei etwa alle 24 Stunden. Wiederherstellungspunkte werden lokal auf dem Gerät gespeichert und mithilfe des Volume Shadow Copy Service (VSS) erfasst.

Detaillierte Informationen zur Funktion

Microsoft hat im Windows IT Pro Blog im bereits erwähnten Beitrag Point-in-time restore for Windows 11 is now generally available detaillierte Informationen gegeben, was es zu wissen gibt. So wird in einer Tabelle verglichen, wo die Unterschiede zwischen der Systemwiederherstellung und Point-in-time Restore liegen.

Windows 11 Point-in-time Restore Systemwiederherstellung
Point-in-time Restore versus Systemwiederherstellung, Zum Vergrößern klicken

In weiteren Abschnitten und Tabellen wird der Unterschied bei Point-in-time Restore zwischen Windows 11 Home / Pro und den Enterprise-Versionen beschrieben und man erfährt, was man sonst noch alles wissen soll.

Ab Windows 11 26H2 soll die Funktion dann standardmäßig aktiv sein, wie die Kollegen von deskmodder.de hier schreiben. Die haben auch noch ein wenig getestet und festgestellt, dass die Funktion in Windows 11 Home doch arg beschränkt ist. Deren Tutorial hier hält eine Beschreibung und auch Tricks bereit, wie man das per Registry konfigurieren kann.

Ich denke, am Ende des Tages wird man in der IT nicht um ein Backup-Programm herum kommen, um seine Daten zu sichern. Denn beim Zurücksetzen per Point-in-time Restore geht alles verloren, was man nach diesem Zeitpunkt gemacht hat.

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2 Kommentare zu Windows 11: Point-in-time Restore allgemein verfügbar

  1. Markus W. sagt:

    Gute Idee und – wenn's funktioniert – sicher hilfreich. Dennoch wäre mir ein Betriebssystem lieber, dass es nicht nötig hat, alle z.B. 24 Stunden einen Rücksetzpunkt setzen zu müssen. ;-)

  2. R.S. sagt:

    Bei uns in der Firma gibt es schlicht das Verbot, Daten irgendwelcher Art auf dem lokalen Laufwerk zu speichern.
    Alles muss auf Netzwerklaufwerken gespeichert werden, denn nur sind Bestandteil des täglichen Backups.
    Und im AD kann man das Benutzerverzeichnis auch auf ein Netzwerklaufwerk umbiegen, was wir ebenfalls gemacht haben.
    Damit wird das ebenfalls beim Backup berücksichtigt.
    Und wir nutzen auch Roaming Profiles. Da wird bei jeder Abmeldung eines Benutzers eine Kopie des Benutzerprofils auf einem Netzwerklaufwerk gespeichert.
    So werden auch alle Benutzerprofile beim Backup berücksichtigt.

    Daher ist bei uns point-in-time-restore sinnlos.

    Und was Windows 7 angeht:
    Bei Windows 7 (und auch noch 8 und 8.1) gab es ein Programm names Easy Transfer.
    Damit konnte man Benutzerprofile sichern und wieder zurückspielen inkl. aller Benutzerdaten und Einstellungen.
    Gedacht war das Tool zum Übertragen des Benutzerprofils inkl. aller Benutzerdaten auf einen anderen PC.
    Das ist mit Windows 10 leider entfallen.

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