KillerPDF: Schlanker PDF-Reader für Windows

WindowsAuf vielen Windows-Systemen läuft der Adobe PDF-Reader, um entsprechende Dokumente zu öffnen. Problem an dieser Sache ist, dass der Adobe Reader (oder Adobe Acrobat) inzwischen recht fett und fehleranfällig ist. Ein Blog-Leser hat mich vor einigen Tagen auf einen schlanken PDF-Reader hingewiesen, der unter Windows läuft.

Blog-Leser Michael E. schrieb mir dazu: "Ich habe lange nach einem vernünftigen schmalen und passenden PDF-Reader gesucht, nicht diese "fetten" Programme wie Adobe etc. Nach längerem Test habe ich etwas gefunden das vielleicht auch für andere Windows-Nutzer interessant sein könnte."

KillerPDF

Das Programm nennt sich KillerPDF und wird auf dieser Webseite zum Download angeboten. Das Windows-Programm umfasst knapp 15 MByte und kommt ohne Installer. Auf der Webseite schreibt der Entwickler:

Ein vollwertiger PDF-Editor zum Anzeigen, Bearbeiten, Erkennen von Text (OCR), Ausfüllen und Signieren … alles über eine einzige native .exe-Datei (~16 MB), ganz ohne Konto und ohne dass Daten an Dritte übermittelt werden.

Der Entwickler bezeichnet sich als Außendiensttechniker und Systemadministrator bei einem großen MSP. Er sei seit 2017 in der IT tätig, hat aber bereits in den 90er-Jahren Websites gebaut und sei etwa sechs Jahre lang als Full-Stack-Entwickler tätig gewesen, bevor er in die IT wechselte. Daher sei er in einem Quellcode-Programm ebenso zu Hause wie in einem Serverraum. Der Mann zeigt sich genervt und schreibt:

Ich hatte es satt, immer wieder dasselbe Adobe-Ticket zu schließen. Also habe ich eine PDF-App geschrieben, die einfach funktioniert, als eine einzige EXE-Datei ausgeliefert wird und den Nutzer niemals auffordert, sich anzumelden.

Er skizziert seinen Arbeitstag als Administrator in der IT, den einige Leser sicher kennen: "Ein fester Bestandteil meiner Arbeitstage war schon immer derselbe: Ein Nutzer kann ein PDF nicht ausfüllen, ein Formular lässt sich nicht flachstellen, eine Lizenz lässt sich nicht aktivieren, ein Viewer gibt bei einer Datei, die sich eigentlich einfach öffnen sollte, eine Fehlermeldung aus. Adobe-Acrobat-Tickets – installieren, reparieren, lizenzieren, Workarounds finden – summierten sich jede Woche zu Stunden, bei denen ich nie das Gefühl hatte, dass sie tatsächlich etwas lösten."

Also hat er selbst einen PDF-Viewer/-Editor geschrieben und diesen KillerPDF genannt. KillerPDF ist ein nativer PDF-Viewer, Annotator und einfacher Editor für Windows, der als einzelne, in sich geschlossene ausführbare Datei bereitgestellt wird. Es ist kein Installationsprogramm, kein Konto, kein Abonnement, kein Lizenzserver, um den man sich kümmern muss, erforderlich. Es reicht die .exe-Datei aufzurufen, und schon kann es losgehen.

Das Programm ist bewusst für die Realität von Außendiensttechnikern überdimensioniert, schreibt der Entwickler: Es öffnet verschlüsselte PDF-Dateien mit defekten Querverweisen sowie gedrehte und beschnittene PDF-Dateien, an denen andere Viewer scheitern . Dies seien genau diese Dateien, die Supportanfragen auslösen. Der Viewer rendert mit PDFium, führt OCR mit Tesseract durch, füllt Formulare aus und signiert sie. Zudem druckt KillerPDF mit 300 DPI – alles lokal, ohne Telemetrie und ohne Werbung.

Ein Großteil der Funktionen wurde von den Nutzern selbst gewünscht. Die GitHub-Issues-Seite steht jedem offen, und die Vorschläge der Nutzer bestimmen maßgeblich die weitere Entwicklung. KillerPDF ist freie Software unter der GPL-3.0-Lizenz. Ausführliche technische Details finden sich auf der Seite Technische Informationen. Danke an den Leser, vielleicht ist das Tool ja was für den einen oder anderen Blog-Leser.

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