Google-Mutter Alphabet hat gerade Quartalsergebnisse vorgelegt und weist Rekord-Umsätze auf. Aber wegen AI-Investitionen ist der Cashflow seit 22 Jahren erstmals negativ. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die EU-Kommission Alphabet bzw. Google mit einer Strafe von 890 Millionen Euro belegt hat.
Rekordumsätze mit "Delle" beim Cash Flow
Google hat seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 (PDF) veröffentlicht:
- Der konsolidierte Umsatz von Alphabet stieg um 24 % auf 119,8 Milliarden US-Dollar.
- Der Umsatz im Bereich Google Services stieg um 15 % auf 94,5 Mrd. US-Dollar, angeführt von einem Wachstum von 17 % bei Google Search & Sonstiges.
- Der Umsatz stieg um 15 % bei Google-Abonnements, -Plattformen und -Geräten sowie 13 % bei YouTube-Anzeigen.
- Google Cloud verzeichnete eine deutliche Wachstumsbeschleunigung: Der Umsatz stieg um 82 % auf 24,8 Mrd. US-Dollar, angeführt von einem Anstieg bei der Google Cloud Platform (GCP) in den Bereichen KI-Lösungen und KI-Infrastruktur für Unternehmen sowie bei den Kern-GCP-Diensten.
Das konsolidierte Betriebsergebnis von Alphabet stieg um 30 %, und die operative Marge stieg um 2 Prozentpunkte auf 34 %. Die sonstigen Erträge spiegeln einen Nettogewinn von 98,0 Milliarden US-Dollar wider, der in erster Linie auf nicht realisierte Nettogewinne aus Aktienwerten zurückzuführen ist.
Ein erheblicher Teil der Einnahmen von Google stammt aus Investitionen. Zieht man diese nicht zahlungswirksamen Erträge ab, belief sich der operative Cashflow von Google im zweiten Quartal 2026 auf etwa 39,1 Milliarden US-Dollar.
Aufgrund seines steigenden Bedarfs im Bereich der künstlichen Intelligenz gab Google laut diesem Arstechnica-Bericht aber bekannt, im zweiten Quartal 44,9 Milliarden Dollar für den Ausbau seiner KI-Aktivitäten ausgegeben zu haben. Das bedeutet, dass Google bzw. Alphabet im 2. Q. 2026 mehr ausgegeben als eingenommen hat. Es gibt einen negativen Cash Flor von ca. -5,8 Milliarden Dollar. Das ist der erste Negativwert seit dem Google Börsengang vor 22 Jahren.
890 Millionen Euro EU-Strafe gegen Google
Gleichzeitig wurde bekannt, dass die EU-Kommission in zwei Verfahren wegen Verstößen gegen den Digital Service Act (DSA) eine Strafe von 890 Millionen Euro gegen Google verhängt hat.
Die Europäische Kommission hat laut dieser Mitteilung zwei Beschlüsse gefasst, in denen sie feststellt, dass Google gegen den Digital Markets Act (DMA) verstoßen hat. Es geht dabei um zwei Vorwürfe:
- Google/Alphabet hat seine eigenen Dienste in der Google-Suche bevorzugt. Google stellt seine eigenen Dienste in den Suchergebnissen stärker in den Vordergrund, unter anderem ganz oben auf der Suchergebnisseite oder durch die Verwendung von verbesserten visuellen Elementen und Filtern, während ähnliche Dienste von Drittanbietern nicht denselben Stellenwert erhalten.
- Gemäß dem DMA sollten App-Entwickler, die ihre Apps über Google Play vertreiben, in der Lage sein, Kunden kostenlos über alternative, oft günstigere Angebote zu informieren und sie zu diesen Angeboten weiterzuleiten, damit sie dort Einkäufe tätigen können, beispielsweise auf Websites oder in alternativen App-Stores. Google hat Unternehmen Beschränkungen auferlegt, die verhinderten, dass diese Verbraucher auf alternative, oft günstigere Kaufkanäle als bei Google Play umleiten. Insbesondere hindert Google App-Entwickler daran, frei zu kommunizieren, Angebote zu bewerben und Verträge mit Nutzern in Vertriebskanälen ihrer Wahl, einschließlich App-Stores von Drittanbietern, abzuschließen, lautete der Vorwurf der EU-Kommission.
In diesem Zusammenhang hat die Kommission gegen Google eine Geldbuße in Höhe von 460 Millionen Euro bzw. 430 Millionen Euro (insgesamt 890 Millionen Euro) verhängt. Google hat nun 60 Tage Zeit, die Strafe zu zahlen oder die Beschlüsse juristisch anzufechten.



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